Forum: Panorama
Deutsch-kambodschanische Liebe: "Wer mit einer Asiatin zusammenlebt, ist zum Abschuss

Benjamin Prüfer verliebte sich im Kambodscha-Urlaub in eine Prostituierte. Sie heirateten und zogen nach Deutschland. Sein autobiografischer Roman war Vorlage für den Kinofilm "Same Same But Different". Im SPIEGEL-ONLINE-Interview spricht der 29-Jährige über sein Leben mit Sreykeo.

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shopgirl1 21.01.2010, 14:59
50. xx

Zitat von asteria
Ja, wie Recht er hat, es ist unglaublich schwierig wenn nicht gar unmöglich, hier als "Ausländer" völlig normal behandelt zu werden. Egal ob im Job oder sonstwo. Einmal Ausländer, immer Ausländer und die Leute merken nichtmal, wie schlimm es ist. Es ist egal, ob man hier geboren wurde oder nicht - es reicht aus, wenn man es einem ansieht. Oder etwas Akzent hört. Leider hat er Recht.
Jetzt wuerde mich doch mal interessieren, worin das genau besteht, dieses "als Auslaender behandelt werden"?
Heisst das, man wird angespuckt, die Ladentuer wird vor der Nase zugeschlagen, im Restaurant wird man abgewiesen, aus dem Bus geschmissen, so in etwa wie in den 60ern die Farbigen in Alabama behandelt wurden.

Oder kann es sein, dass viele alleine schon die Frage, wo sie herkommen als ungeheure Beleidigung empfinden?

Wie soll es denn laufen: einfach ueber den neuen Arbeitskollegen oder Nachbarn hinwegsehen um nur ja nichts falsches zu fragen? Waere das besser?
Vermutlich nicht. Das ist dann ja wieder kalt und distanziert.

Seltsamerweise hat mein Mann (als Asylant in den 70ern) das nie so empfunden. Sein Akzent hat ihn als Nicht-Einheimischen sofort verraten und er hat sich bei jeder Nachfrage gefreut, erzaehlen zu duerfen, wo er herkam.

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stonie 21.01.2010, 15:00
51.

Zitat von Werwölfin
Ist eine Frau, die sich prostituieren muss, um nicht zu verhungern, denn deswegen kein Mensch mehr? Aus Spaß hat sie diesen Job bestimmt nicht ergriffen!
nichts von dem habe ich behauptet. ich maße mir allerdings nun einmal an zu behaupten, dass die mehrzahl der männer und sicher auch der frauen, nicht vorbehaltlos einen partner heiraten würden, welcher seinen lebensunterhalt mit prositution verdient, völlig egal, welche nationalität.

jemand, der diese tatsache leugnet, heuchelt m.E.!

und wenn dann noch eine HIV erkranung dazu kommt, denke ich, kann man schon von einer absoluten ausnahme sprechen...
warum, wieso, weshalb sich frauen und evtl. auch männer dort prostituieren, also ob freiwillig oder aus reiner existensnot, kann ich überhaupt nicht beurteilen und habe dies auch überhaupt nicht gewertet!

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pietro-del-cesare 21.01.2010, 15:00
52. ....

Zitat von pietro-del-cesare
Als ich vor acht Jahren meine jetzige Frau auf Phuket kennenlernte, war ich vierig Jahre alt, meine Auserwählte war zwanzig. Dass es meiner Frau in Deutschland nicht sonderlich gefiel, bemerkte ich bereits nach ein paar Wochen. Dieses .....
In meinem Kommentar (#50) vergaß ich zu erwähnen, dass meine schöne und kluge Ehefrau Toi keine Prostituierte oder Topless-Bar-Tänzerin, sondern kaufmännische Angestellte in einem Golfclub war. Tut mir leid, verehrter User si_iso, dass wir überhaupt nicht Ihren 19. Jahrhundert-Klischees entsprechen.

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chocochip 21.01.2010, 15:01
53. Richtig

Zitat von Ycare
Mich läß aber das Gefühl nicht los, dass diese ganzen "deutschen Powerfrauen" sich deshalb immer über die Beziehungen zu ausländischen Frauen aufregen, da sie fürchten, das diese anderen ihnen die "Butter vom Brot" stiehlt. Die ganze Empörung, wg. Unterdrückung, Ausbeutung etc. ist schlichtweg gespielt.
Was mir auffällt: Die angeblichen Powerfrauen will niemand, schuld sind natürlich die Männer. Und wenn sie im Ausland heiraten, dann wird natürlich gelästert. In Wirklichkeit steckt hinter der Power aber meist nur eine zu große Klappe und dann klappt es halt nicht auf dem Heiratsmarkt.
Ich habe eine engagierte Ehefrau, die auch trotz ihres eigenen Betriebes versteht, dass sie nicht allein ist auf dieser Welt und nicht immer im Zentrum stehen möchte.

Was mich ohnehin bei deutschen Frauen wundert: Keine will sozial nach unten heiraten, sondern immer nur nach "oben". Tja, da könnt Ihr eben nicht genügend Kandidaten finden und die, die es gibt, die wollen Euch nicht unbedingt, sondern sind auch mit einer Frau zufrieden, die weniger verdient als Ihr, selbst wenn sie 40h die Woche arbeiten gehen.

Status ist nicht Alles und solange Status das einzige Ziel ist, solange würde ich die angeblichen Powerfrauen nur mit Gummianzug anfassen, gerade als Gutverdiener.

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Zoroaster 21.01.2010, 15:02
54. Chinesische Freundin

Meine Freundin ist Chinesin, habe sie während eines 6monatigen berufl. Aufenthalts in China kennengelernt, wir sind jetzt seit 2 Jahren zusammen und werden im Sommer heiraten.
Da sie keine besondere Qualifikation hat und auch nur einen mittelmäßigen Job in China, ich hingegen einen ziemlich guten in Deutschland, dachte ich zuerst, es wäre besser, wenn sie nach Deutschland kommen würde.
Aber es gibt für nun mehrere Gründe, mir in China einen dauerhaften Job zu suchen. Einer ist der, dass ich befürchte, sie könnte in Deutschland Probleme haben, insbesondere auch sozialer Natur (kaum Freunde, etc.), mit der Sprache, dem Essen u. ä. Außerdem würde es ihr, bei aller Liebe, extrem schwerfallen, China zu verlassen. Ich hingegen bin doch anpassungsfähiger.
Diese vermeintliche Selbstverständlichkeit, Asiatinnen hätten nach Deutschland zu kommen, da angenommen wird, in Deutschland sei alles besser, gilt für mich nicht. So hört man öfter Leute, die sagen, sie solle doch einfach herkommen - eine Aussage, die insb. von Menschen getroffen wird, die nie in der Lage wären, auch nur annähernd ihr eigenes Leben zu ändern.

Was die typischen Klischees betrifft: ich bin nicht nach China, um mir eine Frau zu suchen. Es hat sich ergeben. Wir haben uns kennengelernt und uns in langer Zeit "zusammengerauft".
Wie ich mich eigentlich nie mit einer Asiatin einlassen wollte, meint sie selber öfter auch, sie hätte nie einen westlichen Freund/Mann gewollt. Man kann sagen, dass wir uns (leider) kennengelernt und verliebt haben und nur deswegen die durchaus hohen Belastungen dieser Beziehung (manchmal sprachliche Missverständnisse, lange Zeiten, in denen wir uns nicht sehen, finanzielle Belastungen, etc.), die für sie als auch für mich da sind, standhalten können.
Auch ich bin kritisch genug und vermutete anfangs, als wir uns noch nicht so gut kannten, sie würde hauptsächlich mein Geld wollen. Aber mittlerweile weiß ich, dass es nicht so war und ist.
Sie selber will nur im Extremfall (falls ich lange keinen Job in China finde) nach Deutschland, da sie glaubt, sie würde hier nicht glücklich werden (man sehe und staune: am deutschen Wesen genesen wohl nicht alle, wie so manche Besserwisser meinen).
Ein weiteres Klischee, das ich nicht erfülle: ich bin ein Durchschnittstyp, jung und nicht der typische alte, evtl. unansehnliche Deutsche, der sich eine junge Asiatin holt.

Ich bin übzerzeugt: es ist echt, wenngleich vielfach meine Umwelt anders darauf reagiert. Vorurteile gibt es in China auch gegenüber Ausländern und ich habe es auch nicht so leicht mit ihrer Familie, aber trotzdem sind diese Vorurteile eher positiver Natur, während in Deutschland nur Vorurteile negativer Art vorherrschend sind, sprich irgendwas schlecht geredet wird.

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stiffmaster1976 21.01.2010, 15:04
55. na ja

Zitat von Vallecas
An dem Punkt, an dem das nicht mehr funktioniert, hört leider auch alles andere Verständis auf! Ich werde zwar in Spanien auch immer als Ausländer angesehen und 1000-mal gefragt, woher ich denn komme, habe aber wenigstens den Vorteil, daß man als Deutscher in der Welt den Vorteil ....
Da können Sie aber froh sein, dass Sie wohl ein hellhäutiger Deutscher sind und kein "Negro" oder "Morro".
Dann hätte Sie die Spanierin wohl auch nicht geheiratet.
Ich war auch mal mit ner Spanierin verheiratet und ich habe noch nie ein so rassistisches Volk erlebt.
Auch wird man teilweise mit Begeisterung auf die Nazizeit angesprochen.

Also gerade die Spanier würde ich da nicht als leuchtendes Vorbild sehen, da sind wir doch erheblich toleranter.

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Der_Alex 21.01.2010, 15:07
56. Lieber etwas Bodenständiges

Zitat von sosonaja
Leider hat der junge Mann recht. Ist ja schließlich ein Unding, wo es in Deutschland doch so viele intelligente, tolle, toughe, erfolgreiche, emanzipierte Frauen, Superweiber, Powerfrauen, Ladies mit Niveau,... gibt. Ach ja, habe ganz vergessen, die will niemand haben.
Welche Powerfrauen meinen Sie? Die mit den drei Big MACs und die hinter den Typen ihrer nicht so verständlicher Fantasie her jagen? Die meisten Frauen sind irgendwo in den Wolken gefangen und legen ihren Preis um 100% zu hoch, als wäre sie alle Mutter Theresa, Lady Dai, Paris Hilton und Marie Curie in einem.
Dass ihr Glück vielleicht nicht bei dem Solarium TT-Fahrer liegt, wohlen viele nicht einsehen, hauptsache esmuss mit Luxus und Speed durchs Leben gehen, so dass man am Ende alleine Mitte 40 da sitzt.

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zeitmax 21.01.2010, 15:08
57. Fifty - fifty

Zitat von Mutige
Zitat "Ich bin der Weiße, der angestarrt wird. Trotzdem ist es für mich viel leichter, in Kambodscha Ausländer zu sein, als es das für Sreykeo in Deutschland wäre." Ja, wie Recht er hat, es ist unglaublich schwierig, wenn nicht gar unmöglich, hier als "Ausländer" völlig normal behandelt zu werden. Egal ob im Job oder sonstwo. Einmal Ausländer, immer Ausländer und die Leute merken nichtmal, wie schlimm es ist. Es ist egal, ob man hier geboren wurde oder nicht - es reicht aus, wenn man es einem ansieht. Oder etwas Akzent hört. Leider hat er Recht.
Es gibt solche und solche... Manche verhalten sich wie das Kaninchen vor der Schlange und fordern dieses Verhalten - unbewußt? - geradezu heraus.
Bei anderen käme man nie auf den Gedanken.

Und auch die Einheimischen sind mal so, mal so.

Aber ich finde es in Asien schon viel leichter mit der Kontaktaufnahme. Der "Farang" findet aber stets schnell über die staunenden Kinder Zugang und stellt manchmal überrascht fest, daß die Probleme den hiesigen sehr ähnlich sind, die Lösungen aber teilweise verblüffend. -

Prostitution hat generell einen anderen Stellenwert, weil oft der einzige Weg zur Versorgung der Familie, die Promiskuität der Männer ist hoch (aber ist Frankreich z.B soviel anders?) Da können wir noch lernen, statt Nase zurümpfen.

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schweineigel 21.01.2010, 15:09
58. Selbsterfüllend

Zitat von blowup
Tja ... dass die meisten Männer, die eine Prostituierte geheiratet haben, * eine geringe Ausbildung / Bildung besitzen * einen gering .....
Es liegt in der Natur der Sache, dass es hier im Forum kaum Leute gibt, die in dieses Schema passen, oder es wenigstens zugeben :-)
Deshalb wird es hier auch kaum einen Befürworter geben:

Hallooooo... Ist hier jemand, der im Puff von Kambodscha die 'Liebe seines Lebens' getroffen hat, die deine 'innere Jugendlichkeit und Schönheit' bewundert hat, und dann nach Strich und Faden ausgenommen und betrogen wurde?
Bitte Melden zum auslachen... hahaha
Und Männer, die Scheinehen eingehen, werden sich hier wohl auch nicht massenhaft für Schuldig bekennen.

Ich will nicht bezweifeln, dass es viele Liebesheiraten gibt - Jeder Fall ist einzigartig - Aber gleich bei jedem Stirnrunzeln die Rassismuskeule herauszuholen und auf die Deutschen einzudreschen ist schon aggressiv.

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blowup 21.01.2010, 15:11
59. wie wahr

Zitat von Loso
Vollste Zustimmung. Bin selber elf Jahre mit einer Thailänderin verheiratet. So etwas wie Ausländerfeindlichkeit ist meiner Frau nie auch nur ansatzweise entgegengeschlagen. Im Gegenteil, das öffentlich zelebrierte schlechte Gewissen gibt ihr eher einen teilweise unangemessenen Bonus (weil es ....
Auch Ihnen meine vollste Zustimmung. Das ist die Realität, die ich kenne. Die hat rein gar nichts mit dem dummen, vorurteilschwangeren und mitleidigen Gedusel zu tun, was man hier meist liest und hört. Vielleicht gab es mal den Typus der devoten Thailänderin, als vor vielen Jahren die Damen noch wirklich aus Überlebensgründen anschaffen gingen und nicht wie heute um des guten Lebens willen.

Und damals waren die Ladies auch noch verunsichert und vereinzelt. Heute hat sich in dem Land das Wissen und die Erfahrung aus Jahrzehnten "Ausländer-ausnehmen" angesammelt und steht allen zur Verfügung. Es gibt Schreibbüros, wo die Ladies Briefe an ihre abgereisten Lover in Auftrag geben können, die alle Register ziehen. Nicht wenige haben mehrere "Beziehungen", die regelmäßig Geld überweisen. Es gibt übrigens ein interessantes Buch mit Interviews der Ladies und den abgedruckten Briefen.

Im übrigen bin ich der Meinung, dass man in Asien unter Liebe was ganz anderes versteht, als viele hier. Ich will damit keine Wertung vornehmen und auch nichts über die Aufrichtigkeit und Tiefe der Gefühle sagen. Aber die - vielleicht etwas naive - Vorstellung vom gegenseitigen Verstehen/Verschmelzen, die wir hier haben, steht in Asien gewiss nicht im Mittelpunkt. Das ist in unserem Kulturkreis letztlich aus der jüdisch/christlichen Tradition entstanden, die man in Asien nicht hatte. Oder glauben wir, dass unsere Definition von Liebe universell ist? Da fängt sie doch schon an, die Intolernz.

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