Forum: Panorama
Debatte um #regrettingmotherhood: Mütter, seid nicht so hart!
Corbis

Darf eine Mutter sagen, dass sie es bereut, Kinder bekommen zu haben? Ja, darf sie. Reue ist nur deshalb ein Tabu, weil sie dem so realitätsfernen wie mächtigen Bild der perfekten Mutter widerspricht.

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jugglegeese 13.04.2015, 23:13
70. In einer idealen Welt

gäbe es nur Menschen die sich Kinder von Herzen wünschen und die sie dann haben und Menschen die keine Kinder wollen und auch keine Kinder haben. In der realen Welt landen immer wieder Menschen tragischerweise auf der "falschen Seite", wobei beide Parteien meines Erachtens nach Mitleid verdienen. Die, die ungewollt kinderlos sind und die die ungewollt Eltern sind.
Ich glaube einige Kommentatoren machen es sich zu leicht, wenn sie diese Frauen (und Männer) verurteilen. Die Argumentation scheint hierbei hauptsächlich zu sein, dass diese Menschen verantwortungslos und selbstsüchtig sind, aber so einfach ist das nicht. Man kann Menschen dafür verurteilen, was sie tun, aber nicht dafür wie sie empfinden. Menschen sind nunmal kompliziert und da gibt es viele widersprechende Empfindungen. Wer noch nie widersprüchliche Gefühle gehabt hat, ist dann natürlich zu beneiden.
Ich glaube dass sich der Großteil dieser Eltern, die auf der falschen Seite gelandet sind durchaus der Verantwortung und Konsequenzen des Elternsein bewusst sind, dass sie aber darunter leiden, dass sie nicht die "passenden" Emotionen dazu haben. Ich glaube aber nicht, dass Kinder automatisch darunter leiden. Alle Frauen, die im Artikel angesprochen waren, lieben ihre Kinder, aber nicht das Muttersein.
Im übrigen glaube ich nicht, dass dies ein Neuzeitphänomen ist. Das hat es auch früher massiv gegeben, nur hatten viele Menschen damals wenig Wahl, außer eine Familie zu gründen.

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Leser222 13.04.2015, 23:18
71. Banane

Ich bereue dann auch mal, dass ich nicht mehr an das Christkind glaube, erwachsen werde, altere, fett, grau, irgendwann blöd und dann tot werde.

Und wem teilen diese 23 Intelligenzbestien ihr Herzeleid mit? Nicht etwa sich selbst (da wäre nämlich die kausale Ursache verortet), sondern einer unbegrenzten Öffentlichkeit. Die damit weder was zu tun hat, noch irgend etwas daran ändern kann.

Weiter so! Ihr seid auf dem richtigen Weg, Mädels!

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TheCabal 13.04.2015, 23:20
72.

Die Armen Kinder die das Leben der Mütter stören und es nicht mal wissen, aber irgendwann fühlen werden. Das ist ja Verrat am eigenen Fleisch und Blut! Sch***e!

Stellt man sich wie bei der Ehe auch schon beim eigenen Kind selber über allem? Oh man.... am besten noch die Eltern frühzeitig in ein Altersheim anmelden damit die denen später nicht noch ihre Zeit stehlen und Urlaubspläne durchkreuzen.

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GoBerlin 13.04.2015, 23:43
73.

Ich frage mich, ob diese Diskussion nicht den bedauerlichen Trend in unserem Land forciert, sich in der persönliche Lebensplanung aus den im Artikel benannten Gründen gegen eigene Kinder zu entscheiden. Eine Entscheidung für Kinder und Familie ist in jedem Fall herausfordendernd und mit Entbehrung vebunden. Aber genau deshalb verdienen die Mütter (und auch die bereuenden) unseren Respekt und die weitreichende Unterstützung durch unsere Gesellschaft. Denn die Kinder dieser Mütter werden letztlich für den Fortbestand unseres gesellschaftlichen und sozialen Gefüges sorgen müssen.
In einer freien Demokratie, in der die Meinungsfreiheit als Grundrecht in der Verfassung verankert ist, sollte eine Meinungsäußerung, wie die oben diskutierte, zulässig sein und nicht stigmatisiert werden. Dennoch sollten wir in der Diskussion im Ergebnis vermeiden, dass diese "bereuenden Mütter" zwar als mutiges (ob Ihrer offentlichen Meinungsäußerung), aber abschreckendes Beispiel bei der Entscheidung für oder eher gegen Kinder herangezogen werden.

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dalli2015 13.04.2015, 23:44
74. In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Was habe ich nicht schon von Mütter von Babys und Kleinkindern zu hören bekommen?

"Mein Mann soll 2 Monate Elternzeit nehmen - bei ihm war der Kinderwunsch größer als bei mir." oder "Was? Du gehst noch nicht wieder arbeiten? Wird es dir da nicht langweilig?" Als Mutter sollte man vorher ungefähr wissen, was auf einen zukommt. Vor allem, dass ein Kind jede Menge Veränderungen mit sich bringt. Wer denkt, dass das Leben so weitergeht, wie vorher, hat keinen Plan.
Mir ist auch nach 2 Jahren des Mutterseins noch nicht langweilig. Wieso auch? Mein Kind kann jeden Tag etwas Neues, und wenn es ein neues Wort ist.
Ich muss auch nicht mein Kind im Alter von 7 Monaten in die Kita abschieben, weil ich Karriere machen will und eigentlich mein Job mein Kind ist.
Ich muss auch nicht auf jede Party rennen oder zum Surfen nach Hawaii mit einem Kind, das nich nicht einmal ein Jahr alt ist.
Ich bin trotzdem glücklich und bereue es keinen einzigen Tag, Mutter zu sein.
Für mich ist es nicht nachvollziehbar, dass jemand bereuen kann, Mutter geworden zu sein und im gleichen Atemzug behauptet, das Kind trotzdem zu lieben. Da bleibt irgendwie ein bitterer Nachgeschmack im Mund....

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Meisenresidenz 14.04.2015, 00:06
75.

Zitat von anonym07
Die Menschen, welche vor lauter Egoismus, Materialismus und Selbstverwirklichkeitswahn an nichts anderes mehr denken können als den eigenen Vorteil/Lohn werden sich völlig zurecht nicht fortpflanzen und damit aussterben. Nur traurig, dass die heutige Gesellschaft dieses auch noch fördert wo es nur geht und die jungen Menschen vom Familienleben abbringen möchte. Soviel Blindheit ist nicht zu fassen, man könnte glatt eine Verschwörung dahinter vermuten.
ich sehs andersrum: Angesichts der Umweltzerstörung durch ÜBERBEVÖLKERUNG und die entsprechenden Kriege, Flüchtlingsströme, etc. find ich Gebären und damit das Problem der Überbevölkerung verschärfen einfach verantwortungslos und egoistisch! Nur ein Kinderloser handelt angesichts fast 8 Milliarden Menschen-Last auf dme Planeten und entsprechendem Landschafts. und Ressoursenverbrauch verantwortungsbewusst! Und: Es sind KINFERLOSE die Ihnen ihre Kindergartenplätez fINANZIEREN! Via Steuerklasse 1, lebenslang VOLLZEIT arbeiten und allen möglichen sonstigen erhöhten Abgaben.

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carolinafeb 14.04.2015, 00:07
76. nachvollziehbar

Ich finde es überhaupt nicht furchtbar und auch nicht schlimm, wenn eine Mutter es so empfindet und es sich eingesteht. Und ich finde es interessant, darüber auch mal eine öffentliche Debatte anzustoßen. Mit dem Mythos Mutter machen sich viele das Leben schwer.
Auch eine Mutter, die feststellt, dass die Mutterschaft ihr nicht entspricht, kann doch ihr Kind lieben und gut versorgen. Das schließt sich meiner Meinung nicht aus. Es ist ebenso ein Mythos, dass alle Kinder sich in den vor Liebe und Hingabe glänzenden Augen ihrer Eltern widerspiegeln müssen, um ein psychisch gesundes Leben überhaupt führen zu können.
Mir ist die Realität mit Ecken und Kanten lieber.

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GustavLecter 14.04.2015, 00:16
77. Ja, kann man nachvollziehen...

Zitat von SilverTi
Beim Lesen des Artikels kamen mir die Tränen. Unvorstellbar, mit jemandem außer meinem Mann darüber zu reden, dass auch ich bereue, ein Kind bekommen zu haben (nichts desto trotz liebe ich es über alles und geb es auch nicht mehr her!!!)... Unverständnis wäre da noch das Mildeste, was mir entgegen schlagen würde... In der heutigen Gesellschaft, die nur zwischen perfekter Familienidylle und egoistischem Singlesein pendelt, ist es doch ein Unding, für sich festzustellen, dass man da wohl doch einen Fehler gemacht hat, als man sich (romantisch denkend) für ein Kind entschieden hat. Die Familienidylliker sowie Egoistensingles (ich überspitze) keifen beide gleichermaßen zynisch, wie kann man nur, man wisse doch vorher, wofür man sich entscheidet. Ich denke aber, das weiß man vorher nicht! Ich schaue schon ab und zu neidisch auf meine Freundin, die in ihren besten Jahren ist - und kinderlos. Und dann erinnere ich mich an die Zeiten, in denen es bei mir genauso war. So vieles war unkomplizierter, so viel mehr Geld hatte man am Ende des Monats noch übrig, man war spontan und flexibel, konnte die zweisame Zeit mit seinem Partner nach Lust und Laune eintakten. Heute - wenn die Großeltern mal das Kind sitten - hat man eben nicht immer genau an diesem Tag Lust und Laune, gerade etwas mit seinem Partner zu unternehmen, aber will die freie Zeit ja effektiv nutzen... Dabei geht eindeutig die Romantik verloren. Klar, in ein paar Jahren, wenn mein Kind dann flügge geworden ist, bekomme ich diese Freiheit wieder ... aber leider vermisst man ja immer das, was man gerade nicht hat.
Doch, ich kann sie verstehen. Das eigentliche Tragische ist ja, dass es den meisten Müttern an genügend Einsicht und Ehrleichkeit mangelt um sowas rauszulassen.

Sehen sie es als Trick in der Evolution an, denn die Fortpflanzung geschieht ja in den nur in den seltensten Fällen mit Absicht, und aausreichendem Wissen was da auf einen zukommt. Es ist die Priorität der Hormone über die Intelligenz, die den Fortbestand der Spezies ermöglicht hat.
Sonst gäbe es noch weniger Kinder...
Auch die Statistiken belegen es ja sogar noch weiter. Je höher der Bildungsstand, um so weniger Kinder.

Auch der Erfolg der Spezies ist ja in der Realität von der Inkompetenz und Aggressivität des Nachwuchses abhängig, die mit ausreichender Mutterliebe womöglich gar nicht fähig wären.

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cccc_ccc_c 14.04.2015, 00:28
78. schwer zu verstehen?

Zitat von mt1rs
Wie kann man es bereuen einem anderen Menschen das Leben geschenkt zu haben?
Dabei geht es doch gar nicht darum, dass diese Muetter bedauern, ihren Kindern das Leben geschenkt zu haben, sondern sie bedauern so ganz normale Dinge von vorher, die eben mit Kind nicht mehr gehen. Niw wieder, denn nach dem Kind ist man fuer manches einfach zu alt.
Es heisst doch im Artikel gar nicht, dass diese Muetter ihre Kinder hassen - sondern nur, dass 'Mutter sein' eben nicht ganz so toll ist, wie sie sich das vorher ausgemalt hatten.
Es gibt schliesslich genug Frauen, die sich bewusst gegen Kinder entscheiden: nicht aus unendlichem Egoismus, sondern weil sie nicht wissen, ob sie dem Druck, 20 Jahre rund um die Uhr 'perfekte Mutter' sein zu muessen, gewachsen sind.
Nicht jede traut sich das, auch wenn sie eigentlich gern Kinder haette.

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anna cotty 14.04.2015, 00:40
79.

Zitat von SilverTi
Beim Lesen des Artikels kamen mir die Tränen. Unvorstellbar, mit jemandem außer meinem Mann darüber zu reden, dass auch ich bereue, ein Kind bekommen zu haben (nichts desto trotz liebe ich es über alles und geb es auch nicht mehr her!!!)... Unverständnis wäre da noch das Mildeste, was mir entgegen schlagen würde... In der heutigen Gesellschaft, die nur zwischen perfekter Familienidylle und egoistischem Singlesein pendelt, ist es doch ein Unding, für sich festzustellen, dass man da wohl doch einen Fehler gemacht hat, als man sich (romantisch denkend) für ein Kind entschieden hat. Die Familienidylliker sowie Egoistensingles (ich überspitze) keifen beide gleichermaßen zynisch, wie kann man nur, man wisse doch vorher, wofür man sich entscheidet. Ich denke aber, das weiß man vorher nicht! Ich schaue schon ab und zu neidisch auf meine Freundin, die in ihren besten Jahren ist - und kinderlos. Und dann erinnere ich mich an die Zeiten, in denen es bei mir genauso war. So vieles war unkomplizierter, so viel mehr Geld hatte man am Ende des Monats noch übrig, man war spontan und flexibel, konnte die zweisame Zeit mit seinem Partner nach Lust und Laune eintakten. Heute - wenn die Großeltern mal das Kind sitten - hat man eben nicht immer genau an diesem Tag Lust und Laune, gerade etwas mit seinem Partner zu unternehmen, aber will die freie Zeit ja effektiv nutzen... Dabei geht eindeutig die Romantik verloren. Klar, in ein paar Jahren, wenn mein Kind dann flügge geworden ist, bekomme ich diese Freiheit wieder ... aber leider vermisst man ja immer das, was man gerade nicht hat.
Tja, das ist es wohl: man hat weniger Geld , wenn man Kinder hat und weniger Zeit fuer sich. So ist das eben---- und ich nehme an, Sie haben mal gerade ein Kind und es ist noch ziemlich klein.
Natuerlich machen Kinder viel Arbeit und kosten Geld und Nerven. Aber, wenn ich heute, mit 63 Jahren denke, wie die Alternative gewesen waere: nein , danke.
Wenn man Kinder hat, gibt es Personen, die wichtiger sind, als man selber. Man gibt und bekommt sehr viel zurueck. Es ist nicht unbedingt immer einfach-- aber es lohnt sich.
Unsere ( erwachsenen ) Kinder erweitern unseren Horizont und haben unser Leben voll gemacht. Unsere Enkel zeigen uns, wie das Leben weiter geht und bringen uns Erinnerungen an unsere eigenen Kinder zurueck. Es ist einfach natuerlich und richtig , Kinder zu haben und es fuehlt sich dementsprechend zufriedenstellend an.

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