Forum: Panorama
Diskurskritik: Politische und andere Ehrenmorde
Fabrizio Bensch/ REUTERS

Als Ehrenmord gelten Tötungen zur Verteidigung der Ehre. Es gibt auch Taten zur Erringung von Ehre oder zur Vernichtung von Ehre. Nicht alle Taten sind strafbar, nicht alle Opfer sterben, nicht alle Täter sind Männer.

Seite 3 von 8
20. Zu NR. 13 (echt jetzt)

Zitat von Echt jetzt.
Die bösen, bösen Eliten in Politik und Medien, die entweder zu korrupt oder qua Sozialisation zu unfähig sind, um die Dinge so anzupacken, wie sie nach einhelliger Meinung der Bevölkerung angepackt werden müssten. Damit macht es sich Fischer ganz schön einfach, wie ich finde. .(..) Auch die Kritik an den Politikern kommt mir etwas billig her. Wenn Fischer sagt, dass 20 Semester Nebenbeistudium von Politik oder Pädagogik nicht das eigentliche Problem seien - tja warum erwähnt er sie dann (und zwar mit beißendem Unterton)? Was sollen die Bemerkungen, wonach es in Parteikreisen ja ganz schön weltfremd zugehe, weil man da ja so komisch sozialisiert werde? Gibt es denn, lieber Herr Fischer, irgendeine Berufsgruppe, bei der man nicht spezifisch sozialisiert wird und dadurch einen stets offenen und unverstellten Blick auf die Wirklichkeit erlangt? Außer, kleiner Scherz, Juristen natürlich? (...)
Ich verstehe, was Sie meinen. Denke aber, dass Sie mich einw nig fehlinterpretieren. Weder bin ich gegen Eliten, nich meine ich, dass sie böse böse sind. Der Zusammenhang zwischen "Politik" (als "Betrieb") und Presse (als System) ist - beklanntlich - deutlich komplizierter als meist dargestellt. Da die Bevölkerung die Darstellung der Poliitik ja durchweg gar nicht zur Kenntnis nehmen kann, wird sie zu fast 100 Prozent in zwei aufeinander bezogenen Systemen hergestellt, synthetisiert und abgebildet. Politik - in diesem Sinn - wird schon FÜR Medien gemacht; und umgekehrt wird von diesen das dazu "passende" Deutungssystem zur Verfügung gestellt. Ja kalr: Auch die Nachfrage der Rezipienten passt dazu. Aber - beispielhaft - BILD ist ja nicht wie sie ist, weil die Leser möglichst blöd sein das "wollen".
Das mit der Sozialisation haben Sie missverstanden. Den Hinweis auf die "20 Semester" habe ich nur als zartes Echo auf die gestrige SPON-Kolumne "der Schubser" aufgenommen, gegen deren Thesen ich Einwände hätte. Und der Hinweis auf die Enge des Blickwinkels ist einfach der Versuch, bestimmte Verhaltensweisen zu verstehen. Sie unterlaufen den Protagonisten ja nicht, weil sie unintelligent, unwillig oder unfähig sind. Dass "auch andere Berufsgruppen" professional-spezifische Blickwinkel haben, ist in der Tat völlig richtig. Wir sprechen hier aber nicht von den Verkennungen, die Juristen, Ärzte, Lehrer oder Verkäufer in allgemeinen Lebensfragen außerhalb der Arbeit an den Tag legen, sondern um das berufs-spezifische ZENTRUM der Tätigkeit. Im Übrigen handelt es sich keineswegs um persönliche Vorwürfe. Wenn man wissen will, warum ein Taxifahrer die ganze Welt als Ansammlung von Hindernissen betrachtet, muss man überlegen, was er seit 30 Jahren täglich macht. Das ist bei Fraktionsvorsitzenden nicht wesentlich anders.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Ein Stein! 07.06.2019, 20:38
21. Herr Fischer, ich bitte Sie

Zitat von Thomas Fischer (SPON-Kolumnist)
Oh, wieder mal ein echter Humor-Spezialist unter meinen Lesern! Ausgezeichnet der Hinweis auf das Übergewicht des Kolumnisten! Ganz toll! Haben Sie Kebekus' gestrige Knaller-Humorschow gesehen? Wie sie "den Thorsten, den Schäfer, den Gümbel" mal wieder satirisch entlarvt hat mit seinen Dioptrien? Großes Intelligenzkino! -- Natürlich ist es, wie schon Annika + Thomas wussten, immer leicht, sich über die mangelnde Schönheit fremder Philosophen herzumachen, wenn man selbst den Kopf in einem Kartoffelsack versteckt. Es wäre also, um Ihrem kleinen Scherz und Ihrem großen Geist einen würdigen Rahmen zu bieten, unbedingt erforderlich, dass Sie uns ein aktuelles Foto Ihrer schönen Physis zugänglich machen. Ich hoffe, das ist nicht zu viel verlangt!
Selten hat es ein so ausschweifender Text wie der Ihrer Kolumne geschafft, mich bis zum Ende zu fesseln.
Kompliment zu diesem Text, wieder einmal lang aber trotzdem gut lesbar und, vor allem, mit jedem Satz einen Nagel versenkt.

Ihre Antwort an @klauspeterkonrad

Zitat von klauspeterkonrad
"Hei, wie doch wieder alles mit dem Rhetorik-Quirl zum Meinungsbrei verarbeitet wird. Ziel der Aktion: Fischer bewundert Fischer – so gescheit, so eloquent, so unerbittlich mit der Aburteilung der den ihn – den Meister! – umgebenden Nichtigkeiten. Erkenntnisgewinn? Im Gegensatz zur Physis eher mager."

Ende Zitat

ist allerdings enttäuschend platt.
Da hätte ich mehr erwartet.
Sie können mehr als solch einen Schnellschuß aus der Hüfte!

Und die beiden letzten Sätze machen es sogar noch schlimmer:
Ja, das ist zu viel verlangt!
Es ist technisch nicht möglich, dieser Aufforderung nachzukommen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
22. Zu Nr. 19 (susuexp)

Zitat von susuexp
(...) Kurz: Es geht um das "tactical framing", das, wie Joseph N. Cappella und Kathleen Hall Jamieson in "The Spiral of Cynicism" ausführen, dazu führt, dass die Wahlberechtigten Politiker nicht als Repräsentanten von unterschiedlichen Ideologien, sondern nur als Machtmenschen wahrnehmen. Im Rahmen dieser Zynismusspirale bleibt dann auch die Wahrheit auf der Strecke, da werden Trump oder die AzD gewählt, weil es eben egal ist, ob sie ein Konzept haben, oder ihre Aussagen einen Bezug zur Realität. Über Posten zu reden, statt über Inhalte ist daher Wasser auf die Mühlen des Populismus, der ja stets damit prahlt aufräumen zu wollen, mit den "Systemparteien", die ja als bloße Vehikel zum Erringen von Abgeordnetenpensionen erscheinen. Und wenn der Zynismus beim "die da oben, machen ja doch was sie wollen" angelangt ist wird eben das Kreuz bei der Höcke-Partei gemacht - den wird genauso wenig geglaubt, was er da von sich gibt (sonst müsste man sich eingestehen in genau jener rechten Ecke zu stehen, in die man sich zu Unrecht gestellt zu werden glaubt) wie man den anderen Parteien etwas glaubt.
Da haben Sie Recht. Genau das ist das Spiel. Ein schönes, wenn auch nur schaumgebremstes beispiel war die "maischberger"-Talkshow vom 5. Juni. Aus welchen Gründen auch immer, nehmen wir an aus guten, nahmen drei berufspolitiker teil, die sich bemühten, jedenfalls im Ansatz über Inhalte zu sprechen - und wenn nur in der Form, dass sie dazu aufforderten und ihren Willen dazu bekundeten. Selbst das wurde Ihnen nur gegen Widerstand gestattet. Die drei Journalisten faselten bis zum bitteren Ende darüber, wer zweiter stellvertretender Schriftführer welches Karnickelvereins hätte werden können oder demnächst werden sollte, wer was über wen gesagt hat und wer demnächst mit wem wen besiegen wird. Heute ist, soweit ich sehe, die Frage, ob und wann entweder Harbeck oder Kühnert Bundeskanzler werden. Es ist zum Erbarmen. Ich weiß nicht, warum niemand die Großanalytiker und Zettelmoderatorinnen einfach mal fragt, was sie eigentlich selbst in einer konkreten Sachfrage vorschlagen, wollen, besser wissen oder können.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Lykanthrop_ 07.06.2019, 21:01
23.

Vielen Dank Herr Fischer, Ihre Kolumnen sind der Goldstaub auf der SPON Patina.
Leider sind die meisten Menschen meistens nicht in der Lage die subjektive Ebene zu verlassen und verfolgen ihre eigenen Agenden und Ziele, abseits der prioritären Gemeinwohlrelevanz, angetrieben durch Ehrgeiz, Gier und Kränkung.
Politiker sind auch Menschen, wir sind das Problem.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
24. zu Nr. 21

Zitat von Ein Stein!
Ihre Antwort an @klauspeterkonrad Zitat von klauspeterkonrad "Hei, wie doch wieder alles mit dem Rhetorik-Quirl zum Meinungsbrei verarbeitet wird. Ziel der Aktion: Fischer bewundert Fischer – so gescheit, so eloquent, so unerbittlich mit der Aburteilung der den ihn – den Meister! – umgebenden Nichtigkeiten. Erkenntnisgewinn? Im Gegensatz zur Physis eher mager." Ende Zitat ist allerdings enttäuschend platt. Da hätte ich mehr erwartet. Sie können mehr als solch einen Schnellschuß aus der Hüfte! Und die beiden letzten Sätze machen es sogar noch schlimmer: Ja, das ist zu viel verlangt! Es ist technisch nicht möglich, dieser Aufforderung nachzukommen.
Na, klauspeterkonrad könnte uns doch einen Hinweis auf seine Internetpräsenz geben, auf der man seine Physis in Augenschein nehmen kann, um sie dann mit dem Inhalt seines Forumsbeitrags abzugleichen. Ich finde meine Antwort im übrigen natürlich überhaupt kein bisschen platt. Ich bin ja nicht beleidigt, weil irgendwelche Geistesgrößen mir schreiben, ich sei zu fett, um Recht zu haben. So ist es halt: Ich bin zu dick, Herr Schäfer-Gümbel hat eine dicke Brille, Herr Kühnert hat ein "Pennälergesicht", usw. Ich könnte ja mal eine ganz besonders lange Kolumne darüber schreiben, wen ich besonders und wen ich weniger schön finde. Tatsächlich habe ich ja auch eine präzise Vorstellung davon, wie sich die Physis von klauspeterkonrad darbieten könnte Ich gewinne diese Erkenntnis aus seinen Zeilen. Aber ich verrate sie nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
vera gehlkiel 07.06.2019, 21:17
25. @susuexp

Ich versteh immer nicht, was die Menschen für ein Problem mit der Macht haben sollen! Für mich ist das eine behavoristische Seuche, beruhend auf dem gleichen Selbstoptimierungswahn, der auf einmal durch absurde hirnakrobatische Winkelzuege dazu führt, dass sehr gut ausgebildete und weitgehend sorgenfreie Menschen ihre Kinder nicht mehr impfen lassen. Permanent bekundete Authentizität statt explizites Machtbewusstsein von Politikern zu verlangen das ist, wie sympathische Alkoholiker als bevorzugte Flugzeugmechaniker von den Airlines einzufordern. Meine "Authentizitätsbeduerfnisse" sollte ich vielleicht selbst loesen, indem ich mal weniger fernsehe, mir einen anderen Mann/eine andere Frau, ein spannenderes Hobby suche. Wie wenig gutes Fleisch noch an diesem Knochen hängt erkennt man an dem Abgrund des Masslosen, auf den jedes behavoristische Modell am Erde der Wegstrecke verweist. Ich glaube fest: man muss das nur wieder umdrehen: die Leute wollen "Führung" als Aufzeigen kreativer Perspektiven durch "stark machtbewusste" Kreative. Und auf diesem Hintergrund dazu aufgefordert werden, richtig mitzumachen, statt sich passiv zu beklagen. Frei nach Kennedy: "Frage dich nicht, was..." usw.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Ein Stein! 07.06.2019, 21:26
26. Danke für Ihre Antwort

Zitat von Thomas Fischer (SPON-Kolumnist)
Na, klauspeterkonrad könnte uns doch einen Hinweis auf seine Internetpräsenz geben, auf der man seine Physis in Augenschein nehmen kann, um sie dann mit dem Inhalt seines Forumsbeitrags abzugleichen. Ich finde meine Antwort im übrigen natürlich überhaupt kein bisschen platt. Ich bin ja nicht beleidigt, weil irgendwelche Geistesgrößen mir schreiben, ich sei zu fett, um Recht zu haben. So ist es halt: Ich bin zu dick, Herr Schäfer-Gümbel hat eine dicke Brille, Herr Kühnert hat ein "Pennälergesicht", usw. Ich könnte ja mal eine ganz besonders lange Kolumne darüber schreiben, wen ich besonders und wen ich weniger schön finde. Tatsächlich habe ich ja auch eine präzise Vorstellung davon, wie sich die Physis von klauspeterkonrad darbieten könnte Ich gewinne diese Erkenntnis aus seinen Zeilen. Aber ich verrate sie nicht.
aber ich stelle mir gerade die Frage, ob der Thomas Fischer, der die Kolumne verfasst hat mit dem Thomas Fischer, der in diesem Forum antwortet, tatsächlich identisch sein können!

Auch wenn Sie Ihre Antwort nicht ("Natürlich überhaupt kein bisschen") platt finden, ich bin da sehr wohl dieser Meinung.

Ich könnte Ihnen vom mir zum Beispiel keine "Internetpräsenz" benennen, habe ich nicht und vermisse ich auch nicht.

Sie haben definitiv recht, dass der Stil des von Ihnen kritisierten Forumsteilnehmers unterirdisch ist, da er auf Äußerlichkeiten abzielt. Seien Sie unbesorgt, solche Art Menschen laufen früher oder später gegen die Wand, weil sie aufgrund ihrer Wahrnehmung einen Gegner schlicht unterschätzen.

Aber Ihre Antworten hier sind ebenfalls keine Sternstunden.
Sie reiten auf einem Tippfehler herum um dann im eigenen darauf folgenden Beitrag binnen eines Absatzes gleich mehrere zu machen.

Sie fordern Forumsteilnehmer auf, Aktionen durchzuführen, die mit der Forumssoftware nicht machbar sind.

Und Ihre Antwort auf meinen Beitrag lasse ich jetzt einmal unkommentiert. Sie haben offensichtlich zu viel Kraft in die Kolumne gesteckt, für das Forum reicht es anscheinend nicht mehr.
Ich wünsche Ihnen eine erholsame Nacht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Sokrates1939 07.06.2019, 22:57
27. "niedrige Beweggründe"

Nach § 211 des Deutschen Strafgesetzbuchs ist eine vorsätzliche Tötung u.a. als Mord und nicht Totschlag zu qualifizieren, wenn die Tat "aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen" begangen wurde. Sonst niedrige Beweggründe sind nach der Rechtsprechung solche, die den vorgenannten vergleichbar sind und nach allgemeiner sittlicher Wertung auf tiefster Stufe stehen. Wenn Täter und Opfer einer fremdländisch geprägten Subkultur angehören, nach deren Kodex die Tat möglicherweise nicht nur gerechtfertigt, sondern sogar geboten war, stellt sich die Frage, wie zu urteilen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
susuexp 07.06.2019, 23:35
28. @vera gehlkiel

Zitat von vera gehlkiel
Ich versteh immer nicht, was die Menschen für ein Problem mit der Macht haben sollen!
haben sie meinen Beitrag. Es geht nicht darum, dass ich mir Politiker wünsche, die nicht gerne Macht hätten, sondern darum, dass ich bei meiner Entscheidung wen ich dazu bestimme, mich zu repräsentieren gerne über die Inhalte reden würde. Wenn ich mich zwischen 3 Möbelhäusern entscheiden soll in denen ich eine Einbauküche erstehen will, dann ist es mir relativ Wumpe, wer da im Verkauf tätig ist und ich gehe davon aus, dass ausnahmslos alle das Verlangen haben möglichst viele Einbauküchen zu verkaufen. Deshalb ist es für mich auch nicht von Belang. Worüber ich gerne reden würde, sind Kühlschrankinnenvolumina und Herdplattenzahlen. Ich benötige Infos zur Hängeschrankhöhe, damit ich sie mit meiner Stirnhöhe abgleichen kann.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
geschwafelablehner 08.06.2019, 01:21
29.

Herr Fischer hat meinen bisherigen Lieblingskolumnisten (Lobo) abgelöst. Intelligent, witzig, durchdacht... Allerdings wird er wohl demnächst seine Abreibung bekommen, wenn Margarete in ihrer nächsten Kolumne über alte weiße dicke männliche Juristen schreibt. 'Der Feminismus erhebt seine (sic!) Stimme ...'. rofl

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 3 von 8