Forum: Panorama
Der Papst in Großbritannien: Benedikt auf schwerer Mission

Der Besuch in Großbritannien ist eine Gratwanderung für Benedikt XVI: Auf jedes Wort, auf jede Geste kommt es an. Zu tief ist der Graben zwischen Katholiken und Anglikanern. Die Bilanz des ersten Tages ist zwiespältig. Der Inhalt stimmte, doch beim Vortrag haperte es gewaltig.

Seite 1 von 37
forumgehts? 17.09.2010, 00:38
1. Wahrlich, ich sage euch

Zitat von sysop
Der Besuch in Großbritannien ist eine Gratwanderung für Benedikt XVI: Auf jedes Wort, auf jede Geste kommt es an. Zu tief ist der Graben zwischen Katholiken und Anglikanern. Die Bilanz des ersten Tages ist zwiespältig. Der Inhalt stimmte, doch beim Vortrag haperte es gewaltig.
".....mit quälendem deutschen Akzent". Was soll das? Der Papst ist NICHT der mit 1000 Zungen akzentfrei redende Heilige Geist.

Beitrag melden
mundi 17.09.2010, 00:41
2. Auch die Anglikanische Kirche steht vor einer Zerreißprobe

Zitat von sysop
Der Besuch in Großbritannien ist eine Gratwanderung für Benedikt XVI: Auf jedes Wort, auf jede Geste kommt es an. Zu tief ist der Graben zwischen Katholiken und Anglikanern. Die Bilanz des ersten Tages ist zwiespältig. Der Inhalt stimmte, doch beim Vortrag haperte es gewaltig.
Auch die Anglikanische Kirche steht vor einer Zerreißprobe.
Die Themen "Frauen als Priesterinnen sind erlaubt" und "homosexuelle Eheschließung" sind hier besonders umstritten. Viele Anglikaner konvertierten aus Verärgerung zum Katholizismus und viele wollen es noch tun.

Hie ist der Besuch des Papstes besonders heikel, denn er darf nicht den Anschein erwecken, als würde er abwerben wollen. Dies wäre für die Ökumene eine große Gefahr.

Beitrag melden
h0wkeye 17.09.2010, 00:42
3. Jau, das hat schon was

der Papst sagt, Geld, Sex, Pornografie und Drogen würden den Menschen zerstören.

Und dann nimmt er 30€ Eintritt - Also echtes Geld jetzt, nicht 30€ in Spielgeld.

Ich wette, die Kohle nimmt er nur, damit das Selbstzerstörungspotenzial in den Haushalten der Schäfchen ein wenig vermindert wird. Wie die Katholische Kirche sich um diesen Punkt des Seelenheils der Gemeinden seit den Zeiten des Ablasshandels sorgsam kümmert.

Manchmal glaube ich, Jesus würde heute mehr zerreißen als nur einen Vorhang.

Beitrag melden
AlmightyPotatohead 17.09.2010, 01:01
4. Die Worte stimmten?

Bitte wie? Die werte Autorin hat ganz offensichtlich in Geschichte nicht aufgepasst. Der Papst hat offensichtlichen Blödsinn verzapft als er behauptete, die Nazis wollten Gott aus der Gesellschaft entfernen. Hitler war kein Atheist. In "Mein Kampf" faselt er gerne auch mal von seinem unsichtbaren Freund. Ratzinger war doch selber in der Hitlerjugend! Das weiß er doch ganz genau!
Und was zum Geier ist "atheistischer Extremismus"? Ich bin Atheist und abgesehen vom einen oder anderen verärgerten Forenkommentar neige ich nicht zum Extremismus. Und auch die radikalen Atheisten unserer Zeit, wie Richard Dawkins, Christopher Hitchens oder PZ Myers, fliegen keine Flugzeuge in Hochhäuser, steinigen keine Menschen und stehen auch nicht Sonntagmorgens vor meiner Tür und versuchen mich zum Atheismus zu bekehren. Ratzi weiß das. Er lügt wissentlich und das widert mich an und beleidigt mich als Atheisten.
Eine Bitte an die Verfasserin dieses Artikels:
Bitte beschäftigen Sie sich beim nächsten mal vorher mit den Fakten und nicken sie nicht eifrig solch unausgegorenen Blödsinn durch!

"There can be but little liberty on earth while men worship a tyrant in heaven."
~ Robert Green Ingersoll

Beitrag melden
Antje Technau 17.09.2010, 01:05
5. Papst beschimpft nicht-religiöse Menschen

Zitat von sysop
Die Bilanz des ersten Tages ist zwiespältig. Der Inhalt stimmte
der Inhalt stimmte?
Wie oft müssen sich nicht-religiöse Menschen eigentlich noch als Nazis beschimpfen lassen, bevor das geächtet wird?
Wie oft müssen sich nicht-religiöse Menschen von den Gottgläubigen noch anhören, dass es ihnen angeblich an Anstand und Moral mangle?
Und all das von Menschen, deren Kirche seit Jahrhunderten die Menschenrechte mit Füssen tritt, Frauen und Kinder als Menschen zweiter Klasse behandelt und Homosexuelle stigmatisiert und ausgrenzt?

Papst-Zitate, im Zusammenhang auf der Webseite des Vatikan nachlesbar:
Nazityrannei..., die Gott aus der Gesellschaft entfernen wollte und vielen das allgemeine Menschsein absprachen, besonders den Juden, die als „lebensunwert“ betrachtet wurden.
...Wenn wir über die nüchternen Lektionen des atheistischen Extremismus des 20. Jahrhunderts nachdenken, wollen wir nicht vergessen, wie der Ausschluß von Gott, Religion und Tugend aus dem öffentlichen Leben uns letztlich zu einer verkürzten Vision des Menschen und der Gesellschaft führt und damit zu einer „herabwürdigenden Sicht des Menschen und seiner Bestimmung“


Die Wahrheit ist, dass Gottessstaaten die Menschen heute noch tyrannisieren. Und dass die katholuische Kirche, besäße sie ihre alte Macht noch, heute noch Frauen und Andersdenkende foltern und verbrennen lassen würde. Auf dass ihre Seelen geläutert werden.

Nur in säkularen Staaten, in denen Religionsfreiheit herrscht, herrscht Frieden. Nur der Aufklärung und dem Humanismus ist es zu verdanken, dass in diesen Staaten die Menschenrechte im Mittelpunkt stehen. Dass Frauen gleichberechtigt sind. Dass Kinder als eigenständige Wesen behandelt werden. Dass Homosexuelle nicht diskriminiert werden.
Religionen haben in der Geschichte der Menschheit immer nur zu Unfrieden geführt.

Beitrag melden
Selvan 17.09.2010, 01:49
6. Gruselig

Der Papst hält eine Rede auf Englisch über Moral. Das ist in etwa so als würde mein Opa, der nichtmal einen Computer besitzt, zu einer LAN-Party eingeladen. Es kann nur schiefgehen.
Ich trau mich nichtmal nach dem Video zu googeln, da ich mich vermutlich sowieso nur fremdschämen würde.

Danke übrigens an Antje!
Du schreibst mir wie immer aus dem Herzen. Zwar sehe ich das Christentum hierzulande als relativ harmlos an, aber so soll es auch bitte bleiben. Den gequirlten Religions-Quark haben wir in Europa jedenfalls lange genug unreflektiert geschluckt.

Beitrag melden
Marbot 17.09.2010, 07:16
7. Staatsbesuch

Zitat von Antje Technau
............. Nur in säkularen Staaten, in denen Religionsfreiheit herrscht, herrscht Frieden. Nur der Aufklärung und dem Humanismus ist es zu verdanken, dass in diesen Staaten die Menschenrechte im Mittelpunkt stehen. Dass Frauen gleichberechtigt sind. Dass Kinder als .....
Vielleicht sollte man es so formulieren: Menschen, die davon überzeugt sind, dass es einen Gott gibt, der sich in das menschliche Tun einmischt und Gebote und Verbote erlassen hat, die zu befolgen zwingend notwendig sind um nicht auf ewig verdammt zu werden, können doch von der Logik her gar nicht anders, als die Mitmenschen in Gute und Böse, Gläubige und Nichtgläubige, Rechtgläubige und Ketzer einzuteilen. Und damit ist der Grundstock für einen eigentlich nicht überbrückbaren und ständig währenden Streit gelegt, der in letzter Konsequenz zur gewaltsamen Bekehrung oder Vernichtung derjenigen führt oder führen kann, die diesen Glauben ablehnen. Und wenn man dann noch glaubt, dieses Gottes Gebote wörtlich von ihm selbst empfangen zu haben und die Niederschrift als Beweis und wie ein unwiderlegbares und nicht verhandelbares Gesetzbuch vor sich herträgt, wird schon der geringste Zweifel eines jeden, der dies nicht glaubt, als Angriff gewertet.

Wenn das Oberhaupt der Religion A, der meint im Besitz der Wahrheit zu sein und die Antworten auf die letzte Fragen zu kennen, offiziell wie ein Staatsoberhaupt von anderen Staatsoberhäuptern empfangen und damit in gewisser Weise legitimiert wird, so muß das automatisch bei den Anhängern der Religion B dazu führen, dass letztere sich gezwungen fühlen darauf hinzuweisen, dass doch sie diejenigen sind, die die Wahrheit besitzen und nicht jener, usw…Und dann gibt es ja noch die, die weder an A noch an B, C oder D, ja noch nicht einmal an die Existenz eines Gottes, also die Grundlage des Streites, glauben und mehr oder weniger genötigt werden, sich dafür, dass sie das reale Leben gegenüber einer unbeweisbaren Fantasie vorziehen, zu rechtfertigen.

Deswegen finde ich, dass solche Veranstaltungen, wie jetzt die Reise des Papstes nach Großbritannien, nur wieder Anlass zu weiterem Streit und Unfrieden geben. Ein friedliches Miteinander kann es nur zwischen Menschen geben, die den Zweifel als Tugend betrachten, die strikt trennen zwischen dem, was wir (bis jetzt) wissen und beweisen können und dem was der Einzelne „glaubt“. Letzteres darf nicht zur Grundlage unseres Zusammenlebens genommen werden und sollte keinen Platz im politischen Raum einnehmen dürfen.

Beitrag melden
hh10 17.09.2010, 07:34
8. Die Queen als Kirchenoberhaupt

In Schottland ist die Queen Oberhaupt der Church of Scotland und die ist Presbyterian, nicht Anglikanisch ...

Beitrag melden
bennoko 17.09.2010, 07:41
9. Korrektur

Zitat von Antje Technau
Religionen haben in der Geschichte der Menschheit immer nur zu Unfrieden geführt.
Um es kurz zu machen: Ihre These ist nicht sehr weitsichtig. Erstens ist "Immer" eine Pauschalisierung, die die Realität nicht hergibt. Zweitens vergisst das "Nur" das sozial-caritative Engagement "religiöser" Menschen, Friedensbewegungen, Widerstand etc. Drittens waren die meisten und schlimmsten Kriege der Menschheitsgeschichte keine Religionskriege. Viertens können Religionen überhaupt zu nichts führen, sondern es sind notwendig Menschen, die Interessen haben und danach handeln, so dass Menschheit selbst Unfrieden stiftet, ob mit oder ohne Religion.

Beitrag melden
Seite 1 von 37
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!