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Einstimmig gewählter NPD-Ortsvorsteher: Drei Lehren aus dem Desaster von Altenstadt
DPA

In Hessen ist ein NPD-Mann mit den Stimmen von SPD, CDU und FDP zum Ortsvorsteher gewählt worden. Das einzig Gute an der Sache: Man kann daraus einiges lernen.

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josho 10.09.2019, 15:12
1. Ich glaube nicht, dass die dortigen Lokalpolitiker.....

......so ungebildet sind, dass sie nicht gewusst haben, was die NPD propagiert und welche Stellung der Mann dort gehabt hat. Der CDU Repräsentant hat die Wahl (auch) damit begründet, dass in der Waldsiedlung keine "Parteipolitik" gemacht werde. Damit hat er recht! Das beweist auch das aufgeführte Beispiel des SPD Bürgermeisters in einer AfS Hochburg. Dass das Geschehnis in der "Waldsiedlung" Wellen bis in die Bundespolitik geschlagen hat, zeugt von der Nervosität der dortigen Stimmung in Bezug auf die kommende Entwicklung. Es muss ja nicht gleich ein NPD Repräsentant sei, aber dass auch AfD Vertreter in kommunalen Gremien gewählt werden und sich Kooperationen und Koalitionen ergeben, das ist doch nur eine Frage der Zeit -trotz aller gegenseitigen Beteuerungen und Schwüre. Insbesondere der CDU ist das bewusst, nur sagen darf es niemand!

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vothka 10.09.2019, 15:14
2.

Die Frage ist doch ob sich der Mann irgendwas zu schulden hat kommen lassen (und ich sag hier ganz deutlich dass ich es schlicht nicht weiß - also falls ja - dann bitte melden) außer dass er in der falschen Partei ist?
Dass sein Name im Verfassungsschutzbericht auftaucht heißt gar nichts da die Partei nunmal Überwacht wird - da dürften auch viele Namen der Linken drin stehen während sie überwacht worden sind. In welchem Zusammenhang wurde er also dort erwähnt?

Das der Artikel dann abgerunden wird mit "Parteizugehörigkeit zählt nicht" kann nur noch blanker Hohn sein - es wird ja gerade demonstriert dass es dann doch wichtig ist.

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katapultoffel 10.09.2019, 15:16
3. Was hier los wäre wenn

dieser Vorgang so im "Osten" zustande gekommen wäre... Mann kann die Schlagzeilen förmlich vor sich sehen: "Der braune Sumpf" etc. pp. So wird berichtet "das mann einen aussetzter hatte." Da gibt es nichts zu schönigen, nur weil es Hessen war. Traurig ist es alle mal.

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Humanfaktor 10.09.2019, 15:18
4. Ein Haufen Alibis und Ausreden.

Das Geschehene ist ein Armutszeugnis für alle Beteiligten, die anschließend Krokodilstränen vergossen haben, wie insgesamt für der Verfassung dieser Gemeinde. Völlig idiotische Argumente werden an den Haaren herbei gezogen, um das eigenen Versagen zu plausibilisieren und zu rechtfertigen.
Was, das man nicht ohnehin schon wissen konnte, kann "man" denn nun daraus lernen? Es ist doch eine Binsenweisheit, dass, wenn alle nur darauf warten, dass jemand anderes das macht, das erforderlich ist, letztlich die schlechteste 'Lösung' gewinnen kann?
Wow. Was für eine völlig neue Erkenntnis haben wir nun daraus gewonnen!
Es ist schon bestürzend, dass das nun sogar als "positiv" und daher bemerkenswert heraus gearbeitet wird. Das sollte ein einigermaßen unbeeinträchtigt funktionierender Verstand auch ohne es erst ausprobieren zu müssen wissen, ohne das erst in einer unkontrollierten Versuchsanordnung mit einer ganzen Gemeinde zu validieren. Kläglich, das irgendwie noch erklären zu wollen. Soll doch einfach jemand eine lesson for absolute beginners in der VHS machen, dann klappt es auch mit den eMails... - oder einfach mal bei den Enkeln anrufen und um deren Besuch und Hilfe bitten... ein Wenig Eigeninitiative und Wille, sich angemessen weiter zu bilden sollte auch für die lokale Nomenklatura in spe eines eher kleinen Ortes nicht zu weit hergeholt sein...;)

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pit.duerr 10.09.2019, 15:21
5.

Zitat von vothka
Die Frage ist doch ob sich der Mann irgendwas zu schulden hat kommen lassen (und ich sag hier ganz deutlich dass ich es schlicht nicht weiß - also falls ja - dann bitte melden) außer dass er in der falschen Partei ist? Dass sein Name im Verfassungsschutzbericht auftaucht heißt gar nichts da die Partei nunmal Überwacht wird - da dürften auch viele Namen der Linken drin stehen während sie überwacht worden sind. In welchem Zusammenhang wurde er also dort erwähnt? Das der Artikel dann abgerunden wird mit "Parteizugehörigkeit zählt nicht" kann nur noch blanker Hohn sein - es wird ja gerade demonstriert dass es dann doch wichtig ist.
Ich sehe in dieser Wahl einzig und allein eine demokratische Entscheidung. Es paßt halt nicht zum z.ZT. weit verbreiteten PC Wahn, der von Seiten der Altklugen propagiert wird. Laßt den Mann seine Arbeit machen, beobachtet ihn meinetwegen, wenn ihr nix Besseres zu tun habt und gut ist. Er scheint eh gut mitgearbeitet zu haben, sonst wäre er wohl nicht von seinen Kollegen gewählt worden.

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YoRequerrosATorres 10.09.2019, 15:24
6. Etwas tiefer hängen, bitte....

Das ist die Lokalpolitik. Und EINE Person hat gesagt, dass sich der NPD-Mann mit Computern auskenne und dieser EINE Mann wahrscheinlich nicht. Daraus mangelhafte Bildung abzuleiten und diese dann für allle einzufordern wird der Sache hier doch wirklich nicht gerecht.
Die Partei dieses Mannes wird im Verfassungschuitzbericht intensiv behandelt und analysiert - das ist schon richtig. Das bedeutet aber nicht, dass dieser Mann - auch wenn er dieser Partei angehört - zunöächst einmal in Sippenhaft genommen werden muss.
Und jetzt zur Empörung: Dieser Mensch tut etwas für seinen Ort - die anderen aber nicht in dem Umfang, den er leisten will. Wem werfe ich das dann vor? Denen, die dort leben? Denen, die mit der ganz großen Politik und ihren total abgehobenem Blabla zum Mietendeckel, CO²-Steuer, Organspende undsonstwas nicht einmal 1% Schnittmenge zu den Geschehnissen dieses Orts haben?
Und dann erdreisten sich die CDUSPDGrünLinken, über sowas die Klappe aufzureissen? Mannomann. Das gibt eine fette Protestwahl (aus Sicht der Berliner) bzw. einen passenden Kandidatenn (aus Sicht der Wetterauer) beim nächsten Mal. Kann ich jetzt schon garantieren. Oder die Wetterauer wollenunbedingt bevormundet werden.

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hammerschmitt22 10.09.2019, 15:25
7. Warum kann...

...jemand in ein politisches Amt gewählt werden, dessen Name mehrfach im hessischen Verfassungsschutzbericht auftaucht? Das ist doch zweifelsohne ein Systemfehler, über den sich jetzt fürchterlich aufgeregt wird. Augen auf vor der Kandidatenwahl...
Wie verkommen Politik sein kann, zeigt sich auch in einer anderen Meldung des heutigen Tages, die wahrscheinlich nur am Rande zur Kenntnis genommen wird: Ein rumänischer Politiker wird als Übergangslösung für ca. 6 Wochen in die EU-Kommission gewählt und erhält dafür eine lebenslange Rente im 5-stelligen €-Bereich. In welch einer dekadenten Zeit leben wir?

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spon_4_me 10.09.2019, 15:26
8. Das Problem

in Altenstadt wie in vielen ländlichsten Gemeinden ist: Keine Kandidaten. Gar keine. Null. Herr Maxwill kann aber gerne mit gutem Beispiel vorangehen und sich bewerben: Die Jobs lassen sich zum guten Teil aus dem Home Office plus ein Tag im Monat vor Ort erledigen. Nur Mut!

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lucky.sailor 10.09.2019, 15:29
9. Zustimmung, aber ...?

Ich stimme dem Autor in allen Punkten zu. Aber das alles ändert doch nichts an der "Wirkungslosigkeit dieses Gremiums", den offensichtlichen Grund für den Rücktritt des Vorgängers. Warum soll man seine begrenzte Lebenszeit opfern und sich persönlich einsetzen, wenn man in solchen Gremien keine Wirkung erzielen kann? Falls das in der Tat so ist, sollte man diese Form der kommunalen Nichtmitwirkung schlicht abschaffen, bevor auf diesem Wege noch mehr radikale Politiker schleichend die Demokratie unterwandern.

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