Forum: Panorama
Debatte über Legalisierung von Cannabis: "Ich halte das für unverantwortlich"
AFP

Cannabis soll legalisiert werden, fordert der Bund Deutscher Kriminalbeamter. Der Straf- und Medizinrechtler Gunnar Duttge hält dagegen: Die Legalisierung wäre ein "unverantwortliches Humanexperiment".

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heinz-aus-fo 12.02.2018, 11:29
110. Der Blickwinkel muss berücksichtigt werden

Dem Professor kommen wahrscheinlich nur die Problemfälle unter.
Leute, die das Kiffen oder Saufen oder Rauchen platt gemacht hat.
Das gibt's natürlich.
Aber wieviele Millionen Menschen gibt es, die z.B. gerne Bier trinken und keinerlei Probleme haben? In welcher Statistik tauchen die auf?
In gar keiner! Die fragt nämlich niemand nach ihrem Alkoholkonsum.
Ich zum Beispiel. Ich trinke gerne Bier. Mich hat aber wirklich noch nie irgend ein Arzt nach meinem Bier-Konsum gefragt. Schon allein, weil ich allerhöchstens wegen einer Grippe oder sowas in den letzten Jahrzehnten beim Arzt war. Und da kam noch keiner daher und fragte "Trinken Sie Bier?"
Beim Kiffen ist es bestimmt genauso. Wer stellt sich denn beim Arzt hin und sagt, dass er regelmäßig kifft ....wenn er keinerlei Veranlassung dazu hat? Wenn er sich pumperlwohl fühlt?
"Herr Doktor, ich habe Fieber, Schnupfen und Halsweh, aber bedenken Sie bitte, dass ich ab und zu kiffe, vielleicht kommt die Grippe davon?"
Umgekehrt wird in dem Fall auch kein Arzt den Patienten fragen, ob dieser kifft.
Daher muss man das, was der Professor sagt, schon auch relativieren. Der sieht halt das, was er tagtäglich sieht. Im Krankenhaus. Das ist aber nur ein winziger Ausschnitt der Realität.
Aber trotzdem gut, dass er's sagt. So kann man sich schon ein besseres Bild machen.

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StefanXX 12.02.2018, 11:33
111. Niemand lässt sich abhalten?

Zitat von kickmeto
Und die aktuelle Gesetzlage geht einfach an der Realität vorbei. Viel mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
Haben Sie dafür auch irgendwelche belastbaren Belege? Meine Lebenserfahrung sagt etwas völlig anderes. Die ALLERMEISTEN lassen sich durch ein Verbot abhalten. Dass die jetzige Gesetzeslage zu streng ist mag sein, aber man sollte schon aufpassen dass man jetzt nicht in die andere Richtung übertreibt.

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macb 12.02.2018, 11:35
112. Haben wir mit Alkohol und Zigaretten

nicht schon genug Probleme??Bedarf es einer zusätzlichen Droge? Offensichtlich sind die Funktionäre des BdK soweit von der polizeilichen Praxis entfernt, dass sie nicht mehr wissen, über was sie reden.....Vielleicht mal wieder zurück in einen Streifenwagen, dann sehen sie wieder klarer oder rauchen sie am Ende gar selbst lustige Sachen?

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Drehmoment 12.02.2018, 11:37
113. Endlich eine Änderung der Drogenpolitik - und zwar jetzt!

Herr Duttge hat eine seltsame Sichtweise. Wahrscheinlich hat er zu Hause einen gut ausgebauten Weinkeller. Eine Legalisierung bedeutet doch nicht, dass es für 12-jährige Legal sein sollte. Und das Argument, das Deutschland nicht nur ein freiheitlicher Rechtsstaat, sondern auch ein Sozialstaat sei, ist lächerlich. Wo bitte haben wir denn noch einen Sozialstaat? Und der, der davon noch übrig ist, sollte endlich aufhören, eine Drogenpolitik zu verfolgen, die seit Jahrzehnten schlichtweg nicht funktioniert, nämlich die Kriminalisierung von Konsumenten. Die Polizei kann den wichtigen Aufgaben schon heute kaum mehr nachkommen. Stattdessen setzt sich das System mit unwichtigen Kiffern auseinander. Das ist doch sinnlos. Wirklich sozial wäre, wenn man den Menschen einen würdigen Umgang mit ihrer Sucht ermöglicht, und anfängt, ihnen Wege aus dem Elend zu ermöglichen. Stattdessen tut der "Sozialstaat" doch alles, um diese Menschen noch mehr an den Rand zu drängen, siehe unsoziale Wohnungspolitik. Drogen aller Art sind eine Gefahr, weil sie den Körper verändern, und weil sie einen Ausstieg aus der Realität anbieten, die aber nach dem Rausch wieder zurückkommt. Unstrittig ist sicher auch, dass der Konsum von Cannabis nicht besonders förderlich für die Gesundheit ist. Alkohol und Nikotin sind dies noch viel weniger. Aber deshalb gleich alles verbieten? Es bringt einfach nichts. Was der „Sozialstaat“ allerdings konsequenter weise sofort tun sollte, um dem Zynismus ein Ende zu bereiten: Werbung von Tabak und Alkohol aller Art verbieten! Parallel eine kontrollierte Abgabe für Cannabis, und für süchtige eine kontrollierte Abgabe von harten Drogen. Ich bin mir sicher, dass es allen Beteiligten nur Vorteile bringen würde. Weniger Kriminalität, weniger Elend, und am Ende auch nicht mehr Konsumenten. Mehreinnahmen durch Steuern sollten allerdings nicht das Hauptargument sein.

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ri.sorge 12.02.2018, 11:39
114. Keine Legalisierung!!!!

Marihuana ist die gesellschaftsschädlichste illegal Droge. Sie führt tausende junger Menschen in eine Spirale von Apathie, Leistungsverweigerung und Armut

Ich arbeite seit 15 Jahren in der BTM Bekämpfung und kann bei den Bildern die ich jeden Tag sehe nur ungläubig mit dem Kopf schütteln wenn irgendein Nasenbär wieder mal auf Idee der Legalisierung kommt.

Hinsichtlich des Vorsitzenden des BDK, als dieser Kollege das letzte Mal auf der Straße gearbeitet hat hat ein Schokoriegel noch 5 Pfennig gekostet. So aktuell und wichtig sind seine Aussagen

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karlv 12.02.2018, 11:40
115.

die Argumente sind all bekannt. Dort, wo Cannabis ganz oder ein wenig legalisiert worden ist, hat sich nichts zum Schlechteren verändert.
"Konsum ist nach geltendem Recht ohnehin straflos. Strafbar ist nur der Besitz. " sagt er. Aber wie soll ich konsumieren ohne zu Besitzen? Und wo soll ich kaufen? Das ist doch alles Quatsch.
Ich verwahre mich dagegen, dass solche Leute es wagen bestimmen zu wollen, wie ich mein Leben leben soll. Diese Anmaßung ist unerträglich.
Nur noch zum Schluss: ich kiffe nicht.

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walter_de_chepe 12.02.2018, 11:43
116. Warum soll bei Cannabis alles anders sein?

Gegen Tabak wird seit einigen Jahren sehr erfolgreich eine weltweite Kampagne geführt, die durchaus Chancen hat, den Tabakkonsum ganz zum Verschwinden zu bringen. Alkohol wird heute wesentlich kontrollierter Verkauft als vor 20 Jahren. Nur bei Cannabis soll alles anders sein, da muss der Konsum erleichtert, wenn nicht sogar als Heilpflanze gefördert werden. Die Kriminalitätsrate würde allerdings sinken, ganz logisch, weil es ja legal wäre. Dieses Argument gilt grundsätzlich bei allen Drogen, selbstverständlich genauso bei Morphium und Kokain. Historische Erfahrung sagt etwas anderes, in Asien gibt es nicht umsonst die Todesstrafe für Drogenbesitz.

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tuvalu2004 12.02.2018, 11:44
117. Wow, da wird ohne Argumente draufgeschlagen um draufzuschlagen

Natürlich ist Cannabis für Menschen in der Entwicklung gefährlich - genau die werden durch Dealer ja bedient und bei einer Legalisierung würde es genau dieser Gruppe erschwert an Cannabis zu kommen. Ein Argument für die Legalisierung. Menschen die Cannabis zu sich nehmen entweder als zukünftige Dealer darzustellen oder als unverantwortliche Körperverletzer durch Unfälle oder nicht ausgesprochenes zu diskreditieren ist dann schon eine Unverschämtheit. Das ganze Interview soll ausschließlich Angst machen, beinhaltet nicht ein wirkliches Argument. Und zum Ende hin drückt sich der Interviewte um eine deutliche Aussage hinsichtlich Alkohol und Nikotin, die beide hoch Suchterzeugend und für ungeheuerliche Schäden im unserem Gesundheitssystem verantwortlich sind. Alle gesellschaftlichen Schänden durch alle illegalen Drogen und Rauschmittel zusammen, sind nicht derart teuer für unsere Gesellschaft und verursachen nicht so viele Tote wie Nikotin und Alkohol. Hier hat jemand sehr großen persönlichen Hass auf Cannabiskonsumenten. Für SPON ein erstaunlich unkritisches, unjournalistisches Interview. Was genau sollte das jetzt bewirken außer zu zeigen, dass es hasserfüllte Menschen gibt, die Unsinn reden und nur deshalb publiziert werden weil sie einen Titel haben?

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benutzername_optional 12.02.2018, 11:44
118. Das schockierende ist doch,

Dass jemand mit solch einer historischen Denkweise und keinen vernünftigen Argumenten noch solch eine Vita besitzt. Purer Lobbyismus (für welche Branche auch immer).

leitet die Abteilung für strafrechtliches Medizin- und Biorecht an der Georg-August-Universität Göttingen. Zudem ist er geschäftsführender Direktor des Zentrums für Medizinrecht an der Universität. Duttge sitzt im Ethikkomitee der Universitätsklinik Göttingen und engagiert sich in der Präventionsarbeit gegen Cannabis.

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elSteako 12.02.2018, 11:46
119. Kein einziges wirkliches Argument?!

Zu 1)
Der BDK versucht nicht sich Arbeit vom Hals zu halten, sondern den Aufwand für Verfahren, welche nicht in einer Anklage münden abzuschaffen. Damit reduziert sich nicht die Arbeit der Polizei, sondern es werden Kapazitäten für sinnvollere Tätigkeiten frei als.

Zu 2)
Kein Argument gegen die Legalisierung von Cannabis. Aufklärungsarbeit ist für alle Suchtmittel relevant.

Zu 3)
Bürger in Suchtkarrieren hineinlaufen zu lassen. Nun ja das Suchtpotential von Cannabis ist im Vergleich zu Alkohol, Nikotin und Schmerzmittel eher gering. Gleichzeitig fördert die Kriminalisierung von Cannabis allerdings Karrieren auf dem Schwarzmarkt. Alleine die Abwägung ob man seinen Bürgern eine Suchtkarriere oder eine Dealerkarriere offen halten möchte, sollte schon zu einer eindeutigen Entscheidung führen.

Zu 4)
Die Förderung krimineller Karrieren ist eine Kombination aus Nachfrage und Gesetz. Nicht alle Cannabis-Konsumenten sind süchtig, trotzdem sind die Gewinne in der Branche für Dealer groß.

Zu 5)
Das Argument für den Straßenverkehr kann ich nachvollziehen. Das mit der Körperverletzung nicht. Alkoholisierte Personen führen zu deutlich mehr Gewaltdelikten. Gewalttätige Stratfaten rund um Cannabis stehen eher im Zusammenhang mit Überfällen oder Revieransprüchen von Dealern. Also ein Argument für eine Legalisierung.

Zu 6)
Eine Prohibition kann man auch als ein unverantwortliches, gesamtgesellschaftliches Humanexperiment bezeichnen.

Zu 7)
Abwägung: "Sucht"-Karrieren gegenüber Dealer-Karrieren inkl. Gründung krimineller Organisationen.

Zu 8/9/10)
Eine Prohibition mit Alkohol ist bereits einmal aufgrund massiver Kriminalität gescheitert. Sollte man dieses unverantwortliche, gesamtgesellschaftliche Humanexperiment tatsächlich noch einmal wiederholen wollen?

Fazit:
Herr Duttge hat den Kern der Argumentation des BDK nicht verstanden. Ggf. sollte Herr Duttge sich einmal mit dem BDK zusammen setzen und erläutern lassen, welche Motive der BDK im konkreten verfolgt. Arbeitsvermeidung wird es sicherlich nicht sein.

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