Forum: Panorama
Drakonisches Abtreibungsverbot: Alabama soll erst der Anfang sein
Mickey Welsh/The Montgomery Advertiser/ AP

Alabamas Gouverneurin hat das umstrittene Gesetz unterzeichnet, das Abtreibungen in dem US-Bundesstaat verbietet. Angestachelt von Donald Trump hoffen die Republikaner auf einen landesweiten Effekt.

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mostly_harmless 16.05.2019, 13:23
50.

Ist doch ein wunderbares Gesetz, es erleichtert zumindest jeder Frau die Wahlentscheidung. Ein Frau, die GOP wählt, stimmt dem Gesetz mit allen Konsequenzen zu. Will man Frauen eine Basismenge Entscheidungsfreiheit über den eigenen Körper lassen, kann man nicht GOP wählen.

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girge 16.05.2019, 13:26
51.

Zitat von touri
Und bevor man es sich versieht sind in den USA keine legalen Abtreibungen mehr möglich.
na und? sie wären möglich bis zu einer gewissen Wochengrenze und in gesundheitsrelevanten Fällen. Das sollte doch reichen ohne dass sich Frauen in ihrem Grundrecht über fremdes Leben zu bestimmen eingeschränkt fühlen.
Und wenn die Grenze ihnen zu kurz bemessen scheint, dann äußern Sie sich doch bitte dazu, welche Grenze Ihnen angemessen scheint. 12 Woche? 36. Woche? 3. Lebensmonat?

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Emderfriese 16.05.2019, 13:30
52. Protest

Zitat von Beat Adler
Die USA schreiten zurueck ins 19. Jhd. Na und? Wen interessiert das? Wenn INNERHALB der USA Abtreibungen verboten werden, Leute dort ohne Krankenversicherung dahindarben, die Trinkwasserversorgung gewaltige Luecken hat, dafuer jeder ein paar Knarren mit sich herumschleppt, dann interesiert das uns, die NICHT-Amerikaner, die AUSSERHALB der USA leben und das Land "nur" von Geschaeftsreisen her kennen, wenig bis gar nicht. Was passiert wohl in Europa, wenn die Nationalisten die EU aufloesen und auch ins 19. Jhd. der Nationalstaaterei zurueckschreiten. Das Jahrhundert, das die Einwanderer der USA aus Europa lieferte, deren Nachkommen nun wieder zurueck zur guten alten Zeit wollen. Wie waere es mit Wiedereinfuehrung der Sklaverei, der Abschaffung des Frauenstimmrechtes? mfG Beat
Sie sprechen den Punkt richtigerweise an, übersehen den Kern allerdings: Was in den USA passiert, sollte uns sehr wohl interessieren. Einerseits, weil diese "westliche" Supermacht ein Verbündeter und vor allem dominierender Einflussnehmer auf Europa ist, andererseits, weil die Entwicklung in den USA Ursachen hat, die bei uns auch vorhanden sind. Die Ursache ist die Angst der bisher herrschenden Klasse, über demokratische Vorstellungen ihre Macht zu verlieren. Das gilt hüben wie drüben. Jede negative Entwicklung in diesem Sinne sollte uns hellhörig machen und eigentlich zum Eingreifen veranlassen. Wie dieses Eingreifen aussehen könnte, ist mir zur Zeit auch nicht klar. Aber man darf die USA nicht einfach machen lassen. Wenigstens Proteste wären angesagt!

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madameping 16.05.2019, 13:37
53.

Zitat von vera gehlkiel
Halten Sie es wirklich für eine gute Idee, sich angesichts dieser Barbarisierung durch wahnhafte pseudoreligiöse Fanatiker weiter mit Ihrer persönlichen Aversion gegen Feministinnen zu befassen? Merken Sie gar nicht, dass es hierbei um Sie persönlich, ob alter weißer Mann oder junge schwarze Baeckereifachverkaeuferin, geht? Und um uns alle...? Sie führen Religion und den lieben Gott an, hier geht es aber um Diktatur und darum, den ihrer Natur nach frei geborenen Menschen das "Gottvertrauen" und den Mutterwitz auszutreiben.
Genau das wollen diese Leute aber. Nicht, weil sie eine Diktatur für erstrebenswert hielten - nein, aber sie sind der Überzeugung, dass ihnen jemand vorgeben muss, was sie zu tun haben. Obrigkeitshörig. Die einen berufen sich dabei auf "Gott", die anderen berufen sich auf eine politische Institution.
Selbstbestimmte Frauen machen ihnen Angst. Diese Frauen müssen nicht einmal Feministinnen sein; wenn die Angst da ist, regiert schnell der Zorn, da sie sich hilflos fühlen. Und dieser Zorn zeigt sich zuerst in wütenden Pamphleten oder Reden (Rechtspopulisten) und wird schließlich zu Hass.
Dabei wird ausgeklinkt/nicht begriffen/vergessen, dass es - richtigerweise - um UNS alle geht und dass der "Liebe Gott", der so gerne vorgehalten wird, letztlich von diesen Kräften, diesen Angsthasen und zugleich Scharfmachern (Erzkonservative/Rechtspopulisten), die ihn angeblich ja so lieben, missbraucht wird.
Ich will jetzt nicht weitersinnieren, inwieweit sich angesichts dieser Sachlage die Existenz eines Gottes überhaupt erklären lässt - aber eines ist sicher: bei einer politischen Katastrophe wollen genau diese Leute, die den Scharfmachern nachrennen, mal wieder von nichts gewusst haben...

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misterknowitall2 16.05.2019, 13:44
54. Ich würde sagen...

Zitat von girge
na und? sie wären möglich bis zu einer gewissen Wochengrenze und in gesundheitsrelevanten Fällen. Das sollte doch reichen ohne dass sich Frauen in ihrem Grundrecht über fremdes Leben zu bestimmen eingeschränkt fühlen. Und wenn die Grenze ihnen zu kurz bemessen scheint, dann äußern Sie sich doch bitte dazu, welche Grenze Ihnen angemessen scheint. 12 Woche? 36. Woche? 3. Lebensmonat?
mit der Geburt. Na, entsetzt?

Solange das Kind nicht alleine überleben wird, hat die Mutter die Verantwortung und auch das Recht zu entscheiden was mit dem Kind passiert.

Wer aber sicher nichts dazu zu melden hat, sind Menschen wie sie, die schon in der Argumentation aggressiv werden. Es ist das Recht jeder Frau selbst darüber zu entscheiden, selbst wenn Sie moralische Zweifel haben und es anders lösen würden.

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Brunni 16.05.2019, 13:45
55. Die Ära Trump

könnte auch den Anfang vom Ende der USA darstellen. Wenn religöse Fanatiker und Extremisten immer mehr angestachelt werden, ist es gut möglich, daß die fortschrittlicheren Staaten an den Küsten nicht mehr mit den teils sehr reaktionären Staaten der Mitte unter einen Hut zu bekommen sind.

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.patou 16.05.2019, 13:47
56.

Zitat von girge
na und? sie wären möglich bis zu einer gewissen Wochengrenze und in gesundheitsrelevanten Fällen. Das sollte doch reichen
Nein. In Alabama ist ein Schwangerschaftsabbruch zukünftig in jedem Stadium der Schwangerschaft ein Verbrechen, es sei denn, das Leben der Mutter ist in Gefahr.
Es gibt keine Fristenlösung mehr.

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traumglauben 16.05.2019, 13:53
57. Wut und Entsetzen

Es macht mich so verdammt wütend, zu sehen wie die Fortschritte der letzten 40 Jahre in die Tonne getreten werden. Dabei geht es nicht alleine um die Abtreibung. Hier wird ganz klar versucht, Frauen wieder zurück zu schicken und mundtot zu machen. Donny fürchtet doch nichts mehr als die Frauen die neu für die Demokraten in den Kongress gewählt wurden. Hier geht es m Macht und nichts als Macht. Denn für die geborenen Kinder wird ja auch nichts getan. Siehe Schulausbildung, Gesundheitsfürsorge etc. Und ganz davon abgesehen, sollte Abtreibung alleine Sache der betroffenen Frau sein. Männer können und sollten da wirklich nicht mitreden ausser sie sind der Vater.

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Hans-Dampf 16.05.2019, 13:53
58.

Zitat von Wal-Ire
Das Gesetz greift auch, wenn eine Frau aus Alabama den Eingriff woanders durchführen lässt. Kommt Sie zurück nach Alabama oder reist nur durch und wird aufgegriffen, kriegt sie ein Verfahren angehängt.
Nö, siehe Artikel:
Die Frauen selbst bleiben straffrei, doch die Ärzte riskieren bis zu 99 Jahre Haft. Allein für den Versuch einer Abtreibung sind zehn Jahre Haft vorgesehen.
Der Arzt, der jedoch die Abtreibung außerhalb Alabamas durchführt, sollte danach aber nie mehr nach Alabama reisen, sonst könnte es für ihn ungemütlich werden.
Nichtsdestotrotz ist Alabama ca. halb so groß wie Deutschland und je nachdem, wo Frau wohnt, ist die Reise in einen Nachbarstaat lange, weit und ggf. teuer und das können sich die armen Menschen dort kaum leisten.

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Beat Adler 16.05.2019, 13:55
59. Frauenrechte verteidige ich dort, wo ich Einfluss darauf habe

Zitat von peaceonearth
Es mag ja sein, dass Sie als Mann sich nicht dafür interessieren, aber sprechen Sie bitte nicht von "uns". Es muss uns interessieren, schließlich haben die USA auch die Unterstützung von internationalen Frauenprojekten, die pro Abtreibung sind, gestrichen. Also interessiert die frauenfeindliche Stimmung in den USA durchaus auch den Rest der Welt. Außerdem gibt es ja auch sowas wie Empathie. Schon mal davon gehört? Es ist immer wieder traurig zu sehen wie viel Männer es gibt, denen Frauenrechte völlig egal sind.
Frauenrechte verteidige ich dort, wo ich Einfluss darauf habe: Zu Hause in meinen 4 Waenden, im Land, wo ich wohne, z.Z. die DRKongo, wo das ganz gut aussieht. Die Frauen hier haben mehr Rechte, wie an vielen anderen Orten, inklusive in Europa. Und frueher als Stimmbuerger in einem Schweizer Kanton und auf eidgenoessischer Ebene. Und immer noch in den SPON Blogs ;-)

Mir tun die US Amerikaner, Frauen, Kinder, Maenner NICHT Leid, wenn sie es nicht schaffen, im reichsten Land auf Erden so zu leben, wie sie es gerne wollen. Es genuegt die Richtigen zu waehlen, sich an den Referenden, eingebracht durch Buergerinitiativen(!), in den Staaten zu beteiligen.

Die Staaten wie California, New York, etc. auch grosse Staedte wie Chicago haben Programme zur Foerderung von Frauenrechten. Das kann der Trump und seine extremistischen Evangelikalen nicht verhindern. Die Anzahl der US Buerger, die unter der Fuchtel der white supremacists und der Evangelikalen leben muessen, haelt sich in Grenzen. Sie koennen jederzeit wegziehen, dorthin wo die Freiheit noch winkt und das Gras auch gruener ist.

In diesen Zuwanderungsstaaten, wo die Wirtschaft ueberdurchschnittlich brummt, gibt es keine Benachteiligungen der Frauen, ganz im Gegenteil, dort sind Frauen oft an entscheidender Stelle zu finden.
mfG Beat

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