Forum: Panorama
Downshifting: Weniger Arbeit, mehr Leben

Heidi Fink tauscht Bilanzen gegen Wander-Boots. Die Steuerfachwirtin tritt beruflich und finanziell kürzer, um mehr Zeit in den Bergen zu verbringen. Downshifting heißt das Prinzip, das vor allem ein Ziel hat: raus aus dem Hamsterrad, rein ins Leben.

Seite 7 von 27
every_day 04.10.2012, 09:50
60. ..

Zitat von puqio
Aber leider lassen sich viele nur vom Geld und vom hierarchischen Aufstieg leiten und werden dann unzufrieden.
Und ich habe viele Leute erlebt, die sich haben von ihren Interessen leiten lassen und irgendwann feststellen mussten, dass man Freude nicht essen kann. Da wurde aus dem schönen freudvollen Modell ganz schnell ein Alptraum.

Solange die damit verbundenen (selbstgemachten) Probleme nur auf den Schultern der einzelnen Person bleibt, ist es ja einigermaßen egal. Wenn aber irgendwann die Gemeinschaft für Personen einspringen muss, die anstelle einer klar strategischen und vernünftigen Planung ihren Freuden und Träumen nachgelaufen sind und dann mit nichts dastehen, sieht die Sache anders aus.
Ich habe kein Interesse daran anderen Leuten ihre Lebensträume zu finanzieren. Ich bevorzuge die rational-intelligente Lebensform und nicht die Traumtänzeierei.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Trollvottel 04.10.2012, 09:53
61.

Zitat von soubrettel
das können auch nur die Deutschen - einen dämlichen englischen Begriff für ein vollkommen normales Syndrom wie "Kürzertreten" verwenden...
So ein Beitrag würde in Frankreich niemals gedruckt werden.
Bei den Franzosen gibts sofort die rote Karte für so einen Schund.
Und in Italien und Spanien würde sich das auch keiner bieten lassen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dwbrook 04.10.2012, 09:53
62.

Zitat von henryb_de
Hier geht es um "Bürojobs". Diese Leute haben sicher ein hohes Einkommen. Aber sie sind oft unglücklicher als andere. Das System liebt solche Leute. Die leisten Arbeit die sich auch auf 3 Menschen verteilen liese ohne dass sich jemand langweilt und bekommen das Gehalt von 1 1/2 Leuten. Diese Leute haben oft keine Zeit/Kraft mehr für eine sinnvolle Freizeitgestaltung. Daher wird sinnlos systemkonform konsumiert. Kindererziehung leidet. Man spürt dass die mentale und physische Gesundheit leidet, da man eigentlich nur noch kopfleer auf der Couch landet und sich ggf. aus "Belohung" oder "Zeitmangel" ungesund ernährt. Für die Aufnahme geistiger Nahrung bleibt auf der Strecke (ausser systemkonformer und verdummender Fernsehkonsum). Arbeiten im privaten Bereich unter Druck ausführt, so viel Geld sich viele Arbeiten erledigen zu lassen verdient man dann auch nicht. Mit der Arbeit wird man unzufriedener. Man bekommt Probleme die Qualität zu liefern, macht Kompromisse, die innerlisch an einem nagen. Oder man resigniert, macht Dienst nach Vorschrift. Auch ist es natürlich dem System dienlich, wenn den "intelligenteren" Arbeitstieren keine Zeit/Kraft für politisches oder gesellschaftliches Engagement bleibt. So bleibt der Beamtenapparat unter sich ist leicht vom Kapital steuerbar, da weltfremd. Auch bleibt wenig Kraft und Zeit über berufliche Umorientierung nachzudenken oder diese gar anzugehen. Um es plakativ zu halten vom angestellten Entwicklungsingenieur zu selbständigen Biobauer o.ä., Will ja das System auch nicht so, da nicht so leicht kontrollierbar. Den einzigen Vorteil, denn man hat ... das etwas mehr an Geld ... den spürt man nicht jeden Tag, der hebt nicht das Wohlbefinden. Und ausser für teilw. sinnlosen Konsum ist das mehr an Geld zu nicht allzuviel nutze. Und glauben Sie mir, viele "Besserverdienende" wie Sie es nennen (wo sehen Sie die Grenze) sind dem Konsum garnicht so zugetan wie vielleicht viele "Geringverdiener". Sie würden lieber mit wenig Geld Dinge selbst tun oder herstellen oder ... und zwar in der Qualität und in dem Tempo wie sie es wollen. Das etwas plakativ dargestellte "Wandern/Skilaufen" statt arbeiten finde ich auch etwas seltsam, sind eben so die "Probleme" von Singles. Aber ein echte 32h (4 T.) Woche würde die Lebensqualität unheimlich steigern. Ich würde dafür nicht nur auf 20% sondern auch auf 25% oder gar 30% Gehalt verzichten. Viele Grüße
Treffender kann man es aus meiner Sicht kaum darstellen!!!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Currie Wurst 04.10.2012, 09:53
63. ...

Zitat von sertim
Kinder sind immer nur und ausschliesslich Selbstverwirklichung - also Ich Ich Ich. Es besteht kein Zwang zur Reproduktion. Es ist kein besseres Lebensmodell, als das in dem Artilkel aufgeführte. Global betrachtet, eher das komplette Gegenteil...
So ein Quatsch, Kinder haben nichts mit Selbstverwirklichung zu tun, sondern mit Verantwortung.

Sehen Sie es noch eine Stufe nüchterner: wenn jemand runterschaltet, um sich um seine alten Eltern zu kümmern, ist das genauso wenig Selbstverwirklichung. Vielleicht jetzt ein wenig transparenter ?

Und die globale Betrachtung hilft wenig, wir leben schließlich lokal.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rokokokokotte 04.10.2012, 09:55
64. Da...

Zitat von joeeoj
In einem Land, in dem das durchschnittliche Ehepaar es sich nicht mehr leisten kann, seine Kinder gross zu ziehen ohne das beide Ehepartner arbeiten gehen müssen, ist das Downshifting lediglich einer kleine Elite vorbehalten und die dürfen defintiv auch keine Kinder haben. Deutschland ist überbürokratisiert und kinderfeindlich und das zerstört die Motivation der Menschen und dann auch immer mehr die Zukunft dieser Gesellschaft.
...ist es wieder, dass ewige Selbstmitleid der sogenannten sich selbstaufopfernden Eltern...
Die Erfahrung lehrt, dass gerade in "durchschnittlichen" Familien Mutti eher für Vatis BMW malochen geht.
Was das letztendlich qualitativ beim sog. Nachwuchs verursacht, sieht man überdeutlich an den erschütternden Erfahrungen der Verantwortlichen in Schule, Berufsausbildung und Uni.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wuck 04.10.2012, 09:55
65.

Zitat von rokokokokotte
Lese ich diese - sorry - Schmonzette - so fallen mir gleich die stolzüberheblichen Muttis und Vatis dieser Nation ein, die mir, als bekennendem Fortpflanzungsverweigerer, ständig mit Gift und Galle, gewürzt mit notorisch gierigen Forderungen nach weiteren, höheren finanziellen Zuwendungen wg. erfüllter Kinderproduktion, ein! Jetzt kommt zusätzlich zur allgemein ziemlich unproduktiv ausgedehnten Selbstfindungsphase des Futurenachwuchses(im übrigen alles vom aktiven Berufsknecht finanziert...) noch die "raus aus´m Hamsterrad" DOWNSHIFTING Masche. Liebe Fortpflanzler, begründet mir mal so langsam Euer permanentes rumplauschen von wegen "wer mir zukünftig meine Rente erwirtschaften soll" - wenn nicht die Produkte Eures heroischen Kampfes gegen die vergreisung der Deutschen Gesellschaft?? Da sehe ich bei Euren zunehmend spätberufenen, downgesizten Lieblingen so langsam aber sicher schwarz, ganz schwarz...
Lieber Nichtfortpflanzer ;-) (jedem das seine),

irgendwie kann ich Ihren Post nicht ganz nachvollziehen.

Dass Sie sich auch über die Kurzsichtigkeit der im Artikel gennanten NICHTfortplanzerin ärgern, habe ich soweit noch mitbekommen. Nur Ihre Schlussfolgerung das wir Fortpflanzer uns Gedanken machen müssten das unser Nachwuchs (in Anlehnung an die Dame im Artikel, eine schon rechte grobe Pauschalisierung) vermutlich schwer ICHBEZOGEN, selbst keinen Nachwuchs mehr hervorbringen wird und wir deshalb dann Probleme bekommen, leuchtete mir nicht ganz ein?

Denn, falls Sie es nicht bemerkt haben, sie machen den Fehler Ihre eigene Weltanschauung (die ich Ihnen gerne lassen möchte) automatisch auf andere zu übertragen.

Um es für Sie noch mal auf das Wesentliche runterzubrechen: Sie haben gerade (als Sie den Artikel gelesen haben) ohne es zu wissen in einen Spiegel gesehen und waren vom Anblick nicht nur erschreckt sondern sogar so schockiert, dass Sie gar nicht gemerkt haben, dass Sie sich selbst betrachten.

Sehen Sie es positiv, ein weiterer Schritt in Richtung Selbsterkenntniss, Sie müssen sich nur darauf einlassen :-).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
flanke 04.10.2012, 09:57
66. ...

Zitat von sysop
Heidi Fink tauscht Bilanzen gegen Wander-Boots. Die Steuerfachwirtin tritt beruflich und finanziell kürzer, um mehr Zeit in den Bergen zu verbringen. Downshifting heißt das Prinzip, das vor allem ein Ziel hat: raus aus dem Hamsterrad, rein ins Leben.
Ja, schon toll, wenn man solche Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung hat. Globalisierung, die Angst des Mittelstandes vor dem Abrutschen, Zeitverträge, Praktika, Altersarmut - alles Begriffe, die im ach so selbstbestimmten Leben der Heidi Fink nicht vorkommen: "Ich mal mir meine Welt, wie sie mir gefällt..."

Naja, wenigstens ihre (zukünftigen) Arbeitsmarktkonkurrenten in Asien, Indien oder Polen werden ihr diese persönlichen Freiräume gönnen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mischamai 04.10.2012, 09:59
67. Lebe,nicht verleben...

In einer Welt die zunehmend autorisiert und automatisiert ist ,mit Computern und Bedienungshilfen eigentlich die Menschen entlasten sollte,wird immer mehr gearbeitet.Es kann ja nicht der Sinn des Lebens sein immer mehr zu arbeiten für Dinge die ich nicht brauche,für Menschen die selber keine Lust haben zu arbeiten,oder für Steuern die überall hinfließen nur nicht zurück in die eigene Tasche.
Also vielleicht fehlt oft der Mut,aber wer diese Hürde überwunden hat wird ganz schnell merken dass ein Fernblick von einem Gipfel wertvoller sein kann als das neuere Auto des Nachbarn.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sappelkopp 04.10.2012, 10:00
68. Endlich mal einer...

Zitat von pepe81
...langsam in meinem Umfeld, die Leute wollen selbstbestimmter werden und verzichten dafür freiwillig auf Geld. Sehr erstaunlich für ein Land in dem Zukunftsangst fast zur Leitkultur gehört mit welcher der Mensch getrieben wird um Leistungen zu erzeugen. Ich für meinen Teil verzichte eher auf Karierre um etwas entspannter leben zu können, ich bin zwar meine 8 Std im Büro aber mach mich jetzt nicht kaputt und habe gewissen Freiheiten. Ich kenn Leute die verdienen das Doppelte aber haben z.b. den ganzen Sommer verpasst weil Sie im Büro erstickt sind und im Urlaub kümmern sie sich dann um das was liegen gebleiben ist als sie im Büro "gewohnt" haben. Einer macht jetzt z.b. seine Steuererklärung und sonstigen Papierkram.
...der das entspannter sieht. Ich kann pepe81 beipflichten. Auch ich beobachte das in meinem Umfeld und auch ich spiele mit dem Gedanken, runterzuschalten. "Do konnst du nix mitnehma", singt Ringsgwandl. Recht hat er!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
UweZ+ 04.10.2012, 10:02
69. Was wäre, wenn die Menschen wüssten, wie ihre Mitbürger tatsächlich ticken...???

Zitat aus dem hier diskutierten Artikel:
Zitat von
"Downshifting ist eine Entscheidung für sich selbst - von der Fremdbestimmung zur Selbstbestimmung, sagt Sponagel, die in ihrer Praxis einen Anstieg erkennt. Es gebe zwei Motivationen: Überlastung und den Wunsch, etwas Sinnvolles zu tun. Statistiken gibt es dazu nicht..."
Es gibt, anders als von der Spon-Redaktionsstube fälschlich suggeriert, schon seit längerem fundierte "Statistiken" zum zweifelsfrei vorhandenen Wunsch der Deutschen, (unbefriedigendes) Geld gegen (befriedigend) frei verfügbare Zeit zu tauschen.

Forschungs-Ergebnisse des DIW auf Basis des SOEP besagen, dass die Mehrheit unserer Mitbürger die Schnauze gestrichen voll hat, von der fremdbestimmt totalen Ökonomisierung ihres zeitlich begrenzten Daseins.
Befragt nach Ihrer GEWÜNSCHTEN Arbeitszeit, wünschten die Befragten im Mittel 34-35 Stunden die Woche, wobei klar definiert war, dass die Bezahlung proportional zur Arbeitszeit erfolgt.
Gewünscht wird seitens eines beachtlichen Teils der nicht zu Niedriglohn malochen müssenden Arbeitnehmer also ggf. Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnausgleich!
Nach Berechnungen des DIW entspräche das WUNSCHGEMÄSS umzuverteilende Arbeitsvolumen knapp 2,5 Millionen Vollzeitarbeitsplätzen.

Diese bekannten Forschungs-Ergebnisse, die unser kapitalismus-psychotisch irrlichternden, sozial hirnleistungsbehindert herrschenden Klasse verständlicherweise nicht in den homo-ökonomisch raffgeiernden Kram passen, werden zwar massenmedial nicht thematisiert.
Dennoch merkt die Mehrheit der Mitbürger augenscheinlich intuitiv, dass die ihnen aufgezwungene, totale Ökonomisierung ihres menschlichen Daseins gesamtgesellschaftlich wie individuell grottendämlich und einer aufgeklärten Gesellschaft schlicht unwürdig ist.

Denn leicht überprüfbarer Fakt ist in unserer schnuckligen Republik doch ohne Zweifel, dass nachweislich die einen krank werden, weil sie zuviel arbeiten - und die anderen ebenso nachweislich, weil erstere letzteren keine Arbeit übrig lassen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 7 von 27