Forum: Panorama
Debatte über Legalisierung von Cannabis: "Ich halte das für unverantwortlich"
AFP

Cannabis soll legalisiert werden, fordert der Bund Deutscher Kriminalbeamter. Der Straf- und Medizinrechtler Gunnar Duttge hält dagegen: Die Legalisierung wäre ein "unverantwortliches Humanexperiment".

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agt69 12.02.2018, 12:09
140. Unverantwortlich

Unverantwortlich finde ich es, einem so ahnungslosen Menschen bei einer so wichtigen Debatte ein Forum zu bieten. Beschaffungskriminalität bei Cannabis? Schon mit der Aussage disqualifiziert sich der Herr selbst.
Die Auswahl dieses Interviewpartners zeigt doch nur, dass es keinen vernünftigen, gut informierten Experten mehr gibt, der heutzutage noch ernsthaft die gescheiterte Verbotspolitik unterstützt.
Es geht überhaupt nicht darum, eine weitere Droge zuzulassen. Cannabis hat sich längst selbst zugelassen, wie man an den Konsumentenzahlen unschwer erkennen kann. Grade der Hinweis auf die Minderjährigen zeigt, wie wichtig es ist, die Kontrolle über eine solche Droge nicht irgendwelchen Kriminellen zu überlassen.

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monro 12.02.2018, 12:10
141.

Diesem Experten sollte das Prädikat Experte entzogen werden. Es gibt genügend Beispiele, bei denen die Legalisierung von Cannabis nicht in einem gefährlichen Humanexperiement ausgeartet ist, z.B. in den Niederlanden oder Portugal.
Aber Hauptsache der Herr Experte relativiert die Ausmaße der etablierten Volksdrogen Alkohol und Nikotin. Was passiert, wenn man dem Deutschen seine Zigarette mies machen will, sieht man ja am löchrigen Rauchverbot.
Cannabis wird mittlerweile anerkannt im medizinischen Bereich eingesetzt. Von medizinisch sinnvollem Alkohol (außer für Desinfektion) oder Nikotin hat man bis heute noch nichts gehört.

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toph.353 12.02.2018, 12:11
142. Absurde obsolete Argumente

Die Legitimation von Gesetzgebung ist dass Rechte Dritter geschützt werden sollen. Dies ist bei Drogenkonsum nun einfach nicht der Fall, sodass Verbot von Drogen prinzipiell "illegal" ist. Es ist eine Schande dass so viele sog. "Rechtsexperten" dies nicht einsehen wollen.

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schmuella 12.02.2018, 12:11
143. Was ist mit Alkohol und Nikotin?

Wenn man Menschen schützen will, müsste man konsequent sein und Alkohol und Nikotin ebenfalls verbieten:
"Alkoholmissbrauch ist zweithäufigste Krankenhausdiagnose; Rausch, Abhängigkeit oder Entzug: Ärzte mussten im vergangenen Jahr mehr als 300.000 Menschen aufgrund von Alkoholmissbrauch behandeln. Fast 22.000 waren Kinder und Jugendliche."

Quelle:
http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/deutschland-alkoholmissbrauch-ist-zweithaeufigste-krankenhausdiagnose-a-1122946.html

Nikotin hat ein eines der höchsten Suchtpotentiale. "121.000 Menschen in Deutschland starben 2013 an den Folgen des Rauchens. Damit waren 13,5 Prozent aller Todesfälle durch das Rauchen bedingt."
Quelle: https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/bewusst-leben/rauchen-zahlen-und-fakten.html
"Jeder siebte Deutsche stirbt am Rauchen"
Quelle: https://www.welt.de/gesundheit/article163454455/Jeder-siebte-Deutsche-stirbt-am-Rauchen.html

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manicmecanic 12.02.2018, 12:12
144. pseudojuristisches Gerede

Wenn er es wirklich juristisch werten würde müßte er es wie es juristisch korrekt wäre vom Grundgesetz her tun.Das tun aber alle Gegner nicht,weil es nämlich ein Bruch des Grundgesetz ist wenn man einem Bürger erlaubt sich mit z.Bsp. Alkohol umzubringen aber mit anderen Mitteln nicht.Das ist das gleiche Recht für alle nach der Sicht solcher Juristen.

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enforca 12.02.2018, 12:15
145. Diskussionsrunde

Ich wünsche mir sehnlichst eine Experten-Diskussionsrunde, mit Leuten wie Herrn Duttke, Marlene Mortler und dann noch ein paar Menschen die tatsächlich Ahnung haben.
Es wäre so schön, wenn der Spiegel so etwas organisieren könnte.
Ich würde liebend gerne dafür bezahlen.

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xvxxx 12.02.2018, 12:16
146.

Was viele hier übersehen bei der Betrachtung:
Auf Jugendliche und heranwachsende wirkt der Cannabis-Wirkstoff entschieden schädlicher, als das Alkohol und Nikotin tun.
Beim Erwachsenen mag das nicht schlimmer sein als Alkohol, aber eine Legalisierung wäre auch ein Zeichen
der Verharmlosung. Und harmlos ist Cannabis 100% nicht.

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hgx 12.02.2018, 12:16
147. Falsch verstanden und interpretiert!

"Die Abhängigen machen sich nicht wegen des Konsums strafbar. Früher oder später fangen sie an zu dealen oder machen sich der Beschaffungskriminalität schuldig, um die Drogen zu finanzieren."

Warum sollte man (ob Abhängiger oder nicht) dealen oder Beschaffungskriminalität begehen, wenn man Cannabis legal und kostengünstig bekommen kann?

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Barath 12.02.2018, 12:17
148. ...

Man muss dem Mann lassen, dass er in seiner Ansicht konsequent ist: Wenn man Cannabis verbietet, sollte eigentlich dasselbe für Tabak & Alkohol gelten. Aber an dem Punkt ist das ganze schon unrealistisch. Will man soviel Paternalismus? Die USA haben zudem mit der Prohibition sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Wenn man nun sagt, "die Praxis ist irrelevant, es geht ums Prinzip", konterkariert dies wiederum den Paternalismus: Dass der Staat den einzelnen in seinen Freiheiten einschränkt, weil er weiß, was das Beste für die Bürger ist. Paternalismus MUSS effizient und effektiv sein, sonst verliert er seine Legitimation! Und deswegen sind auch finanzielle Erwägungen (Entlastung der Kriminalbeamten & Steuereinnahmen) nicht zu tabuisieren! Denn diese Gelder fehlen dann anderswo (zB im Gesundheitswesen). Natürlich ist dies nur ein Interview, in dem nicht groß argumentiert werden kann, aber hier kommen dann doch sehr wenige Argumente und mehr Behauptungen. Im ganzen erscheint es wie eine reine Meinungsäußerung, und nicht, wie ein ernsthafter Debattenbeitrag. Überhaupt gefällt mir so starke Emotionalität (die ich zwischen den Zeilen zu lesen glaube) bei einem Wissenschaftler überhaupt nicht. Gerade auch bei einem Mitglied des Ethikrates: Ich habe an der Universität Göttingen Philosophie studiert, und dieses Fach ist dort sehr renomiert und stark analytisch geprägt. Meine ehemaligen Kommilitonen und Dozenten hätten bei jemand anderem als einem Erstsemester bei einer so emotionalen und Argument-armen Meinungsäußerung wohl die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen.

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Reinhold Schramm 12.02.2018, 12:18
149. Aufklärung über Ökonomie, Politik und Drogen

Es bedarf einer Politik für die Befreiung der Bevölkerung vom Konsum von Drogen. Dafür müssten sich humanistische Parteien und Organisationen einsetzen. Hierfür müssten sie unabhängig sein von der Einflussnahme der Drogenproduzenten und deren Lobby- und Interessenverbände aus Wirtschaft, Werbung und Industrie.
Nur eine humanistische Gesellschafts- und Gesundheitspolitik, die nicht den Produktions- und Dividendeninteressen aus Produktion und Vertrieb unterliegt, vermag auch die Gesundheitsinteressen der Bevölkerung zu befördern.

In Deutschland sterben jährlich 73.000 Menschen an den Folgen von Alkoholismus und etwa 110.000 Menschen am Tabakkonsum. Zehntausende am Konsum anderer Drogen. Da Prohibition keine Lösung der Drogenproblematik in der Gesellschaft beinhaltet, bedürfte es der Humanisierung der Gesellschaft. Dafür ist ein bildungspolitischer Verweis auf die kulturelle und traditionelle Geschichte des Drogenkonsums in jeder Gesellschaft nicht zielführend. Ebensowenig aber auch nicht ein strafrechtliches Verbot.
Zu einer humanistischen Innenpolitik bei der Überwindung des allgemeinen Drogenkonsums in der Gesellschaft, gehört auch die Humanisierung der Außenpolitik. Das beinhaltet auch ein Ende der Beteiligung an Kriegseinsätzen im Ausland. Ein Ende des Exports von Rüstungsgütern und Waffen in weltweite Krisen- und Kriegsregionen. Dazu gehört die außenpolitische und wirtschaftspolitische Beförderung von gleichberechtigten Wirtschaftebeziehungen zu den sozioökonomischen Schwellen- und Entwicklungsländern. Eine Außen- und Wirtschaftspolitik, die in den Hauptländern der Drogenproduktion die Abkehr davon befördert, auch durch die Sicherung auskömmlicher Existenzgrundlagen durch den Anbau von Nahrungsmitteln und die Entwicklung von ökologischen Alternativen.

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