Forum: Panorama
Diskurskritik: Politische und andere Ehrenmorde
Fabrizio Bensch/ REUTERS

Als Ehrenmord gelten Tötungen zur Verteidigung der Ehre. Es gibt auch Taten zur Erringung von Ehre oder zur Vernichtung von Ehre. Nicht alle Taten sind strafbar, nicht alle Opfer sterben, nicht alle Täter sind Männer.

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SegelW 08.06.2019, 21:45
50. Händchenhalten

Herr Fischer, Malu Dreyer hat seit 1995 MS und hält sich auf dm Weg zum Rollstuhl an ihrer Kollegin fest. An TSG kann sie sich ja nicht gut festhalten, die Schlagzeile der Bild wäre vorprogrammiert. Das war unter der Gürtellinie. Schämen Sie sich.

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retterdernation 08.06.2019, 21:54
51. Ich bin fast sprachlos ...

Herr Fischer überzeugt den retterdernation auf ganzer Linie. In einer Art, die hoch faszinativen Charakter hat. Das gab es so noch nie. Perfekt Ihre Analyse über die deutsche Parteienlandschaft und ihr mediales Gefolge. Nur die rechtlichen Überlegungen im Abschnitt Bataillone fand ich etwas überflüssig. Deshalb kann ich in der Betrachtung leider nur ein grandios geben und kein gigantisch. Auch egal, oder?!

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michiflumm 08.06.2019, 22:15
52. Brutus, Macbeth und das Motiv des Gestaltens

Frau Nahles hat eingesehen, dass ihre (Macht) Position in der SPD nicht unumstritten war, um es neutral auszudrücken.
Sie zog die Konsequenzen. Im Spiel um die Macht verfügte sie weder über die Struktur einer Unionspartei noch über die Raffinesse und Kaltblütigkeit einer AM. AKK übt noch. Es gibt Leute die über ihr Leben lang sehr erfolgreich. Die Stones gibt es vermutlich solange, weil Keith "Satisfaction" einmal fehlerfrei spielen möchte.Politische Morde sind vermutlich effiziente Formen von Politik mit anderen Mitteln. Der Begriff Ehrenmord ist ein Euphemismus.

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fotobiene 09.06.2019, 00:00
53. @ radikalrationalist #47

Zitat von radikalrationalist
Das Gesetz suggeriert dem Leser, dass er auch ein Recht auf Notwehr hat, wenn seine Ehre bedroht wird/verletzt wird. .... Ich möchte an dieser Stelle erwähnen, dass in meiner Hochschulzeit ca. 2009, Darmstadt ein südländlicher Kommilitone seine Freundin im Maschinenbau-Übungsraum abgestochen hat. Meine muslimischen Kommilitonen wollten sich von diesem Verhalten nicht öffentlich distanzieren. Die Trauerfeier war entsprechend eine Fars. Es war meine einzige persönliche Erfahrung mit einem Ehrenmord. Es war kein Deutscher, es war ein Mann, das Opfer war eine Frau und die Familie des Täters war stolz auf ihn. Tut mir leid, dass meine Erfahrung das Klischee bestätigt.
Ich weiß wirklich nicht, welches Gesetz Sie meinen, das IHNEN das SUGGERIERT.

Anfügen möchte ich noch ein Erlebnis in meiner damailgen Weiterbildung, als ein ehemaliger Kommilitone unseren Tutor während seiner Sprechstunde (und unserer Schulstunde nebenan) mit einem Messer erstach, weil er sich zu schlecht beurteilt fühlte - also in seiner Ehre verletzt sah.
Der Täter war ("Bio"-)Deutscher., die Todesschreie unseres Tutors höre ich manchmal noch heute. Wir waren betroffen und mussten uns nicht distanzieren.
Es war meine einzige persönliche Erfahrung mit einem Ehrenmord.
Tut mir leid, dass meine Erfahrung IHR Klischee NICHT bestätigt.

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Olligigagags 09.06.2019, 00:56
54. Das Gespenst der Ehre

Herr Fischer beleuchtet hier sehr eindrucksvoll die verschiedenen Facetten des schwammigen Ehrbegriffs, der durch seine schwere Fassbarkeit sowohl dem gegenwärtigen banalen Politikalltag zweifelhafte tragische Größe verleihen kann, der aber auch, historisch gesehen, durch seinen unterschiedlichen Gebrauch verdeutlicht, wie sehr Sprechen bzw reden bereits handeln ist.
Laut Wittgenstein ist die Bedeutung eines Wortes sein gebrauch in der sprache, und in dieser Hinsicht hat der ehrbegriff eine gefährlich zwiespältige karriere hingelegt.
Als beispiel sei hier nur die letzte freie Rede im Reichstag 1933 genannt, gehalten vom Sozialdemokraten Otto Wels: "Wir sind wehrlos, aber nicht ehrlos...Unsere Freiheit und unser Leben kann man uns nehmen, unsere Ehre nicht." Hier zeigt sich, wie der antiquierteBegriff Ehre auch mal für Mut, für Selbstbehauptungswillen stehen konnte, er appelliert hier an das persönliche Gewissen, ruft auf zu einer humanen Haltung.
Demgegenüber steht der Satz der Nazis: "Unsere Ehre heißt Treue." Hier wird der Begriff derart zurechtgestutzt zu einer Haltung blinden Gehorsams, dass in ihm keine anderen Haltungen mehr Platz finden und in letzter Konsequenz die damit heraufbeschworenen Taten nur noch mit dem gegenteil des ehrbegriffs beschrieben werden konnten: mit dem begriff der Schande.

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ThomasGB 09.06.2019, 06:25
55. ...

Sehr geehrter Herr Fischer,
die Analyse zu Ehrenmord ist ja in großen Teilen interessant und wohl auch nicht ganz falsch.
Alleine – was das mit der SPD und Frau Nahles zu tun haben soll, entzieht sich meinem geistigen Potential. Vorneweg, ich bin kein SPD Wähler. Dennoch gehört eine solche Person aus dem Amt entfernt. Und ich nenne ein einziges Argument. Als sie vor dem Bundestag „Zwei mal drei macht vier winnenwinewit und drei macht neune“ gesungen hat (gewidmet Frau Merkel) da hat sie sich als strohdumm entlarvt.
Erstens: Sie kann nicht singen.
Zweitens: Sie kann nicht logisch denken, denn der Inhalt dieses Reims ist ja gerade, daß nicht das Zwischenergebnis zählt sondern das Endergebnis (3x3=9).
Drittens: Sie hat Merkel, die ja wohl jetzt genug Schaden angerichtet hat auch noch durch Dummheit ein Kompliment gemacht.
So etwas ist unlustig und hat mit Ehrenmorden überhaupt nichts zu tun.

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radikalrationalist 09.06.2019, 08:42
56. Leider alles wahr

Zitat von lalito
Na, das wäre ja was, wenn sich unsere Landsleute dauernd von Morden hier zu distanzieren hätten. Mal im Ernst, soll ich ihnen ihre Hochschule echt abnehmen, oder ist das lediglich eine Farce, diese Geschichte Ihrer "einzigen Erfahrung", die Sie hier versuchen aufzutischen?
Im Netz finden Sie natürlich leider nur/vorallem rechte Seiten die das Ausschlachten. Einfach mal googeln "Ehrenmord Fachhochschule Darmstadt 2009". Oder bei " Echo" recherchieren.
Hätten Sie schon selbst prüfen können, statt mich zu defamieren.

An das genaue Jahr erinnere ich nur so gut, weil es das Krisenjahr 2009 war und kaum einer einen Job fand.
Ich war erst 2010 fertig. Da ging es.

Und keine Sorge.... zu den Klischee Rechten und Ausländerfeiden, die dort auch wahren und - wie es der Zufall will- aus Sachsen kamen hätte ich auch etwas bei zu tragen. Aber das wäre Aboutism.

Und ja - ich distanziere mich von dem Verhalten im Drittenreich, Homophobie des Christentums und Ausländerfeindlichkeit.

Aber PC ist Zensur.
Lasst uns lieber Probleme benennen, die Ursache ergründen und dann das notwendige- selbsr wenn es "unmenschlich" ist, zum Wohler aller umsetzen.

Schön das wir drüber gesprochen haben.

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Hazard Hermann 09.06.2019, 09:39
57. Wiedermal tolle Kolumne // Im Forum nichts Neues.

Mahlzeit!

Es muss an Pfingsten liegen, dass wir noch lange keine dreistellige Anzahl an Kommentaren erreicht haben. Vielleicht ist auch das Wetter schuld. Am Thema kann es eigentlich nicht liegen, denn die werten Mit-Foristen lassen wieder einmal die üblichen Kommentare zu Herrn Fischers Kolumne los:

- zu lang!
- zu komplex!
- zu relativierend! (Ja hat TF es wirklich gewagt, sog. Ehrenmorde von den allseits bekannten pösen, pösen Ausländern (und nur denen!) mit einem davon völligst disjunkten (partei-)politischen Vorgang in Relation zu setzen?! Das kann ja nicht wahr sein!!!1elf)
- zu verschwurbelt! (Oh Bitte, sollte zur Abwechslung genau dieses Wort ausnahmsweise mal nicht oder besser noch nicht gefallen sein - es steht in vielen Beiträgen schlicht zwischen den Zeilen.)

Und leider ist es vorhersehbar wieder so, dass die Dümmsten der Dummen am lautesten darüber klagen, dass der Text zu schwierig und/oder zu wenig grundlegendes zum Recht erklärt und/oder eben zu verschwurbelt ist.
Herr Fischer würde vermutlich dazu meinen: Tja, die einen meinen so, die anderen meinen etwas anderes.
Anregung an die Mit-Foristen: Wenn man glaubt, dass ein Text zu komplex oder gar „zu verschwurbelt“ ist, KÖNNTE man erstmal versuchen, ihn zu verstehen, vielleicht in Ruhe 2-3 mal statt einmal oberflächlich zu lesen. Wenn man ihn dann immer noch nicht versteht, könnte man auch schweigen und einsehen, dass der Fehler vielleicht bei einem selbst zu suchen ist... Wie einleitend erwähnt, nur eine Anregung.

Ich für meinen Teil finde die Kolumne wiedermal großartig. Ich würde ja sagen: „Bitte weiter so“, denke aber, dass mir ein solcher Appell nicht zusteht, da er suggeriert, ich könnte auch nur ansatzweise qualifiziert die Kolumnen von Herrn Fischer bewerten.

Was ich aber schreiben kann ist dieses: Ich würde mich weiterhin sehr freuen, mehr von Herrn Fischer zu lesen (sein aktuelles populärwissenschaftliches Buch war auch zu schnell ausgelesen) und die Kolumnen dürfen - wenn es nach mir ginge - auch gerne noch länger sein.

Natürlich setzt sich mein Kommentar inhaltlich nicht mit der Kolumne auseinander. Ich hielt es bei den erneut vielen vielen Anfeindungen gegen Herrn Fischer allerdings für notwendig, auch mal was nettes zu schreiben. Ich bin natürlich zum Glück nicht der einzige hier. Die berühmte Dunkelziffer ist vermutlich viel größer...

mfg,
Hermann

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lalito 09.06.2019, 11:03
58. Pc

Zitat von radikalrationalist
. . . Aber PC ist Zensur. Lasst uns lieber Probleme benennen, die Ursache ergründen und dann das notwendige- selbsr wenn es "unmenschlich" ist, zum Wohler aller umsetzen. Schön das wir drüber gesprochen haben.
Nein, niicht schön, es war und ist kein Gespräch .

Sie wollten Ihr traumatisierend Erlebtes als gängiges Klischee verbreiten und konnten dies hier auch. Das ist alles.

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59. Zu Nr. 50 (segelW)

Zitat von SegelW
Herr Fischer, Malu Dreyer hat seit 1995 MS und hält sich auf dm Weg zum Rollstuhl an ihrer Kollegin fest. An TSG kann sie sich ja nicht gut festhalten, die Schlagzeile der Bild wäre vorprogrammiert. Das war unter der Gürtellinie. Schämen Sie sich.
Wenn das stimmt, tut es mir leid. Es war mir nicht bekannt, dass Frau Dreyer Rollstuhlbenutzerin ist. Daher war die geschiilderte Szene (natürlich) nicht bewusst missgedeutet. Aber selbstverständlich ist die Ironie im Text dann "daneben". TF

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