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Bundesverfassungsgericht: Verbot geschäftsmäßiger Sterbehilfe - darum geht es in dem
Uli Deck / DPA

Suizidhilfe als Dienstleistung steht seit Ende 2015 unter Strafe. Nun beschäftigt sich das Bundesverfassungsgericht mit mehreren Klagen gegen diese Regelung. Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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cyberpommez 16.04.2019, 07:35
1. Kirche

Ich denke die Kirchen haben immer noch genug Macht das zu verhindern. Die Kirchen verdienen gutes Geld mit Hospizen und Pflegeheimen und dürften keines mit Suiziden verdienen, aufgrund ihrer eigenen Regeln. Das Geschäft mit den Alten ist am boomen, das lassen sich die Kirchen nicht freiwillig nehmen..Ich hoffe allerdings, dass ich falsch liege und der selbstbestimmte Tod wird möglich werden.

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yksas 16.04.2019, 08:02
2. Sterbeverbot für Hilfesuchende

Die juristische Auseinandersetzung ist nur vorgeschoben. Im Grunde geht es hier um einen Weltanschauuungsstreit. Die Weltanschauungen mit Gottesbehauptung bestehen darauf, daß das Leben von Gott den Menschen nur "geliehen" sei und daher der einzelne Mensch nicht berechtigt sei, sein eigenes Leben zu beenden. Schon gar nicht mit Hilfe eines Arztes in Frieden. Mir ist das Recht auf Entscheifungsfreiheit am Ende des Lebens wichtig. Ich sehe den Staat nicht berechtigt in das Selbstbestimmungsrecht der Bürger einzugreifen. Da in der jüngsten Vergangenheit die Weltanschauungen mit Gottesbehauptungen immer wieder ins politische und gesetzgeberische Geschehen eingegriffen haben (z. B. Beschneidung, Schwangerschaftsabbruch, Söderkreuze in staatlichen Verwaltungen) bedaure ich daß wir uns hier in Deutschland weg von der Demokratie hin in Richtung einer Theokratie bewegen. 80 Millionen Menschen haben das Recht ihre eigene Entscheidungen zu fällen und das geht die Gottbehaupter gar nix an. In wenigen Tagen wird dann wieder behauptet da sei Einer vom Tod nach drei Tagen auferstanden. Diesen Leuten ist nicht zu trauen und sie haben ausser ihren haltlosen Behauptungen nichts in der Hand als menschenfeindliche Macht.

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box-horn 16.04.2019, 08:15
3. Marktmacht

Selbstverständlich entstehen "Suizidgedanken zumeist in einer seelischen und körperlichen Krise". Aber der Vorwurf, in dieser Lage seien Patienten besonders empfänglich für Angebote "geschäftsmäßiger" Suizidhelfer, ist schwachsinnig. Diese treten auf den Plan, eben weil es (jederfalls derzeit noch) schwierig für die sterbewilligen Schwerstkranken ist, anders die gewünschte fachgerechte Sterbehilfe zu erhalten. Angehörige fürchten sich, etwas falsch zu machen, Ärzte haben Angst vor juristischen Folgen - wer bleibt da wohl übrig?
Es gibt das Bedürfnis und es gibt die Anbieter - das erzeugt Markt, und davon ist man täglich umgeben. Keiner ist "gezwungen", daran teilzunehmen, es ist genau so freiwillig, wie die Entscheidung, etwas zu kaufen, weil man es will, oder es eben bleiben zu lassen, und das ist allgemein als Ausdruck individuellen Wollens akzeptiert. Warum nicht auch ein Suizidverein.
Übrigens ist "Therapie" auch ein "Markt", an dem teilzunehmen auch freiwillig sein muss, egal ob Erkältung oder etwa austherapierter Krebs im Endstadium.

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aliof 16.04.2019, 08:17
4. Sehr nüchtern betrachtet

Sehr nüchtern betrachtet .. wäre es sehr begrüßenswert , wenn
.. unser höchstes Gericht Solches Töten grundsätzlich als hoheitliche Aufgabe definieren würde.

Ich stelle mir vor , daß dafür dann sinnvoller Weise eine eigene Berufsgruppe geschaffen würde.

Hierfür könnte sich Jedermannfrau die nötigen Qualifikationen (schmerzfrei , pietätvoll , etc.) erwerben. - Ärzte könnten dann weiterhin als die dem Leben Verpflichteten in ihrem Metier weiterarbeiten.

Die Anwendung allerdings zu überwachen muß natürlich garantiert rechtsstaatlich und behördlich strukturiert einwandfrei laufen.

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meinung2013 16.04.2019, 08:19
5. im Land, das auf rendite getrimmt ist

haben sich die Menschen ab der Zeugung über den Tod hinaus, dem Gott Rendite zu unterwerfen. Selbstbestimmtes Leben und Sterben ist da hinderlich. Und die Menschen hier im Lande wollen das genau so haben.

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aliof 16.04.2019, 08:33
6. Nein, nur IHRE Einwände sind vorgeschoben

Zitat von yksas
Die juristische Auseinandersetzung ist nur vorgeschoben. Im Grunde geht es … .. Staat nicht berechtigt in das Selbstbestimmungsrecht der Bürger einzugreifen. Da in der jüngsten Vergangenheit die Weltanschauungen mit Gottesbehauptungen .. Diesen Leuten ist nicht zu trauen und sie haben ausser ihren haltlosen Behauptungen nichts in der Hand als menschenfeindliche Macht.
IHRE Einwände sind vorgeschoben
... denn nichts und niemand hindert Sie oder mich , sich (bzw. ich mir) ein angenehmes Ableben zu bereiten.

Und es ist (im Prinzip) ein Leichtes , sich darauf vorzubereiten.
Vielleicht müssen oder wollen Sie dazu Ihren Frieden mit Gott (oder ..) machen , aber sicherlich nicht mit unserer Rechtsordnung. - Denn das darf man hier auch Staatlicherseits!

Und Sie müssen auch überhaupt nicht noch irgend Jemand Anderen da mit hineinziehen (schon gar nicht die dem Leben verpflichteten Ärzte) in Ihre höchsteigene Entscheidung.

IHRE Einwände sind vorgeschoben

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yksas 16.04.2019, 08:34
7. Der Mensch und nicht die Behauptung von Gott/Allah steht im Zentrum

@aliof
Nein, einen neuen Henker möchte ich nicht. Es geht nach wie vor ums Helfen. Auch die Idee Angehörige seien besser geeignet als Ärzte, erschließt sich mir nicht. Kriterien um Missbrauch zu vermeiden müssen geschaffen und auch kontrolliert werden, ja. Da die Kirchen im Moment ganz dicke in der Politik drin stecken möchte ich auch keine zusätzlichen staatlichen Befugnisse. Das gilt auch für die Informationen beim Schwangerschaftsabbruch.
Wir suchen den Ausgang und nicht den Eingang in die Unmündigkeit.

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specialsymbol 16.04.2019, 08:37
8. Und mal wieder geht es um Macht gegen Selbstbestimmung

Klar darf der einzelne sich noch umbringen. Aber dann bitte nicht professionell, würdevoll und schmerzlos, mit Hilfe eines professionellen.

Nein, der Prozess soll so würdelos wie möglich sein, unter Schmerzen und unendlichem Leiden, in dem Wissen dass man die letzte Handlung des Lebens kriminell ist.

Das ist das Ziel unserer Politiker. Wo kämen wir denn hin, wenn den Leuten der Gedanke käme sie könnten mit ihrem Leben machen was sie wollten, sie könnten über ihren Zustand selbst bestimmen. Das gibt es nur auf Plakaten der FDP, wenn man Leistung fordert.

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ronald1952 16.04.2019, 08:38
9. Es ist mir egal

was Staat und Kirche wollen, ich bestimme selbst meinen Tod wenn es nötig wäre durch Krankheit so Geschädigt zu sein das nichts mehr geht. Niemand kann verlangen das wir Menschen schlimmer Krepieren als jedes Tier. Im gesamten Altertum war die Selbsttötung aus welchem Gunde auch immer ganz normal an der Tagesordnung. Niemand kein Mensch und kein Gott bestand auf das Monopol wie ein Mensch zu sterben hab, dass machen nur die Christen mit Ihrem Verqueren Denken.
schönen Tag noch,

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