Forum: Panorama
Christoph Waltz über Facebook: "Ein Schritt Richtung Faschismus"
DPA

Im neuen James Bond will ein Geheimbund mit Hilfe des Internets die Welt beherrschen. Christoph Waltz spielt den Bösewicht - und hält im wahren Leben Facebook & Co. für gefährlich.

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larsmach 29.10.2015, 16:28
20. Der Staat, sind SIE, Herr Speda!

Zitat von hanspeda
...ist jetzt nicht geil, aber immerhin ist es kein Staat, der Gesetze erlassen und Leute wegsperren kann. Kritik an der VDS wäre wohl angebrachter als die Angst vor Technologie... Aber was soll man von grauhaarigen Deutschen schon erwarten?
Vom Staat geht alle Gewalt aus, d.h. Sie wählen eine Regierung oder lassen sich wählen oder tragen Ideen ihrem Abgeordneten vor oder schreiben Publikationen oder organisieren Demonstrationen oder starten (Bürger-)Initiativen oder gründen eine Partei oder wenden sich an die unabhängige Justiz usw. usw.

Und ja: Dieser unser Staat kann dann Leute "wegsperren", wobei das aber weitaus komplexer abläuft als es zwischen Ihren wenigen Zeilen herausschimmert.

Wenn Technologie mir ermöglichen würde, z.B. üble Nachrede gegen Sie auf eine Weise zu üben, die Ihnen keine effektive Möglichkeit zur Gegenwehr böte, dann würden Sie mir zustimmen, darin eine individuelle Gefahr zu sehen - sie würden sich dann dem "Staat, der Gesetze erlässt" zuwenden und von dort Hilfe suchen.

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toisdorf 29.10.2015, 16:33
21. hanspeda-kommentar

Arrogante, ignorante typen wie dich gibt es genug, und die grauhaarigen werden mehr.
Welchen verein meinst du denn überhaupt mit "vds"? Einmal gibt es diverse organisationen unter dem gleichen kürzel, zum andern kennen grauhaarige solche abkürzungen selbstredend nicht. Dann schreibt ihr bunthaarigen nicht gängige abkürzungen aus oder bleibt unter euch in den beknackten asozialen medien.

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new_eagle 29.10.2015, 16:34
22. Wer sene Daten freiwillig Facebook anvertraut

hat doch selber schuld. Hab mich vor ein paar Wochen auch mal bei Facebook angemeldet, unter falschem Namen, mit extra dafür eingerichteter falscher eMailadresse etc. ud unter Verwendung eines anonymisierenden VPN-Servers. Mehr hab ich erstmal garnicht gemacht. Bekam dann jeden Tag 2 bis 3 Mal ne Mail von Facebook an die gefakete eMailadresse, ich solle mein Adressbuch hochladen, damit die meine Freunde finden können, ich hätte mehr als ich glauben würde. Big Brother is watching you - ohne Worte!

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bumbu 29.10.2015, 16:48
23. Waltz hat bestimmt nicht ganz unrecht

Facebook und andere asoziale Netzwerke, die sich ein geschlossenes Ökosystem bauen und in denen jeder nur das tun kann was die Firmenleitung für gut befindet, haben ein sehr krankes Potential. Die User sind hier ein Produkt, das gemolken und entrechtet wird.

Andererseits muß man ja nicht mitmachen, auch wenn das ins soziale Aus führen kann. Manche User wissen ja wohl gar nicht, daß es noch ein freies Internet außerhalb des F-Käfigs gibt (mir sind schon User begegnet, die den ganzen Tag auf Fb leben und noch nie etwas von Wikipedia gehört haben).

Trotzdem finde ich Staaten schlimmer, denn deren Angriffen kann man nicht entgehen. Dabei gibt es ein Land, das weltweit die User terrorisiert, und dazu kommt dann noch der eigene Staat und seine Daten-, Überwachungs und Präventionsneurosen. Das macht mir mehr Sorge, weil man per Gesetzkeute oder normativer Macht des Faktischen gezwungen ist, diesen Wahnsinn zu ertragen, und weil die Schlinge langsam immer weiter zugezogen wird.

1996 war das Internet zugegebenermaßen nicht so bunt wie heute. Aber viel freier. Und der durchschnittlicher Informationsgehalt per Webseite war auch viel höher.

(Wenn ich mir dieses Posting durchlese, komme ich zum Schluß, daß ich offenbar alt werde).

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MrMokel 29.10.2015, 16:50
24. Christoph Waltz

ist ein Mann der grossen Worte, nur liegt er inhaltlich falsch. Zum einen hat Facebook nichts mit Faschismus zu tun, niemand wird gezwungen, Facebook zu nutzen, und zum zweiten fördert das Internet nicht den IS. Das Internet fördert jeden, der es sich zu nutze macht. Jede Technologie kann zum Guten wie zum Schlechten eingesetzt werden. Da könnte man auch argumentieren, dass Wissenschaft problematisch ist, weil sie Vorraussetzungen für die Atombombe geschaffen hat.

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Oscar Madison 29.10.2015, 17:16
25. Telefon

Genauso hätte man vor 100 Jahren über das Telefon debattieren können. Das ist altbackene Postmodernismus-Kritik ohne echte Substanz und steuert zu einer wichtigen Debatte nichts substantiell verwertbares bei. Warum auch? Schließlich ist der Mann ein guter Schauspieler und seine Meinung eine reine Privatmeinung mit der selben Relevanz, wie die von Michelle Hunziker.

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Thomas Schnitzer 29.10.2015, 17:19
26.

Zitat von MrMokel
ist ein Mann der grossen Worte, nur liegt er inhaltlich falsch. Zum einen hat Facebook nichts mit Faschismus zu tun, niemand wird gezwungen, Facebook zu nutzen, und zum zweiten fördert das Internet nicht den IS. Das Internet fördert jeden, der es sich zu nutze macht. Jede Technologie kann zum Guten wie zum Schlechten eingesetzt werden. Da könnte man auch argumentieren, dass Wissenschaft problematisch ist, weil sie Vorraussetzungen für die Atombombe geschaffen hat.
Nun lassen sie uns mal überlegen, was macht man denn in anderen Fällen mit Technologien, die sich als gefährlich herausstellen oder überwiegend zu schädigenden Zwecken eingesetzt werden?

Ach ja, jetzt hab ich es. Man verbietet den Besitz (z.B. bei radioaktiven Substanzen, Sprengstoffen) und / oder knüpft ihre Nutzung an Bedingungen (Bsp. Auto: Führerschein, öffentlich sichtbare Registrierung, Mindestalter) und kontrolliert deren Einhaltung (Radarfallen, mobile Kontrollen) und sperrt Nutzer, deren Eignung unklar ist (Führerscheinentzug).

Versucht man das aber auf das Internet zu übertragen, ist der Aufschrei riesengroß, und drei Viertel der Republik schreit laut auf, obwohl nahezu jeder dieser Leute einsieht, dass Autos ohne Kennzeichen und ohne Ausbildung wohl eine schlechte Idee wären.

Warum also sollte man nicht das Netz unzensiert lassen, aber gleichzeitig überwachen, wer dort gegen geltende Gesetze verstößt?

BTW, zu ihrem letzten Absatz: Das Theaterstück "Die Physiker" beschäftigt sich mit dem Thema ob man immer alles machen sollte, was man machen kann, und einige der realen Mitentwickler der Atombombe waren nachher nicht sehr glücklich über das, was sie entwickelt haben.

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salsabiker 29.10.2015, 17:29
27.

Selbst schuld wer dem Mist (Facebook & Co) noch mitmacht.

Genau diese Leute texten einen im privaten Bereich dann damit zu, wie schlimm doch der ganze Überwachungsskandal ist und die Datensammler etc.

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gerd0210 29.10.2015, 17:36
28. Beeindruckende Methode

Mich beeindruckt die Methode facebook. Würde ich auf meinem Rechner eine Web-Seite basteln und alle Leute bitten, mir ihre Geschichten zu erzählen, mir Fotos von sich zu schicken, besonders auch alte Jugend- und Kinderbilder, mir eine Kopie ihrer Adressbücher zu schicken usw. , dann würde mir jeder einen Vogel zeigen.

Schreib ich aber: "Teil deinen Freunden mit…", "Zeig deinen Freunden deine Urlaubsbilder", usw. (der Rest steht im Kleingedruckten, dem man zustimmen muss) dann machen die Leute das plötzlich.

Und schon hab ich das, was ich haben wollte, denn es liegt jetzt alles auf meinem Rechner und gehört mir. Das Kleingedruckte macht es möglich. Ich kann jetzt sogar viel Geld mit den Daten der anderen verdienen.

Und nicht ganz ausschließen darf man auch, dass sich andere für diese Daten interessieren, sogar ein sehr großes Interesse am Betrieb meiner Web-Seite haben. (Ich darf aber nicht konkret andeuten, wer das wohl sein könnte.)

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Educa15 29.10.2015, 17:38
29. Hatte kürzlich ähnliche Bedenken

Denn mir kam folgendes in den Sinn.

Vor etwa 80Jahren war der Volksempfänger die ideale Erfindung, um Menschen zu manipulieren und gezielt mit falschen Informationen zu versorgen.

Heutzutage ist zu befürchten, dass Facebook und evt. das Internet an sich in gleicher Weise mißbraucht werden.

Aufklärung tut not, Argwohn und Zweifel sollten wir uns erhalten.

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