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Eingestürztes Einkaufszentrum in Riga : Lettische Baufirmen weisen Pfusch-Vorwürfe zu
AFP

Dutzende Menschen sind beim Einsturz eines Einkaufszentrums in Riga gestorben. Die am Bau beteiligten lettischen Firmen weisen jeden Vorwurf zurück. Rettungskräfte suchen weiter nach Überlebenden und Toten.

TS_Alien 23.11.2013, 19:34
1. Abwarten.

Abwarten. Fachleute werden sich sicher die Konstruktion sehr genau anschauen. Und wenn sie nicht bestochen werden, werden sie garantiert Fehler finden. Ob nun beim Bau des Einkaufszentrums oder beim Zusatzbau auf dem Dach. Ein Gebäude stürzt niemals grundlos ein.

Der Vorfall erinnert ein wenig an das Sampoong-Gebäude in Seoul. Da sind so viele Vorschriften verletzt worden, dass vermutlich gar keine eingehalten worden ist.

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u.loose 23.11.2013, 21:12
2. Ich hingegen

Zitat von tangarra
Der Film zeigt sehr schön den Einsturz des dritten Teils der Decke. Man sieht, dass die Stützen der horizontalen Last ausweichen und die Träger von den Auflagern ziehen. Damit stellt sich der Ablauf so dar: Zuerst ist das Mittelteil eingestürzt, dann das vordere Teil, weil die Träger aufgrund des fehlenden Mittelteils nicht mehr horizontal fixiert waren und dann - viel später - der dritte Teil. Die Träger des mittleren Teils sind unter großer Last horizontal weggebogen, dabei sind die unteren Befestigungen abgerissen - sieht man auch sehr schön im Film. Es gibt nur eine Konsequenz, man muß in der Bautechnik in den Euronormen für Flachdächer den Störfall "Blöde Handwerker" mitberücksichtigen und dafür sorgen, dass dieser Störfall nicht so katastrophal endet. In der viel gescholtenen Kerntechnik ist "Fehlbedienung durch dumme Mitarbeiter" ein Standstörfall, der in der Regel keine Konsequenzen hat, weil die Sicherheitsmargen ausreichend sind. Für Flachdächer heißt das: sie müssen stabiler gebaut werden und die Lasten, die hochgeladen werden dürfen, müssen vom Statiker ausdrücklich genehmigt und überwacht werden: Nicht das übliche Vorgehen, erst einmal alles auf Dach packen, dann sehen wir mal weiter.
wage zu bezweifeln, dass die Dachkonstruktion überhaupt für die Ausbringung von 30 - 40 Cm Erdreich ausgelegt war. Ist ja recht gut zu erkenne, dass da flächig Erde aufgebracht wurde. Dazu dann noch Pflaster und und wie es mit der Entwässerung aussah, dürfte auch nachgefragt werden. Ich würde mich jedenfalls nichts wundern, wenn da ganz ohne Statiker "gestaltet" wurde.

So überschlagsweise fällt bei 30 cm Erdreich + Regen im schlimmsten Fall ein Gewicht von 150 Tonnen auf die 500 qm an...

Da wird noch so einiges an Pfusch heraus kommen....

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materialist 24.11.2013, 08:49
3. Leichtsinn

Neu gebaute Flachdächer die heutzutage schon durch 30-50cm Schneelast an der statischen Grenze liegen auch noch mit Erdreich und Pflastersteinen zu beschweren ist grober Leichtsinn.

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erwakue 24.11.2013, 12:31
4. Wie immer

Wie immer, wenn etwas passiert ist es niemand schuld. Der liebe Gott hat sich wohl mit seinem Thron auf das Dach gesetzt und da brach es ein. Ich habe noch kein großes Unglück erlebt wo jemand der Verantwortlichen den Schaden ohne mindestens drei Gerichtsinstanzen zugegeben hätte. So wird es hie auch werden und die Geschädigten sind wie immer die Dummen. Beste Beispiel: der Kölner U-Bahn Bau mit Einsturz des Stadtarchives und dreier Wohnhäuser, mit einem Toten.

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Leblanc 24.11.2013, 18:24
5. Medial schnell urteilen...

Zitat von erwakue
Wie immer, wenn etwas passiert ist es niemand schuld. Der liebe Gott hat sich wohl mit seinem Thron auf das Dach gesetzt und da brach es ein. Ich habe noch kein großes Unglück erlebt wo jemand der Verantwortlichen den Schaden ohne mindestens drei Gerichtsinstanzen zugegeben hätte. So wird es hie auch werden und die Geschädigten sind wie immer die Dummen. Beste Beispiel: der Kölner U-Bahn Bau mit Einsturz des Stadtarchives und dreier Wohnhäuser, mit einem Toten.
Die Fachleute nehmen sich etwas mehr Zeit als die medial infizierte Öffentlichkeit mit der Beurteilung - gut so. Die juristische Wertung der irgendwann vorliegenden Fachbeurteilung dauert noch viel länger - viel zu lang für unsere schnellebige Medienwelt.
Sind Sie sicher, dass in Köln das juristisch letzte Wort zum Einsturz schon gesprochen ist?

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