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Elterncouch: Einmal Kita mit allen
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Unser Sohn in einer Kita mit Flüchtlingen und Kindern von Drogensüchtigen? Meine Frau und ich stritten, bis die Tränen flossen. Dann trafen wir gemeinsam die richtige Entscheidung.

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andreasclevert 31.10.2016, 14:23
1. Hut ab

Später diskutieren die Eltern der Vorschulkinder dann die Wahl der Grundschule. Maßgebliches Kriterium: Höchstmöglicher Anteil der Kinder, die nach der vierten Klasse auf's Gymnasium wechseln.
Eine Diskussion, deren Sog gewaltig ist.

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zeisig 31.10.2016, 14:24
2.

Ja klar, integratives Konzept, vier Betreuerinnen für vierzehn Kinder. Das ist natürlich eine feine Sache. Das bedeutet allerdings im Umkehrschluss: Mit "nur" zwei Erzieherinnen für vierzehn Kinder würde es nicht funktionieren. Warum nicht?
Die Quote 4:14 gibt es nur im Schlaraffenland. Finanziell ist das doch eigentlich eine Utopie, dachte ich immer. Aber für manche Menschen existiert das Schlaraffenland offensichtlich tatsächlich.

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Nania 31.10.2016, 14:26
3.

Mich würde brennend interessieren, welche Position Ihre Frau vertreten hat. Ich habe gemerkt, dass viele Menschen, die auf rationaler Basis glauben zu argumentieren, nicht mehr zugänglich sind für andere Argumente, erst recht nicht, wenn diese auf einer Intuition beruhen. Das sorgt aber für Missverständnisse und manchmal dafür, dass eine Seite in Streitereien gar nicht mehr gehört wird, weil sie ja "eh nur auf Gefühlen argumentiert." Gefühle müssen aber keine schlechten Ratgeber sein und manchmal entpuppt sich ein vordergründiges Gefühl dann doch als mit rationalen Argumenten untermauert.

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weltgedanke 31.10.2016, 15:01
4.

Ich kann erahnen, dass das ein ziemlich intensiver Ehekonflikt gewesen sein muss, und auch wenn viele Erklärungen vorgebracht wurden, glaube ich nicht, dass einer von beiden schon so richtig weiß, was da wirklich passiert ist.

Persönlich denke ich, dass ein zuvor aufgeschlossenes Kind nicht einfach weniger oder gar nichts mehr lernt, wenn es in einen anderen Kindergarten kommt. Lernen an sich findet immer statt und hängt im Umfang eher vom Kind ab als von der Umgebung.

Ob das Gelernte dann auch das Richtige oder das Falsche ist, könnten wir nur als Wahrsager beantworten, aber wir sind alle nicht gut darin, in die Zukunft zu sehen.
Insofern ist es wirklich die beste Wette auf ein erfolgreiches Leben und ein gutes Schicksal, sein Kind im Sinne seiner wahren Natur aufzuziehen.
Wie man die erkennt? Na ganz einfach: Daran, wo es Spaß hat und glücklich ist.

Natürlich drängt uns unsere Eitelkeit (Stichwort Narzissmus) immer, Kinder so aufzuziehen, dass sie unsere kollektiven und individuellen Werte und Kultur weitertragen oder sogar weiterentwickeln.

Aber bei einem genaueren Blick ist mir ein Kind, das womöglich eine völlig neue Kultur erfindet oder mitträgt, die auf Frieden, Kooperation, Freundlichkeit und gemeinsamem Glück basiert, deutlich lieber als ein Kind, das eine alte Kultur weiterträgt, die auf Missgunst, Feindseligkeit und Abschottung basiert.

Der einzige Fehler, den wir jetzt noch machen können, ist der, ein neues Dogma zu erfinden, dass jetzt jedes Kind in einen integrativen Kindergarten gehen müsse, bevor sich die Eltern auf die Schultern klopfen dürfen.
Denn wer den Wert von Vielfalt wirklich erkannt hat, wird ihn natürlich auch hier umarmen und jeden Lebensweg willkommen heißen, so sehr er auch vom eigenen und den eigenen Idealen abweicht.

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widower+2 31.10.2016, 15:15
5.

Das ist genau der richtige Kindergarten. Wenn die Kinder aus vielen verschiedenen Kulturen und Sprachräumen stammen, ist das kein Problem, sondern eine tolle Sache für die Kinder. Meine Kinder haben den Kindergarten eines sprachwissenschaftlichen Fachbereichs besucht, an dem Menschen aus über hundert Nationen studieren. Von den ca. 30 Kindern dort hatte nur ein einziges 2 deutsche Elternteile. Dort waren zehn bis 15 Nationen und alle denkbaren Schattierungen der Hautfarbe vertreten. Das hat meinen Kindern nicht geschadet. Im Gegenteil. Sie sind seither immun gegen rassistische Vorurteile.

Der sprachlichen Entwicklung schadet eine solche Konstellation auch nicht, sofern viele Fremdsprachen vertreten sind und daher das von den Erzieherinnen gesprochene Deutsch geradezu selbstverständlich zur Lingua Franca unter den Kindern wird. Probleme gibt es allenfalls da, wo eine sehr große Gruppe von Kindern eine gemeinsame Muttersprache hat, die nicht Deutsch ist.

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anloli 31.10.2016, 16:20
6.

Was eine gute Kita ausmacht, sind nicht so sehr die ansprechenden Räumlichkeiten oder Angebote, auch die Anzahl der Kinder und Betreuer und welcher Herunft sie sind, sind zweitrangig.
Wirklich wichtig ist ein wertschätzender, freundlicher und empathischer Umgang mit den Kindern.

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raetzmann 31.10.2016, 16:28
7.

Das Problem (gerade in Hamburg) ist doch eigentlich gar nicht welche Kita ich mir für mein Kind aussuchen sollte, sondern wo erhalte ich überhaupt die Möglichkeit einen Platz zu erhalten. Die Frage ob die Kita gut für meine Tochter ist, durften wir uns gar nicht stellen. Wunschkita 400m Luftlinie - Wartelistenplatz 381 bei 20 Plätzen. Zweite Kita Option - frühstmöglicher Eintritt 2018 angefragt im November 15. Dritte Kita - Entfernung 4Km; Aussage der KitaLeitung: "eigentlich nicht mehr unser Einzugsgebiet". Also am besten bei positivem Schwangerschaftstest gleich um die Kita kümmern. 2 Wochen vor Kitabeginn (und Arbeitsbeginn meiner Partnerin) dann endlich die Erlösung und der mündliche Zuspruch, dass wir den Kitaplatz haben können.
Und das in Poppenbüttel - auch nicht gerade ein unbetuchter Stadtteil.

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hinnimann 31.10.2016, 16:52
8. Kindern ist es so ziemlich egal

in welchen Kindergarten sie gehen. Die wichtigsten Personen für sie sind die Eltern. Von diesen übernehmen sie Werte, Vorstellungen und Verhaltensweisen in erster Linie. Auf die Anwendung in ihrem späteren Leben kann man sich getrost verlassen, wenn die Kinder feststellen, dass sie nützlich sind. Jedenfalls sind das meine Erfahrungen mit 3 Kindern. Von daher wird der Wahl des richtigen oder falschen Kindergartens oder der Schule zuviel Bedeutung zugemessen, egal ob die Entscheidungen darüber rational oder emotional getroffen werden

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Mr Bounz 31.10.2016, 16:54
9.

@Nania
1. Wenn Sie den Artikel lesen, stellen Sie fest das die "Position" der Ehefrau auch genannt wird. Die Position ist aber nur "Ich hab da so ein Gefühl"
Ergänzen könnte man diesen Satz noch durch, "ich war nie da, hab mich mit der Sache nicht beschäftigt und hänge nur irgendwelchen Vorurteilen/vogefertigten Meinungen nach!"
Denn:
2. stellt sich auch in diesem Fdall mal wieder heraus, wenn Sich eine Person mit der Sache beschäftigt, also wenigstens ein mal durchs Fenster schaut lösen sich die Vorurteile in Wohlgefallen auf! Wie im Artikel steht geht der Junge nun in diese Kita (und scheinbar ist das auch sehr Positiv)!
3. Nun noch zu Ihrem Argument PRO Gefühle. Wie Sie selbst schreiben. "Gefühle müssen aber keine schlechten Ratgeber sein und manchmal entpuppt sich ein vordergründiges Gefühl dann doch als mit rationalen Argumenten untermauert."
Manchmal, heißt meistens NICHT! .. und dann noch der Zusatz "doch mit rationalen Argumenten untermauert." Dann machen Sie sich doch bitte auf die Suche nach diesen rationalen Argumenten, also beschäftigen Sie sich bitte RICHTIG mit dem Thema, denn dann haben Sie eine wirkliche Basis für eine Entscheidung!

Denn wenn es um Ihr Kinder geht sollten Sie sich RICHTIG mit den entscheidenden Themen befassen! Ihre Kinder und vielleicht auch die gesamte Gesellschaft werden es Ihnen danken!

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