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Emeritierter Papst: Was macht eigentlich Benedikt XVI.?
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Es war still geworden um Papst Benedikt XVI. Doch nun, so scheint es, mischt er sich wieder stärker in der katholischen Kirche ein. Seinem Nachfolger kann das nicht gefallen.

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ergo-oetken 13.08.2017, 11:24
60. Wie machen die das nur?

Zitat von freddygrant
... und morgen noch sein, dass diese alten Märchenonkels des frühen Mittelallers und von Roms Gnaden in den modernen, westlichen und entwickelten Staaten immer noch Arten- und existentiellen Schutz erhalten?
Gute Frage.
Das Unternehmen Römisch Katholische Kirche hat, soweit ich informiert bin, sein Vermögen in Immobilien investiert. Angeblich gehört ihnen z.B. halb Rom. "Mission" betreiben sie überall dort, wo es in Form von Bodenschätzen oder politischer Macht etwas zu holen gibt. Nicht zu vergessen: ihr Einfluss auf Bildung, Medien und Teile der Wissenschaft. Das ist vor allem Sache der Jesuiten.

Ich schätze, dass die Kirchenführung sich von dem Imageschaden, den sie durch die Offenlegung der Missbrauchsverbrechen, die sie mit verantwortet erlitten hatte, nicht wieder erholt hätte. Wäre nicht Jorge Mario Bergoglio, dieser Prototyp eines Jesuiten, zum Papst gewählt worden. Ihm ist es gelungen, die Menschen wieder einzulullen. Und zwar nicht nur Katholiken.

Meine Einschätzung nach lebt die Katholische Kirche vor allem von der kindlichen Bedürftigkeit, die in vielen Menschen steckt. Diesen Umstand nutzt sie geschickt, indem sie dazu beträgt, die emotionale Unreife, aus der sich die Defizite ableiten, zu erzeugen und zu erhalten.

Für viel zu viele Menschen verkörpern die christlichen Kirchen "das Gute". Wie sie zu dieser Einschätzung kommen, kann ich nicht nachvollziehen.

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ergo-oetken 13.08.2017, 11:35
61. Erfolgsprinzip in alten Zeiten

Zitat von 123Valentino
Allen Weltreligionen ist die Unterdrückung der Frauen gemein. Auch dieses Warten auf den Erlöser , oder die Versprechungen von paradiesischen Zuständen, nach der Apokalypse, ist zumindest vergleichbar.
Ihr Hinweis ist richtig.

Die abrahamitischen Religionen sind zu einer Zeit entstanden, in der es auf ein möglichst zügiges Bevölkerungswachstum und die Entwicklung einer effizienten Arbeitsteilung ankam. Sexualität, als ein wichtiges Bindeglied zwischen Menschen, wurde auf primitive Fortpflanzungsaspekte reduziert. Im Grunde verharrt sie dort noch heute. Die Rechte von Mädchen und Frauen sind damals beschnitten worden, damit man sie leichter ausbeuten konnte. Die zahlenmäßig größeren Gefüge wurden zentral regiert, indem man gottgleiche Vaterfiguren einsetzte.

Das mag am Ende der Steinzeit alles sinnvoll gewesen sein. Aber wir leben nicht mehr 8000 vor Christus, sondern im 21 Jahrhundert. Trotzdem sind wir von den alten Regelwerken und Ordnungen noch beeinflusst. Und vieles, was unsere in kleinen Verbänden umherziehenden Vorfahren kulturell stark gemacht hatte, wurde durch die Seßhaftwerdung und Industrialisierung vernichtet. Ab und an bemerken wir diese Verluste. Dafür haben zu mindestens wir "westlich" lebenden Menschen Sicherheit, sogar Überfluss, was die Erfüllung der physischen Bedürfnisse angeht.

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yvowald@freenet.de 13.08.2017, 15:20
62. Sie predigen Wasser und trinken Wein

Zitat von ergo-oetken
Für Menschen mit einem schwachen Selbstwertgefühl, ob es nun begründet ist oder nicht, sind Organisationen, wie die Katholische Priesterschaft höchst attraktiv. Sofern man Gefolgschaft gelobt, hat man die Chance, einem elitären Zirkel anzugehören, ist etwas Besonderes, Erhabenes. Der Klerus tut ja alles dafür, diese Einstellung bei seinen Mitgliedern zu pflegen. Soweit ich informiert bin, traut da zwar keiner dem anderen über den Weg und gönnt ihm nicht die Butter aufs Brot, aber nach außen hin tut man so, als herrsche holde Einigkeit. Und es ist so, wie Sie schreiben: das "Weltliche" ist nachrangig. Gerade darum beschäftigt die Katholische Kirche aber viele weltliche Juristen. Damit der Staat ihr nicht an den Karren fährt. Angeblich glauben die wenigsten Priester an Gott. Dafür aber um so mehr an die Großartigkeit ihres Standes.
Stellen sich diese kirchlichen "Würdenträger" denn niemals die Frage. Was würde Jesus dazu sagen bzw. gesagt haben?
Wenn die Katholischen Kirchenfunktionäre also wirklich die "Nachfolge Jesus Christi" anstreben, müßten sie ihren "Laden", den Vatikan, dichtmachen und sich als Wanderprediger betätigen.
Das wollen diese überwiegend arroganten Kleriker natürlich nicht. Sie fühlen sich wohl in diesen vatikanischen Gemäuern, predigen Wasser und trinken Wein.
Unglaubwürdiger geht es eigentlich gar nicht....

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yvowald@freenet.de 13.08.2017, 15:26
63. Gute Nacht, Catholica

Zitat von ergo-oetken
Gute Frage. Das Unternehmen Römisch Katholische Kirche hat, soweit ich informiert bin, sein Vermögen in Immobilien investiert. Angeblich gehört ihnen z.B. halb Rom. "Mission" betreiben sie überall dort, wo es in Form von Bodenschätzen oder politischer Macht etwas zu holen gibt. Nicht zu vergessen: ihr Einfluss auf Bildung, Medien und Teile der Wissenschaft. Das ist vor allem Sache der Jesuiten. Ich schätze, dass die Kirchenführung sich von dem Imageschaden, den sie durch die Offenlegung der Missbrauchsverbrechen, die sie mit verantwortet erlitten hatte, nicht wieder erholt hätte. Wäre nicht Jorge Mario Bergoglio, dieser Prototyp eines Jesuiten, zum Papst gewählt worden. Ihm ist es gelungen, die Menschen wieder einzulullen. Und zwar nicht nur Katholiken. Meine Einschätzung nach lebt die Katholische Kirche vor allem von der kindlichen Bedürftigkeit, die in vielen Menschen steckt. Diesen Umstand nutzt sie geschickt, indem sie dazu beträgt, die emotionale Unreife, aus der sich die Defizite ableiten, zu erzeugen und zu erhalten. Für viel zu viele Menschen verkörpern die christlichen Kirchen "das Gute". Wie sie zu dieser Einschätzung kommen, kann ich nicht nachvollziehen.
Es ist wohl eher so, daß sich die Katholische Kirche von dem Kindesmißbrauch durch ihre eigenen Priester und Patres wohl nie wieder erholen wird.
Der Rückgang der "Gläubigen" dürfte weiterhin schleichend und eher leise verlaufen.
Dadurch, daß die ältere Generation, die noch formal zu dieser Kirche hielt, abstirbt.
Junge Menschen, selbst diejenigen aus "katholischem Hause" verhalten sich gegenüber der kirchlichen Organisation überwiegend ablehnend und werden sich als Erwachsene nach und nach von ihrer Kirche verabschieden.
Selbst in Kontinenten und Ländern, die heute als "katholisch" bezeichnet werden, dürfte diese Entwicklung einsetzen und in gleicher Weise verlaufen.
Also gute Nacht, Catholica.

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123Valentino 13.08.2017, 17:18
64. Zumindest ..,,,

wir im Westen , was auch immer damit gemeint ist, glauben den Einfluss von Religion überwunden zu haben. Weit gefehlt, so erfahren wir jeden Tag wie Religion wieder Gewalt instrumentalisiert, um Macht auszuüben.
Das der Islam z.Z. den Maßstab setzt ist völlig unerheblich.
Wir sollten auch nicht glauben, dass die Christlichen und jüdischen Protagonisten, Nachlassen werden, wieder Macht auszuüben zu können.
Die politisch und soziale Entwicklung, in Europa fragt wieder nach falschen aber starken Führern, in den USA können wir sehen was entstehen kann.
Die religiösen Dogmatiker werden nicht zögern dieses Vakuum zu nutzen.

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