Forum: Panorama
Downshifting: Weniger Arbeit, mehr Leben

Heidi Fink tauscht Bilanzen gegen Wander-Boots. Die Steuerfachwirtin tritt beruflich und finanziell kürzer, um mehr Zeit in den Bergen zu verbringen. Downshifting heißt das Prinzip, das vor allem ein Ziel hat: raus aus dem Hamsterrad, rein ins Leben.

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Bundeskanzler20XX 04.10.2012, 09:11
40. im heute leben

Grundsätzlich die richtige Entscheidung, wenn man mit seinem bisherigen Job unzufrieden ist.

Man darf bei all den Geldfragen eines niemals aus den Augen lassen, das eigene Leben!

Ob Frau Fink in Österreich mehr verdient als in einem vergleichbaren Job in Deutschland lasse ich mal dahingestellt. Wenn sie auf gut 50% Gehalt ihres vorherigen Jobs verzichtet wird sie wohl auch kaum mehr als 1000 €uro einstecken.
Wenn sie aber essen, Unterkunft und andere Kleinigkeiten gestellt bekommt sieht die Rechnung schnell anders aus.

Das Thema Altersarmut soll man nie aus den Augen lassen, aber was die Zukunft bringt ist unvorhersehbar.
Wissen sie, ob sie überhaupt das Rentenalter erreichen oder wie gesund sie dann noch sind?
Was bringt Geld im Alter wenn man es nicht ausgeben kann?
Wie viel man heute für Renten anlegen müsste um im Alter ein gutes Auskommen zu haben übersteigt ohnehin schon die Möglichkeiten vieler Arbeitnehmer.
Wir müssen lernen wieder im heute zu leben.

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Currie Wurst 04.10.2012, 09:17
41.

Zitat von gg0815
das ist richtig, dank 1 EJobs, Zeitarbeit, HarzIV und all den anderen schönen Neuerungen der SPD/Grünen Aera gibt es viel zu viele Leute die trotz 5 x 9 Jobs noch staatliche Zuschüsse bekommen und brauchen.
Für die Löhne sind Tarif- und nicht politische Parteien verantwortlich. Und die Rahmenbedingungen stecken seit einigen Jahren die Schwarz-Gelben ab, falls das noch nicht bekannt ist.

Zitat von gg0815
Im Ürbigen finde ich die Idee des garantierten bedingungslosen Einkommens ( zb Piraten ) extrem gut, dies würde solche Lebensmodelle befeuern und auch denen die es sich heute noch nicht leisten können ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen.
Die Idee stammt nicht von den Piraten, die haben sie bestenfalls aufgegriffen, sie ist aber schon viel älter als die Piraten selbst. Wie sich das finanzieren lässt und wie wir den dann rasant ansteigenden ausländischen Zuzug (etwa aus Griechenland ?) bewältigen sollen, darüber schweigen sich alle Modelle aus gutem Grund aus. Man nennt das dann Sozialutopie, Betonung auf Utopie.

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Skarrin 04.10.2012, 09:17
42. Neid aus dem Hamsterrad

Zitat von fatherted98
...wahrend hunderttausende gerne einen gut bezahlten Job hätten bei dem sie sich den A... aufreisen dürften kommt von der Dame nur Jammer Jammer Jammer....Burn out bla bla....soll Sie doch auf die Alm ziehen und Ziegen hüten...wird wieder eine Stelle frei für jemanden der auch wirklich arbeiten möchte und es nötig hat...die Dame scheinbar nicht.
Offensichtlich sind einige Leute bereits so ausgebrannt, dass sie ihr Hamsterrädchen für den Nabel der Welt halten und ihren Neid auf vermeintliche "Minderleister" nicht mal mehr in ganzen Sätzen ausdrücken können.

Wer aus der Konsum-Todesspirale aussteigt, muß auch nicht die Umdrehungsgeschwindigkeit seines Hamsterrades ständig erhöhen, um mithalten zu können.
Was man/frau wirklich "nötig" hat, könnten nicht alle aber sehr viele Menschen selbst bestimmen. Die meisten davon haben es aber unter dem Einfluß von Dauerwerbesendungen und Wachstumsbeschleunigungsgesetzen irreversibel verlernt.

Ich habe selber fast 2 Jahre freiwillig 80% gearbeitet und bereue es bereits, aus privaten Gründen dann wieder auf Vollzeit gegangen zu sein.
Der zusätzliche Frei-Tag war sehr erholsam, und die Firma ist deswegen auch nicht zusammengebrochen.

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wolfbär 04.10.2012, 09:21
43. Downshiftung junger Leute und das untergehende Land

Nach dem Krieg haben wir 48 Stunden mit Samstagsarbeit geleistet.
So haben wir Alten Deutschland wieder aufgebaut.
Downshifter und Arbeitsverweigerer, die sich vom Staat alimentieren lassen, beschädigen ihre eigene Zukunft.

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JohnnyBongoUndDiePerverse 04.10.2012, 09:22
44. Wahnsinn

"Ohne die Bezeichnung gekannt zu haben, folgt Heidi Fink dem Prinzip Downshifting, einem gesellschaftlichen Trend, den der Wirtschaftswissenschaftler und Gesellschaftskritiker Charles B. Handy in den neunziger Jahren in den USA anstieß."
diese Heidi hat etwas gemacht, ohne dass die gewusst hat, dass dies als der neue Hype mit passendem neumodischen Begriff durch die Medien geistert. Wahnsinn.

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Currie Wurst 04.10.2012, 09:22
45. ...

Zitat von peteres
Meine Frau hat auch vor einem Jahr heruntergeschaltet auf achtzig Prozent. Drei schulpflichtige Kinder in G8, zwei vollberufstätige Elternteile, kranker Vater im Haus, fünfzehn Maschinen Wäsche pro Woche, Einkaufen, Putzen, Kinder zum Musikunterricht bringen und abholen. Ja - es soll Menschen geben, die aus rein sachlichen Erwägungen "runterschalten" und nicht um sich selbst zu verwirklichen.
Danke, jetzt kommen wir der Realität wieder etwas näher.

Statt Selbstverwirklichung auf Gemeinschaftsprinzipien zu setzen - ein entspannteres Familienleben, mehr Gemeinsamkeit - grenzt sich wohltuend ab von dem in unserem Staat einfach maßlos überschätzten, aber gepflegten Ego. Markt und Ego gehen konform und verheißen großes Glück: so wird uns das seit mindestens einem Vierteljahrhundert eingetrichtert und manche sind auch noch so blöd, dran zu glauben.

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henryb_de 04.10.2012, 09:22
46. Grundsätzlich haben Sie recht ...

Es geht hier nicht um Leute in prekären Beschäftigungsverhältnissen. Die haben keine Möglichkeit runterzuschalten. Aber müssen sie das denn? Das schlimmste an deren Situation ist das geringe Einkommen, und nein, ich möchte auf keinen Fall tauschen. Andererseits führen diese Leute einfach eine bestimmte Menge einfacher (ja, auch körperlich anstrengende) aus. Dann geht man nach Hause und hat den Kopf frei. Was man daraus macht, liegt an jedem selbst.

Im Bauhauptgewerbe gelten Mindestlöhne. Da viele Arbeiten im Winter ruhen, wird im Sommer hart und viel gearbeitet. Dafür hat man im Winter 2-3 Monate am Stück frei.

Hier geht es um "Bürojobs". Diese Leute haben sicher ein hohes Einkommen. Aber sie sind oft unglücklicher als andere. Das System liebt solche Leute. Die leisten Arbeit die sich auch auf 3 Menschen verteilen liese ohne dass sich jemand langweilt und bekommen das Gehalt von 1 1/2 Leuten. Diese Leute haben oft keine Zeit/Kraft mehr für eine sinnvolle Freizeitgestaltung. Daher wird sinnlos systemkonform konsumiert. Kindererziehung leidet. Man spürt dass die mentale und physische Gesundheit leidet, da man eigentlich nur noch kopfleer auf der Couch landet und sich ggf. aus "Belohung" oder "Zeitmangel" ungesund ernährt. Für die Aufnahme geistiger Nahrung bleibt auf der Strecke (ausser systemkonformer und verdummender Fernsehkonsum). Arbeiten im privaten Bereich unter Druck ausführt, so viel Geld sich viele Arbeiten erledigen zu lassen verdient man dann auch nicht.

Mit der Arbeit wird man unzufriedener. Man bekommt Probleme die Qualität zu liefern, macht Kompromisse, die innerlisch an einem nagen. Oder man resigniert, macht Dienst nach Vorschrift.

Auch ist es natürlich dem System dienlich, wenn den "intelligenteren" Arbeitstieren keine Zeit/Kraft für politisches oder gesellschaftliches Engagement bleibt. So bleibt der Beamtenapparat unter sich ist leicht vom Kapital steuerbar, da weltfremd. Auch bleibt wenig Kraft und Zeit über berufliche Umorientierung nachzudenken oder diese gar anzugehen. Um es plakativ zu halten vom angestellten Entwicklungsingenieur zu selbständigen Biobauer o.ä., Will ja das System auch nicht so, da nicht so leicht kontrollierbar.

Den einzigen Vorteil, denn man hat ... das etwas mehr an Geld ... den spürt man nicht jeden Tag, der hebt nicht das Wohlbefinden. Und ausser für teilw. sinnlosen Konsum ist das mehr an Geld zu nicht allzuviel nutze.


Und glauben Sie mir, viele "Besserverdienende" wie Sie es nennen (wo sehen Sie die Grenze) sind dem Konsum garnicht so zugetan wie vielleicht viele "Geringverdiener". Sie würden lieber mit wenig Geld Dinge selbst tun oder herstellen oder ... und zwar in der Qualität und in dem Tempo wie sie es wollen.

Das etwas plakativ dargestellte "Wandern/Skilaufen" statt arbeiten finde ich auch etwas seltsam, sind eben so die "Probleme" von Singles.

Aber ein echte 32h (4 T.) Woche würde die Lebensqualität unheimlich steigern. Ich würde dafür nicht nur auf 20% sondern auch auf 25% oder gar 30% Gehalt verzichten.

Viele Grüße

Zitat von jajo76
Tja, um es sich leisten zu können, ... noch ein paar Besserverdiener gibt, ... freien Entscheidung ist ....

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rokokokokotte 04.10.2012, 09:26
47. Wer...

Zitat von Currie Wurst
Mensch, Mädel, sei unbesorgt. Die bekennenden Fortpflanzungsverweigerer lassen wir Männer gerne links liegen. Diese radikale Weltanschauung macht das Zusammenleben mit Euch nicht nur schwierig, sondern gestaltet es zur spaßfreien Zone. Trefft Euch im Café Emanze, um über uns Männer abzulästern - Hauptsache, Ihr lasst uns in Ruhe. Und träum weiter, dass Du und Deine Mitverweigerer uns die Kinder finanziert. Das tun wir schon selbst - wir zahlen nämlich auch Steuern und wollen gar keine Schröder-Almosen - und beim Thema Kinder stehen eigentlich nicht die Finanzen im Vordergrund. Da sollten aber solche Hassmädels wie Du lieber nicht mitreden, das wirst Du in 1000 Jahren nicht verstehen. Downshifting können wir uns dafür weniger leisten, das ist vorwiegend etwas für Deine Verweigerer-Genossen (ob das für die Dame aus dem Artikel gilt, weiß ich nicht).
...sagt Dir denn, dass ich ein "Mädel" bin??
Ich gehe ja auch nicht davon aus, dass Du eine des Schreibens mächtige "Currie Wurst" bist...LOL!

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kenterziege 04.10.2012, 09:28
48. Keine Angst

Zitat von blowup
Das ist doch, mit Verlaub, Mumpitz. Die Besten Jahre in einer Tretmühle verbringen, um dann in der Abbauphase kürzer zu treten. Wo bleibt denn dann das Leben? Ich bin froh, dass ich in meionen besten Jahren wenig gearbeitet und viel erlebt habe. Allein die Reisen, die alle wenig kosteten, weil man jung und belastbar war. Im Alter, wenn man nur auf bestimmten Matratzen in Touristenghettos schlafen kann, kann ich mir das Reisen auch sparen. "Verschwende Deine Jugend und Fitness, um Geld zu verdienen" - welch Unsinn. Das, was man an Erlebnissen und Erinnerungen hat, kann einem keiner nehmen. Und da gibt es auch keine Inflation.
Wenn Sie sich jung und fit halten, können Sie auch noch im Alter auf allen Matratzen schlafen! Ich behaupte, die halbe Welt zu kennen! Afrika und große Teile Südamerikas habe ich mir wg. Gewalt und Macho-Kultur geschenkt. Angefangen habe ich damit, als die Kinder aus dem Haus waren,und zwar mit einem neuen reisefreudigen Partner. Allein reisen ist weniger schön. Wenn man eine gesicherte berufliche Position hat, kann man auch mal 5 Wochen wegbleiben. Wenn man dann auf "geführte" Reisen verzichtet, lernt man viel - das stimmt. Der Schatz der Erinnerungen ist inflationssicher. Eines kommt hinzu: Woanders funktioniert es auch - nur anders! Jetzt bin ich "reiseerfahren" und freue mich auf die Pensionierug! Dann geht es "richtig" los!

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picard95 04.10.2012, 09:28
49.

Zitat von geishapunk
Leider rechnen diese Menschen alle nicht nachhaltig bzw. unvollständig. Machen Sie sich keine Sorgen, das holt diese "Rechenkünstler" alle irgendwann ein, und dann ist das Jammern groß.

Was gibt es da groß zu rechnen? Wer eine Scheidung hinter sich hat mit unglücklichem Versorgungsausgleich ist eh im Bereich der Grundsicherung.

Wer im Bereich der Grundsicherung ist, für den lohnt sich Riester nicht (da Riester voll angerechnet wird), wobei der Staat ohnehin durch das Unterhaltsrechts den Zahlvätern die Entscheidung abnimmt, ob sie privat vorsorgen können: es bleibt selbst bei einem recht guten Gehalt nichts mehr übrig und das Unterhaltsgeld wird von der Ex in Zigaretten und Spassfahrten mit dem Auto angelegt und weniger für die Kinder.

Wie sagte es jemand mal: "Riestern" ist, wenn man den niedrigeren Lebensstandard als Rentner jetzt schon leben muss.

Ich kann die Frau im Artikel gut verstehen. Leistung lohnt sich nicht wirklich. Von jedem Euro Gehaltserhöhung kommen weniger als 50 Cent auf dem Konto an, der AG hat aber durchaus die berechtigte Meinung, mit mehr Gehalt müsse man mehr arbeiten bzw. mehr leisten.

Das fängt mit "Goodies" an wie einem Firmenhandy, einem Firmen-MacBookPro, welche man natürlich mit nach Hause nehmen soll.

Aber nicht um den Arbeitnehmer glücklich zu machen, sondern um die Arbeitszeit auszuweiten und das auch noch zu Hause.

Bis ich in (momentan) 25 Jahren in Rente gehe mit 67, wurde das Renteineintrittsalter eh auf 85 Jahre hochgesetzt, d.h. arbeiten bis man in die Kiste hüpft.

Oder es gibt weder Grundsicherung noch Rente (der wahrscheinlichere Fall).

Lösungen: gar nicht so alt werden und vorher gelebt haben. Und später hoffentlich die Möglichkeit zu bekommen, den Abgang planen zu können.

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