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Debatte über Hunde: Die Kampfschmuser sind los
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Ein Hund tötet zwei Menschen - und nun? In der Diskussion über gefährliche Rassen und verantwortungslose Halter kommt eines zu kurz: Wenn wir aufhören, Hunde mit Projektionen zu überfrachten, wäre viel gewonnen.

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upalatus 15.04.2018, 11:27
90.

Zitat von trex#1
Aber als Beschützer vor Dieben und Einbrechern. Das beste Alarmsystem, und dazu noch ein sehr sympathischer Begleiter, der einen in der Regel nie enttäuscht. Da kann auch spät abends noch die Terrassentür offen stehen. Für den Hund gilt eben: Mein Grundstück, mein Haus, meine Familie! Das verteidigt er. Und das ist wichtiger als je zuvor.
Dann sperre man diesen Hund, so wie es eigentlich entstanden ist, permanent in den Zwinger, oder lasse ihn auf einem massiv umfriedeten Areal bzw in einsamer Pampa, wo ebend nur böse Buben aufkreuzen, laufen.

In Enge, mit mannigfaltigen Kontakten zu ganz normal zivilen Menschen (dazu zählt der Postbote, Paketlieferant...) die das Herrchen heute normalerweise nun mal hat, gerät die Haltung von real wirksamen Schutzhunden zum Risikospiel. Er hebt damit ehemals wirksame Grenzen auf, und das hat im Versagensfall entweder er selbst (was mir völlig egal wäre), sein nahestes Umfeld oder die angrenzende Gemeinschaft auszubaden.

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chewbakka 15.04.2018, 11:47
91.

Der Kern aller 'Hundeprobleme' ist m.E. doch, daß die meisten Hundehalter ihren Hund eben NICHT artgerecht halten. Primäres Bedürfnis des Hundes als Rudeltier ist vor allem eine stabile soziale Hierarchie und was zu tun. Dem ist dabei egal, wo er da steht. Wichtig ist, daß der Hund eine solche stabile Sozialordnung hat. Sinnvoll ist natürlich eine Ordnung, in der die 'zweibeinigen Hunde' Alphas sind und die 4-beinigen eben nicht. Haben nun schon unseren 4. Neufundländer und die wussten alle, daß die Familie Rudelführer ist. Äussert sich dann so, daß bei Begegnungen mit Fremden (egal ob Mensch oder Hund) unsere 70 Kilo Hund stehen bleiben und warten, was Chefe macht. Wenn Chefe entspannt ist und den Fremden ignoriert, tut Hund das auch. Funktioniert bisher immer. Blöd is halt, wenn der Hund keine stabile Ordnung geboten kriegt - dann macht er sich eben selber eine, bei der er Chefe ist und tut was er will. Das sind dann die völlig unberechenbaren Tölen, die auf alles zurennen, aggressives Revierverhalten zeigen und, und , und...... Und Hund ist eindeutig damit überfordert, wenn von ihm verlangt wird, sich draussen 'zu benehmen' und er dann zuhause plötzlich das Schmusetier sein sol, das plötzlich alles darf - so funktioniert Hund eben NICHT. Und nein, auch Neufis sind keine 'süßen Bärchen'. Treffe aoft auf solche Leute, die unsere 70 Kg 'süß' finden. Denen sag ich dann immer 'Der iist NICHT süß - das sind 70kg Raubtier, die von ihren genetisch programmierten Instinkten gesteuert werden.' Das ist gut, wenn der 'Kleine' weiss, wer Rudelführer ist, denn dann tut er das, was im Rudel üblich ist. Wenn Chefe also entspannt ist, bleibt Hund auch entspannt. Wenn Chefe unsicher ist, ist Hund auch unsicher - und da fängts an, haarig zu werden. Hund ist eben KEIN Knuddeltier - auch wenn unsere Neufis hin und wieder kommen und geknuddelt werden wollen. Dann und nur dann werden sie auch geknuddelt. Will sagen: Hund (egal welche Größe und Rasse) erfordert auch einen charakterlich starken und ausgeglichenen Halter. Erziehung basiert zu 70% darauf, daß Hund genau weisss, wer Rudelführer ist - dann lernt er auch stabil zu gehorchen. Wenn Hund keinen stabilen Rudelführer hat, kann man ihm zwar mit viel Aufwand trotzdem die wesentlichen Kommandos beibringen, aber das eben keine stabile Konditionierung. Leider lassen viele Hundhalter diese Konsequenz vermissen und wundern sich dann, wenn ihr Kinder- oder Partnerersatz dann kein stabiles Verhalten an den Tag legt. Stimmt schon, daß das Problem i.d.R. am anderen Ende der Leine steht. Es ist aber eine schwierige Aufgabe, solche Hunde wieder 'hinzubiegen' - die sind ja i.d.R. schon erwachsen, wenn sie auffällig werden und müssen ganz neu lerenen, daß sie eben NICHT Alpha sind. Scharen von Hundtrainern leben davon.

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bpauli 15.04.2018, 11:47
92. Selbstüberschätzung

Man kann in meinen Augen den Charakter von erwachsenen Hunden nur bedingt ändern. Bei einem Hund, der andere Hunde oder Menschen beisst, bleibt diese Neigung dazu auch bei einem anderen Halter erhalten und das Risiko bleibt bestehen. Hundehalter, -erzieher und -therapeuten überschätzen sich oft masslos in ihren Möglichkeiten bzw. Wirkung auf das Tier und unterschätzen die Gefährlichkeit ihres Hundes in bestimmten Situationen.
Das wurde z.B. meinem Hund, einem Border Collie Rüden, beim Spazieren bei mir an der Leine zum Verhängnis, dem von einem unangeleinten Hund, einem Katahoula Rüden, mit einem Biss ins Bein gleich die Elle gebrochen wurde, ohne jede Vorwarnung.

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donjunta 15.04.2018, 11:48
93. Bestimmte Hunderassen

Gehören einfach verboten. Immer wieder sind unbeteiligte, oft Kinder, die Opfer der tickenden Zeitbomben. Wir halten uns ja auch keine Leoparden in der Wohnung- aus gutem Grund

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Das Pferd 15.04.2018, 11:50
94.

Zitat von jetbundle
Auch dieser Artikel geht wieder am Problem vorbei. Die Frage ist doch schlichtweg ob von einem Tier eine Gefahr für Menschen ausgeht. Ob die Gefahr durch Erziehung, Halter oder Gene entsteht ist absolut egal..............................
exakt. Und, zum hunderttausendsten Mal: Einschläfern ist keine Todesstrafe, weil ein Hund gar nicht Schuld im Sinne unseres Rechtssystems sein kann.

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Ottokar 15.04.2018, 11:50
95. Es gibt auch Menschen die in einen Zwinger gehören

da sie nicht in der Lage sind einen Hund zu erziehen. Der Hund spiegelt das Verhalten seines Halters. Punkt.

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argumentumabsurdum 15.04.2018, 11:54
96. Warum....

Warum hat ein psychophatischer Köter in diesem Land eine weit größere Lobby als meine Heimatstadt Einwohner?
Zugegeben, ich persönlich hatte noch keinen schmerzhaften Kontakt mit - wie lautet noch mal dieser anscheinend politisch korrekte Euphemismus? - "Listenhunden". Was mich allerdings befremdet ist das Bemühen der Halter ständig ungefragt darauf hin zu weisen, was für ein verschmuster kleiner Racker das da an der Leine doch sei.
Noch eine Bemerkung dazu, dass die Gefährlichkeit vom Halter abhängt: Es neigen nun mal vielfach ganz bestimmte Leute zur Anschaffung von "Bullys" oder "Staffys". Oft Leute, die in Nachmittagssendungen Auf RTL2 passen würden und die zur Komplexbewältigung eben keinen Foxterrier gebrauchen können. Und ob die den Hund dann immer so antiaggressiv erziehen wie der Rest der Welt sich das wünschen würde?

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Das Pferd 15.04.2018, 11:55
97.

Zitat von trex#1
Aber als Beschützer vor Dieben und Einbrechern. Das beste Alarmsystem, und dazu noch ein sehr sympathischer Begleiter, der einen in der Regel nie enttäuscht. Da kann auch spät abends noch die Terrassentür offen stehen. Für den Hund gilt eben: Mein Grundstück, mein Haus, meine Familie! Das verteidigt er. Und das ist wichtiger als je zuvor.
Sie überlassen also dem Hund die Entscheidung, ob da ein Radwanderer oder ein Einbrecher vor dem Grundstück sich bewegt? Den Begriff einer exakten Grundstücksgrenze oder des Wegerechts dürfte einem Hund kaum klar sein.
Und die Festnahme, Schuldbemessung und Bestrafung erledigt der Hund gleich mit.
Und wir regen uns hier in Europa über Amerikaner auf, die Bier klauende Teenager in der Garage erschießen. Gegen Sie sind die ja fast zivilisiert.

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Lobhudel 15.04.2018, 12:00
98. Sei haben genau ein anderes Problem getroffen!

Zitat von jetbundle
Auch dieser Artikel geht wieder am Problem vorbei. Die Frage ist doch schlichtweg ob von einem Tier eine Gefahr für Menschen ausgeht. Ob die Gefahr durch Erziehung, Halter oder Gene entsteht ist absolut egal. Und dass "nur" 5 Menschen im Jahr durch Hunde getötet werden ist ein schwaches Argument. Jeder ist einer zuviel, und wieviele Menschen werden durch Hunde verletzt?
"Die Frage ist doch schlichtweg ob von einem [Auto] eine Gefahr für Menschen ausgeht. Ob die Gefahr durch [Design/Auslegung], Halter oder [Motorisierung] entsteht ist absolut egal. Und dass "nur" [3400] Menschen im Jahr durch [Autos] getötet werden ist ein schwaches Argument. Jeder ist einer zuviel, und wieviele Menschen werden durch [Autos] verletzt?

Meine Frage ist: Warum ist es in D noch erlaubt, sich jedes Auto bis 1000 PS ohne Befähigungs-/Wesenstest des Besitzers zu kaufen? Im Zweifel lasse ich mich lieber von einem Hund eines überforderten Hundebesitzers beißen, als von einem SUV eines überforderten Autobesitzers überfahren.

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Dreibast 15.04.2018, 12:05
99.

Zitat von trex#1
Aber als Beschützer vor Dieben und Einbrechern. Das beste Alarmsystem, und dazu noch ein sehr sympathischer Begleiter, der einen in der Regel nie enttäuscht. Da kann auch spät abends noch die Terrassentür offen stehen. Für den Hund gilt eben: Mein Grundstück, mein Haus, meine Familie! Das verteidigt er. Und das ist wichtiger als je zuvor.
Da täuschen Sie sich aber, noch nie gelesen das Hunde Einbrecher auch freundlichst begrüßen? Selbst im TV bei Az XY ungelöst wurde über einen Mordfall berichtet, beide Hunde reagierten nicht.
Ihre Aussage trifft nur auf trainierte abgerichtet Hunde zu mit ausgeprägtem Revierverhalten.

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