Forum: Panorama
Elterncouch: Lehrer, bringt uns Leben bei!
Michael Meißner

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hansbratwurst 05.12.2015, 21:03
10.

@deglaboy

An Ihrem Beitrag merkt man, dass Sie keinen blassen Schimmer vom Lehrerberuf haben. Geschütztes Biotop? Dann bitte, werden Sie Lehrer. Es steht jedem offen. Aber nicht wundern, wenn Sie sich täglich vor Kindern, Eltern, Kollegen, Schulleitern, Jugendämtern, Schulbegleitern, Schulpsychologen und Behörden für Ihren Unterricht rechtfertigen müssen und im Rampenlicht stehen. Keine Personalverantwortung? Was ist mit den hunderten jungen Menschen, für die Lehrer eine immer größer werdende Verantwortung haben, weil Eltern ihre Kinder nicht mehr selbst erziehen können? Keine Budgetverantwortung? Schon einmal mit Klassenlehrern, Koordinatoren oder Schulleitern gesprochen, was alles so verwaltet und sinnvoll eingesetzt werden muss? Aus minimalen Mitteln das Meiste rausholen ist hier die Devise. Ein riesen Verdienst? Ständige Kürzungen, unbezahlte Mehrarbeit und immer mehr Aufgaben für das gleiche Gehalt sind an der Tagesordnung. Lehrer arbeiten nicht selten 50 oder mehr Stunden pro Woche. Wegen des Geldes entscheidet sich schon lange keiner mehr für diesen Beruf. Aber Sie wissen sicherlich besser über den Beruf bescheid, denn Sie waren ja auch mal in der Schule, als Schüler!

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mrbiggg 05.12.2015, 21:04
11.

oha, deglaboy... da wurde aber ganz tief in der vorurteilsschublade gewühlt, nech?
wenn es denn so toll und einfach sein soll, lehrer zu sein... warum dann nicht selbst einer werden?
keine lust auf 27+ schüler in einem zu kleinen raum? viele schüler lassen heute ein mindestmaß an erziehung vermissen, aber das kann man denen doch locker nebenher eintrichtern. gruppenarbeiten vorbereiten, ausflüge planen, tests und klassenarbeiten konzipieren und korrigieren, materialien aktuell halten, für die eltern abrufbar sein, konferenzen, fortbildungen, dienstbesprechungen... richtig, sowas ist alles bis 13h erledigt.
wer heute noch auf lehrer zeigt und meint, dass diese den einfachsten und lockersten job der welt haben, der ist exorbitant weit von der realität entfernt.

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nean00 05.12.2015, 21:08
12.

Mir sind solche Lehrer auch um einiges lieber als diejenigen die einen Lehrplan 1:1 in die Kinder reindrücken wollen.
Die Kinder sollen zum eigenständigen Denken und Hinterfragen ermutigt werden, daher ist es auch sicher Absicht, die Aufgaben etwas vage zu schreiben.
Aber ich kann mir auch vorstellen dass einige Erwachsenen damit heute überfordert sind, vielleicht weil sie es nur gewohnt sind genau das zu machen was ihnen jemand sagt? Geht auch. Macht dich aber direkt abhängig von jemanden. Wer's mag.

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itolduso 05.12.2015, 21:18
13.

Da ist sie wieder die Lehrerschelte, klar deglaboy war ja auch mal in der Schule und ist damit Experte. Allerdings bekommen Beamte nicht am Ende des Monats ihr fettes Gehalt fürs Nichtstun, sondern a priori, jedenfalls in dem Bundesland, in dem ich tätig bin.
Ja, so engagiert wie der Kollege Catà sollten alle Lehrer sein. Aber auch bei SPIEGEL und SPON gibt es hochgradig demotivierte Redakteure, die man fast genauso schwer los wird wie die verbeamteten Schulversager.

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pauleschnueter 05.12.2015, 21:48
14.

"Wieso sind nicht mehr Pädagogen so?"

Weil es dann nur noch selbstverliebte Spinner gäbe, die vor lauter woke-life-balance das "work" nicht mehr gebacken bekommen. Es ist ein dumdreister Fall eines arbeitsscheuen Kuschelpädagogen, der hier als ein gutes Beispiel verkauft wird, wo er doch eigentlich nur zeigt, wie man es nicht machen sollte. Zumindest, wenn man für das Unterrichten bezahlt wird.

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schaluppe 05.12.2015, 22:22
15.

In einer 6. Stunde VERTRETUNG in Klasse 5 bin ich mal, statt Englisch zu machen, mit den Kindern auf einen Abenteuerspielplatz gegangen. Meine Schulleitung hatte nichts dagegen, aber die Elternproteste bekam ich noch ein halbes Jahr später beim Elternsprechtag zu hören. Dabei glaube ich, haben die Kinder bei der Gelegenheit mehr gelernt (Körperbeherrschung, Sozialkompetenz, Zusammenhalt in der Klasse) als ich ihnen in der 6. Stunde an Eglisch hätte beibringen können.

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ostiensis 05.12.2015, 22:22
16.

@Deglaboy: Nun, es ist wohl unbestreitbar, dass man im Lehrerberuf auch ´mal einen Nachmittag frei haben kann. Aber das hängt sicherlich entscheidend von der Schulform, den Fächern, vor allem aber der persönlichen Einstellung ab. Wenn ein Lehrer es möchte, kann er /sie ein laues Leben führen. Aber das trifft immer seltener zu. Also in der Schulzeit komme ich regelmäßig auf 60-70 Stunden die Woche und in den Herbst-, Weihnachts-, und Osterferien gibt´s genug zu korrigieren. Insofern sind mir die Sommerferien heilig und von wesentlich mehr Urlaub als andere Arbeitnehmer würde ich nicht sprechen. Mir macht mein Beruf Spaß und ich sehe ihn als sinnvoll an.
Schaue ich auf mein Gehalt, so sage ich, dass das nicht schlecht ist und mir ausreicht. Im Vergleich mit Personen in der freien Wirtschaft könnte ich mich fragen, warum ich mir den Lehrerjob antue - wer in der freien Wirtschaft so eine langwierige (und dabei leider nicht immer sinnvolle) Ausbildung hinter sich hat und ähnlich viel arbeitet bekommt in der Regel mehr Geld ´raus. Aber trotz Examen und Diplom bin ich Lehrer geworden und finde es gut...
Was auch selten betrachtet wird: Wenn ich mich an meiner Schule nicht wohl fühlen würde (was glücklicherweise nicht so ist) - hmmh. Die Schule wechseln? Tja, das wäre schön, ist aber nur möglich, wenn der Schulleiter zustimmt (darf bis zu 5 Jahren dauern). Insofern ist man als verbeamteter Lehrer auch quasi "versklavt".
Lukrativ könnte höchstens die Pension sein. Diese ist jedoch bei Lehrern nicht garantiert. Sollte sich die Gesetzeslage ändern, so gilt bei Beamten kein Bestandsschutz - anders als bei Rentnern...
Und, lieber Deglaboy, wenn Sie möchten, kommen Sie ´mal ´nen Tag mit. Ich glaube, Sie werden Spaß haben und den Beruf wechseln... :-)

Bzgl. des Artikels:
Also ich finde die Hausaufgaben super - sie sind ja nur Hinweise bzw. Ratschläge für die Sommerferien. Im Artikel steht eingangs: "Statt seine Schüler mit einer ellenlangen Literaturliste in die Sommerferien zu entlassen..." - also welcher Lehrer in Deutschland gibt denn seinen SchülerInnen eine Literaturliste für die Ferien? Das wäre seltsam. So ein paar nette Hinweise, wie sie im Artikel dargestellt werden, sind doch nur nett, aber mehr nicht. Sowas machen sicher mehr Lehrer als angenommen - halt einfach so. Nu: Da es Hinweise für die Ferien sind, nimmt das eh´ kein Mensch wahr...
Schöne Grüße!

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igel26 05.12.2015, 22:35
17.

Ich bin erschüttert,

da versucht ein Lehrer aus seinen Schülern glückliche und liebenswerte Menschen zu machen und sofort stehen Meckerer auf und kritisieren, dass das nicht seine Aufgabe sei. Mir scheint, diese Menschen haben nicht verstanden, was Pädagoge heißt. Ich erkläre es hier nicht. Wer es nicht weiß, sollte versuchen, es selbst herauszufinden.

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sandbaum30 05.12.2015, 22:40
18. Lesen lernen?!?

In dem Artikel steht mal ganz am Anfang, dass das Hausaufgaben für die Sommerferien waren. Wer jetzt also darüber diskutiert, was dieser Lehrer in seinem Unterricht leistet oder nicht, sollte halt selbst nochmal genau lesen lernen. By the way, mir sind Kollegen, die zum Leben und Denken anleiten tausend Mal lieber als diejenigen, die unreflektiert auswendig lernen lassen, denn Letzteres hat noch nie eine Gesellschaft weitergebracht!

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kieselschlirf 05.12.2015, 22:47
19.

Schule ist dafür da, Wissen zu vermitteln, und die Eltern sind dafür da, ihren Kindern "das Leben beizubringen" - um den Ausdruck weiterzuverwenden. Wenn alle Beteiligten ihre Pflichten ernst nehmen würden, und sich ansonsten aus Angelegenheiten, die sie nichts angehen, raushielten, hätten wir sehr viel weniger Probleme. Und unsere Kinder würden enorm profitieren.

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