Forum: Panorama
Der Papst in Großbritannien: Benedikt auf schwerer Mission

Der Besuch in Großbritannien ist eine Gratwanderung für Benedikt XVI: Auf jedes Wort, auf jede Geste kommt es an. Zu tief ist der Graben zwischen Katholiken und Anglikanern. Die Bilanz des ersten Tages ist zwiespältig. Der Inhalt stimmte, doch beim Vortrag haperte es gewaltig.

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fanny ekdahl 17.09.2010, 08:07
10. Der Inhalt

Der Hauptideologe der katholischen Kirche warnt in einem
Atemzug vor Drogen, Alkohol, und Sex(was hat eigentlich Sex mit Drogen zu tun?), ist traurig über Tausende von Mißbrauchsfällen in den kirchlichen Einrichtungen, liebt Schwulen, vorausgesetzt sie leben ihre sexuale Neigungen nicht aus( 80% der katholischen Priester sind angeblich
homosexuell). Ein interessantes Verein.

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fatherted98 17.09.2010, 08:22
11. Stimme zu..

Zitat von Antje Technau
Nur in säkularen Staaten, in denen Religionsfreiheit herrscht, herrscht Frieden. Nur der Aufklärung und dem Humanismus ist es zu verdanken, dass in diesen Staaten die Menschenrechte im Mittelpunkt stehen. Dass Frauen gleichberechtigt sind. Dass Kinder als eigenständige Wesen behandelt werden. Dass Homosexuelle nicht diskriminiert werden. Religionen haben in der Geschichte der Menschheit immer nur zu Unfrieden geführt.
..allerdings resultiert aus säkularer oder atheistischer Haltung auch ein Problem mit den Fundamentalisten. Wenn wir mal ehrlich sind, verstehen wir in säkularen Ländern gar nicht mehr die Probleme die Fundamentalisten mit einer offenen Gesellschaft haben. Das merkt man auch an der Integrationsdebatte die zur Zeit entbrennt...die Politik hat ausser "das erlernen der Deutschen Sprache" keinerlei Idee wie islam. Fundis zu integrieren sind.
Schaut man nach England, erkennt man auch dort diese Problem. Die Engländer sind meist nicht sehr religiös...die anglikanische Kirche hält sich im Gegensatz zur kath. Kirche auch stark zurück. Dadurch klafft die Schlucht zwischen Fundis und Säkularen immer weiter. Eine Lösung sehe ich hier nicht und der Papst ist sicher keine verbindende Figur für dieses Problem. Mal sehn wie er in London empfangen wird.

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Andree Barthel 17.09.2010, 08:38
12. *

Angesichts der Protestflut, die dem Papst in UK entgegenschlägt, könnte man vermuten, dass Heinrich VIII, der, um sich scheiden zu lassen, die katholische Kirche aus dem Land jagte, erst vor ein paar Jahren gestorben sein muss. Dessen Tod liegt schon ein paar Jahrhunderte zurück, der Katholikenhass aber, den er mit seinen Handlungen anstachelte, hat aber überlebt. Selbst den Untergang des Empires hat ihm nichts anhaben können. Daher verdient es Respekt, dass sich nun ein Papst in die Höhle des Löwen begibt, jedoch Benedikt der denkbar ungeeigneteste für diese gefährliche und tückische Mission ist, einmal weil er als Jugendlicher in der Wehrmacht war, zum anderen weil ihm jede Angriffslust fehlt, was wohl mit seiner Militärzeit zu tun haben muss. Vor Gneisenaus „Angriff ist die beste Verteidigung“ Prinzip schreckt er zurück. Wenn er mal angreift, dann meistens gegen die Falschen, die wegen dieser Attacken erst zu seinen Feinden werden (Muslime). Was er denen, die mit der mächtigen Atheistenbewegung Englands sympathisieren, als Hauptargument entgegenbringt, mit Gott hätte es Stalin und Hitler nicht gegeben, wird diese nicht davon abbringen können, weiter gegen die Kirchen zu Felde zu ziehen. Diese Argumentation ist einfach zu weit hergeholt, zudem können die Menschen die Zeit, von der er spricht, überhaupt nicht nachvollziehen. Woityla hätte sicherlich trefflicher argumentiert.

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madame_no 17.09.2010, 09:08
13. kurzer Prozess?

Zitat von bennoko
Um es kurz zu machen: Ihre These ist nicht sehr weitsichtig. Erstens ist "Immer" eine Pauschalisierung, die die Realität nicht hergibt. Zweitens vergisst das "Nur" das sozial-caritative Engagement "religiöser" Menschen, Friedensbewegungen, Widerstand etc. Drittens waren die meisten und schlimmsten Kriege der Menschheitsgeschichte keine Religionskriege. Viertens können Religionen überhaupt zu nichts führen, sondern es sind notwendig Menschen, die Interessen haben und danach handeln, so dass Menschheit selbst Unfrieden stiftet, ob mit oder ohne Religion.
Ja das kennt man, dass die Religiösen "es kurz machen", eher kurzen Prozeß, Abschmettern, Verunglimpfen, Vernebeln, Verdrängen, oder?
1. Sie kritisieren ernsthaft die knapp-zugespitzte Form eines Posts in so einem Forum, um sich mit dem Inhalt nicht auseinandersetzen zu müssen? Krass. Gibt es Einen, bei dem sowas noch funktioniert?
2. Es gab immer und wird immer Menschen geben, die sich sozial engagieren möchten und für Frieden sind. Die Kirchen bieten dafür nur einen gut ausgestatteten Dachverband und Rahmen. Gäbe es ähnlich finanziell potente säkular-humanistische Organisationen, würden die Menschen sich dort engagieren. Gleiches gilt für die wunderschöne Kunst, die im Auftrag der Kirchen über die Zeitalter entstand.
3. Fast ausnahmslos alle kriegerischen Konflikte liefen und laufen entlang religiöser Linien, da die Religion der beste Weg ist, den gesunden Menschenverstand und das Mitleid auszuschalten (Altes Testament: und lasse kein Mitleid in Dir aufsteigen...) und es sich nur so ohne schlechtes Gewissen morden, vergewaltigen und brandschatzen lässt. Klar wird das von Machthabern ausgenutzt, aber es stehen eben genug Stellen in den "heiligen Büchern", die sich dafür prima ausnutzen lassen. Als Grundlage für aufgeklärt-ethisches Verhalten sind sie alle untauglich.
Ihr 4. ist das Allerbeste, unfassbar. Dieser Taschenspielertrick ist intellektuell derart unredlich, dass man als "guter" Christ das doch gar nicht dürfen sollte. Die Religion soll vom Staat gefördert werden, bietet angeblich dringend benötigten Halt und Wertesicherheit blabla, aber wenn durch die Religion organisiert und legitimiert Unrecht geschieht, dann sind es die Menschen? Menschliches Versagen, aber das System ist gut?
Ein System, das schon Kindern Denkmuster einbleut, dass Gott allmächtig ist und alles sieht und alles macht (auch das menschliche Versagen), dass es Teufel gibt, die einen versuchen und schlimmstes Leid und Unrecht, das Strafe oder Prüfung Gottes ist und wenn man nicht 100% gehorcht (sogar im Denken), kommt man auf EWIG in die Hölle. Das ist für eine reife psychische Entwicklung untragbar. Und dass vor allem die Ungläubigen alle in die Hölle kommen, auch das nette Nachbarmädchen, derern Eltern leider zufällig anders getauft sind. Mit der man kein Mitleid in sich aufsteigen lassen soll ...
So werden für "Versagen anfällige" und für Machthaber verführbare, weil zu Unselbständigkeit im Denken und Handeln erzogene Menschen produziert, die sich Wunschdenken und Fremdbestimmung durchgehen lassen, statt die Mühe eigener Vernunft und Moralentwicklung auf sich zu nehmen.
Die Menschen und die Möglichkeit auf Frieden sind Opfer des Systems Religion, das ist die bittere Wahrheit.

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ohmscher 17.09.2010, 09:10
14. Echt?

Zitat von h0wkeye
Manchmal glaube ich, Jesus würde heute mehr zerreißen als nur einen Vorhang.
Wann und wo wurde geschrieben, dass Jesus jemals einen Vorhang zerrissen hätte? Dies nur als Hinweis, manchmal auch hinzusehen, ob alles genauso war, wie man es irgendwo lesen kann.

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BiusK 17.09.2010, 09:26
15. "Die Worte stimmten, der Vortrag nicht"

Der Papst beschimpft alle nichtreligiösen Menschen als Nazis und die Autorin findet das gut. Oder habe ich hier eine Ironie überlesen? Wer immer noch behauptet, Hitler und sein Regime seien nicht religiös getrieben gewesen, der sollte doch bitte Nachhilfeunterricht bei einem seriösen Historiker nehmen. Am besten bei mehreren gleichzeitig. Ich wiederhole mich ungern: Stand nicht "Gott mit uns!!" auf jeder Gürtelschnalle eines jeden Wehrmachtssoldaten. Von Charles Darwin war da jedensfalls nichts zu lesen. Die katholische Kirche predigte Jahrhunderte den Judenhass und nun möchte Ratzinger den Holocaust den Atheisten in die Schuhe schieben - dass ist tatsächlich eine bodenlose Frechheit und zeugt wahrlich nicht von großem Intellekt!!!

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madame_no 17.09.2010, 09:32
16. Grausame gottlose Atheisten

Zitat von Andree Barthel
Was er denen, die mit der mächtigen Atheistenbewegung Englands sympathisieren, als Hauptargument entgegenbringt, mit Gott hätte es Stalin und Hitler nicht gegeben, wird diese nicht davon abbringen können, weiter gegen die Kirchen zu Felde zu ziehen. Diese Argumentation ist einfach zu weit hergeholt, zudem können die Menschen die Zeit, von der er spricht, überhaupt nicht nachvollziehen. Woityla hätte sicherlich trefflicher argumentiert.
Zum einen war die Nazibewegung nicht atheistisch, im Gegenteil sollte durch die Integration älterer Götterkulte eine noch stärkere Bindung der Menschen an das System erreicht werden, also einfach anderer Gott, nicht keiner. Mit "Erlaubnis von OBEN" befiehlt es sich eben leichter, zynisch aber wahr, das wissen und nutzen alle Machthaber, religiös oder weltlich.
Zum anderen wäre der Holocaust ohne den enormen Judenhass und die Diskriminierungen über Jahrhunderte durch die christliche Religion undenkbar gewesen (Judas!). Erst auf diesem Bodensatz konnte das so gedeihen. Bitte beim Atheisten-Bashing nicht vergessen.

Wenn es auf der Welt in der Geschichte echte Atheisten gab, die fürchterliche Greueltaten angezettelt haben, vielleicht Pol Pot oder Stalin, dann ist das also der pauschale Beweis dafür, dass Atheisten keine Moral und Ethik haben. Wenn aber religiöse Politiker fürchterliche Greueltaten angezettelt haben, dann ist nicht deren Religion schuld? Sondern da war es dann er einzelne Mensch, der die Religion ausgenutzt und in schlechtes Licht gebracht hat?

So geht das nicht. Entweder die Weltanschauung eines Menschen wird für dessen Taten haftbar geacht oder nicht. Gleiches Recht für alle, bitte intellektuell redlich bleiben.

Ausserdem sind die meisten Atheisten wohl überlegte säkulare Humanisten, einfach weil man sich beim Aufwachsen in einer christlichen Kultur, weil der Staat nunmal keinen Religionsunterricht verhindert, bewußt abgrenzen und verteidigen muss.
Und damit ist die Hürde, ein brutaler gewissenloser Machthaber zu werden, noch viel höher.
Denn die sind einfach unethische sadistische Psychopathen, denen Götter und Ethik und Menschheit total wurscht sind. Egal mit welcher Weltanschauung sie sich aus strategischen Gründen schmücken.

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Adjacent 17.09.2010, 09:36
17. Fehlerhafter Artikel

Irgendwie kann ich den Artikel einfach nicht ernstnehmen.
Bereits im ersten Satz sind zwei sachliche Fehler, die mir sofort ins Auge springen. Die Maschine des Papstes ist nicht im schottischen Hochland, sondern in Edinburgh gelandet, was weit süd-östlich der Highland-Boundary-Fault liegt.
Außerdem ist sie garantiert nicht auf dem Rollfeld, sondern auf der Landebahn gelandet. Sonst wäre es nämlich eine Notlandung gewesen, die wohl kaum ohne Material- und wahrscheinlich auch Personenschäden abgegangen wäre.

Wenn schon die Einleitung so nachlässig geschrieben ist, wie soll ich dann dem Rest des Artikels, den ich weniger leicht überprüfen kann, vertrauen?

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shenshen_ie 17.09.2010, 09:53
18. ...

Zitat von forumgehts?
".....mit quälendem deutschen Akzent". Was soll das? Der Papst ist NICHT der mit 1000 Zungen akzentfrei redende Heilige Geist.
Dann soll er bitte Uebersetzer bemuehen, wie andere auch.
Channel 4 zeigte Auszuege der Rede, es war wirklich schmerzhaft. Und teilweise absolut unverstaendlich.

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Egberth 17.09.2010, 09:57
19. Fragwürdig

Zitat von madame_no
3. Fast ausnahmslos alle kriegerischen Konflikte liefen und laufen entlang religiöser Linien,
Wo war denn jetzt z.B. dir religiöse Linie im 2. Weltkrieg, in den napolionischen Kriegen , den italienischen Kriegen Karls V. (und der hätte sogar die Gelegenheit gehabt, den aufkeimenden deutschen Protestantismus als Motivationsfaktor gegen Papst und Frankreich zu instrumentalisieren) oder dem hundertjährigen Krieg?

Zitat von
und es sich nur so ohne schlechtes Gewissen morden, vergewaltigen und brandschatzen lässt.
Also ohne Religion geht das weit besser, da einen dann keine Ethik drückt. Im Gegenteil muss man bei religiös geprägten Menschen einige Hürden überwinden, um ihn zum organisierten Morden, Vergewaltigen und Brandschatzen zu bringen. Denn der Hinweis darauf, dass der Feind nicht rechtgläubig sei, ist keineswegs Motivationsanreiz, sondern Umgehung dies eigentlich verhindernder religiöser Ethik.

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