Forum: Panorama
Elterncouch: Unterfordert mich nicht!
Corbis

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klangschmied 31.03.2016, 15:35
10.

@BurnedSkin

:D sehr witzig. Stimmt eigentlich. Bin zwar freiwillig der Hausmann im Haus und führe den Laden, bekomme dafür keinen Orden und niemand schaut mich an als sei ich überfordert (obwohl ich es manchmal bin), aber meine Güte, haben Sie recht. Wenn meine Frau ein Programm installiert bekommt, dann bekommt sie von mir einen Milchschake... immer... aber bisher nur zweimal geglückt ;)

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spon-facebook-10000361426 31.03.2016, 15:36
11.

Fazit: Frauen werden diskrimiert, Männer natürlich im umkehrschluss nicht. Warum auch, ist doch alles garnicht so wild....

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Teilzeitalleinerzieherin 31.03.2016, 16:26
12.

Als mein Mann zuhause war und den Kinderjob gemacht hat, während ich das täglich Brot verdienen gegangen bin, gab es mit unserer Tochter im KiGa ein Problem. Anstatt meinen Mann beim Abholen des Kindes darauf anzusprechen wurde ich aus einem Meeting geklingelt. Auf meine Frage, warum man nicht meinen Mann angesprochen hätte - er wäre für die Kinderbetreuung primär zuständig - erntete ich komplettes Unverständnis "Aber Sie sind die MUTTER!" Wir haben dann den Kindergarten gewechselt und mein Mann ist als erste Maßnahme in den Elternbeirat eingetreten. Von da an war er als zuständige Ansprechperson anerkannt

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Celegorm 31.03.2016, 16:39
13.

@kpdsu: Das ist leider effektiv so und leider merken viele noch nicht einmal, was für ein Weltbild so etwas enthüllt. Ähnlich etwa dem in freundliches Wohlwollen verpackten Rassismus, mit dem sich dunkelhäutige Deutsche immer noch anhören müssen, wie toll sie doch Deutsch sprächen, selbst wenn sie in Hannover geboren wurden und in Germanistik promoviert haben.

In diesem spezifischen Fall ist es aber umso tragischer, weil viele Frauen nicht realisieren, dass sie damit genau jene ewiggestrige Denkweise fördern, über die sie sich sonst ausgiebig beklagen. Wenn Väter für banalste Handlungen mit Lob überschüttet werden und man ihnen grössere Herausforderungen beim Umgang mit Kindern gar nicht erst zutraut, dann muss man sich nicht wundern, wenn deren Betreuungsaktivität vielfach eher bescheiden ausfällt..

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Teilzeitalleinerzieherin 31.03.2016, 17:04
14.

Mein Mann hat - als Vollzeithausmann - Lob und Bewunderung dafür geerntet, dass die Wohnung nicht total versifft und die Kinder wohlgenährt und sauber gekleidet waren. Auf diese Anerkennung warte ich - seit einem Jahr während der Woche allein verantwortlich für Kinder und Haushalt sowie weiterhin berufstätig - bis heute vergebens.... Davon abgesehen zähle ich die Tage, bis mein Mann wieder "übernimmt" - er ist nämlich die deutlich begabtere "Hausfrau und Mutter"

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g_bec 31.03.2016, 17:50
15. Nö.

Zitat von andreas.s
Ja, ist schon lustig. Eine Erzzieherin hat tatsächlich meine Frau angerufen wenn ich die Kinder abgeholt habe. Das ich die Kinder auch immer gebracht habe ist ihr leider nie aufgefallen, da sie immer nur Spätdienst hatte. Als die anderen Eltern mitbekamen das meine Frau für eine ganze Woche im Urlaub ist, hatte ich tatsächlich unangekündigten Besuch von anderen Müttern die mal nach dem Rechten schauen wollten. Von einer Erzieherin durfte ich mir anhören ob meine Frau jetzt im Frauenhaus wäre und das ich bitte Bescheid gebe, wenn wir uns trennen würden, schliesslich hätten die Kinder ja erzählt das Mama seit 3 Tagen nicht zu Hause sei. Das wiederum wurde mir dann zu bunt, daher habe ich mit der Leitung der Kita gesprochen, wo mir erklärt wurde, dass ich für solches Verhalten Verständniss haben müsse. Eigentlich verdammt sexistischer Kram....
Nö, kein sexistischer Kram. Das ist Lebenserfahrung der Erzieher. Denn insbesondere in städtischen Ballungsräumen ist das eher die Regel statt die Ausnahme, dass da "Vater/Opa/Onkel" plötzlich Kinder abholen, die dies eigentlich nicht sollen/dürfen. Eben weil es Gewalt-/Drogen-/Stalking-Probleme gibt. Und da sind die betroffenen Mütter durchaus dankbar, wenn noch mal nachgefragt wird, weil der "Vater/Opa/Onkel" dem Personal unbekannt ist. Und manch einer dieser "Väter/Opas/Onkel" wird auch durchaus mehr als ungehalten, wenn sie das Kind nicht mitnehmen dürfen, weil sie nicht auf der, üblichen, Abholvollmacht stehen. Und das mit dem Frauenhaus kommt öfter vor als man denken möchte.

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tim_van_beek 01.04.2016, 04:50
16.

Zitat von g_bec
Nö, kein sexistischer Kram. Das ist Lebenserfahrung der Erzieher.
Völlig richtig, meine Vorurteile (nicht nur die sexistischen) basieren auch alle auf Erfahrungen! Die wahr sind! Diese Dämonisierung von Vorurteilen (auch den sexistischen) muss endlich aufhören.
Wissen Sie, wenn man einem Löwen begegnet und der einen fressen will, dann geht man doch auch nicht auf einen zweiten Löwen offen zu um Freundschaft zu schließen, weil man keine Vorurteile haben will. Mit dem Ansatz hätten unsere Vorfahren nie überlebt.

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Berg 01.04.2016, 09:29
17.

Zitat von klangschmied
Stimmt eigentlich. Bin zwar freiwillig der Hausmann im Haus und führe den Laden, bekomme dafür keinen Orden und niemand schaut mich an als sei ich überfordert (obwohl ich es manchmal bin),
Seid Ihr denn noch nicht darauf gekommen, Euch gegenseitig Bitte und Danke zu sagen? Seid Ihr denn zu maulfaul, um zu sagen:"das schmeckt aber heute wieder besonders gut. Danke, dass Du so schön gekocht hast."? DAS IST der "Orden"! Inzwischen haben das bereits unsere Enkel bei uns bemerkt und es in ihrer Studenten-WG eingeführt.

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andreas.s 01.04.2016, 12:03
18. @g_bec

Zitat von g_bec
Nö, kein sexistischer Kram. Das ist Lebenserfahrung der Erzieher. Denn insbesondere in städtischen Ballungsräumen ist das eher die Regel statt die Ausnahme, dass da "Vater/Opa/Onkel" plötzlich Kinder abholen, die dies eigentlich nicht sollen/dürfen. Eben weil es Gewalt-/Drogen-/Stalking-Probleme gibt. Und da sind die betroffenen Mütter durchaus dankbar, wenn noch mal nachgefragt wird, weil der "Vater/Opa/Onkel" dem Personal unbekannt ist. Und manch einer dieser "Väter/Opas/Onkel" wird auch durchaus mehr als ungehalten, wenn sie das Kind nicht mitnehmen dürfen, weil sie nicht auf der, üblichen, Abholvollmacht stehen. Und das mit dem Frauenhaus kommt öfter vor als man denken möchte.
Ach nein? Kein sexistischer Kram? Aber wenn meine Erfahrungen deutlich zeigen, dass Frauen eben keine Computer installieren können und wenn ich mir die Ein- und Ausparkergebnisse von Frauen aus meinem Umfeld anschaue, dann ist es sexistisch zu sagen das Frauen nicht Computer installieren können, oder nicht einparken können?

Eben genau dieses verallgemeinern ist ja das was, die verschiedenen diskriminierenden -ismen ausmacht.
Die Erzieherin war übrigens gerade mal einige Monate aus Ihrem Anerkennungsjahr raus, dürfte also entsprechend recht wenig eigene Erfahrungen mit den von Ihnen erwähnten "Vater/Opa/Onkeln" gemacht haben.
Zu diesem Thema noch eine beeindruckende Zahl zum Thema Länderübergreifender Entführungen:
In 2008 waren 69 Prozent der Entführer von Kindern die eigenen Mütter, 28% Väter und der Rest sonstige.

Und noch etwas zu ihrem "ehr die Regel". Ich weiss ja nicht was Sie so an Lebenserfahrungen gemacht haben, aber ich würde ziemlich viel darauf wetten, dass Sie eben genau damit eigentlich keine eigenen Erfahrungen gemacht haben und höchstens vom hörensagen sich irgendwelche Welten zurecht phantasieren. Aus meinem Umfeld das sowohl von bürgerlichen Kleinstadtbereichen bis in soziale Brennpunkte in deutschen Großstädten reicht, weiss ich, das dies in der Realität genau umgekehrt ist.

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weltgedanke 01.04.2016, 14:51
19.

Also ich (Mann) bin von solchen Dingen durchaus öfter überfordert. Ich kann das zwar intellektuell meistern, wenn es unbedingt sein muss, aber ich merke immer wieder, Frauen haben im Durchschnitt einen direkten Zugang zu solchen Fragen. Die gucken z.B. einfach in eine chaotische Küche oder einen chaotischen Kinderrucksack und wissen sofort, was man da machen muss. Ich muss da erst länger nachdenken und die Frage ins Bewusstsein holen. Bei den Frauen, mit denen ich üblicherweise zu tun habe, ist das eher automatisch.
Das ist umgekehrt so wie die meisten Frauen in meinem technischen Beruf nicht absolute Nieten sind, wenn sie sich wirklich anstrengen, aber der unmittelbare intuitive Zugang fehlt ihnen häufig nach meiner Erfahrung.
So gesehen kann ich schon verstehen, dass Erzieherinnen als grobe Heuristik lieber mit den Müttern reden, wenn es um die Details. Schade ist halt nur, dass es natürlich einige talentierte Männer diskriminiert. Ich bin aber sicher, wenn man das mit Humor nimmt und wirklich Ansprechpartner sein will, kann man sich seinen Platz erobern.

Aber an meine Vorredner, die gleich mal wieder den Sexismus geißeln: Es ist hundertfach belegt, dass Frauen und Männer im Durchschnitt unterschiedliche Stärken haben. Es ist auch bekannt, dass Durchschnittswerte nichts über Einzelfälle aussagen, das ist nichts Neues. Trotzdem kann ich nur zu Heuristiken raten, die sich natürlich auf Durchschnittswerte stützen, sie vereinfachen Entscheidungsprozesse und machen das Leben effizienter. Man muss nicht immer gleich eine Diskriminierung oder sexistischer Verschwörung wittern. Manches ist einfach nur liebenswert logisch.

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