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Elterncouch: Vegane Kleinkind-Ernährung? Nein, danke!
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PH-sauer 06.01.2017, 10:53
1.

Der Mensch hat bis zu 32 Werkzeuge im Mund, die eine omnivove Lebensweise aufzeigen. Der Darm, die ganze Struktur des Verdauungstraktes, die Verwertung der zugeführten Stoffe weisen auf eine omnivore Tierart hin!
Wir KÖNNEN überwidegend pflanzliche Nahrung zu uns nehmen. Ein Tier, das später praktisch vegan lebt ist der grüne Leguan. Als Jungtier ist dieser jedoch vorzugsweise carnivor unterwegs. Man wächst eben nur durch die Zufuhr von VERTRÄGLICHEM Eiweiß und Fett. Und dies gilt besonders für Kinder!

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Suppenelse 06.01.2017, 11:00
2. Vegetarisch mit Fisch kein Problem

Die Geschichte hat zwei Seiten. Eltern, die alles besser zu wissen glauben, gibt es leider nicht nur beim Thema Impfen, sondern auch beim Thema Ernährung. Andererseits sollte man nicht an der Legende weiterstricken, eine gesunde Ernährung sei nur mit Fleisch möglich - das ist tatsächlich kompletter Unsinn, aber in den Köpfen der (ausgesprochen viel Fleisch essenden) Deutschen halt immer noch so drin.

Zwischen "vegan" und "vegetarisch mit Fisch" liegen Welten, und es hätte dem Artikel gut getan, den Unterschied klarzumachen. Eine fleischlose Ernährung, allerdings mit Fisch, ist auch nach Meinung von Fachleuten überhaupt kein Problem. Das können sich viele Eltern, die selbst viel Fleisch essen, allerdings nur schwer vorstellen...

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beegee 06.01.2017, 11:02
3.

"Der VEBU geht im Moment (Januar 2015) von rund 7,8 Millionen Vegetariern (rund 10 % der Bevölkerung) und 900.000 Veganern (1,1 %) in Deutschland aus. Das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) und das Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov bestätigen diese Entwicklung."

Gut, das mag nun in der Stadt etwas höher liegen, aber: "Inzwischen ist es in der urbanen Mittelschicht weit verbreitet, komplett auf tierische Produkte zu verzichten."?

Bauch ist das neue Hirn? Zusammen ernähren sich nicht einmal 12 % vegetarisch oder vegan. Und auch in der "urbanen Mittelschicht", in der ich mich durchaus bewege, sehe ich das so nicht.

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t_mcmillan 06.01.2017, 11:04
4.

Schlecht ist halt immer Ideologie und Strenge. Wenig Fleisch, viel Gemüse ist ja prima. Oft vegetarisch, oft vegan essen, aber nicht ausschließlich und nicht mit dem moralischen Duktus, sondern entspannt und auch mit einer gewissen inneren Flexibilität (z.B. wenn die Schwiegermutter an Weihnachten halt Braten gemacht hat oder das Kind halt auf dem Schulfest gern mal eine Bratwurst will), das dürfte für alle Beteiligten am besten sein.

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ansv 06.01.2017, 11:08
5.

Im Artikel steht "Solange ich nicht weiß, was eine bestimmte Substanz im Körper meines Kindes anrichtet, sollte ich sie weglassen. Solange ich nicht weiß, ob das Weglassen einer Substanz gesundheitsgefährdend ist, sollte ich sie weiter zuführen."

Und wem wollen Sie jetzt glauben? Eher dem, der sagt "Milch ist lebenswichtig" oder dem, der sagt "Milch braucht kein Mensch"? Und auf welche Milch könnte sich das dann beziehen? Auf die, die es in meiner Kindheit gab, Im Schlauch oder Tetrapack und irgendwann sauer? Oder die, die es heute gibt: Wochenlang haltbar und wenn verdorben dann eher bitter als sauer?

Ich bleibe Ihrem Schema folgend gerne Egoist: ich bin der Überzeugung, selbst zubereitetes Essen ist das einzige, worauf man sich verlassen kann. Und wenn das Kind Fastfood und Fertiggerichte noch so sehr liebt, es wird mit meinen Vorlieben leben müssen.

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Paddel2 06.01.2017, 11:10
6. Schwarz und weiß

Der Vegan-Hype weist für unsere Gesellschaft typische Strukturen auf. Egal um welche Themen es sich dreht, Politiker, Medien und die Bevölkerung sehnen sich regelrecht nach einfachen Lösungen. Aus diesem Grund verlangen alle nach klaren Antworten. Es gibt nur "richtig" und "falsch", "schwarz" und "weiß", "1" und "0". Wer sich in komplexen Themen derart eindeutig positioniert, offenbart in erster Linie eine ausgeprägte Ahnungslosigkeit. Der mancherorts praktizierten Tierquälerei stehen alternative Haltungsbedingungen und die Natur des Menschen entgegen. Freiheit bedeutet aber auch, dass jeder Mensch frei entscheiden darf. Nehmen jedoch Kinder Schaden, muss dass zwingend empfindliche Strafen nach sich ziehen!
Ich empfehle allen, sich breiter zu bilden und sich vor allem mit Statistik auseinanderzusetzen um Studienergebnisse besser verstehen zu können. Insbesondere der Begriff des "Risikos" wird im Allgemeinen nicht verstanden.

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rambazambah 06.01.2017, 11:11
7.

Das Schlimme ist, dass man sich bei manchen Menschen den Mund fusselig reden kann, wenn man mit schlichter Vernunft argumentieren will. Der Mensch ist biologisch ein Allesfresser. Das kann jeder erkennen. Wir haben ein Allesfressergebiss und unsere Verdauung ist darauf ausgelegt, alles zu verwerten. Der Mensch braucht bestimmte Zusätze und ich finde es idiotisch, diese in Tablettenform zu sich zu nehmen, obwohl uns die Natur doch diese Stoffe liefert. Natürlich ernähren sich viele Leute unausgewogen, aber ein Körper im Wachstum ist auf das gesamte Ernährungsspektrum angewiesen.
Ich kenne selbst Vegetarier, die während der Schwangerschaft und der Stillzeit sehr viel Käse, Eier und Fisch gegessen haben und später für die Kleinkinder Fleisch gekocht haben. "Auch wenn ich es nicht mag, braucht es mein Kind und das ist wichtiger als mein Lebensstil." Das war meiner Meinung nach der vernünftigste Satz, den ich je von einem Vegetarier gehört habe.
Gänzlich auf tierische Produkte zu verzichten halte ich für eine grausig unausgewogene Ernährung. Wenn sich die Menschen vegan ernähren wollen, sollen sie dies auch gerne tun. Aber oben genannter Satz sollte man sich doch verinnerlichen. Aber egal wie man argumentiert, es wird nicht ankommen, denn die meisten Veganer definieren sich über ihre Ernährung.

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wb3 06.01.2017, 11:13
8. Kompletter Unsinn

Ist das hier die Fleischindustrie-Lobby, die sich ausbreiteen darf? Es gibt viele Kulturen, die seit Jahrtausenden vegetarisch und vegan sich ernähren, wie im Hinduismus. Diese Menschen sind gesünder als die westlichen, die nur so geplagt werden von den Zivilisationskrankheiten.

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phantomlord 06.01.2017, 11:15
9.

Wer seine Kinder nur mit Nüssen und Trockenobst ernährt, dessen Problem ist nicht eine vegane, sondern vor allem eine einseitige und mangelhafte Ernährung. Ausschließlich Rinderfilet und Käse wären nicht weniger ungesund. Zu den einzelnen Kritikpunkten: Egoismus - Alle Eltern ernähren ihre Kinder nach ihren eigenen Vorstellungen, jeder lebt das vor, was er selbst für richtig hält. Zumindest bis zum Zeitpunkt, wo Kinder selbst äußern und beurteilen können, was gut für sie ist oder was ihnen schmeckt, dann kann man sie immer noch selbst entscheiden lassen. Die Punkte Instrumentalisierung und Dekadenz lassen meines Erachtens außer acht, dass zumindest nach meiner Erfahrung die meisten Veganer ihre Ernährungsweise nicht als Religion oder Trend betrachten, sondern ethische Gründe dafür haben, die ja im Grund zu Beginn des Artikels auch beschrieben werden. Diese Sichtweise relativiert gleichzeitig den Punkt Dekadenz. Natürlich ist es ein unglaublicher Luxus, dass wir in einem solchen Überfluss leben, dass wir uns über diese Dinge überhaupt Gedanken machen können und uns an Kleinkram wie laktoseüberzogenen Tabletten stören können. Dekadenter als importiertes Weiderind aus Argentinien finde ich das allerdings überhaupt nicht, es ist lediglich eine Frage der Prioritäten. Und die Nährstoffversorgung ist für Veganer natürlich ein Thema, weil man sich ohnehin intensiv mit Ernährung befasst und normalerweise bei sich selbst und natürlich erst recht beim Nachwuchs Mangelerscheinungen vorbeugen möchte - es sind halt nicht alle so bekloppt wie die Nuss-/Trockenobstfraktion. Aber auch eine omnivore Ernährung sorgt bei weitem nicht automatisch ohne Planung für eine umfassende Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen, man macht sich dabei nur oft nicht so viele Gedanken darüber. B12-Mangel als reines Veganerproblem ist ein weitverbreiteter Irrglaube, denn auch das heutige Turbomastfleisch enthält fast nichts mehr von diesem lebenswichtigen Vitamin. Die meisten Veganer, die ich kenne, lassen deswegen bei sich selbst und ihren Kindern regelmäßig Blutuntersuchungen durchführen, um eventuelle Mängel frühzeitig zu erkennen und ggf. gegenzusteuern, das sollte m.E. bei allen Kindern im Rahmen der vorgeschriebenen Vorsorgeuntersuchungen Standard sein, natürlich auch bei Veganern!

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