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Deutsche Bischöfe: Materieller Verzicht geht nicht

Verzicht? Ohne mich!*Deutsche Bischöfe sind nach SPIEGEL-Informationen offenbar nicht bereit, dem Papstaufruf zu materiellen Einschränkungen*zu folgen. Immerhin geht es um 190 Millionen Euro im Jahr.

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R Panning 01.10.2011, 14:40
1. x

Zitat von sysop
Verzicht? Ohne mich!*Deutsche Bischöfe sind nach SPIEGEL-Informationen offenbar nicht bereit, dem Papstaufruf zu materiellen Einschränkungen*zu folgen. Immerhin geht es um 190 Millionen Euro im Jahr.
Na was für ein "Wunder"...

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crocodil 01.10.2011, 14:42
2. Kirche

Ist doch nichts neues- seit Hunderten von Jahren scheffelt die Kirche, (wie andere Religionen auch), um den "Gläubigen"
vorzugaugeln in den Himmel aufzufahren. Kommt eine Fliege, die gefressen wird, auch in den Himmel?
Es gibt bestimmt einige Bibelverse, die dem Reichtum der Kirche widerspricht. Habe kurzfristig nur diesen gefunden:

Jesus Christus: Niemand lebt davon, daß er viele Güter hat." (Matthäus 7,7)

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Feerix 01.10.2011, 14:48
3. Warum der Staat?

Warum zahlen denn nicht die Nutznießer der Enteignung? Wie zum Beispiel Thurn und Taxis?

Üblicherweise gibt es auch einmalige Entschädigungssummen. Soll doch die Fürstin ihre Lamborghinis abtreten. :-P

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burgundy 01.10.2011, 14:52
4. Insofern die Kirche einem gesellschaftlichen Auftrag nachkommt,

mit sozialen Hilfswerken, Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern, hat sie auch Anspruch auf Unterstützung durch die Gesellschaft.

Persönlicher Besitz war schon immer ein Streitpunkt innerhalb der Kirche, immer wieder gab es inner- und (im Gefolge) ausserkirchliche Gegenbewegungen gegen die Verweltlichungstendenzen in der Kirche. Als Beispiele können genannt werden: die zisterziensische Bewegung und die Reformation.

In der Tat: Persönlicher Besitz gehört eben nicht zu den Eigenschaften des Christen. Der Papst, der die Kirche auf ihre Wurzeln zurückzuführen versucht (und er meint dies, zumindest intellektuell, wohl redlich) steht mit seinen Worten in der Nachfolge Christi. Dies und nichts anderes erwartet man von einem Papst.

Seine Schafe, zu denen auch die Bischöfe gehören, sind aufgerufen, ihm zu folgen. Dies ist in der realen Welt immer schwierig, und selten kann man die Radikalität Christi nachleben, der gefordert hat, die Toten ihre Toten begraben zu lassen. In der Tat ist nun einmal die Kirche eine Institution, mit deren zukünftiger Existenz Christus selbst in ihrer weltlichen Funktion wohl nicht gerechnet hat. Er hat die Funktion der Kirche einzig in der Verbreitung des Wortes Gottes gesehen. Dennoch, die Kirche als weltlicher Faktor existiert nun einmal und muss daher auch ihre weltlichen Interessen wahrnehmen wie alle weltlichen Institutionen, denn sonst geht sie unter.

Christus hätte den Mut zum zeitlichen Untergang gefordert, um das ewige Leben zu erlangen, war seine Glaubenssicht doch rein individuell. Eine Gemeinschaftseinrichtung wie die Kirche wird diesen Mut wohl nicht aufbringen können. Der Glaube ist eben doch zu schwach... Aber das ist menschlich.

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gerd33 01.10.2011, 14:52
5. Woher hat die Kirche ....

... eigentlich die Reichtümer, die vorvoriges Jahrhundert dem Staat übereignet wurden und weswegen heute noch Entschädigungen gezahlt werden??

Oder hat die Kirche in früheren Jahrhunderten diese reichtümer, Ländereien etc. dem einfachen Volk abgepresst, durch Söldnerheere jeden Widerstand brechen lassen und die Verursacher der Maßnahmen -z.B. Großinquisitoren- obendrein noch heilig gesprochen, was diese bis heute auch noch sind!

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VPolitologeV 01.10.2011, 14:53
6. Was?

Also, die Entschädigungsansprüche bestehen seit 200 Jahren? Ist da irgendwann mal abgezahlt, oder ist es eine finanzielle Weiterführung eines ehemaligen Grundbesitzes? Da die Entschädigung nun auch länger als Neu(un)ordnung nach Napoleon, Kaiserreich, Weimarer Republik, Nazizeit, und BRD (mono) sowie BRD (stereo) andauert, wüßte ich gerne, auf welcher Grundlage die Kirche in den Besitz gekommen ist - ist ja legitim, oder? Dann interpretiert Zollitsch die "Entweltlichung von materieller Last" nicht als "Aufgeben von materiellen Ansprüchen" - interessant: Da fallen mir zwei Deutungsmöglichkeiten ein - entweder wollen sich die Herren nicht mehr mit den materiellen Widersprüchen zu ihrer Doktrin beschäftigen (also so ein Unsinn wie faire Löhne in kirchlichen Einrichtungen) oder aber sie wollen die materiellen Lasten ins Geistliche hinüberschaffen = Ansprüche festklopfen, damit man sich in dieser Welt keine Gedanken mehr darüber machen muß. Und damit das so bleibt, wollen sie sich der "politischen Last" entledigen - also nicht mehr darüber diskutieren.

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autocrator 01.10.2011, 14:53
7. unglaublich

vor 200 jahren, also vor 8 generationen, gab es enteignungen, wobei man sicherlich trefflich darüber streiten kann, ob diese nach damaligem gültigen recht nicht korrekt und rechtsgültig vonstatten gingen und dabei auch keine übergeordneten rechtsgüter verletzt wurden ... und dafür bezahlen wir heute noch eine entschädigung? - an eine institution,, einen verein, der wahrscheinlich der materiell reichste in ganz doitschlandesh ist ??? der angeführt wird von einer horde klemmschwuchteln in langem fummel, die vom staat = uns steuerzahlern auch noch monatlich p.p. über 10.000 € "gehalt" kassieren?

Wie war das nochmal mit "eher geht ein kamel durch ein nadelöhr alsdass ein reicher in den himmel ..." ???
- sie werden alle in der hölle braten! wenigstens diese freude bleibt dem gläubigen, bei einem solch unglaublichen vorgang!

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weltbetrachter 01.10.2011, 15:05
8. über die Auslegung von Gesetzen in der Kirche

Wenn es um die Anzeige von Straftaten - sexuelle Übergriffe - geht, dann scheint in der Kirche ein anders Recht zu gelten als in diesem Land.
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Geht es um Zahlungen, über deren Sinn man heute noch trefflich streiten kann, werden gern beide Hände aufgehalten.
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Das "Primat der Politik" muß auch hier gelten. Die Politiker entscheiden über die Verwendung von Steuergeldern und sonst niemand !!!

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kellitom 01.10.2011, 15:09
9. Trennung wie in Frankreich

Die Kirchen sollte sich selbst finanzieren, aus den Beiträgen ihrer Mitglieder.
Der Staat sollte nicht länger für die Kirchen die Kirchensteuer einziehen.
Auch Subventionen und Steuererleichterungen sollte der Staat nicht mehr gewähren.
Das wäre ehrlicher.
Dann wäre sichtbar, wie stark die beiden großen Kirchen noch sind.

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