Forum: Panorama
Erdbeben-Gefahr - Gibt es ausreichenden Schutz in Europa?

In Italien sind mindestens 31 Menschen bei einem Erdbeben der Stärke 5,8 auf der Richterskala ums Leben gekommen. Gibt es ausreichenden Schutz in Europa? Diskutieren Sie mit!

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IsArenas 06.04.2009, 12:09
1.

Zitat von sysop
(...) Gibt es ausreichenden Schutz in Europa? (...)!
In Italien gewiss nicht. Viele neue, als erdbebensicher geltende Gebäude (seit dem großen Beben in Messina /Reggio Calabria von 1908 sind theoretisch sowieso alle Gebäude per Gesetz "erdbebensicher") sind heute Nacht/Morgen eingestürzt wie Kartenhäuser. Außerdem sind Erdbeben einfach zu unkalkulierbar, die Werte auf den Skalen sagen nicht viel aus. Der Zivilschutz geht jetzt davon aus, das Epizentrum habe nur 5 km unter der Erdoberfläche gelegen. Im Übrigen denke ich, dass es gegen die gewaltigen Verschiebungen der afrikanischen Platte gegen Norden (die Alpen wachsen immer noch!) letztlich keinen Schutz gibt, außer vielleicht aus bestimmten Zonen wegzuziehen -- da gibt es in Italien aber noch viel gefährlichere Gegenden als die Abbruzzen, wo es ja ständig bebt...

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ntholeboha 06.04.2009, 12:13
2. Nein!

Zitat von sysop
In Italien sind mindestens 31 Menschen bei einem Erdbeben der Stärke 5,8 auf der Richterskala ums Leben gekommen. Gibt es ausreichenden Schutz in Europa? Diskutieren Sie mit!
Auch mit modernsten und in der Zukunft noch besseren Instrumentarien sowie vielfaeltigen Vorsorgen wird es keinen ausreichenden Schutz in Europa geben koennen.
Sicher Panikmache waere ebenso unangebracht aber wir leben nun einmal quasi auf einem recht aktiven Pulverfass. Eindaemmungen von Gefahren sind sicher weiterhin denkbar.
Es gibt jedoch auch Punkte, die es mit zu beruecksichtigen gilt: Warum z. B. muessen sich Menschen am Fusse von Vulkanen ansiedeln? Sind die Einwohner von Gefahrengebieten ausreichend ueber die gegebenen Situationen informiert und wie sind sie auf etwaige Naturereignisse vorbereitet? Wer kann mit absoluter Sicherheit sagen, wie sich das Erdinnere kuenftig auch in sicherer geglaubten Gebieten entwickeln wird? Und nicht zuletzt: warum 'nur' ueber Europa nachdenken im Zeitalter der Globalisierung?
Die eigenen Fehlleistungen beim Umgang mit unserer Umwelt sind dabei noch gar nicht beruecksichtigt. Ausserdem mutet es auch seltsam an, Katastrophen dann als solche zu postulieren wenn es um Menschenleben geht - als ein Teil der gesamten Erde, die uns nicht aber die wir brauchen.

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ebert 06.04.2009, 13:04
3. Schäden?

Erstaunlich ist, dass ein Beben mit "nur" 5,7 auf der Richterskala (laut Landeserdbebendienst Freiburg übrigens in 10km Tiefe) solche Schäden verursacht.
Das Beben 2004 im Kandelwald hat trotz 5,4 lediglich zu einzelnen Gebäuderissen und herunterfallenden Dachziegeln geführt. Wird in Italien anders gebaut?

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Mo2 06.04.2009, 13:32
4. Und

Berlusconi möchte Atomkraftwerke bauen, schön mit sandigem Mafia-Beton...

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Lottofreak 06.04.2009, 13:48
5. Sicherheit gibt es wohl nur begrenzt in

Zitat von sysop
In Italien sind mindestens 31 Menschen bei einem Erdbeben der Stärke 5,8 auf der Richterskala ums Leben gekommen. Gibt es ausreichenden Schutz in Europa? Diskutieren Sie mit!
statisch korrekten und auf tiefem Fundament gebauten Häusern.
Wie man aus dem Süden eben leider nur zu gut weiß wurde und wird dort noch immer beim Bau arg gepfuscht und gespart wo es nur geht.Billigbeton, dünne tragende Wände, schlechter Stahl oder kaum einer... ec. - Bin kein Bau Ingeneur aber soviel sagt mir mein gesunder Verstand, daß ein Objekt welches fast nur auf Sand oder lösigem Boden gebaut ist eben schneller einstürzt als ein Haus fest auf/in Beton verankert.
Ich selber wohne in einem 80 Jahre altem 3stöckig. 4 Kant Altbaublock mit Innenhof in Bayern - die Bausubstanz ist erbärmlich verkommen und es gibt schon viele Risse in Wohnungen - außerdem ist der Pfusch unverkennbar, keine Wohnung gleicht der anderen d.h. es haben unendlich viele unterschiedliche Leute hier rumgebaut....
bei einem Edbebeben dieser Stärke - Oh Gnade Gott..... würde hier alles ebenso zusammenbröseln-
ein gruseliger Gedanke - ich wohne nämlich Parterre.....

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wolfi55 06.04.2009, 14:04
6. Was machen wir eigentlich hier?

Wenn z.B. die Eifelvulkane ausbrechen? Das kann jederzeit passieren.

Aber auch Erdbeben sind hierzulande ein Problem. Ich hatte mal beim Hausbau mit einem norddeutschen Architekten zu tun. Dann ging es in die Bauvoranfrage und schon kam die Frage nach dem erhöhten Erdbebenschutz von dort. Da war auf einen Schlag die ganze Kalkulation hinfällig. Im Gebiet südlich von Stuttgart ist eben auch alle paar Jahre mit einem Erdbeben zu rechnen.

Wenn ein Architekt so etwas vergisst, dnan weiß man nicht, was er sonst noch vergisst. Ich habe dann mit einem anderen Architekten gebaut.

Wolfgang

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Alzheimer 06.04.2009, 14:35
7.

Überall dort, wo Böden ertragreich, die Landschaft schön ist, und sich mit Grundstücksspekulation eine goldene Nase verdiene läßt, wird gebaut. Ob erdbeben- oder hochwassergefährdetes Gebiet ist einerlei. Die Gefahren werden verdrängt und Ereignisse aus der Vergangenheit aus dem Gedächtnis getilgt.

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Kurt Kurzweg 06.04.2009, 14:38
8. Der Faktor Mensch

[QUOTE=ntholeboha;3578741]Auch mit modernsten und in der Zukunft noch besseren Instrumentarien sowie vielfaeltigen Vorsorgen wird es keinen ausreichenden Schutz in Europa geben koennen.

Es gibt jedoch auch Punkte, die es mit zu beruecksichtigen gilt: Warum z. B. muessen sich Menschen am Fusse von Vulkanen ansiedeln? Sind die Einwohner von Gefahrengebieten ausreichend ueber die gegebenen Situationen informiert und wie sind sie auf etwaige Naturereignisse vorbereitet? Wer kann mit absoluter Sicherheit sagen, wie sich das Erdinnere kuenftig auch in sicherer geglaubten Gebieten entwickeln wird?

Die Gefärdungspotentiale von Erdbeben und Vulkanausbrüchen haben die Geologen heute recht gut im Griff - die Imponderabilie ist der Zeitpunkt. In der Literatur heißt es immer so schön "in geologisch kurzen Zeiträumen: xx-Millionen Jahre.
Ihre Kritik an der menschlichen Gefahrignoranz trifft allerdings den Nagel auf den Kopf. Wenn sie z.B. am Rheinufer entlang laufen sehen sie an vielen Gebäuden die Markierungen bis zu denen der Fluss in regelmäßig unregelmäßigen Abständen sein Wasser geschickt hat - ich würde da nie und nimmer ein Haus bauen!

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Chrysop 06.04.2009, 14:55
9. Es gibt keinen Schutz

Zitat von ebert
Erstaunlich ist, dass ein Beben mit "nur" 5,7 auf der Richterskala (laut Landeserdbebendienst Freiburg übrigens in 10km Tiefe) solche Schäden verursacht. Das Beben 2004 im Kandelwald hat trotz 5,4 lediglich zu einzelnen Gebäuderissen und herunterfallenden Dachziegeln geführt. Wird in Italien anders gebaut?
Laut EMSC hatte dieses Beben eine Stärke von 6,3 und war in nur 2km Tiefe. Heute Nacht konnte ich es hier 120km vom Epizentrum deutlich spüren, unser Haus hat geschaukelt wie ein Schiff.

Im dicht besiedelten Mitteleuropa fordern solche Naturkatastrophen bedauerlicherweise immer Opfer. Vielleicht wäre in Deutschland, wo Eissporthallen oder Stadtarchive auch ganz ohne Beben zusammen fallen wie Kartenhäuser, bei einem vergleichbarem Ereignis viel weniger passiert?!

Das ist wie mit dem Terrorismus, man darf sich die Dolce Vita durch Angst nicht selbst kaputt machen.

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