Forum: Panorama
Diskurskritik: Politische und andere Ehrenmorde
Fabrizio Bensch/ REUTERS

Als Ehrenmord gelten Tötungen zur Verteidigung der Ehre. Es gibt auch Taten zur Erringung von Ehre oder zur Vernichtung von Ehre. Nicht alle Taten sind strafbar, nicht alle Opfer sterben, nicht alle Täter sind Männer.

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alice-b 07.06.2019, 18:17
1. Peinlich

"bisschen peinlicher als der händchenhaltende Auftritt der Großpolitikerinnen Dreyer und Schwesig am 3. Juni." Sehr geehrter Herr Fischer diese Aussage von Ihnen ist durch keine weitere Peinlichkeit zutoppen. Sie kenn Fr. Dreyer nur aus dem Fernseher. Nein, diese Aussage ist geschmacklos!!!

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brooklyner 07.06.2019, 18:18
2.

Diese Flachpfeifen haben noch nicht verstanden, wie sehr es an allen Ecken brennt. Und ich meine jetzt nicht irgendwelche verwirrten Ossis, die hilflos Nazis folgen. Allerorten hört man besonders auch von Leuten aus dem Bildungsbürgertum, dass diese nicht mehr wissen, wem sie ihre Stimme geben sollen. Dieses selbstgerechte Völkchen hat nicht mitbekommen, dass alle angeekelt sind von ihren jämmerlichen Verflechtungen mit Lobby Schmierlappen oder noch schlimmer, sie haben nicht das geistige Rüstzeug, aus diesem Teufelskreis auszubrechen, in dem sie sich befinden. Das wird diesem schlimmen Teil der Bevölkerung sehr bald sehr um die Ohren fliegen. Das beste Beispiel für solch ein Opfer dieser überholten Welt ist dieser unsägliche Amthor. Wer mit einem Gehirn würde nicht in der ersten Minute bei einem Treffen mit dieser Gestalt sagen, um gottes Willen, geh weg und das ganz schnell und ganz weit. Dieser Klüngel lebt schon viel zu lange in seiner eigenen Welt. Was glauben die denn, warum in Berlin zum Teil fast 9% Sonneborn und die Partei gewählt haben?

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klauspeterkonrad 07.06.2019, 18:23
3. Fischer for Fischer

Hei, wie doch wieder alles mit dem Rhetorik-Quirl zum Meinungsbrei verarbeitet wird. Ziel der Aktion: Fischer bewundert Fischer – so gescheit, so eloquent, so unerbittlich mit der Aburteilung der den ihn – den Meister! – umgebenden Nichtigkeiten. Erkenntnisgewinn? Im Gegensatz zur Physis eher mager.

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Nordstadtbewohner 07.06.2019, 18:24
4. Es gab nie die eine SPD

Sehr geehrter Herr Fischer, Sie und andere gehen stets davon aus, dass die SPD, auch wenn es sie de jure seit 155 Jahren gibt, nie ein und dieselbe Partei war. Die Partei war von ihrer Gründung bis zu Otto Wels 1933 eine Partei, die sich nie der Realität verweigerte, sondern Bodenhaftung bewies. Natürlich gab es Richtungskämpfe, natürlich Beleidigungen und verbale Angriffe. "Ehrenmorde" wie in den letzten 20 Jahren gab es dort aber nie. Die SPD nach dem 2. Weltkrieg ist eine völlig andere Partei als die zuvor. Abgesehen von Schröder ist die Partei seit Wehnert und "Genossen" von "Ehrenmördern" geführt und bis heute in die Bedeutungslosigkeit geführt worden. Kühnert wird der Bestatter sein. Zu Recht.

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exHotelmanager 07.06.2019, 18:37
5. Im Fall Nahles

können wir getrost von politischem Selbstmord ausgehen. Bestenfalls war noch grobe Fahrlässigkeit wegen Selbstüberschätzung im Spiel. Es war kein Dolchstoß nötig, nur eine Wahlkampfrede in Bremen.

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jonath2010 07.06.2019, 18:39
6. Kruder Vergleich

Zitat: "Wenn man das 30 Jahre zurückverfolgt, bemerkt man, dass etwa alle drei bis vier Jahre eine neue Welle der Mafia-, Clan- und Bandenbedrohung über Deutschland hereinbricht: Chinesen, Japaner, Vietnamesen, Russen, Albaner, Kosovaren, Roma, Nigerianer, Ghanaer, Italiener, Algerier, Marokkaner, Tschetschenen, Türken, Kurden, Libanesen. Seit zehn Jahren vollzieht sich eine Verschiebung auf islamische Herkunftsländer." (Ende Zitat). Er hat bei seiner Aufzählung nichts ausgelassen - und wohl auch nichts vergessen, der Thomas Fischer. Aber das politische "Absägen" von Parteifreunden insbesondere innerhalb der SPD mit den tatsächlichen Ehrenmorden hierzulande zu vergleichen, ist ziemlich abgefahren. Der krude Vergleich verhöhnt insbesondere die tatsächlichen Opfer. Zumeist sind es muslimische junge Frauen, die sich vom westlichen Lebensstil angezogen fühlten, und diese Einstellung mit ihrem Leben bezahlen mussten.

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dasfred 07.06.2019, 18:47
7. Das Highlight zum Pfingstwochenende

Ein Text, vor dem auch gute Kabarettisten verblassen könnten. Ich bin Mal wieder begeistert. Zum Thema Ehre nur ein alter Witz: Lass uns um die Ehre spielen! Quatsch! Was nützt mir deine Ehre, wenn ich Gewinne. Herr Fischer hat das heutige Thema sehr erschöpfend behandelt und mit seinen Wortspielen pikant gewürzt. Ein Text, der auch noch Freude macht, wenn man ihn öfter liest.

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Anandamid 07.06.2019, 18:49
8. Ehre ist ein hohes Gut, nicht nur bei der Mafia

Sonst gäbe es ja auch kein Verbrechen wie z.B. Rufmord. Ehre zu haben bedeutet z.B. nicht zu stehlen, wenn man könnte. Es bedeutet z.B. geliehene oder kommissarisch verwaltete Sachen wieder zurück zu geben, auch wenn man aufgrund der Machtverhältnisse nicht müsste (schon nicht mehr so selbstverständlich). Es bedeutet sein Wort zu halten und seine Geschäftspartner nicht zu täuschen usw. usf.. Ich könnte hier einen sehr langen Text darüber schreiben, aber es lohnt sich nicht in einem Forum.

Ehre zu haben ermöglicht es einem mit Leuten zu reden, die sonst niemals mit einem sprechen würden. Es erlaubt einem Orte zu betreten und Dinge zu sehen, die für andere vollständig verschlossen sind. Es gibt nicht ohne Grund einen eigenen Begriff dafür in praktisch allen Sprachen.

Es ist dagegen z.B. keine Ehrverletzung die Schwester eines muslimischen Mannes in höflicher Art und Weise anzusprechen, wenn es denn sein muss. Da werden Ehre und Moral in übler Weise vermischt, obwohl beides nicht exakt das Gleiche ist.

Ich spreche diesbezüglich die gleiche Sprache wie Salvini, auch wenn die Inhalte komplett unterschiedlich sind.
Euer Ehren ;-)

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spon_4_me 07.06.2019, 18:53
9. Luft! Endlich Luft!

Wie ich die Woche gewartet habe, Herr General Professor Graf von Fischer, wie ich gewatet bin durch Sümpfe klebriger Empörung, wie ich mich kämpfte durch den moralischen Morast der Twittertwerps - bis endlich (Hosianna) Ihre Kolumne am Freitag erscheint und befreit wie es sich für diesen Tag gehört. Ab jetzt wird hoffentlich Schluss sein mit den infantilisierenden Mutmaßungen und pseudo-intellektuellen Home Stories und der Hamburger Oberhafen wird überquellen von den Tränen der Redakteure, die einmal, nur einmal so schreiben können wollen wie Sie. De profundis clamavi ad te.

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