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Entschädigung nach Germanwings-Katastrophe: Die Lufthansa kann nur verlieren
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"Das Bild, das Herr Spohr vermittelt, ist verheerend": Vier Monate nach der Germanwings-Katastrophe üben Hinterbliebenen-Anwälte harsche Kritik am Lufthansa-Chef. Wie berechtigt ist der Vorwurf der Herzlosigkeit?

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skiski-bowski 22.07.2015, 19:45
1. Geschachere so oder so

Es ist vollkommen egal, welche Summe die Lufthansa anbietet. Die Anwälte werden den Betrag so oder so vervielfachen wollen. Außerdem: Wie man's macht, man macht's falsch. Irgendeiner hat immer etwas auszusetzen, wie der eine! Angehörige, der sich über den Ton beschwert. Interessant finde ich aber, daß jetzt auch Angehörige "beleidigt" sind. Ich frage besser nicht weiter.

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einuntoter 22.07.2015, 19:53
2. Geisterfahrer

Wenn ich morgen von einem Geisterfahrer auf der Autobahn getötet werde-was bekommen meine Erben dann von dem Arbeitgeber des Täters?

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neldam2015 22.07.2015, 19:54
3. Ich bin sprachlos...

...wenn ich einen geliebten Menschen verloren hätte, hätte ich gar keine Kraft mir darüber Gedanken zu machen wer wann was wie gesagt hat, geschweige denn welchen Wert dieses Menschenleben hat. Aus meiner Sicht ist es nicht zu bemessen. Die Vorabunterstützung und Fondeinrichtung für Hinterbliebene finde ich ausreichend. Ich glaube nicht, dass Geld den Schmerz heilt.

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mauricer 22.07.2015, 19:57
4. Mir scheint....

hier wollen einige richtig Kasse machen, was ich richtig schäbig finde. Aber das ist wohl auch den Anwälten ganz recht. 100.000 Euro pro Opfer und dann noch an jeden Angehörigen? Schadenersatz und von mir auch Schmerzensgeld, aber die Kirche auch bitte mal im Dorf lassen, bevor es hier amerikanische Verhältnisse werden, wo der zu heisse Kaffee gleich 7-stellig (bewusst übertrieben) vergütet wird. Auch wenn ich selbstverständlich ebenfalls nur die Berichterstattung kenne, kann ich bisher keine offenkundige Herzlosigkeit der LH erkennen. Oder anders herum, was hätte die LH denn tun müssen, damit die Forderungen jetzt nicht jeglicher Grundlage entbehren??

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george2013 22.07.2015, 20:01
5.

Die Katastrophe ist nun ja schon recht lange her. Deswegen trauen sich die LH-Bosse nun, ihr wahres Gesicht zu zeigen. "Herzlosigkeit" ist in unserem System übrigens die falsche Kategorie. Es geht um Geld, Geld, Geld.

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antelatis 22.07.2015, 20:03
6. Riesige Geldsummen aber kein Gefängnis?

Warum muss die Lufthansa vielleicht extrem hohe Summen zahlen, was ja voraussetzt, dass die Lufthansa eine große Schuld an der Katastrophe hat, aber warum wird dann niemand wirklich bestraft z.B. mit einer Gefängnisstrafe? Kann mir das jemand erklären?

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maxuniverse 22.07.2015, 20:04
7. Herzlosigkeit?

Wie herzlos ist es denn den Verlust eines geliebten Menschen in Ziffern darstellen zu wollen?

Wo Geld als Schadensersatz gezahlt werden soll, ist nicht wirklich viel Platz für ein großes Herz - zumal eine Firma über kein solches verfügt.

Außerdem finde ich die Maßnahmen, die Lufthansa bislang ergriffen hat, richtig und angemessen. Was soll man sonst machen? Keine Summe der Welt bringt geliebte Menschen wieder zurück und natürlich macht mich das traurig. Aber was soll denn die Lufthansa sonst machen? Wären 250000 Euro pro Opfer statt 25000 Euro besser? Inwiefern / warum? Ist das überhaupt eine faire Rechnung?

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toadilein 22.07.2015, 20:12
8.

Grundsätzlich halte ich sowas wie Schmerzensgeld in der Frage logisch unbegründet. Die Lufthansa hat weder grob fahrlässig gehandelt noch ihre Sorgfaltspflicht verletzt. Kurzum sie ist nach meiner Auffassung unschuldig.
Wenn meine Verwandten auf der Autobahn umkommen, wegen eines geistesgestörten Geisterfahren entschädigt mich auch keiner.
Schicksalsschläge kann man sich nicht versilbern lassen. Allein schon ethisch nicht.
Allerdings würde es aus Anstand und dem Wunsch eines guten Images beitragen, wenn die Lufthansa mit einem angemessen Betrag Mitgefühl und Mitverantwortung zeigen würde. 25.000€ finde ich da auch etwas sparsam für ein millionenschweres renommiertes Unternehmen wie dieses. 

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Outlaw 22.07.2015, 20:12
9. amerikanische Unsitten

Herr Spohr hat in der Tat bisher nichts falsch gemacht. Kein Unternehmen kann sich in der Öffentlichkeit auf eine Diskussion über den Wert eines menschlichen Lebens einlassen. Es steht zu befürchten, daß bei derartigen Fällen die aus den USA bekannten Unsitten im Zusammenhang mit sog. liability claims mehr und mehr auch hierzulande üblich werden. Keine Frage : der Tod eines nahen Anghörigen, zumal eines Kindes, ist für die Betroffenen ein nicht wiedergutzumachender Verlust. Abgesehen von dem Ersatz materieller Schäden, etwa durch den Ausfall des unterhaltsleistenden Vaters, für die das deutsche Recht adäquate Regelungen vorsieht, kann der sog. immaterielle Schaden durch das dafür vorgesehene Schmerzensgeld nur annähernd kompensiert werden. Schmerzensgeld darf jedoch nicht dazu mißbraucht werden, die Anghörigen - bei allem schmerzlichen Verlust - mit Zahlungen auszustatten, die im Ergebnis zu einer Preistreiberei führen.

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