Forum: Panorama
Eltern am Spielfeldrand: Kinderfußball, olé? Oh nee!
Michael Meißner

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Insider68 31.10.2015, 09:36
1. Wahnsinn

Genau, wir haben diesen Wahnsinn ebenfalls erlebt und sind ausgestiegen. Das gab es bei 5 jährigen Einzelktitik nach den Spielen vom Trainer und die Kinder haben geweint, wenn sie nicht aufgestellt wurden. Das halte ich in diesem Alter für absolut pervers. Gut, für die Aufnahme im Schwimmverein haben wir auch lange warten müssen, obwohl unser Sohn bereits mit 6 Jahren die Kriterien für den Freischwimmer erfüllen konnte. Am Ende haben wir ihm alles selbst beigebracht. Funktioniert auch, ist aber am Ende einfach traurig, dass es heutzutage anscheinend keine normalen Vereine mehr gibt, bei denen Kinder aus Spaß an der Freud irgendeinen Sport /Musik machen können. Andererseits - vielleicht auch so gewollt, dass man früh merkt, was Leistung und Elite bedeutet :-;

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andreasclevert 31.10.2015, 09:38
2.

Ich hatte es verdrängt, wie wichtig für Erwachsene Fußball ist. Das Stichwort 'Uniklinik' in der Kolumne brachte mich wieder darauf. 2008 - Deutschland hatte das EM-Finale gerade gegen Spanien verloren, ging es mit meiner spanischen Frau in die hiesige Uniklinik zum Gebären. Es sollte dann ein Kaiserschnitt werden. Der operierende Arzt kam herein, sah und sagte: "Spanierin? Mache ich nicht." Ich habe es unter Schocktherapie rubriziert. Die Vollversion: http://wp.me/p4WCtx-h

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trompetenmann 31.10.2015, 09:41
3. Wartezeit beim Fußballverein?

Gibt's bei uns in München Ost nicht. Hängt aber auch davon ab, wie viele ehrenamtliche Trainer zu Verfügung stehen.
Mit 4 Jahren zum Training? Unsinnig, viel zu früh. Da reicht es, am Wochenende mit Papa zu Bolzen. Erst mit 7/8 beginnen die Kinder zu verstehen, dass nicht alle auf den Ball gehen müssen und entwickeln Übersicht und Spielverständnis. Außerdem zeigt sich sehr rasch, wer Ballaffinität besitzt und wer Bewegungslegastheniker ist. Aber egal: Kinder sollen sich bewegen und Spaß haben. Da mit man auch als Elter die Gefahr einer Spielfeldrand-Schlägerei in Kauf (was mir vorher undenkbar schien, dass das so zugeht...)

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gumbofroehn 31.10.2015, 10:03
4.

Die geschilderte Situation mag bei "König Fußball" punktuell so zutreffen, aber die meisten anderen Sportarten leiden eher unter einem Kindermangel. In Deutschland ist leider inzwischen alles außer Fußball Randsportart. Sogar Leichtathletik.

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plasmopompas 31.10.2015, 10:11
5.

Also bei uns in Berlin gibt es keine Wartezeiten bei Fußballvereinen. Weder bei den Jungs noch bei den Mädchen. Und wenn ein Verein tatsächlich keine freien Kapazitäten mehr hat, schaut man eben beim Nachbarverein. Z.T. ist das sogar so, das Vereine händeringend Nachwuchskicker suchen.

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qs72 31.10.2015, 10:13
6.

Exaltiertes Jubeln ist unglaubwürdig -- und das spüren auch Kinder sehr genau, ohne ihre Empfindungen in Worte fassen zu können. Man veralbert Kinder damit also nur, bringt ihnen eher Missachtung entgegen statt Lob, mindestens aber zeigt man ihnen damit Abschätzigkeit oder dass man sie nicht ernst nimmt. | Eckhardt Kiwitt, Freising

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feyvel 31.10.2015, 10:15
7. Peinlich

Diese Mutter ist einfach nur peinlich. Dieses zwanghafte Gerangel um einen Platz im Fußballverein - viel Spaß ! So etwas nennt man übrigens Helikopter Eltern.

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frankenrugger 31.10.2015, 10:18
8. Monopol

Es ist ja nicht so, dass es auch andere Sportarten für die Kleinen gibt. Freuen sich über Zuwachs, es geht meist zivilisierter zu und macht auch Spass. Beispiele? Rugby, Basketball, Hockey, Schwimmen...

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olicrom 31.10.2015, 10:21
9.

Ernüchterung geht auch anders rum.

Als ich mit meiner 9-jährigen Tochter das erste Mal in ihrem neuen Verein beim ersten Punktspiel auflief, hab ich das gemacht, was ich immer mache. Als Anhänger der Ultra-Bewegung schrei ich, hüpfe ich, klatsche ich und jubele. Das tu ich im Stadion oder vor dem Fernseher. Nur anfeuern, pures Mitfiebern. Nie wird der Gegner geschmäht, das mache ich persönlich nicht. Aber richtig laut darfs schon sein.Und das hab ich auch an diesem Tag getan. Ich habs schon immer so getan. Aus purer Lust am schönsten Spiel der Welt. Auf oder neben dem Platz. Bis dann der Trainer meiner Tochter ankam und mich bat, mich zu mäßigen. Das sei doch nur Kinderfußball. Da ist mir dann komplett die Lust vergangen.

Seit der Fußball mehr und mehr in die Hand von Akademiker-Mamas und ähnlich korrekten Erscheinungen fällt, die vom Wesen des Fußball auch nicht den Ansatz einer Ahnung haben (ich sag das, weil ich mich auch beruflich damit beschäftige), wenn man mit einer Dose Bier am Spielfeldrand vom örtlichen Pädagogik-Göbbels schräg angesehen wird, macht Fußball einfach keinen Spaß mehr. Und das schlägt durch bis in die höchste Spielklasse, wenn man mal wieder im Strafraum das Bubi-Schaulaufen der Frisörinnung mit ansehen muss.

Ich hab für mich was Neues gefunden. Rugby. Ich glaube, die Eltern da sind einfach anders drauf. Unsere Akademiker-Muttis jedenfalls würden das ihren Maximilians und Linussen doch niemals zumuten. Und den Claras und Mathilden ohenhin nicht. Gott sei Dank. Meine Tochter ist genau so ein Fan wie ich. Das Endspiel heute schauen wir gemeinsam. Müssen wir nur noch einen Verein finden, bei dem auch Mädchen spielen. Gibt es. Aber nicht oft.

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