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Britischer Supreme Court: Eine unglückliche Ehe ist kein Grund für eine Scheidung
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Nach 40 Jahren Ehe will sich eine Frau von ihrem Mann trennen. Vor Großbritanniens Oberstem Gericht ist sie damit gescheitert: Sie muss noch bis zum Jahr 2020 verheiratet bleiben.

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frankaurich 26.07.2018, 11:49
10. Etwas verkürzte Darstellung

Die Darstellung im Artikel ist etwas verkürzt. Wenn beide Ehepartner einverstanden sind, kann eine Ehe in England und Wales nach zweijähriger Trennung geschieden werden.
Wenn ein Partner keine Scheidung will, kann eine Ehe auf Antrag des anderen Partners nach fünf Jahren Trennung geschieden werden.
Ohne diese Fristen geht es nur, wenn der nicht zur Scheidung bereite Partner etwas „falsch gemacht“ hat, die Fälle sind im Gesetz aufgezählt.
Der Supreme Court hat nun gesagt, dass das Argument „Mein 80jähriger Ehemann behandelt mich nicht liebevoll genug, ich bin in meiner Ehe unglücklich und will eine fristlose Scheidung“ nicht überzeugen könne. Falls das stimme, sei es kein schweres Fehlverhalten des Ehemannes, vergleichbar etwa einem Ehebruch.
Die Klägerin müsse sich an das Gesetz halten und fünf Jahre getrennt gelebt haben, ehe sie ihre Scheidung bekomme.
Und das Gesetz ändern könne eben nur das Parlament.

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andraschek 26.07.2018, 12:11
11. Die eigenartige Gedankenwelt des Vorarlbergers!

Zitat von Freiheit_Vorarlberg
Das ist schon eine eigenartige Auffassung des Gerichts! Das es da dann ggf. zu kriminellen Handlungen kommen kann, wird billigend in Kauf genommen. Ich persönlich finde ohnehin, dass die Ehe obsolet ist. Ein ganzes Leben lang zusammen zu bleiben ist utopisch. Zumindest in sexueller Hinsicht ist das eine romantische Wunschvorstellung. Und nicht alle, die sich scheiden lassen oder sich trennen, sind 'notgeile Monster' oder haben sich nicht im Griff. Man sollte die Diskussion meiner Meinung nach auch mehr biologische und philosophische Bahnen lenken: Was und wie ist der Mensch, und woher kommen wir! Dann wird klar, dass die Ehe in der heutigen Form nie und nimmer von der Natur vorgesehen war bzw. ist. Für mich als Mann sehe ich keine Vorteile der Ehe, sondern eigentlich nur Nachteile! Finanzielle Absicherung der Lebenspartnerin infolge Krankheit / Unfall kann man auch anders lösen. Und wenn sich die Frau trennen will weil man sich eben auseinander gelebt hat, muss man (in den meisten Fällen) als Mann, auch noch Unterhalt zahlen. Für was den eigentlich?!?!
Anscheinend sehen Sie in der Ehe oder besser gesagt Partnerschaft nur die Ausbeutung der Lebenspartnerin und wenn Ihnen die "Alte" nicht mehr passt wird sie flugs gegen eine andere ausgetauscht. Abgesehen von Ihren, meiner Auffassung nach seltsamen Vorstellungen einer Partnerschaft, gibt es genug Möglichkeiten vor der Ehe alles vertraglich zu regeln. Und niemand kann Sie zur Ehe zwingen. Weiiterhin scheint mir Ihr Verständniss von Partnerschafft recht einseitig zu sein. Es mag ja sein das Sie gerne auf die Treue Ihrer Partnerin verzichten, aber wahrscheinlich sieht Ihre Partnerin das anders. Ganz besonders schlimm finde ich jedoch Ihre Einlassung zu Beginn Ihres Kommentars. Kann ich davon ausgehen, dass Sie die Ternnung von Ihrer Partnerin durch das vorsätzlich herbeigeführte Ableben der selbigen vorziehen, wenn Sie sich von ihr trennen wollen und Ihnen der einstmals ausgehandelte Vertrag (denn auch das ist eine Ehe) nicht mehr zusagt?

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großwolke 26.07.2018, 12:27
12. Und die andere Seite?

68 Jahre alt, d.h. um 1950 geboren. 2012 war die Arbeit noch wichtiger als die Beziehung, was bedeutet, dass der Mann vermutlich einen gewissen beruflichen Erfolg vorzuweisen hat, denn als Fahrradkurier oder Fließbandarbeiter muss man sich sowas selten vorwerfen lassen in der Altersklasse, da ist man glücklich, wenn man noch einen Job hat. Er hat also nichts anderes gemacht, als das Rollenbild, das ihm von Kindesbeinen an eingeimpft wurde, konsequent umzusetzen. Ernährer, Familienvater, zu seiner Frau steht man, selbst wenn die Liebe irgendwann nachlässt. Und jetzt, wo der Ruhestand vor der Tür steht, rennt ihm die Alte weg. Klar, dass er da nicht einwilligt, denn das Vermögen müsste schon ziemlich groß sein, damit der Unterhalt für die Geschiedene ihn im Ruhestand nicht deutlich einschränkt. Die Abschaffung des Verursacherprinzips im Scheidungsrecht hat zwar gewisse Vorteile. Aber dadurch ist die Ehe als Institution komplett entwertet worden. Nichts hindert einen der Partner daran, einfach wegzulaufen, Unterhalt gibts trotzdem, wenn rechnerisch Anspruch besteht. Um die manchmal zerstörte Existenz auf der anderen Seite des Deals kümmert sich keiner.

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default_user 26.07.2018, 12:29
13. Überschrift

Hier tun ja manche als würde die Frau vom Gericht nun gezwungen mit ihrem Ex auszukommen.
Sie wohnt doch nicht mehr bei ihm und muss sich auch nicht das Bett teilen. Sie ist nur noch auf dem Papier mit ihn zusammen und evtl. muss sie die ein oder anderen staatlichen Pflichten wie Steuererklärung mit ihm zusammen machen aber die Kinder sind ja auch schon erwachsen. Sie kann sich ja auch schon einen neuen Partner suchen, was kann im schlimmsten Fall passieren? Ohr man lässt sich wegen einen Seitensprung scheiden... ups...
Unabhängig von diesem Fall, man kann halt von heute auf morgen heiraten aber die Scheidung dauert halt, man schließt halt parallel einen Vertrag, klingt unromantisch, ist aber so. Wenn man das nicht möchte dann muss man eben eine wer mit dem Herzen liebt nicht weniger bindende unverheiratete Partnerschaft führen.

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quark2@mailinator.com 26.07.2018, 12:45
14.

Weiß man das nicht vorher ? Ich meine, man verspricht dem Partner eine Verbindung fürs Leben und dann will man raus nicht meckert, weil das nicht übernacht geht ? Die Ehe ist so schon ziemlich entwertet worden, angesichts der leichten Trennung, der ganzen Unverbindlichkeit und der hohen Anzahl an unverheirateten Paaren, bzw., was ich am traurigsten finde, der Kinder ohne beide Eltern. Aber gerade weil ja in diesen Zeiten jeder mit jedem ohne Trauschein zusammenleben kann, sollte man vielleicht nur heiraten, wenn man denn vorhat, auch zusammen zu bleiben. Und woran hindert einen eine Ehe denn groß, wenn man sich einmal für die Trennung entschieden hat ? OK, man teilt weiter das Einkommen. Das sollte nicht das große Ding sein. Man kann sich nicht einfach das Kind schnappen und abhaun, was auch gut ist. Sonst ? OK, man kann den Partner nicht aus der eigenen Bude schmeißen, bzw. ihn/sie zum Verkauf der Hütte nötigen ... vielleicht ist das ja ein Problem ...

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dbeck90 27.07.2018, 11:36
15. Gibt auch Ausnahmen

Wir wurden praktisch gezwungen zu heiraten. Meine Frau kommt aus Myanmar. Ich durfte sie nicht mehr besuchen, weil der Staat Ausländer hasst, die sich auf Einheimische einlassen. Und sie durfte mich nicht besuchen, weil.... naja umgekehrt war es genauso. Besuche ausgeschlossen, weil sie nicht reich ist. Heißt beide Länder haben uns verboten zusammen zu kommen. Das Heiraten war da der einzige Weg und hat 2 Jahre in Anspruch genommen. Ob die Entscheidung gut war oder nicht hat keine Rolle gespielt, es gab einfach keinen anderen Weg.

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werner-brösel 28.07.2018, 23:54
16. Die gleichen Menschen,

die sich über unsere konsumorientierte Wegwerfmentalität beschweren, haben plötzlich keine Probleme, wenn es darum geht einen plötzlich nicht mehr geliebten Menschen in die Ecke zu stellen. Verantwortung für die emotionale Verfassung eines Menschen, dem man mal liebevolle Worte ins Ohr gesäuselt hat - Fehlanzeige. Es ist also schon absolut in Ordnung, wenn dann wenigstens der Gesetzgeber hier ein Mindestmaß an Verantwortung einfordert, zumal diejenigen, die eine Scheidung begehren dies auch meist mit finanziellen Forderungen an den Verlassenen verbinden.

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