Forum: Panorama
Elterncouch: Der Vater, der seinen Sohn im Schlafanzug in die Kita brachte
Michael Meißner & Mona Eing

Anziehen am Morgen ist für Eltern oft der Horror: Kinder bestehen auf Badeanzug und Ballerinas im Winter. Oder sie wollen überhaupt nichts anziehen. Brief an einen Helden des allmorgendlichen Ankleide-Kriegs.

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SamuelTee 18.01.2016, 10:50
40. Familie und Demokratie

Richtig, wo kämen wir denn hin, wenn die Kinder auch noch für sich selbst entscheiden dürften. So ein bisschen gespielte Demokratie ("ja du darfst dir die Farbe deines Lutschbonbons aussuchen") muss reichen. Schließlich wollen wir ja nicht, dass die als Erwachsenen vielleicht noch denken, sie hätten in der Deutschen Demokratie wirklich was zu melden. Meine Güte: Es ist die verdammte Pflicht eines jeden Kindes, ihren Eltern auf der Nase rumzutanzen und Grenzen auszutesten (und zu überschreiten). Oder wollen wir wirklich autoritätsaffine Affen haben, die jeder AfD hinterherrennen, nur weil man Einer "mal Klartext" redet? Das ist das Hauptproblem der Deustchen: die wollen endlich mal wieder eine Mutti, die ihnen sagt, dass jetzt "braun" zu tragen ist.

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ingofischer 18.01.2016, 10:53
41.

"Vielleicht liefe vieles leichter, wenn wir uns einfach ein wenig locker machen würden ... Wir könnten uns Kinder einfach nur genießen".
Bei solchen Zustände hat sich die Mutter offensichtlich schon in der Vergangenheit einfach ein wenig zu locker gemacht. Wer glaubt durch weiteres Aufweichen der Autorität und Unterlassung von Erziehung könnte man die Kinder mehr genießen, ist mit Verlaub ziemlich weltfremd.
Im Gegenteil, wenn die Kinder gelernt haben sich an gewisse Regeln zu halten (wie es auch im späteren Leben immer wieder erforderlich sein wird) der kann die Zeit mit den Kindern viel intensiver genießen als Eltern, die dauergestresst vergeblich ihre Bitten an ihre Kinder in den Raum werfen müssen - so ist jedenfalls meiner Erfahrung.
Im Übrigen geht das natürlich auch ganz ohne körperliche Gewalt und ohne Verzicht auf Nähe und Liebe.

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taste-of-ink 18.01.2016, 10:55
42.

Ich finde diese Rubrik und die Kommentare dazu herrlich: Sie erinnert mich immer wieder daran, warum ich einfach keine Lust auf eigene Kinder habe. Das wird nur getoppt, wenn ich morgens den Anlieferverkehr neben der Grundschule bei uns mitbekomme und Vati den Filius von der Rücksitzbank hebt, auf der man noch die Kotzflecken der letzten Reise erkennen kann oder mein Chef wieder mal eine Kindergarten-/Grundschulkrankheit seiner Kinder mit ins Büro nimmt.

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bertrand-russel 18.01.2016, 11:00
43. Nichts für ungut, Frau Beck,..

... aber bei der Erziehung Ihrer Kinder scheint so einiges völlig falsch zu laufen. Ich glaube nicht, dass sie ihren Kleinen damit einen Gefallen tun, wenn schon Dreijährigen die Auswahl der Kleidung überlassen wird. Wie sollen aus diesen Kindern keine Egozentriker werden?

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Fakten_7 18.01.2016, 11:01
44.

Ich weiß nicht, worüber ich mehr schmunzeln soll.

Über den witzigen Text an sich?

Darüber, dass die ganzen Übermütter und Überväter den vorliegenden Text scheinbar wörtlich nehmen und davon ausgehen, dass - um der Unterhaltung willen - kein bisschen dazugedichtet wurde.

Oder darüber, dass die gleichen Übereltern mit heiligem Ernst auf Basis ungefragt ihre hochintelligenten (in ihrer verklärten Erinnerung und selektiven Wahrnehmung) auf der Basis von 2-4 Kindern "funktionierenden" Erziehungsratschläge verteilen.

Köstlich.

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lene_fischer 18.01.2016, 11:05
45.

Ich finde, Mitbestimmungsrecht einräumen, ist generell richtig und gut. Aber altersgemäß abgestimmt und nicht überall. Wenn Kinder schon in jungen Jahren so extrem viel Wert auf äußere Dinge legen, läuft etwas falsch. Ich tippe auch darauf, dass die Eltern die Wichtigkeit von (Marken)klamotten zu wichtig nehmen. Meinen Kindern waren -als sie noch klein waren- Klamotten total egal und sie haben das gegriffen, was oben im kleiderschrank lag.
Kleiner Tipp. Wunschkleidung am Abend vorher raussuchen lassen, am Morgen dann keine Diskussion darüber erlauben. Der, der abends seine witterungsgerechte Kleider schnell rausgesucht hat, bekommt eine Belohnung. Und immer daran denken: die großen Probleme kommen noch, da sollte man als Elternteil der kleinen Problemchen schon Herr werden. Viel Erfolg!

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Sandra A. 18.01.2016, 11:09
46.

Was für ein süßer Artikel. Und ja, den größten Streß machen sich die Erwachsenen selbst. Wenn Sohnemann nicht wollte, kam von mir immer nur: "O.k. ich ruf im Kindergarten oder in der Schule und sag denen, daß Du heut nicht kommen kannst, weil Du noch immer im Schlafanzug rumturnst/keine Zähneputzen willst/etc." Das hat immer gereicht und fix flitzte jemand los. Manchmal, wenns zu arg war, kam eben eine andere Ansage von mir. Nun ist er 11 und nun ist es eben so, dass man an 5 Tagen der Woche ihm sagt, "putz deine Zähne", am 6. Tag kommt, "da denk ich allein dran!" und am 7. Tag, wo man dann wirklich nichts sagt, kommt dann was? Richtig, "hast Du mir nicht gesagt!" Der ganz normale Alltagswahnsinn, sag ich dazu. Überschlaue Ratgeber hab ich getrost umrundet. Am Ende kommt es auf das jehweilige Kind an, jedes ist anders zu greifen. Bei uns gibt es Regeln, da lassen wir nicht mit uns verhandeln. Bei dem Rest lernt Sohnemann von klein an, dass immer auch Konsequenzen folgen, die einem nicht immer gefallen. Und darüber hinaus darf er dabei ruhig sich die Zähne ausbeißen und üben die richtigen Argumente zu finden, hier und da selbst rausfinden, warum Mama und Papa so hin und wieder doch Recht haben. Er kennt seine Grenzen, tanzt uns nicht auf der Nase rum und überschreitet wie jedes Kind hin und wieder gern mal zum Test diese Grenzen, wär ja sonst echt traurig, würd er das als Kind nicht versuchen. Wir alle lernten und lernen vorallem durch Erfahrungen. Nicht die uns andere als solche vorgaben, sondern die wir selbst machten.

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schutsch 18.01.2016, 11:10
47.

Ich habe für meine vier Kinder eine Schule gefunden, auf der eine Schuluniform Pflicht ist. Sie ist ein Segen für die Eltern, die Schule, aber auch für die Kinder. Morgens ist klar was anzuziehen ist: Hemd, Pulli und schwarze Buntfaltenhose bzw. Rock für die Mädchen. Interesseant ist, daß alle Mädchen wieder gerne Rock tragen, wenn sie ihn tragen müssen. Die Schule als Schutzraum, in der sich Mädchen und Jungen entwicklen können. Die Schuluniform bringt Ruhe ins Klassenzimmer und die Kinder sind anständig angezogen und sehen schön aus. Wem gefällt das nicht? Nebenbei ist Haare färben, Schmincken und Schmuck tragen verboten. Dumm, daß andere Schulen sich das Leben so schwer machen.

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a320cdr 18.01.2016, 11:18
48. Oh, Ihr Schlaueltern

Die Autorin hat diesen Beitrag durchaus augenzwinkernd selbstkritisch geschrieben.
Insofern sind Verweise auf ihre mangelnde Erziehungskompetenz unangebracht.

Ich bin auch kein Freund antiautoritärer Erziehung.

Als generelles Problem sehe ich, daß viele Kinder nicht mehr in einer klassischen Zweielternfamilie aufwachsen. Einige alleinerziehende Eltern bemühen sich dann, ihrem Kind die eigene (ja auch erst erworbene) Abneigung gegen den anderen Elternteil einzuimpfen. Es soll eben ein Clone nach eigenem Vorbild geschaffen werden. Da gibt es dann kein zweites Regulativ.
Dies erzeugt Reibung und Stress.

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andy22 18.01.2016, 11:23
49.

Wenn Eltern kleinerer Kinder nicht in der Lage sind, sich am Vorabend mit den lieben Kleinen darauf zu verständigen, was am nächsten Tag angezogen wird, ist das nur Unfähigkeit. Die Kinder aber dann " falsch" bekleidet in eine Gemeinschaft ( Schule oder Kita) abzugeben, den Erzieherinnen dann dort die Verantwortung aufzubürden, ist unsozial.
Was macht die Erzieherin, wenn man einen Waldspaziergang im Schnee mit der Gruppe geplant hat, das Kind im Schlafanzug mitnehmen? Oder sollen sie dann mit jedem Kind eine Stunde diskutieren, was angezogen wird?

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