Forum: Panorama
Debatte über Cannabis-Verbot: "Unser Strafrecht muss dringend entrümpelt werden"
DPA

Das Cannabis-Verbot ist "weder intelligent noch zielführend" - sagt der Chef des Bundes der Kriminalbeamten. Ähnlich sieht das der Rechtsprofessor Sebastian Scheerer. Eines seiner Argumente: Rassismus.

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m-zmann 05.02.2018, 18:51
20. "aus Gründen der Effizienz..."

Also weniger Fälle, weniger Arbeit für Ermittler und Gerichte, weniger Strafgefangene...

Ketzerische Frage: wäre die Abschaffung des StGB dann nicht noch viel besser?

Kompromiss: alle Delikte,die anderen Menschen nicht direkt (!) schaden streichen: Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung, unfallfreies Rasen, unfallfreies Fahren unter Alkohol, u.s.w.

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sebtur 05.02.2018, 18:54
21. Überfällig

Ich finde es auch nur lächerlich, dass mir irgendwelche Politiker vorschreiben wollen, wie ich mit meinem Körper umgehe. Und das obwohl ich durch Erfahrungswerte weiß, wie so ein Rausch ist. Man ist durch Gras nicht der gewaltbereite Zombie (ganz im Gegenteil) und ist auch nicht direkt auf der Suche nach dem ersten Heroinschuss. Unsere allgemeine Vorstellung von Sucht ist auch falsch. Sie kommt nicht primär durch die Droge, sondern durch das soziale Umfeld. siehe Rückkehr der Vietnamveteranen, damals ist die befürchtete Schwämme an Heroinjunkies auch ausgeblieben. Kriminalisierung und Ausgrenzung hilft den Menschen nicht. Ich kann jedem nur dieses Video zu dem Thema empfehlen: https://m.youtube.com/watch?t=28s&v=ao8L-0nSYzg .

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altair 05.02.2018, 18:56
22. Argumente der Gegenseite?

Herr Scheerer hat in jeder Hinsicht recht. Mir ist ein Rätsel, warum so viele Menschen - vor allem Politiker - sich dem nicht anschließen. Die Argumente sind ja nicht neu.
Ich wüßte gern, was wirklich in den Köpfen derer vorgeht, die das Verbot aufrechterhalten wollen. Vielleicht mag sich mal der eine oder andere von ihnen hier im Forum äußern? Bis dahin kann ich nur mutmaßen: "Der Mensch ist grundsätzlich dumm und unmündig und muß daher in allem kontrolliert werden" oder "Wer Haschisch raucht, frißt auch kleine Kinder" oder man assoziiert bestimmten Drogenkonsum automatisch mit bestimmten verabscheuten Bevölkerungsgruppen? Oder jemand hat im Familien/Bekanntenkreis miterlebt, wie jemand "durch Drogen" sein Leben ruiniert hat? Und sich nicht gefragt, was ihn wirklich zerstört hat?

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Babaji 05.02.2018, 19:00
23. längst überfällig

reguliert profitieren alle, selbst nicht Konsumenten, sei es durch Steuerabgaben oder die Ressourcen der Justiz und Polizei, die plötzlich frei werden. Ich verstehe nicht, warum unsere Politik sich hier so schwer tut und das Unvermeidliche dermaßen in die Länge zieht, statt es endlich anzupacken, entsprechend sinnvolle Gesetzesänderungen zu entwerfen und endlich umzusetzen. Irgendeine Lobby will das wohl verhindert wissen.

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jens20505 05.02.2018, 19:00
24. Interessante Diskussion,

erinnert mich sehr an die 80er und 90er, da hatten wir das ja schon. Aber da war ja Christiane F. vom Bahnhof Zoo. Mit dem Argument wurde jede sachliche Auseinandersetzung abgewürgt.

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wuschel15 05.02.2018, 19:02
25.

Zitat von j.vantast
Mal abgesehen davon ob es nun sinnvoll ist oder nicht Cannabis zu verbieten, mir fehlt da so ein wenig der rote Faden. Auf der einen Seite wird, obwohl es legal ist, überall Hatz auf die Raucher gemacht und auf der anderen Seite fordert man nun Cannabis zu legalisieren? Und wenn es nicht verboten ist sich selbst zu schädigen, warum legalisiert man nicht auch Heroin, Crack etc.? Das Argument mit dem angeblichen Rassismus setzt der Sache aber doch nun wirklich die Krone auf. Vor allem ist es doch kurios zu sagen, es gäbe weniger Drogenkriminalität wenn man Cannabis legalisiert. Klar, es gäbe auch weniger Kriminalität wenn man Ladendiebstahl legalisieren würde. Wenn das Argument für weniger Kriminalität ist, das man Gesetze die das jeweilige Handeln unter Strafe stellen abschafft, dann läuft aber irgendetwas gänzlich verkehrt.
Lieber j.vantast,
Ihr Vergleich mit dem Ladendiebstahl hinkt, denn wenn ich jemanden etwas stehle, schädige ich Dritte, während ich niemanden außer mich selbst schädige, wenn ich einen Joint rauche.

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onari 05.02.2018, 19:03
26.

"Und wir überlegen ernsthaft, ob wir der massenhaften Verbeitung eines weiteren Rauschmittels Vorschub leisten?"
Das Zeugs ist schon massenhaft verbreitet. Wir würden nur die Gesetzeslage an die gelebte Realität anpassen. Und wie im Artikel schon ausgeführt: Das Engagement solte besser in Prävention und Aufklärung (wie beim Rauchen) anstatt in Strafverfolgung gesteckt werden. Strafen halten doch nur wenige Menschen davon ab, Rauschmittel zu konsumieren.

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pillepalle1501 05.02.2018, 19:05
27. Herrlich,

wie Leute diesen Müll befürworten, die im Leben vlt. mal ein paar Joints geraucht haben. Ich hab diesen Dreck 15 Jahre lang ziemlich hardcore konsumiert (1-4 Gramm am Tag) und leide im Ergebnis an massiven Psychosen, Kreislaufproblemen usw.
Mit diesen "Andenken" darf ich nun seit 8 Jahren leben, ohne Aussicht auf Besserung. Aber sabbelt mal schön weiter, ihr "Fachmänner".

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stumpen89 05.02.2018, 19:06
28.

Das haben Sie alles sehr schön beschrieben, und dabei gar nicht gemerkt, dass das alles Argumente für eine Legalisierung sind, und nicht dagegen. Wäre Cannabis legal, könnte sich die Polizei endlich um die (von Ihnen beschriebenen) Straftaten mit Opfern kümmern. Beim Substanzgebrauch schadet man ja grundsätzlich erstmal, wenn überhaupt, nur sich selbst. Aber das wissen Sie ja sicherlich, da Sie den Artikel gelesen haben.

Auch ist es völlig richtig, dass man Cannabinoide wochenlang im Körper nachweisen kann. Eben deshalb muss Cannabis ja legalisiert werden, damit eben nicht mehr jeder, der THC im Blut hat, einen Strafbefehl erhält (wobei das Verfahren meist sowieso eingestellt wird). Nachgewiesener Cannabiskonsum ist nur ein Problem, weil er verboten ist und deshalb Strafen drohen. Kiffen per se macht einen Menschen nicht schlechter als Alkoholkonsum oder Tabakrauchen. Eine problematische Stigmatisierung findet nur durch die Illegalität statt. Ein erwachsener Mensch muss selbst entscheiden können, ob und womit er sich vergiftet. Alles andere wäre Diktatur.

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brasshead 05.02.2018, 19:06
29.

Zitat von smokyfields
...obwohl ich mit Koks und anderen härteren Sachen so meine Schwierigkeiten -vorerst- hätte. Ansonsten den Herrn bitte noch schnell in die Groko- Verhandlungen einfliegen. Vielleicht bewegt er ja etwas. Den Satz "Wenn Menschen eine gesundheitsgefährdende Substanz zu sich nehmen wollen, müssen sie das dürfen." könnte man zudem ins GG schreiben, würde so manches vereinfachen und Polizei und Justiz mehr Kraft für die Bekämpfung "echter" Kriminalität lassen.
Möglicherweise hilft es, sich klarzumachen, dass die von uns als so selbstverständlich wahrgenommene Illegalisierung der Wahl des persönliochen Konsumverhaltens ein extrem junges und historisch praktisch einmaliges Phänomen ist.

Der Mensch lebt seit Jahrtausenden erfolgreich mit allen möglichen Drogen, verboten ist ihm das erst seit knapp 100 Jahren. Davor waren opioid-, cannbis- oder kokabasierte Rauschmittel, Medikationen und Nahrungsmittel großflächig mehr oder weniger frei erhältlich. Der Default war im Grunde immer "keine Verbote".

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