Forum: Panorama
Bischofsrücktritt nach Missbrauchskandal: Irlands Katholiken misten aus

Für Irland war es ein Jahr der Offenbarungen, zwei Untersuchungsberichte erschütterten die Insel in ihren Grundfesten. Jahrzehntelang haben katholische Priester dort Kinder gepeinigt und missbraucht. Nun gibt es Konsequenzen: Der erste Bischof gibt sein Amt auf, weitere könnten folgen.

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Klo 17.12.2009, 17:59
1. irdisches Recht!

Zitat von sysop
Für Irland war es ein Jahr der Offenbarungen, zwei Untersuchungsberichte erschütterten die Insel in ihren Grundfesten. Jahrzehntelang haben katholische Priester dort Kinder gepeinigt und missbraucht. Nun gibt es Konsequenzen: Der erste Bischof gibt sein Amt auf, weitere könnten folgen.
Das ist nun wirklich mehr als überfällig nach all diesen Skandalen. Aber Rücktritt allein reicht nicht aus. Es muß Entschädigung her und die Verbrecher sind der irdischen Gerichtsbarkeit zuzuführen.

Das Klo.

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Hovac 17.12.2009, 18:27
2. Wozu?

Bei Menschen die auf Sexualität "verzichten" kann man auch nicht viel anderes erwarten.

Das ändert gar nichts, die Kranken in der Kirche machen einfach so weiter und am 24. stehen sie auch alle wieder hier rum und halten sich für die "Guten" was sie dem seltenen Publikum zusammen mit einer Mischung aus eigennützigen Schuldgefühlen verkaufen.

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nonbeliever1911 17.12.2009, 18:34
3. Hausgemachte Probleme

Ginge es nicht um ein so ernstes Thema, würde mich die ganze Sache amüsieren: Es ist schon sehr interessant zu sehen, wie aufeinmal alle aufschreien.
Dabei ist das Phänomen durchaus nicht neu: in Deutschland wurden ebenfalls Kinder bis in die achtziger Jahre in christlich geleiteten Waisenhäusern misshandelt und auch in Amerika gibt es regelmäßig derartige Fälle.
Doch nur der Rücktritt ist zu wenig: Diese Kinderschänder(-helfer) gehören veurteilt - wegen Vertuschung, Kindesmissbrauchs und und und. Leider ist die Zurückhaltung gegenüber geistliche Institutionen noch immer viel zu groß - das Resultat von hundderten Jahren moralischer Unterdrückung.
Das Problem jedoch, wird selbst mit einer Veurteilung weiterbestehen - es ist ja auch hausgemacht.
Das erste sehe ich im katholischen Zölibat: die Verteufelung von körperlicher Liebe lässt den Priestern nicht viele Wahlmöglichkeiten zur befriedsigen ihrer natürlichen Bedürfnisse, was auch Insider immer wieder bestätigen. Auch wenn nicht alle zu Verbrechern werden, das Zölibat gehört abgeschafft. Auch wird es den Priestern viel zu einfach gemacht an die Kinder heranzukommen: eine Ausbildung ode Schulung im Umgangmit Kindern, geschweige denn Eignungstests, werdenn noch immer nicht praktiziert und auch lässt die Konsequenz im Umgang mit pädophilen Priestern zu wünschen übrig - mit einer einfachen Versetzung ist das Problem nicht behoben.
Das zweite Problem ist, dass die Kirche in manchen Ländern schlichtweg noch nicht begriffen hat, wo ihr Platz ist. Ob in Spanien, wo sie sich soigar aktiv in die Politik einzumischen versucht, oder in Irland wo jahrelang Missbrauchsfälle vertuscht werden. Da hilft nur eine harte Hand - und jedemenge Aufklärung.

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sebastian s. 17.12.2009, 18:41
4. Tiefliegendes Problem

Zitat von Klo
Aber Rücktritt allein reicht nicht aus.
Das stimmt, aber die noch sehr maechtige Kirche in Irland scheint sich darauf zu verlassen, dass sich die Angelegenheit mit einigen Ruecktritten aus der Welt schaffen laesst. Auch die Garda (irische Polizei) hat jahrzehntelang nur zugesehen und duerfte wohl wenig Interesse an einer nachtraeglichen Aufklaerung haben. Wenn es dann zu einer Verurteilung kommt, faellt das Urteil auch eher milde aus. Gestern ist ein Pater, der einen einzigen Jungen ueber 70 Mal missbraucht hat, zu zweieinhalb Jahren Gefaengnis verurteilt worden. Der Vatikan, der sich jetzt tief beschaemt zeigt, hat noch bis vor wenigen Monaten jede Form der Aufklaerung boykottiert und torpediert.

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taiga 17.12.2009, 18:42
5. ...

Zitat von sysop
Für Irland war es ein Jahr der Offenbarungen, zwei Untersuchungsberichte erschütterten die Insel in ihren Grundfesten. Jahrzehntelang haben katholische Priester dort Kinder gepeinigt und missbraucht. Nun gibt es Konsequenzen: Der erste Bischof gibt sein Amt auf, weitere könnten folgen.
Während meiner Mittelstufenzeit 1965-1967 an einem oberbayerischen Gymnasium, wir waren zwischen 13 und 17 Jahre alt, wurden wir von einem Patre und einem Pfarrer bei Verfehlungen geohrfeigt und hart geschlagen, auch mit Gegenständen. Wir waren alle sehr verschüchtert. Erst als in der 10. Klasse ein Supersportler (Schifahrer) von einer anderen Schule zu uns wechselte und dieser auch eine Watschn einfing, aber heftig zurückschlug, sodass es zu einer Anhörung und Bloßlegung der ganzen Schandtaten kam, verschwanden die beiden Gesandten Christi auf Nimmerwiedersehen.

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Theophrast 17.12.2009, 19:01
6. Mein Gott!

Die Krokodilstränen seiner Heiligkeit Papst Benedikts sind eine weitere Verhöhnung der Opfer. Der gute Kardinal Ratzinger hatte als langjähriger Chef der Glaubenskongregation ständig Klagen von Priestermissbrauch – von Irland und anderswo – auf seinem Schreibtisch. Doch unternommen hat er nichts. Er hat sich hinter die offizielle Vatikanische Politik des Verheimlichens oder des Abstreitens verschanzt.
Man denke nur an den Fall Kardinal Groer in Wien. Damals hatte jene kirchennahe Presse, die sich heute lästernd das Maul zerreißt über die irländischen Fälle, den Kardinal genauso scheinheilig in Schutz genommen, wie die frommen irischen Bischofe ihre pädophilen Priester. Und das alles mit dem Segen von Ratzingers Behörde und dem Apostolischen Palast. Erst als es gar nicht mehr ging, wurde Groer fallen gelassen und ins Kloster verbannt.

Auch jetzt hatte der Vatikan nichts Dringenderes zu tun, als über seinen Nuntius die irische Untersuchungskommission zu behindern, zu boykottieren und der Schändlichkeit zu bezichtigen. Wie in alle Welt kommt unser geschätzter Papst Benedikt jetzt dazu, ein großes Klagen anzustimmen? Was er heute weiß, wusste er schon von zwanzig Jahren. Man kann nur die Hände zum Himmel ringen und „Mein Gott“ rufen.

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gerd33 17.12.2009, 19:24
7. Vertuschung ohne Ende...

Zitat von Klo
..... Es muß Entschädigung her und die Verbrecher sind der irdischen Gerichtsbarkeit zuzuführen. ...
Klar kommt die irdische Gerichtsbarkeit zum Zuge. Aber der ehemalige Militärpfarrer I. aus G. konnte nach Verbüßung seiner irdischen Haftstrafe noch weiterhin in der Bibliothek des Bistums AC tätig sein. (Fall liegt ca. 30 J. zurück) und auch seinen Ruhestand genießen. Die Opfer (allsamt Ministranten), wurden damals als Nestbeschmutzer stigmatisiert, deren Eltern mussten sich öffentlich beschimpfen lassen und die Kommentare der -ach so frommen- Geemeindemitglieder: "Ein Pastor macht doch so etwas fieses nicht..."
Besonders fromme Gemeindmitglieder forderten damals, dass Pfarrer I. seine Strafe in einem Kloster absitzen dürfe; er sei ja schließlich Prister und Gefängnis sei ja doch zu hart.

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güti 17.12.2009, 19:33
8. erst informieren

Zitat von Theophrast
Die Krokodilstränen seiner Heiligkeit Papst Benedikts sind eine weitere Verhöhnung der Opfer. Der gute Kardinal Ratzinger hatte als langjähriger Chef der Glaubenskongregation ständig Klagen von Priestermissbrauch – von Irland und anderswo – auf seinem Schreibtisch.
Warum soll der Leiter der GLAUBENSkongregation beschwerden über den Missbrauch von Kindern seitens Priestern auf dem Schreibtisch haben.

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Theophrast 17.12.2009, 19:44
9. Tatsächlich

Zitat von güti
Warum soll der Leiter der GLAUBENSkongregation beschwerden über den Missbrauch von Kindern seitens Priestern auf dem Schreibtisch haben.
Der Aufgabenbereich der Glaubenkongregation umfasst nicht nur die Fälle von Glaubensirrungen, sondern auch von "Glaubensmissbrauch". Darunter fallen Vorkommnisse wie fälschlich behauptete Offenbarungen, Satanismus, Bessenheit und eben auch pädophiler Missbrauch von Priestern.
Das ist keine Vermutung von mir, sondern belegte Kenntnis, die ich habe.

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