Forum: Panorama
Debatte über Cannabis-Verbot: "Unser Strafrecht muss dringend entrümpelt werden"
DPA

Das Cannabis-Verbot ist "weder intelligent noch zielführend" - sagt der Chef des Bundes der Kriminalbeamten. Ähnlich sieht das der Rechtsprofessor Sebastian Scheerer. Eines seiner Argumente: Rassismus.

Seite 2 von 16
peter.teubner 05.02.2018, 18:22
10. Risiko für die Gesundheit

Wenn wir alles verbieten wollten was ein Gesundheitsrisiko ist, was würde bleiben? Da dürfte ich ja morgens nicht mal zur Arbeit fahren wenn Grippezeit ist. Und warum nicht Alkohol verbieten wenn das Gesundheitsrisiko so wichtig ist?

Beitrag melden
arghh 05.02.2018, 18:25
11. Aber unsere KINDER

- wird gleich wieder geschriehen werden...
Jugendschutz kann und wird es nur geben, wenn Cannabis legalisiert wird.
Qualitätskontrolle wird es nur geben, wenn Cannabis legalisiert wird.
Gute Prävention wird es nur geben, wenn Cannabis legalisert wird.
Mehr Polizei für echte Straftaten wird freigesetzt, wenn Cannabis legalisiert wird.
Überlastung der Strafgerichte und Staatsanwaltschaften wird verringert, wenn Cannabis legalisiert wird.
Steuereinnahmen werden generiert.
Vermutlich (anhand von Erfahrungen aus Staaten in den USA die legalisiert haben) wird auch der Anteil an anderen Straftaten sinken.

Und die Argumente der Gegner?
Neues irritiert mich
Das haben wir noch nie so gemacht...
nö! nö! nö!

Beitrag melden
ManeGarrincha 05.02.2018, 18:27
12. Volle Zustimmung

Die Gründe sind klar dargelegt, die Argumentation ist schlüssig, mir ist völlig schleierhaft, wie man vernünftig gegen diese Positionen sein kann. Entweder hat man schlicht keine Ahnung, wie leider die meisten Politiker (“Es ist verboten, weil es illegal ist.”), oder man ist Lobbyist der Alkoholindustrie.

Beitrag melden
schmuella 05.02.2018, 18:29
13. Alkohol

Zitat: "Wenn Menschen eine gesundheitsgefährdende Substanz zu sich nehmen wollen, müssen sie das dürfen."

Der Widerspruch in Deutschland ergibt sich aus der "Legalisierung" von hochprozentigem Alkohol, der nicht minder schädlich oder sogar schädlicher ist als "weiche Drogen" wie Cannabis.

"Alkoholmissbrauch ist zweithäufigste Krankenhausdiagnose; Rausch, Abhängigkeit oder Entzug: Ärzte mussten im vergangenen Jahr mehr als 300.000 Menschen aufgrund von Alkoholmissbrauch behandeln. Fast 22.000 waren Kinder und Jugendliche."
Quelle: http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/deutschland-alkoholmissbrauch-ist-zweithaeufigste-krankenhausdiagnose-a-1122946.html

Alkohol ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Deutschland. Von daher wird sich wohl kaum etwas ändern an den Gesetzen.

Im Übrigen ist auch Nikotin eine nicht zu unterschätzende Droge. Es hat ein eines der höchsten Suchtpotentiale. "121.000 Menschen in Deutschland starben 2013 an den Folgen des Rauchens. Damit waren 13,5 Prozent aller Todesfälle durch das Rauchen bedingt."
Quelle: https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/bewusst-leben/rauchen-zahlen-und-fakten.html

"Jeder siebte Deutsche stirbt am Rauchen"
Quelle: https://www.welt.de/gesundheit/article163454455/Jeder-siebte-Deutsche-stirbt-am-Rauchen.html

Will man die Menschen konsequent "beschützen", sollte man den Konsum aller Drogen verhindern oder erschweren. Anderenfalls kann man auch Cannabis freigeben. Immerhin wird es sogar in der Schmerztherapie eingesetzt ;-)

Beitrag melden
GoaSkin 05.02.2018, 18:40
14. die Aufklärung schwerer Straftaten braucht mehr Priorität

Die Polizei darf sich in Deutschland mit einem sehr hohen Aufwand um kleine Vergehen kümmern, wodurch am Ende zur vernünftigen Aufklärung von schweren Straftaten das Personal fehlt. Eine Cannabis-Legalisierung wäre eine Maßnahme zur Entlastung der Polizei, damit Diese sich auf Wichtigeres konzentrieren kann. Das Cannabis-Verbot ist aber nicht das einzige Beispiel. Müssen sich z.B. zwei Polizisten eine halbe Stunde lang mit einem Fahrer beschäftigen, dessen Rücklicht kaputt ist oder tut es da nicht auch ein Foto-Beweis? Und ist es wirklich nötig, dass die Polizei bei ausgewählten Groß-Veranstaltungen den kostenlosen Ersatz für einen Sicherheitsdienst spielen muss?

Beitrag melden
der_gezeichnete 05.02.2018, 18:40
15. Fast volle Zustimmung

bis auf einen Punkt
"Wenn Menschen eine gesundheitsgefährdende Substanz zu sich nehmen wollen, müssen sie das dürfen"
Die Freiheit sollte man jedem zugestehen! Punkt. Aber "Erst wenn es um unerträgliche Schädigungen Dritter geht, kommt das Strafrecht ins Spiel." Wo fängt die unertägliche Schädigung Dritter an und wo hört sie auf? Jeder der seinen Körper vorsätzlich schädigt, ob nun Alkohol, Nikton, schlechte Ernährung, Skifahrer oder Fußballer und dadurch dann vorhersehbar unser Gesundheitssystem belastet, schädigt doch die anderen?
Das Strafrecht mal aussen vor, warum soll die Allgemeinheit für den Raubbau am eigenen Körper haften?

Beitrag melden
freekmason 05.02.2018, 18:45
16.

Zitat von Kurt-C. Hose
In diesem Land müssen Weihnachtsmärkte mittlerweile mit Betonsperren geschützt werden und jede Großveranstaltung mit massivem Polizeiaufgebot. Wohnungseinbrüche, so traumatisierend sie für die Betroffenen sind, nimmt die Polizei genauso achselzuckend und machtlos zur Kenntnis wie Auteinbrüche, Fahrraddiebstähle und Köperverletzungen jeglicher Art. Die Gerichte ersticken in Prozessen, von innerer Sicherheit sollte man gar nicht mehr sprechen, eher von "innerer Unsicherheit" . Und wir überlegen ernsthaft, ob wir der massenhaften Verbeitung eines weiteren Rauschmittels Vorschub leisten?
exakt andersrum, denn raten Sie mal, wofür die polizei mehr zeit hat, wenn Sie nicht jede bagatelle verfolgen muss.

"THC und dessen Abbauprodukte können im Übrigen auch nach Wochen noch im Körper nachgewiesen werden. Der Konsum sollte daher nicht nur mit dem sofortigen Entzug des Führerscheins einhergehen, sondern der Arbeitgeber sollte ein sofortiges Kündigungsrecht bekommen."
ehm, auch das ist genau andersrum, das ist ja gerade ein grund den führerschein NICHT zu entziehen, weil jemand vor zwei wochen alkohol oder cannabis konsumiert hat.
machen Sie doch bitte mal plausibel, warum man Ihnen kündigen dürfen sollte, wenn sie in den letzten zwei wochen ein bier getrunken haben?

Beitrag melden
benutzername_optional 05.02.2018, 18:45
17. @ Kurt Hose

Direkt die Begründung für Legalisierung mitgeliefert:
Damit die Polizei etc. Endlich mehr Resorucen hat um den richtigen Straftaten nachzugehen, bei denen Dritte geschädigt werden.
Wenn meine Kinder als Teenager mal nen sauberen Joint probieren wollen...na und! Besser als sich bei nem schäbigen Drogendealer gestrecktes Zeug zu holen und sich ganz kaputt machen. Aufwachen, man kommt an alles sehr leicht ran...der Reiz des Verbotenen kommt dann dazu.

Beitrag melden
quacochicherichi 05.02.2018, 18:46
18.

Zitat von pulverkurt
... wenn die ganzen Ahnungslosen einem trotz der breiten Faktenlage weismachen wollen was für ein Teufelszeug Cannabis doch angeblich ist, und gleichzeitig nichts dabei finden sich am Wochenende die Birne mit Alkohol zuzuschütten.
Deshalb reicht auch eine Entrümpelung des Strafrechts allein nichts. Das Klischee des typischen Kiffers müsste aus den Köpfen der Gegner entrümpelt werden. Wer sich am Abend ein Glas Wein oder ein Bier genehmigt, ist noch kein Alkoholiker. Wer am Abend einen Joint, raucht kein Drogenabhängiger. Ich habe Erfahrung mit Alkohol und Cannabis. Im Gegensatz zu Alkohol hatte ich bei Cannabis nie einen Blackout, und am Morgen danach auch keinen Kater.

Beitrag melden
Strickware 05.02.2018, 18:48
19. Ich möchte nicht auch noch den Kifferqualm inhalieren müssen

Schlimm genug, dass man sich dem Qualm der Nikotiniker aussetzen muss. Demnächst darf man dann auch noch dem berauschenden Qualm der Kiffer einatmen - vom Nachbarn, auf der Strasse, im Biergarten und, und, und.

Beitrag melden
Seite 2 von 16
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!