Forum: Panorama
Debattenthema sexuelle Belästigung: Was Frauen sagen, was Männer sagen
imago/ Westend61

Wird sexuelle Belästigung in Deutschland ausreichend thematisiert? Nein, sagt eine knappe Mehrheit der Bevölkerung. Männer und Frauen unterscheiden sich in ihren Antworten deutlich.

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alabama110 23.10.2017, 20:27
20. Welche Frau wurde noch nie sexuell belästigt und/oder mißbraucht?

Wäre auf die Antworten sehr gespannt, gehe mal davon aus: So gut wie keine.

Ich selbst wurde als junge Frau häufig belästigt, als Kind mißbraucht, als junge Frau durch sexistische Sprüche genervt, Männer, die sich vor mir entblößten oder mich angefasst haben. Zum Glück bin ich mittlerweile so selbstbewusst, dass sich dass nur noch wenige trauen, das hat aber einige Jahre harte Arbeit gebraucht und braucht es immer wieder.
Liebe Männer, das ist für die meisten Frauen leider Alltag, auch hier in Deutschland, daher ist eine Diskussion darüber sehr sinnvoll, neben den ganzen anderen wichtigen Themen.
Liebe Frauen: Seid laut und wehrt Euch, dass ist leider der einzige Tipp, den ich als betroffene Überlebende geben kann.

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whocaresbutyou 23.10.2017, 20:28
21. seit wann hat über andere reden jemals wirklich etwas bewegt?

Sorry, bei allem Respekt und Verständnis .... ich kann es nicht mehr hören.

eine Frau hat den Mumm den Mund auf zu machen und plötzlich brechen Dämme, alle sind entsetzt. Man hat förmlich das Gefühl, wer nicht dabei ist, muss sich fragen lassen, ob er wirklich "normal" ist.

Belästigte reden, Belästiger schweigen. Grenzen sind (wie immer) fließend, echte Lösungen (wie so oft) nicht in Sicht, irgendwann ist das Thema ausgeleiert, geändert hat sich nichts. Dejavu...

"Erfolgreiche" Belästigung erfordert Macht. Nur wer Macht über andere hat, kann sie belästigen.
Belästigung vermeiden, bedeutet Macht zu vermeiden. Die unendliche Geschichte.

oder anders ausgedrückt: Eine Geschichte ohne Ende, solange sich die Belästigten nicht wehren.

Btw. : Auch eine 95Kilo-Frau in Leggings und Bikini-Oberteil in der Eisdiele kann auf Andere belästigend wirken. Aber hier kollidiert die persönliche Freiheit des Einen mit dem Wohlbefinden des Anderen.

Und wagen sie es mal, sich irgendwo gegen dicke Frauen in freizügiger Kleidung zu äußern.
Bei einem 95Kilo-Mann in Borat-Mankini würde das niemand bestreiten.

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maracalagonis 23.10.2017, 20:30
22. Noch ein weiter Weg

Solange es noch die gravierenden Unterschiede im Bereich der ökonomischen Gleichbewertung/Gleichberechtigung gibt, solange wird das "Spiel" von Abhängigkeiten, Erwartungszwängen, fixierten Rollenbildern und anerzogenen Verhaltensweisen aufrecht bleiben. Erst wenn sich die Gesellschaft zum Radikalschnitt - gleicher Lohn für gleiche Arbeit, gleiche Bildungsebenen und Berufsbilder, unabdingabe Verpflichtung zur gleichrangigen Arbeitsteilung - entscheidet, wird auch im Umgangsverhältnis zwischen Frau und Mann eine neue Qualität möglich sein. Dann enden vielleicht einmal die Rituale um das Platzhirschen, ums Macht zeigen, ums Bewerten von NEIN und JA und ums Missverstehen des eigenen Geschlechtsbewusstsein.
Doch allzuviel Hoffnung sollte man(n)/frau sich in der Gegenwart nicht machen. Es ist im Moment die HochZeit der ellbogenstossenden Yuppies, der MacherInnen und der Egomanen/-innen. Da hat das eigene Besitz- und Wohlfühlambiente Vorrang vor einer gleichrangigen Wahrnehmung von Frau und Mann. Und wer sich mal genauer im Netz umsieht, der/die muß mit Entsetzen feststellen dass noch nie in der Geschichte der Menschheit ein solches Ausmaß an bildhafter und verbaler Verletzung von Menschen, egal ob Frau oder Mann, statt gefunden hat.

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bamesjond0070 23.10.2017, 20:32
23. Das Problem, dass viele Männer (schätze ich) haben

ist, dass das Patriarchat als Feind angesehen wird und "die Männer" dem zugeordnet. Wenn man Menschen in ein Feindbild schiebt, finden sie das natürlich nicht schön.

Zitate (aus einer öffentlich-rechtlichen online Serie über Feminismus):

-"Wie fühlt es sich an, das gleiche Geschlecht wie Donald Trump zu besitzen?"
-"Ist es hart, das Geschlecht zu besitzen, dass den Großteil des Vermögens kontrolliert?"

Wenn das Feminismus ist, bin ich keiner.

Wenn es heute für Gleichberechtigung zu kämpfen, bin ich Feminist.

Ich meine, Männer werden aufgefordert, auf Twitter zu "#metoo" Besserung zu geloben. Da ich kein Weinstein oder Trump bin, werde ich aber einen Sche*ß machen und hoffe, dass mein Geschlecht kein Diskussionthema mehr sein wird. Andersrum werde ich das auch nicht tun.

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cave68 23.10.2017, 20:48
24.

Zitat von spdf
Das Thema geht in beide Richtungen. Es gibt auch Frauen die sich falsch verhalten. Nur weil Frau eine Abfuhr bekommt, ist das noch lange kein Grund zu extremen Hasstiraden. Eine ehemalige Studienkollegin hat jeden Mann als impotent beschimpft, der ihr nicht hinterherrannte. Manche Frauen denken, dass Mann nur mit ihnen redet um sie ins Bett zu kriegen. Wenn sie dann merken, dass dem überhaupt nicht so ist, ist die Reaktion extrem. Solange die Diskussion das Fehlverhalten der Frauen gegenüber Männern als nicht existent betrachtet, ist die ganze Sache unehrlich.
da gibt es aus meiner Erfahrung noch zusätzlich hinzuzufügen,dass es sehr oft verheiratete Frauen sind die Männer anbaggern oder eindeutige Anspielungen machen und die (bei einer Abfuhr oder selbst wenn man einfach nicht darauf reagiert) vollkommen Allergisch reagieren.....anscheinend auch ein Teil des heutigen Feminismus,dass Frauen beim Prahlen wieviele Kerle sie schon hatten Gleichberechtigung gegenüber den "Aufreissertypen" haben wollen....ziemlich armer Charakter...

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steinbock8 23.10.2017, 20:55
25. es wird nicht gern gehört

aber es ist ein Fakt das viele Frauen viel zu aufreizend und provokativ angezogen sind was natürlich in keinem Fall Täter entschuldigen soll aber auch der Versuch einer öffnenden Diskussion ist was bezweckt eine Frau mit hautenger Kleidung und üppigen Dekolleté seit der Steinzeit gibt es Signale wer glaubt denn im ernst das sich daran irgend etwas geändert hat meiner Meinung nach ist zu differenzieren um beide Seiten zu erkennen natürlich auch die psychologische Beziehung zwischen Täter und Opfer und die herkunftsprägung ist auch zu berücksichtigen

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Amadís 23.10.2017, 20:55
26.

Zitat von bamesjond0070
ist, dass das Patriarchat als Feind angesehen wird und "die Männer" dem zugeordnet. Wenn man Menschen in ein Feindbild schiebt, finden sie das natürlich nicht schön. Zitate (aus einer öffentlich-rechtlichen online Serie über Feminismus): -"Wie fühlt es sich an, das gleiche Geschlecht wie Donald Trump zu besitzen?" -"Ist es hart, das Geschlecht zu besitzen, dass den Großteil des Vermögens kontrolliert?" Wenn das Feminismus ist, bin ich keiner. Wenn es heute für Gleichberechtigung zu kämpfen, bin ich Feminist. Ich meine, Männer werden aufgefordert, auf Twitter zu "#metoo" Besserung zu geloben. Da ich kein Weinstein oder Trump bin, werde ich aber einen Sche*ß machen und hoffe, dass mein Geschlecht kein Diskussionthema mehr sein wird. Andersrum werde ich das auch nicht tun.
Ja, das ist alles schon ziemlich krass.
Du bist ein Mann, also bist du mitschuldig am Verhalten deiner Geschlechtsgenossen. Und DU musst dich ändern, auch wenn du ja nichts falsch machst.

Diese pauschalisierenden Vorurteile empfinde ich oft als Angriff auf meine Person, und dann wundern sich Menschen über die heftige Gegenreaktion z.B. beim #aufschrei oder dem Fall Gina-Lisa.

Und jetzt stelle man sich einfach mal vor, es ginge nicht um Männer und Sexismus.
Sondern um den Islam und Terrorismus. Immer wieder wird den Muslimen erklärt, sie müssten sich nicht von den Terroristen distanzieren, weil die ja nicht den Islam vertreten.
Es ist wirklich unverschämt, dass genau die gleichen Leute, die dieser Meinung sind, von mir und vielen anderne Männern fordern, wir müssten uns von so widerwärtigem Ungeziefer, solchem Abschaum wie Harvey Weinstein oder Donald J. Trump distanzieren.

Und dann noch über so einen lächerlichen Hashtag! Twitter ist wirklich toll, man postet 150 Zeichen und schon hat man die Welt ein kleines bisschen besser gemacht.

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TS_Alien 23.10.2017, 21:05
27.

Zitat von DieHappy
Sexuelle Belästigung von Männern in D. durch "unpassende" Kleidung von Frauen. Steile These, könnte so fast von den Taliban stammen. Ich habe ja schon viele unsinnige Argumente der "Anti Feminismus" Fraktion gelesen, aber dieses gehört auf die Spitzenplätze.
Dann haben Sie nicht nachgedacht. Stellen Sie sich einmal einen Mann bei einem Vorstellungsgespräch vor, der ähnlich unpassend angezogen ist, z.B. mit hautenger Hose und offenem Hemd bis zum Bauchnabel. Das würde mit Sicherheit das Gespräch sofort beenden.

Feminismus ist eine radikale Ideologie voller Widersprüche.

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lupenreinerdemokrat 23.10.2017, 21:23
28.

Zitat von steinbock8
aber es ist ein Fakt das viele Frauen viel zu aufreizend und provokativ angezogen sind was natürlich in keinem Fall Täter entschuldigen soll aber auch der Versuch einer öffnenden Diskussion ist was bezweckt eine Frau mit hautenger Kleidung und üppigen Dekolleté seit der Steinzeit gibt es Signale wer glaubt denn im ernst das sich daran irgend etwas geändert hat meiner Meinung nach ist zu differenzieren um beide Seiten zu erkennen natürlich auch die psychologische Beziehung zwischen Täter und Opfer und die herkunftsprägung ist auch zu berücksichtigen
Mit dieser Bemerkung katapultieren Sie sich aber geradewegs selbst in die Steinzeit zurück mein Lieber.
Heutige Männer wissen sehr wohl, was sogenannte "aufreizende" Kleidung bei Frauen zu bedeuten hat, nämlich schlicht und ergreifend im normalen öffentlichen Umfeld gar nichts, außer dass die Frau es sich leisten kann, sich so zu kleiden.
Da ist der Frau jedenfalls in keinster Weise eine Mitschuld zu geben, wenn sie von aufsässigen, primitiven Flachgeistern daraufhin angemacht oder mit plumpen Sprüchen bedacht wird, oder womöglich sogar noch begrapscht wird. Genau diese Einstellung ist es nämlich, die in islamischen Ländern dazu führt, dass die Frauen in Säcke verhüllt rumlaufen müssen, weil sie, wenn man nach der primitiven Ideologie derer Männer geht an allem Übel dieser Welt selbst schuld sind.

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DieHappy 23.10.2017, 21:28
29.

Zitat von spdf
Was Kleidung angeht, kommt es immer auf den Zusammenhang an. In der Uni gibt es gelegentlich den Fall, dass eine Studentin immer normal gekleidet im Unterricht sitzt. Normal heißt, sie zeigt wenig Haut. Bei einer mündlichen Prüfung taucht die aber plötzlich mit derben Ausschnitt auf, bzw. halbdurchsichtigem Oberteil auf, was normalerweise nicht ihr Stil ist. Damit signalisiert sie dem Prüfer, dass sie ihn für beschränkt hält. Bei einem Vorstellungsgespräch wäre es ähnlich. Das wird von einigen Dozenten durchaus als sexuelle Belastung bewertet. Auf Arbeit kann extrem luftige Kleidung auch eine Belästigung der anderen Frauen in der Abteilung darstellen, und zwar insbesondere dann wenn diese nicht die Figur für so was haben. Der unnötige Konflikt ist dann vorprogrammiert.
Das ist doch alles total weit hergeholt und völlig konstruiert. Und hat mit dem normalen Alltag in D. quasi nichts zu tun.
Frauen ziehen sich mal so mal so an, je nach Anlass und Laune, und Männer auch.

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