Forum: Panorama
Drogenkrieg in Acapulco: Der Todesstrand
AFP

Hier machten einst Liz Taylor und Brigitte Bardot Urlaub: Jetzt kreisen Militärhubschrauber über dem Strand von Acapulco, Mexikos Armee hat alle Polizisten entwaffnet. Der Kampf gegen die Mafia eskaliert.

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wizzbyte 27.09.2018, 17:08
1. Nur wenn der Staat selber eine kontrollierte, preiswerte Abgabe lenkt

dann wird diese desaströse Problematik zusammenfallen. Bei der Opiatkrise in den USA hat der Staat überigens auch nicht geführt, sondern BigPharma lenken lassen.

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mime-sis 27.09.2018, 17:32
2.

Als wir noch in Mexiko wohnten haben wir öfters in einem von einem Deutschen betriebenen Gästehaus bei Acapulco Urlaub gemacht. Schon auf dem Hinweg gab es es mehrere Militärkontrollen, was für Touristen nicht gerade einladend ist. Das Gästehaus war zudem eines der wenigen Häuser, die in dem kleinen Ort überhaupt noch für Touristen offen war, alle anderen Hotels sind zu und zerfallen. Man sieht noch Reste eines Touristen-Bau-Booms, aber alles ist kaputt. Acapulco selbst ist auch keine schöne Stadt, alles ein bisschen heruntergekommen.

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Casparcash 27.09.2018, 18:25
3.

ich möchte diesbezüglich das buch von roberto saviano "zero zero zero" empfehlen.
wer denkt, dass es hier einfache lösungen gibt, wird nach der lektüre anders denken.

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botschinski 27.09.2018, 19:05
4. Warum nicht einfach legalisieren?

Wenn man den, offensichtlich nicht zu gewinnenden, Drogenkrieg abblasen und das Kokain legalisieren würde, hätte man wahrscheinlich weniger Tote und weniger Korruption, dafür Steuereinnahmen ohne Ende. Das dies nicht geschieht, obwohl es auf der Hand liegt, liegt wohl daran das zu viele Menschen (Entscheidungsträger?) reich damit werden, behaupte ich jetzt einfach Mal.

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Blaue Fee 27.09.2018, 19:31
5.

Zitat von mime-sis
Als wir noch in Mexiko wohnten haben wir öfters in einem von einem Deutschen betriebenen Gästehaus bei Acapulco Urlaub gemacht. Schon auf dem Hinweg gab es es mehrere Militärkontrollen, was für Touristen nicht gerade einladend ist. Das Gästehaus war zudem eines der wenigen Häuser, die in dem kleinen Ort überhaupt noch für Touristen offen war, alle anderen Hotels sind zu und zerfallen. Man sieht noch Reste eines Touristen-Bau-Booms, aber alles ist kaputt. Acapulco selbst ist auch keine schöne Stadt, alles ein bisschen heruntergekommen.
Militärkontrollen gab es schon in den Siebzigern, da Guerreros Tierra Caliente schon immer ein Unruheherd war.
Vor 10 Jahren habe ich ein paar Tage im Haus eines Bekannten verbracht, nur 4 Blocks vom Strand der Costera (Hauptstrasse direkt an den Hotels) entfernt: damals liefen schon Jugendliche mit einer Automatik in der Hose frei auf der Costera herum und keinen hat es interessiert.
Für Touristen ist es inzwischen so, dass man in die grossen Hotels bei Punta Diamante (auf halbem Weg zwischen Acapulco und Flughafen) fährt und dann kaum noch den Komplex verlässt.
Wahrscheinlich ist es wirklich notwendig, dass die Marine einspringt und mit neuem Besen reinigt, nachdem letztes Wochenende unabhängig voneinander sechs Morde geschahen.

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rainer_d 27.09.2018, 19:49
6. Ist nur ein PR-Gag

Wer "Cartel Land" gesehen hat weiss, dass es nur um Geld und Einfluss geht. Die Kartelle haben längst alles und jede Institution unterwandert.
Da gibt es nichts mehr zu retten.

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Ogim 27.09.2018, 19:52
7. Einzige Lösung

wird der durch den Staat organisierte Verkauf der Drogen sein bei gleichzeitigem Versuch des durchschneiden der Verbindungen der Kartelle in Wirtschaft und Politik.

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MartinS. 28.09.2018, 10:21
8. ...

Zitat von botschinski
Wenn man den, offensichtlich nicht zu gewinnenden, Drogenkrieg abblasen und das Kokain legalisieren würde, hätte man wahrscheinlich weniger Tote und weniger Korruption, dafür Steuereinnahmen ohne Ende. Das dies nicht geschieht, obwohl es auf der Hand liegt, liegt wohl daran das zu viele Menschen (Entscheidungsträger?) reich damit werden, behaupte ich jetzt einfach Mal.
Schon alleine das Wort "einfach" in der Überschrift beschreibt, wie undurchdacht ihre Idee ist.

Wenn Mexico die Drogen legalisiert, dann ändert das quasi nichts. Die primären Absatzmärkte sind in den USA, Kanada, Europa. Mexico hat kaum die Möglichkeit, Kokain hier in Deutschland zu legalisieren.
Dann ist da noch die blöde Situation, dass die Kartelle unglaublich reich sind... selbst wenn man den Kokainanbau (Kolumbien), Handel (Mexico) und Verkauf (wie gesagt) legalisiert, dann ist es eher unwahrscheinlich, dass die Kartelle sich schön brav auf den Rücken rollen und halt sagen, dass das Geschäft halt nichts mehr abwirft.
Dann wird der legale Anbau durch das großzügige Abbrennen der Felder unterbunden, damit findet auch kein legaler Vertrieb mehr statt, und durch die Verknappung kann man auch die Preise hochhalten.

Aber auch wenn die Kartelle plötzlich "legal" wären... die ziehen nicht an einem Strang. Die Morde in Mexico gehen nicht nur gegen die Staatsmacht. Es sind die Kartelle, die sich gegenseitig bekriegen. Es geht um die Kontrolle über Umschlagsrouten, Grenzübergänge, Häfen.... solange es mehrere Kartelle gibt, die alle ihr Stück vom Kuchen abhaben wollen, wird das Morden nicht aufhören.
Sie haben das Geld, sie haben die Waffen.... und sie werden einen Teufel tun, sich einfach sang und klanglos zurückzuziehen.

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ralf.pflaesterer 02.10.2018, 09:54
9.

Die Drogenprohibition hat nun mal dafür gesorgt, dass gewisse kriminelle Organisationen viel Geld verdienen können und damit auch viel Macht bekommen. Der Krieg gegen die Drogen wird nun schon so lange geführt, dass man eindeutig sagen kann, er ist verloren und kontraproduktiv. Wie dieser Artikel auch Eindrucksvoll zeigt, hat die Drogenprohibition mehr Leid verursacht als es die Drogen bei einem legalem Umgang je könnten. Es ist nun mal eine Wahnvorstellung man könnte so ein komplexes Thema wie Drogen und Drogenkonsum mit einem einfachem Verbot wirklich bekämpfen oder kontrollieren. Ein Verbot von Drogen richtet immer mehr Schaden an als ein kontrollierter Umgang mit ordentlichen Regeln, dies hat auch die Vergangenheit gezeigt (Bsp. Alkoholprohibition).

Wer das Drogenverbot gut findet bzw. dafür ist unterstützt damit die Kartelle und die anderen kriminellen Organisationen die damit viel Geld und Macht bekommen. Du hast natürlich Recht, dass es mit der Legalisierung alleine nicht getan ist. Die Abnehmerländer müssten auch mitspielen und die Kartelle werden bestimmt nicht einfach so ihr Gebiet räumen, ein militärischer Konflikt wird unausweichlich sein. Aber was ist den die Alternative? Willst du einfach weiter so machen und zuschauen wie immer mehr unschuldige Menschen sterben müssen und die Kartelle immer graußamer werden (Bsp.: Der "Eintopf" der Los Zetas)? Oder glaubst du man müsse nur härter vorgehen? Das hat auch auch nichts gebracht, außer dass es noch blutiger wurde, daher wird das sicher nicht die Lösung sein.

Mir ist auch klar, dass es in der momentanen Situation unrealistisch ist, dass die illegalen Drogen legalisiert werden. Es gibt schließlich immer noch Menschen die das Cannabisverbot gut finden und unterstützten. Es ist aber meiner Meinung nach die einzig menschlich und moralisch richige Lösung. Wenn Drogenverkauf schlecht und böse wäre, dann wären alle Läden und Menschen bei uns die die harte Droge Alkohol verkaufen auch böse und schlecht.

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