Forum: Panorama
Der Papst in Großbritannien: Benedikt auf schwerer Mission

Der Besuch in Großbritannien ist eine Gratwanderung für Benedikt XVI: Auf jedes Wort, auf jede Geste kommt es an. Zu tief ist der Graben zwischen Katholiken und Anglikanern. Die Bilanz des ersten Tages ist zwiespältig. Der Inhalt stimmte, doch beim Vortrag haperte es gewaltig.

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Schlurf1 19.09.2010, 22:09
360. Noch einer mit richtig viel Durchblick

Zitat von jüttemann
Religionsoberhäupter? Dawkins, Giordano-Bruno-Gesellschaft u.ä. bestimmen, was Sache ist, ich durchschaue das total. Denn auc wenn ich es nicht durchschaue, wird es wohl stimmen. Nein es muss unbedingt stimmen, denn sonst ....
Na, bei ihrem Durchblick müssen Sie schon froh sein, wenn Sie ein Fenster durchschauen können.

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pulpicon 20.09.2010, 23:40
361. Integration von Wissen und Weisheit

Zitat von frodo68
Gibt in in Ihrer Welt wirklich nur Menschen, die die Welt nur dann verstehen, wenn sie ein guter Diener Ihres Gottes sind? Was ist mit den Menschen anderen Glaubens oder ohne Glauben? Treffen die von Ihnen genannten Eigenschaften (gut gegenüber anderen, im Dienst anderer, bescheiden und dankbar), Ihrer Meinung nach, auf Ihre Kirchenoberen auch zu?
Die Welt hat scheinbar prinzipiell verschiedene Aspekte (z.B. das objektiv Wahre, das Gute, das Schöne). Daher sind auch verschiedene Perspektiven nötig (z.B. innere, äußere Perspektive.)

Problematisch ist es immer dann, wenn die verschiedenen Aspekte auf einen einzigen Aspekt (Materialismus, Subjektivität/Glaube, Strukturalismus, etliche -Ismen) reduziert werden sollen.

Lafedes betont sehr den subjektiv-religiösen Aspekt - wohl auch, weil der objektiv-wissenschaftliche Aspekt seit der Moderne überbetont ist (man denke nur an die Leugner des freien Willens, der Verantwortung und Intentionalität).

Es könnte helfen, die andere Seite zu verstehen/akzeptieren wenn man begreift dass die verkündete "Wahrheit" sich oft auf nur einen bestimmten Aspekt des GANZEN bezieht.

Z.B. der Schöpfungsbericht ist als Meditation für das Subjekt gedacht und nicht als wissenschaftliche Abhandlung über Planetenentstehung und Artenentstehung. Die Naturwissenschaft jedoch kann jedoch nichts über Bedeutung aussagen. Daraus kann man jedoch nicht folgern, es gäbe überhaupt keine BEDEUTUNG in dem GANZEN. Denn jeder von uns hat etwas, was ihm etwas bedeutet.

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cocoline 20.09.2010, 00:48
362. .

Zitat von Patricia83
Ich kenne keinen Atheisten, der ernsthaft versucht zu missionieren. Das funktioniert nämlich nicht. ;-) ...
Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und sagen, missionieren ist selbst vom Kern her nicht einmal ein theistisches (egal ob poly- oder mono-) Problem, wie es auch der Atheismus nicht nötig hat.
Der Kern des Übels liegt ja in den Institutionen. Die Kirche ist doch die antike Form von Parteien, vor allem jenen, die undemokratisch sind. Sie instrumentalisiert die Spiritualität der Menschen und deren Philosophien. Kirche ist doch von echtem Theismus genauso weit entfernt wie von Atheismus. Der Glaube ist nur misbraucht für deren Seifenoper, a la Clemetine der Waschmittelwerbung - kauft mein Waschpulver, es wäscht weißer als jenes der Konkurrenten. Mein Glaube ist besser als jener der anderen. Der Konfessionskampf der Kirchen und jenen Institutionen anderer Religionen ist doch nur ein reiner Produktkampf. So wie die Menschen auch heute noch auf Werbeschmarrn, wie die mittlerweile durchsichtige Wäsche der immer besseren Waschpulver hereinfallen, rennen Sie blind der Phrasendrescherei dieser Institutionen hinterher.
Der private Gottglaube des einzelnen Menschen missioniert genausowenig, wie es ein Bedürfnis des Nichtgläubigen ist, dem anderen an seinem Nichtbedürfnis eines Gottes teilhaben zu lassen. Beides sind Dinge, die bei jedem intern ablaufen.
Nur die Kirche nutzt dies als politische Propaganda für Mitgliederwerbung, quasi deren Parteiprogramm. Da sie den für sich gewählten Glauben für sich instrumentalisiert, gehört es natürlich zum guten Ton anderen Glauben bzw. Nichtglauben als Gegenpartei zu sehen.

Das sich besonders die monotheistischen Religionen dafür eignen, erklärt sich auch mit der Konzentration auf einen Gott. Dieses angestrebte Machtmonopol der Kirche würde sich viel schwieriger gestalten, müßten sie sich noch über Vielgötterei und deren Funktionen auf einen Nenner bringen.
Man erkannte bereits damals, daß die Konzentration auf einen starken Punkt (also Monogott) wesentlich mehr Machtkonzentration für den einzelnen Führer (Papst) bedeutet.
Die Kirche hatte doch schon ihre Probleme mit der Diskussion über die Dreieinigkeit. Was wäre erst gewesen, wenn das mehrere Götter gewesen werde - die Menschheit gäb es heute schon gar nicht mehr, so kirchlich "nett", wie man schon intern damals miteinander verfahren ist.Die Parteien würden viel eher in viel kleinere Einheiten zerfallen, die sich bekämpfen. Aus der Traum als Kaiser - ähh pardon, neuer Name als Papst - auf dem Thron des römischen Reiches zu sitzen und als Führer die Weltherrschaft anzustreben.

Und noch zum Papstbesuch: Der Brite ist ja bekannt für seinen schwarzen Humor. Wie wurde zu den Papamobilzügen gesagt: Pontiff in his casket on his funeral march for the catholic church. Wie auch schon in der Antike der Sieger immer dem Besiegten beim Abzug der verbliebenen Truppen Ehre und Respekt erwiesen hat, haben auch die Briten mit brit. Höflichkeit dem Trauermarsch der Katholika Respekt gezollt. Das die PR-Maschinerie der RKK natürlich alles als Erfolg für sich verbucht, liegt an den letzten Versuchen, sich aufzubäumen und in der Natur ihres Systems.
Hitler glaubte auch bis zum Ende an seinen Sieg und der Kommunismus holte auch immer ein, ohne zu überholen ...

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mundi 20.09.2010, 01:32
363. Mundi darf Ihnen gerne bei der Beantwortung Ihrer Fragen helfen.

Zitat von Antje Technau
Dann nennen Sie mir doch mal ganz schnell das Glaubensbekenntniss, zählen Sie mir die GlaubensINHALTE auf, die Riten und Regeln, nach denen so ein Atheist sich richtet. Und wo die Gebetsorte sind. Oder .....
Es ist mir eine Ehre, dass ich aufgefordert wurde, den Atheismus zu erklären.
In aller Bescheidenheit wage ich einen Versuch.

Vorwort
Es gab mal eine Musikgruppe. Es war warm und das Konzert dauerte lange. In der Nähe stand eine Flasche. Einer der Musiker nahm daraus einen Schluck und spielte dann weiter. Später trank der Zweite, der Dritte usw. aus dieser Flasche. Am Ende war sie leer. Kein Musiker hat dem anderen gesagt, dass sie alle Tinte getrunken hatten. Es war nämlich eine mit Tinte gefüllte Flasche.

Die Atheisten
Sie betrachten Christen nicht als Menschen, die irgendein Hobby haben, das sie nicht teilen.
Nein, Briefmarkensammler, Modelleisenbahner lassen sie regelmäßig in Ruhe. Es sei, diese gehen in die Kirche und glauben an Gott.
Sie sagen das öffentlich: „Ich glaube an Gott...“ . Dieser Glaube macht Viele glücklich und froh.

Atheisten glauben auch.
Sie haben auch ein Glaubensbekenntnis. Es beginnt mit den Worten „Ich glaube nicht an Gott ...“.
Leider macht sie der Nichtglaube kaum froh und glücklich.

Deshalb suchen sie Trost in der Tatsache, dass besonders die Christen gar nicht so gut sind, wie sie sein sollten. Wenn sie etwas finden, erzählen sie es weiter, sie schreiben es im Forum und es macht sie glücklich.
Sie erzählen die Untaten der Gläubigen gerne und wiederholen sich oft,
Aus Platzgründen könnten man, mit einer entsprechenden Legende im ersten Beitrag, diese Erzählungen nummerieren, .
Die Spanier haben für so etwas ein Sprichwort: ¡ mal de otros, consuelo de tontos ! Atheisten verstehen den Spruch sehr gut, denn sie sind dem dummen Volk, das einem Aberglauben nachläuft, intellektuell überlegen.

Deshalb ist es unverständlich, warum die Atheisten immer dorthin gehen, wo die dummen Gläubigen feiern oder diskutieren, um mit ihnen über den Glauben zu sprechen. Es sind ihre Gebetsorte.
Sie sind fast allergisch gegen religiöse Symbole und Frömmigkeit, deshalb fordern sie oft deren Verbot.
In Bayern gönnen sie der Mehrheit nicht mal das Recht, am Karfreitag und anderen „Stillen Tagen“, auf Diskotheken und andere öffentliche Veranstaltung zu verzichten.

Sie berufen sich auf viele Propheten, die in der Vergangenheit oder Gegenwart, oft als Wissenschaftler getarnt, ihnen, manchmal sogar ungewollt, für ihren Unglauben Material liefern.

Sie verteidigen und erklären jeder und jedem ihren Unglauben mit wohlfeilen Worten, als ob sie sich gegen irgendwas oder irgendjemanden verteidigen müssten.
Dabei verlangt von ihnen doch niemand eine Erklärung, warum er nicht in die Kirche geht, genauso wenig wie von einem Menschen, warum er am Sonntag nicht angelt.

Es muss wohl eine spirituelle Unruhe sein, die diese Menschen umtreibt. Deshalb sollte man mit ihnen freundlich umgehen, Beschimpfungen nicht erwidern und Geduld haben.
Am Besten, man lässt sie weiter still vor sich grübeln.

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tallinn1960 20.09.2010, 04:23
364. Scheinausgabestellen

Zitat von Patricia83
80% der Frauen entscheiden sich gegen Abtreibung. Das ist eine sehr hohe Quote wie ich finde.
Da sind wir uns einig.

Das Gesetz wird aber mitunter wie die "Pille danach" angewendet, dass weiss ich aus persönlicher Erfahrung. Frauen, die das tun, betrachten das Kind in ihrem Buch noch nicht als Mensch. Und gehen entsprechend mit dem Konflikt um. Wer liest schon das Urteil des BVerfG? Im Gesetz kommt nicht zum Ausdruck, worum es wirklich geht, und wozu die Beratung da ist. Und es muss da wohl auch Stellen geben, die sich als Scheinausgabestellen verstehen, um die Fristenlösung unter der Hand doch noch durchzusetzen.

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Niliyu 20.09.2010, 08:13
365. .

Hier zwei Beispiele, mit welchen Ansichten Atheisten gerne mal konfrontiert werden. Ja, schon wieder auf englisch, tut mir sehr leid.

http://www.youtube.com/watch?v=xayDw...layer_embedded
Achten Sie mal drauf wie der böse Atheist dargestellt wird. Fehlen nur noch die Hörner.

Und hier eine Seite für Kinder:
http://objectiveministries.org/kidz/
Einfach etwas runterscrollen um den "grumpy atheist" zu sehen. Inklusive Ratschlägen, wie sich Kinder verhalten sollten wenn sie so ein gefährliches Wesen treffen.

Der Papst mag das ja etwas subtiler ausgedrückt haben, aber er hat in dieselbe Kerbe gehauen. Genau wie einige der Mitforisten hier. Irgendwann ist man es einfach leid.

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oida_ouden_eidos 20.09.2010, 08:26
366. Genau das Gewünschte

Zitat von Antje Technau
Auch der Papst versuchte britischen Jugendlichen Gott als besten Freund, dem man unbedingt gefallen will, schmackhaft zu ....
hat der Papst ja auch getan: Ihr beginnt, Mitleid für Menschen in Schwierigkeiten zu empfinden, und ihr wollt ihnen unbedingt irgendwie helfen. Ihr wollt die Armen und Hungrigen unterstützen, ihr wollt die Traurigen trösten, ihr wollt gut und großzügig sein.

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