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Elterncouch: Über das Töten
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nogogirl 24.05.2016, 15:57
1. Juchhu, mein Sohn ist normal!

Und ich dachte, er wäre das einzige Kind der Welt, welches Töten liebt! Ich kann mir auch keinen Reim darauf machen. Natürlich wird auch hier vieles dazu erklärt, möglichst kindgerecht. Man darf nicht töten und wir quälen auch keine Tiere. Neulich brachte er heimlich eine Feuerwanze mit mach Hause. Er wollte sie beobachten und dann töten. Zum Glück konnte ich ihn dazu bringen, sie zu füttern und am nächsten Tag zu ihren "Freunden" zurückzubringen!

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vox veritas 24.05.2016, 16:02
2.

Irgendwie alles ganz richtig, aber (Sie wußten schon, daß es ein ABER geben wird), wer verteidigt Sie, wenn Sie angriffen werden?

Konnten Sie auch darauf eine Antwort finden?

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Kamatipura 24.05.2016, 16:02
3.

Es ist schwierig den Kindern beizubringen, dass selbst "schießen" mit einem abgebrochenen Ast oder ein Stück Holz, welches als Pistole umfunktioniert, auf andere nicht unbedingt cool wirkt. Ich will nicht die Schuld auf die Medien schieben, aber ein in den TV Zeitschriften angekündigter Tatort "mit Pistole im Anschlag" wirkt eben auf kleine Leute mächtig in sinne von Macht. Es liegt auch daran, dass wir keine Bilder zeigen, die die Wirkung der Waffen auf Menschen oder Lebewesen zeigen. Zusammengebombte Häuser, ja, jeder Erwachsene weiß, dass da keiner lebend rauskam, aber ein Kind weiß das nicht.

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andreas.s 24.05.2016, 16:04
4.

Schon mal überlegt das Kinder Geheimnisse, auch dunkle Geheimnisse, brauchen?
Zeigen Sie Ihrem Sohn mal die Konsequenzen des Töten. Zeigen Sie ihm ein paar süsse Tierbabies die er wirklich süss findet und erklären Sie ihm dann einfach wie diese Tierbabies langsam verrecken müssen wenn das Muttertier getötet wird.
Oder das Sie in einem der Häuser sitzen während eine Bombe es zerstört, das jetzt die Hände die ihn festhalten zermatscht zwischen Trümmern liegen und ihn nie wieder streicheln können, oder der Kopf der ihm vorliest einfach zerquetscht wurde und nie wieder ein dummes Winnie Pu Buch vorlesen kann.

Kinder lernen nicht weil Papa sagt das macht man nicht. Kinder haben ein Recht darauf zu erfahren welche Konsequenzen dieses "etwas" hat und warum man "das" nicht macht.

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mwroer 24.05.2016, 16:06
5.

Benjamin ich weiss die Chance das Du dies jemals lesen wirst ist gleich 0 aber ich muss es Dir einfach sagen:

Hör nicht auf Deinen Vater. Tritt noch auf 5 Ameisen und freu Dich über die Zeit in der Dir keiner versucht jede Handlung über pc und nachträgliche angelesene 'Normen für das guter Mensch sein' zu vermiesen.

Sei Kind. Kletter ruhig auf Apfelbäume. Auch beim Nachbarn. Dein Vater wird Dir sicher genau erklären das es streng genommen Landfriedensbruch ist. Lache laut! Auch in der Mittagszeit wenn Du damit gegen die Hausordnung verstößt - was ziemlich sicher der erste Schritt zum gewaltbereiten Hooligan darstellt.

Sei Kind! Lebe! Und hör bitte nicht auf Deinen Vater.

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leserich 24.05.2016, 16:12
6.

Oft liegt das in den Genen. Wenn das Elter, wie im Artikel beschrieben, selbst gern als Kind Tiere gequält hat liegt es nahe, darin die Ursache für das Verhalten des eigenen Kindes zu sehen. Das muss jetzt keine Vererbung im biochemischen Sinne sein, denkbar ist auch eine unterschwellige Übertragung der Grausamkeit vom Elter aufs Kind, weil dieses intuitiv die Verlogenheit der elterlichen Mahnworte spürt. Kinder, die später Täter werden, haben sehr häufig sadistische Eltern und fast immer beginnt die "Karriere" mit Tierquälerei, erst Insekten, dann Wirbeltiere ("Katze spielen" nennen Eltern das verniedlichend), und so zieht es sich bis zum unausweichlichem Endpunkt.

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Noctim 24.05.2016, 16:12
7.

Ich möchte jetzt eigentlich gar nicht über die Dualität der menschlichen Psyche fachsimpeln. Über die notwendige Fähigkeit, sowohl die eigene Familie und Gruppe friedlich zu umsorgen, sie aber im Falle eines Angriffes auch tatkräftig verteidigen zu können. Über die Faszination von Leben und Tod, Macht und Kontrolle. Über die männliche Natur, der angeborene Trieb zum Jagen und Kämpfen und zur Selbstzerstörung. Über den Kult, den Männer innerhalb ihrer Geschlechtsgenossen ausleben.

Das Verhalten des Kindes wird in meinen Augen überinterpretiert. Man kann dem Menschen seine "Destrudo" nicht aberziehen, vor allem nicht den Jungs.

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andreasclevert 24.05.2016, 16:13
8.

Ich hatte vor kurzem diesen Dialog der Patentante mit meinem 6-Jährigen auf meinem Blog gebracht:

Patentante (STAR WARS Kenntnisse – 0%): Ja, was gefällt Dir denn so an STAR WARS?
Nachwuchs (STAR WARS Kenntnisse – 100%): Ja, alles. Der Kylo Ren ist klasse.
Patentante: Ja, echt?! Was macht der denn so?
Nachwuchs: Der bringt sogar seinen Vater um.
Patentante: [Stille am Telefon]

Was ich damit sagen möchte, ist, dass manche Dinge eine Faszination ausüben auf Kinder und auf Erwachsene, und m.E. sehr wohl der feine Unterschied zwischen Fantasie und Realität gesehen wird. Der SPIEGEL berichtet ja auch gerade titelmäßig über die ansteigenden Kriminalitätsrate in Deutschland und gleichzeitig wird dort mit großer Begeisterung der nächste Tatort rezensiert und der Filmtoten gedacht.
Ich denke, die Kinder wissen in der Regel auch sehr gut zwischen Fiktion und Wahrheit zu unterscheiden.

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hughw 24.05.2016, 16:18
9.

Ich finde es erstaunlich, dass Kinder Fliegen die Flügel ausreißen wollen, das wäre mir schon als Kind zu gemein gewesen.
Aber das Waffen verbieten oder "Gewalt" kann nach hinten losgehen. Mein Vater hatte eine ähnliche Auffassung wie der Autor. Allerdings mit mehr Grund. Zweiter Weltkrieg überlebt, heißt der hat wirklich Horror erlebt und ihn sich nicht nur vorgestellt. Und so musste ich zuschauen, wenn die Schulkameraden Räuber&Gendarm oder Cowboy&Indianer spielten. Und wer hat das alles nachgeholt als er echte Waffen in die Hand nehmen musste? Klaro, mein Vater der Pazifist, hatte dann einen Soldaten als Sohn, der jede Tötungsart gelernt hat, die seine Ausbilder auf Lager hatten.
Jungen müssen sich austoben können, auch "Allmachtsfantasien" auch "destruktiv" ausleben können, sonst haben wir weiterhin eine ansteigende Zahl von ADHS-Fällen und/oder verklemmten Typen. Noch etwas. Mein Vater war militanter Nichtraucher, und alle seine Kinder haben geraucht....

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