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Elb-Hochwasser: Magdeburg evakuiert zehntausende Einwohner
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Magdeburg kämpft gegen das schlimmste Hochwasser in seiner Geschichte. Alle Stadtteile östlich der Elbe werden geräumt, 23.000 Bürger müssen ihre Häuser verlassen. Die größte Sorge gilt einem Umspannwerk - allein hier schuften 1500 Soldaten gegen die Fluten.

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Dengar 10.06.2013, 00:23
110. @Timm Thaler #79

Die Hohenwartetalsperre beherbergt tatsächlich einen Kirchturm. Ich bin mal drüber gerudert. Zumindest der Friedhof wurde umgebettet....Gruß nach Thüringen, aus Bitterfeld.

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seppel50 10.06.2013, 00:25
111. @moewi

Ich denke mal er hat mehr Sandsäcke geschleppt und gefüllt als sie jemals werden. Und ne Pause muss man jedem zugestehen.

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Moewi 10.06.2013, 00:34
112.

Zitat von dirkinator
Nö ist ja auch nur die Hauptstadt von Sachsen-Anhalt. Beim nächsten Rhein-Hochwasser lassen wir dann Düsseldorf absaufen und... ach lassen wir das.
Nu säuft ja aber komischerweise immer nur Köln ab, aber.... ;o)

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nilux 10.06.2013, 00:38
113. Pretziner Wehr

Zitat von AchimDerSkeptische
Bei Magdeburg gibt es seit dem vorletzten Jahrhundert eine sog. Flutmulde, das Pretziener Wehr, das bei Hochwasser die gezielte Überflutung bestimmter Gebiete ermöglicht. In keinem Bericht wird erwähnt, ob es genutzt wurde und wenn nicht, warum nicht bzw. wenn ja, warum es trotzdem zur Katastrophe kam. In Landshut gibt es eine ähnliche Flutmulde, die sogar noch praktisch mitten durch die heutige Stadt führt - aber soweit ich weiß, hat es in den letzten Jahrzehnten immer funktioniert... Dagegen hörte ich 2002 von Mitarbeitern eines Kunden, dass das Pretziener Wehr angeblich nicht mehr intakt sei bzw. auch nicht benutzt werden sollte, weil dann ja ein Dorf geflutet worden wäre...
Nein, das Pretziner Wehr dient nicht zum Öffnen einer Flutmulde, sondern ermöglicht es gezielt das Wasser in einem Umflutkanal vorbei an den Städten Schönebeck und Magdeburg zu leiten. Das Wasser ergießt sich somit gezielt in den natürlichen Überflutungsflächen auf der Ostseite. Das ist in Deutschland wahrscheinlich beispiellos!
Der Umflutkanal mündet ungefähr in Höhe des jetzt problematischen Stadtteils Rothensee wieder in die Elbe. Der Fluss hat aktuell an dieser Mündung eine Breite von ca. 3km!

Das Bauwerk sowie der Kanal (in weiser Vorraussicht bereits im 19. Jahrhundert auf Anweisung der preußischen Regierung erbaut) sind intakt und spielen auch bei diesem Hochwasser wieder eine wichtige Rolle. Zu normalen Fluten (kommt fast jedes Jahr vor) werden ca. ein Drittel des Wassers der Elbe umgeleitet. Der Umflutkanal ist quasi ein beiderseits eingedeichter Flusslauf durch die Elbaue mit riesiger Überflutungsfläche.

Das was die Fernsehbilder von der Innenstadt von Magdeburg an Elbe immer zeigen ist somit nur ein Teil des ganzen Wassers der Elbe.

Aber was nützen schon diese tollen Systeme wenn oberhalb Magdeburgs (insbesondere in Sachsen) die Flüsse Elbe und Saale immer weniger Platz haben und in Rekordgeschwindigkeit angerauscht kommen. Die Deicherhöhungen oberhalb Magdeburgs schieben das Hochwasserproblem also einfach weiter Richtung Norden. Magdeburg kann man da kaum einen Vorwurf machen.

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nilux 10.06.2013, 00:40
114.

Zitat von Superman44
Man sollte Magdeburg schrittweise rückbauen, an den Stellen wo Flussauen bebaut wurden! Und keinen Cent Hilfe oder Wiederaufbau in Gebieten die eh wieder überflutet werden! Wer im Hochwassergebiet lebt weiß worauf er sich einlässt, jetzt nicht Steuergeld als Wahlgeschenk sinnlos verbrennen!
Klar, nur mal eine Frage: Wohin leiten Sie eigentlich das Wasser ihres Hauses? Bleibt es auf dem Grundstück, dass durch ihre Wohnung verbaut wurde?

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TomRohwer 10.06.2013, 00:44
115.

Zitat von pitgo2
Wann lernt der Spiegel, dass man nicht Menschen evakuiert (=entleeren), sondern Häuser, Gebiete, Stadtviertel etc.?
...

Das ist so pauschal nicht richtig.

"Das Wort evakuieren wird hauptsächlich für Gebiete, Räume, Siedlungen etc. angewandt.

Die Verwendung für Personen und Tiere ist ebenfalls üblich (Duden – Deutsches Universalwörterbuch).

1. Eine Stadt evakuieren.
2. Die Bewohner [aus einem Gebiet, Haus] evakuieren."

Der Einfachheit halber mal aus Wikipedia zitiert. Der Duden kennt das Wort genau in der Verwendung, wie sie hier und in anderen Medien vorgenommen wird.

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mr1978 10.06.2013, 08:11
116.

Zitat von AchimDerSkeptische
Bei Magdeburg gibt es seit dem vorletzten Jahrhundert eine sog. Flutmulde, das Pretziener Wehr, das bei Hochwasser die gezielte Überflutung bestimmter Gebiete ermöglicht. In keinem Bericht wird erwähnt, ob es genutzt wurde und wenn nicht, warum nicht bzw. wenn ja, warum es trotzdem zur Katastrophe kam. In Landshut gibt es eine ähnliche Flutmulde, die sogar noch praktisch mitten durch die heutige Stadt führt - aber soweit ich weiß, hat es in den letzten Jahrzehnten immer funktioniert... Dagegen hörte ich 2002 von Mitarbeitern eines Kunden, dass das Pretziener Wehr angeblich nicht mehr intakt sei bzw. auch nicht benutzt werden sollte, weil dann ja ein Dorf geflutet worden wäre...

Bitte nicht jeder LAtrinenparole glauben. Das Pretziener Wehr ist bereits vor einer Woche gezogen worden. Wie bei vielen anderen Hochwassersituationen auch. Warum es diesmal trotzdem zur Katastrophe kam?
Ganz einfach: Weil das Elbehochwasser (am Oberlauf noch nicht ganz so schlimm wie 2002) mit seinem Scheitel mit der Hochwasserwelle von Elster, Saale und Mulde zeitlich genau zusammenfiel und damit extrem viel Wasser anfiel.
Warum man aber gerade in Magdeburg noch bis zum Ende von Werten um die Marken von 2002 ausging, ist unklar.

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jujo 10.06.2013, 10:32
117. ....

Zitat von pitgo2
Wann lernt der Spiegel, dass man nicht Menschen evakuiert (=entleeren), sondern Häuser, Gebiete, Stadtviertel etc.? Sprache und ihre richtige Verwendung sind doch eigentlich auch bei Qualitätsmedien recht wichtig.
Ich evakuire Menschen aus Häusern und so weiter, also bewegliche Dinge. Häuser u.s.w. sind stationär also nicht zu evakuieren!
Jaja Deutsch ist nicht einfach!

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jujo 10.06.2013, 11:38
118. ...

Zitat von nilux
Nein, das Pretziner Wehr dient nicht zum Öffnen einer Flutmulde, sondern ermöglicht es gezielt das Wasser in einem Umflutkanal vorbei an den Städten Schönebeck und Magdeburg zu leiten. Das Wasser ergießt sich somit gezielt in den natürlichen Überflutungsflächen auf der Ostseite. Das ist in Deutschland wahrscheinlich beispiellos! Der Umflutkanal mündet ungefähr in Höhe des jetzt problematischen Stadtteils Rothensee wieder in die Elbe. Der Fluss hat aktuell an dieser Mündung eine Breite von ca. 3km! Das Bauwerk sowie der Kanal (in weiser Vorraussicht bereits im 19. Jahrhundert auf Anweisung der preußischen Regierung erbaut) sind intakt und spielen auch bei diesem Hochwasser wieder eine wichtige Rolle. Zu normalen Fluten (kommt fast jedes Jahr vor) werden ca. ein Drittel des Wassers der Elbe umgeleitet. Der Umflutkanal ist quasi ein beiderseits eingedeichter Flusslauf durch die Elbaue mit riesiger Überflutungsfläche. Das was die Fernsehbilder von der Innenstadt von Magdeburg an Elbe immer zeigen ist somit nur ein Teil des ganzen Wassers der Elbe. Aber was nützen schon diese tollen Systeme wenn oberhalb Magdeburgs (insbesondere in Sachsen) die Flüsse Elbe und Saale immer weniger Platz haben und in Rekordgeschwindigkeit angerauscht kommen. Die Deicherhöhungen oberhalb Magdeburgs schieben das Hochwasserproblem also einfach weiter Richtung Norden. Magdeburg kann man da kaum einen Vorwurf machen.

Ich hoffe jetzt, das man am Oberlauf der Saale, Mulde und Elbe freie Flächen nutzt, eindämmt um die Hochwasserspitzen gezielt und geregelt ablaufen lassen zu können! Notfalls müssen die Notstandsgesetze angewandt werden (gibt es die noch?) um hartnäckige Verweigerer in die Spur zu kriegen

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Flari 10.06.2013, 12:50
119.

Zitat von mr1978
Ganz einfach: Weil das Elbehochwasser (am Oberlauf noch nicht ganz so schlimm wie 2002) mit seinem Scheitel mit der Hochwasserwelle von Elster, Saale und Mulde zeitlich genau zusammenfiel und damit extrem viel Wasser anfiel. Warum man aber gerade in Magdeburg noch bis zum Ende von Werten um die Marken von 2002 ausging, ist unklar.
Magdeburg hatte 2002 677/680 (Buckau/Strombrücke).
Dieses Jahr schätzte man um 720 cm, bekam aber 748/752.

Nur einige Kilometer flussauf bei Wittenberg hatte man 2002 706 cm, dieses Jahr "nur" 690, wobei dort aber auch die Überflutung etwas höher für etwas weniger Druck sorgte.
Man kann aber sagen, dass einwandfrei Mulde und Saale für die Überhöhung bei Magdeburg verantwortlich sind, die 2002 nicht zum Tragen kamen.

Spätestens wenn ein Fluss über die Ufer tritt, wird es sehr schwierig die Fliessgeschwindigkeit und die Menge anzuschätzen, wenn man über keine oder nur wenige empierischen Daten verfügt.
Selbst jahreszeitlich unterschiedliches Pflanzenwachtum/Aufwuchs kann grosse Auswirkungen haben.
Ebenso jeder Neubau von Buhnen, Deichen, Mauern, Vertiefungen, etc.

Bisher waren die aktuellen Schätzungen besser als die von 2002.

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