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Britischer Supreme Court: Eine unglückliche Ehe ist kein Grund für eine Scheidung
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Nach 40 Jahren Ehe will sich eine Frau von ihrem Mann trennen. Vor Großbritanniens Oberstem Gericht ist sie damit gescheitert: Sie muss noch bis zum Jahr 2020 verheiratet bleiben.

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cs01 26.07.2018, 09:18
1.

In Deutschland wären es im gleichen Fall immerhim 3 Jahre. Auch in D müssen beide Partner zustimmen, dann kann nach 1 Jahr Trennung eine Scheidung vollzogen werden. Ansonsten braucht man auch eine außergewöhnliche Härte, sprich einen besonderen Scheidungsgrund.

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womo88 26.07.2018, 10:23
2. Als ob es bei uns viel besser wäre ...

Ich habe den Spaß schon mehrfach hinter mir.
1 Jahr warten ist normal, aber dann dauert es immer noch, weil sich das Familiengericht dann erst mit der Scheidung beschäftigt. Damals ging es dann schnell, weil die Antragsgegnerin schwanger geworden war.
Beim 2. Mal hat es dann 3 Jahre gedauert. Deutsche Familiengerichte haben es nicht so eilig.

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touri 26.07.2018, 10:27
3.

Zitat von Freiheit_Vorarlberg
Das ist schon eine eigenartige Auffassung des Gerichts! Das es da dann ggf. zu kriminellen Handlungen kommen kann, wird billigend in Kauf genommen. Ich persönlich finde ohnehin, dass die Ehe obsolet ist. Ein ganzes Leben lang zusammen zu bleiben ist utopisch. Zumindest in sexueller Hinsicht ist das eine romantische Wunschvorstellung. Und nicht alle, die sich scheiden lassen oder sich trennen, sind 'notgeile Monster' oder haben sich nicht im Griff. Man sollte die Diskussion meiner Meinung nach auch mehr biologische und philosophische Bahnen lenken: Was und wie ist der Mensch, und woher kommen wir! Dann wird klar, dass die Ehe in der heutigen Form nie und nimmer von der Natur vorgesehen war bzw. ist. Für mich als Mann sehe ich keine Vorteile der Ehe, sondern eigentlich nur Nachteile! Finanzielle Absicherung der Lebenspartnerin infolge Krankheit / Unfall kann man auch anders lösen. Und wenn sich die Frau trennen will weil man sich eben auseinander gelebt hat, muss man (in den meisten Fällen) als Mann, auch noch Unterhalt zahlen. Für was den eigentlich?!?!
Ihre Kritik wendet sich an dem falschen. Wie in dem Artikel schon steht muss das Gericht sein Urteil auf Grundlage der bestehenden Gesetze treffen. Und wenn diese keinen Spielraum bieten, dann hat das Gericht auch keinen. Sie müßten sich da eher in Richtung britisches Parlament wenden.

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irgendwas 26.07.2018, 10:48
4. Überraschung!

Wie der erste Kommentator bereits feststellte, ist dies in Deutschland nicht anders (nur ein wenig kürzer). Und wer jetzt erstaunt ist oder böse schimpfen möchte, der sollte sich vor der Ehe eben mal den Vertrag (= das Gesetz) durchlesen. Ich finde es richtig, dass der Gesetzgeber die Eheleute zwingt sich erst einmal wieder zusammen zu raufen. Andererseits frage ich mich auch, weshalb einem erst nach langer Ehe im alter von 68 Jahren einfällt, dass man plötzlich total Unglücklich in der Ehe ist und die sofortige Scheidung möchte. Das hätte der Dame ja auch 5 Jahre früher einfallen können.
Übrigens sind Eheleute nicht verpflichtet zusammen zu wohnen. Wo ist also das Problem? Ich denke es geht hier eher entweder ums Geld oder um einen neuen Partner.

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vitalik 26.07.2018, 11:12
5.

Zitat von Freiheit_Vorarlberg
Dann wird klar, dass die Ehe in der heutigen Form nie und nimmer von der Natur vorgesehen war bzw. ist.
Aha, woher kommt Ihre Erkenntnis? In der Natur gibt es mehrere Vogel und Tierarten, die eine lebenslange Partnerschaft eingehen. Manche Vogelarten gehen sogar soweit, dass falls der eine Partner stirbt, der verbleibende Partner für immer allein bleibt.

Weiterhin gibt es die Eheähnlichen Partnerschaften bei Menschen schon seit Tausenden von Jahren. Wie man da von "gegen die Natur" sprechen kann, ist für mich nicht nachvollziehbar.

Man könnte trotzdem über eine Trennung zwischen Sex und Partnerschaft diskutieren. Es gibt durchaus Beziehungen in denen wechselnde Sexpartner nicht das Aus der Ehe bedeuten. Dies wird aber auch nicht in dem Gesetzt gefordert oder?

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chrismuc2011 26.07.2018, 11:28
6.

Auch ich halte von der Ehe, besonders in Deutschland gar nichts (mehr). Sie ist immer noch und immer mehr ein Auffanglager für Frauen, die nicht arbeiten wollen ( Selbstverwirklichung) oder zu wenig selbst verdienen, aber einen höheren Lebensstandard wollen. In Deutschland die Gesetzgebung mittlerweile für Frau ( mit oder ohne Kind) die Ehe quasi ein Sprungbrett. Dies zeigt sich z.B. daran, dass vom 1. Tag der Ehe der Mann nur noch als männliches Nutzvieh angesehen wird. Da wird der Liebesschwur schnell zur Farce. Zudem selbst bei sehr kurzer und auch kinderloser Ehe die Trennungszeit bis zum Gerichtsverfahren ja auf die Ehezeit aufaddiert wird, sodass dann schnell eine kurze Ehe zur langen Ehe wird. In München ist vom Zeitpunkt der Trennung bis zum Scheidungsurteil mit 2-3 Jahren zu rechnen.
Es wäre interessant zu erfahren, wieviel Prozent der Ehen nach dem Trennungsjahr nicht geschieden worden sind, d.h. ein Trennungsjahr eigentlich Sinn macht oder erfolgreich ist.

Ich empfehle jedem Mann, unverheiratet zu bleiben. Es steht jedem frei, seinen Partner zu unterstützen oder eben nicht, besonders nach einer Trennung durch die Frau eben nicht. Bei Kindern ist eine Unterhaltszahlung durch den hier ausschließlichen leiblichen Vater ( in einer Ehe kann auch ein Ehemann zum Vater und Unterhaltspflichtigen erklärt werden, auch wenn er das Kind nicht gezeugt hat) für eine entsprechende Zeit an die Ex-Partnerin und bis 28. an das Kind nur Recht und billig.
Sicherlich sinnvoll wäre es, wenn man auch bei Nichtehe einen Vertrag schließt, der ein "Gehalt" des Partners vorsieht, der zu Hause den Haushalt führt, damit derjenige im Trennungsfall nicht ohne Rentenanwartschaft dasteht.
Mein Tip an die zahlenden Ex-Ehepartner: Bei z.B: gesetzlicher Verpflichtung auf 3 Jahre nachehelichen Unterhalts, biten Sie dem Ex-Ehepartner ca. 2,5 Jahre des ehelichen Unterhaltes an, mit dem Unterschied, dass sie die Gesamtsumme gleich bezahlen, bei drei Jahren nur monatlich. Selbst gegnerische AnwältInnen raten dazu. Der Vorteil ist für beide da: Vorteil für den Zahlenden: Keine Streitigkeiten über Zahlungen mehr, über steigendes Einkommen, 0.5 Jahre ( bei diesem Beispiel) geringere Gesamtsumme. Besonderer Vorteil: Es ist friedvoller mit seinem Banker über die Kreditkonditionen zu verhandeln, als mit dem/der Ex über die Unterhaltszahlungen. Für den/die EMpfangende des Unterhaltes: Es gibt viel Geld auf einen Schlag ( oftmals hat diese Person so viel Geld auf einem Tisch noch nie im Leben gesehen), womit man sich z.B. eine Selbstständigkeit oder ein Studium finanzieren kann. Oder sich , wenn man optimistisch ist, sich davon ein chickes Cabrio kauft.
Tip 2: Idealerweise wird dieser Vertrag mit folgendem Wortlaut verfasst und von dem Zahlungsempfänger unterschrieben: Mit der Zahlung von Betrag XXXXXXXX.-€ sind alle Ansprüche an den Unterhaltspflichtigen abgegolten, AUCH IN DER NOT. Letzterer Nebensatz is entscheidend, denn damit kann der Ex Ehepartner nicht nach 20 Jahren z.B. wegen psychischer Gründe arbeitsunfähig geworden, bei ihnen wieder auf der Matte stehen und Unterhalt einfordern.

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Moormann 26.07.2018, 11:38
7.

Zitat von Freiheit_Vorarlberg
Das ist schon eine eigenartige Auffassung des Gerichts! Das es da dann ggf. zu kriminellen Handlungen kommen kann, wird billigend in Kauf genommen. Ich persönlich finde ohnehin, dass die Ehe obsolet ist. Ein ganzes Leben lang zusammen zu bleiben ist utopisch. Zumindest in sexueller Hinsicht ist das eine romantische Wunschvorstellung. Und nicht alle, die sich scheiden lassen oder sich trennen, sind 'notgeile Monster' oder haben sich nicht im Griff. Man sollte die Diskussion meiner Meinung nach auch mehr biologische und philosophische Bahnen lenken: Was und wie ist der Mensch, und woher kommen wir! Dann wird klar, dass die Ehe in der heutigen Form nie und nimmer von der Natur vorgesehen war bzw. ist. Für mich als Mann sehe ich keine Vorteile der Ehe, sondern eigentlich nur Nachteile! Finanzielle Absicherung der Lebenspartnerin infolge Krankheit / Unfall kann man auch anders lösen. Und wenn sich die Frau trennen will weil man sich eben auseinander gelebt hat, muss man (in den meisten Fällen) als Mann, auch noch Unterhalt zahlen. Für was den eigentlich?!?!
Überlassen Sie das bitte jedem einzelnen.
Und es werden auch wider mehr Ehen geschlossen.
Selbst Lesben und Homos heiraten, warum wohl?
Umgekehrt zahlt im Übrigen auch die Frau Unterhalt für ihren Mann.
Was der Mensch ist und woher wir kommen, nun ein Besuch im Zoo lohnt sich allemal und trägt zur Aufklärung bei, bitte Bananen mitnehmen.

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franz01 26.07.2018, 11:39
8. Cooles Urteil

Im Jahr 2018 wirkt das Urteil leicht weltfremd. Aber es entspricht den Gesetzen. Aus langfristigen Verträgen rauszukommen, dauert auch anderswo (Miete, Arbeit, Hypotheken, ...) . Ich freue mich, wenn Ehe eine langfristige Bindung ist und bleibt, bei der "ich bin unglücklich" kein fristloser Auflösungsgrund ist.

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aubenaubiak 26.07.2018, 11:44
9. Nicht ganz richtig

Zitat von chrismuc2011
Tip 2: Idealerweise wird dieser Vertrag mit folgendem Wortlaut verfasst und von dem Zahlungsempfänger unterschrieben: Mit der Zahlung von Betrag XXXXXXXX.-€ sind alle Ansprüche an den Unterhaltspflichtigen abgegolten, AUCH IN DER NOT. Letzterer Nebensatz is entscheidend, denn damit kann der Ex Ehepartner nicht nach 20 Jahren z.B. wegen psychischer Gründe arbeitsunfähig geworden, bei ihnen wieder auf der Matte stehen und Unterhalt einfordern.
Es gibt leider viel Unwissen, wenn es um Scheidungen und die Auswirkungen in Deutschland geht. Nicht ohne Grund werden die Mehrzahl aller angefochtenen Eheverträge vor Gericht für nichtig erklärt. Ihr zweiter Tipp ist dabei schon einmal so ein Grund. Ansprüche in der Not lassen sich nicht vertraglich ausschließen - ein gewiefter Anwalt lässt Ihren gesamten Vertrag durch sowas implodieren.

Ansonsten ist das alles nicht mehr so schlimm seit der Unterhaltsrechtsreform vor einigen Jahren (zumindest ohne Kinder). Wenn der/die Ex arbeiten kann, dann gibt es keinen Unterhalt. Und 20 Jahre nach der Scheidung wird durch dann erst einsetzende Not keine Unterhaltspflicht mehr wirksam. Mit Kindern ist es komplizierter, aber auch oftmals schon recht fair. Es gilt eben wie bei allem im Leben: bevor man eine Verpflichtung eingeht, sollte man schon wissen, was diese Verpflichtung beinhaltet.

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