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Ermittler zum Germanwings-Absturz: Gelenkte Katastrophe
REUTERS

Der Kapitän verlässt das Cockpit, der Co-Pilot bleibt allein zurück - und steuert das Flugzeug mit 149 anderen Menschen bewusst dem Abgrund entgegen. Nach dem Absturz der Germanwings-Maschine herrscht kollektive Fassungslosigkeit.

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kugelsicher 26.03.2015, 18:04
130.

Zitat von Speaker59
Ist der im Cockpit verbleibene Pilot angehalten die Tür zu verriegeln wenn einer der Piloten das Cockpit verläßt?? Eine wichtige Frage wie ich finde. Wenn, dann gäbe es noch eine andere Erklärung zB Ohnmacht, Herzinfarkt usw.
Nein, dafür gibt es ja den sicherheitscode mit dem der Kapitän zur Not "immer" rein kommt.

Rechnet ja keiner damit, das der Co Pilot von innen den Zugang bewusst verweigert, indem er den Code quasi "wegdrückt".

Muss wohl wirklich demnächst das "6 Augen Prinzip eingeführt werden. Immer mind. 2 im Cockpit.

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gruebi01 26.03.2015, 18:05
131. Erstaunlich - oder auch nicht.

Es ist schon erstaunlich, wie sehr sich einige Forenten gegen die offensichtliche Erkenntnis, das wir es hier mit vielfachen Mord (sog. erweiterter Suizid) zu tun haben und nicht mit einem technischen Versagen oder einem med. Ausfall.
Die Cockpittür muss aktiv verriegelt werden, der Sinkflug wurde aktiv eingeleitet. Kein technisches Versagen erklärt das Geschehen, auch keine Ohnmacht o.ä.
Warum also dieser Unwillen, das Offensichtliche zu akzeptieren? Es wird wohl so sein, dass der Täter den falschen Namen, den falschen Pass und den falschen kulturellen Hintergrund hat - einen deutschen.

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St_Walter 26.03.2015, 18:05
132. Fassungslos - und trotzdem ein Vorschlag

Zitat von Stampf
Im November 2013 gab es wohl schon einmal einen ganz ähnlichen Fall - beim Absturz des Embraer E190 der LAM in Namibia? 33 Todesopfern, absichtlich durch den Flugkapitän verursacht, wobei der Flugkapitän alleine im Cockpit war, mit von innen verriegelter Tür. http://www.austrianwings.info/2013/12/absturz-von-lam-e190-absichtlich-durch-kapitaen-verursacht/ Also ich würde doch stark hinterfragen, ob die - durch Terrorangst begonnene - Verriegelung des Cockpits nicht eher mehr Gefahren mit sich bringt, als evtl. Flugzeugentführungen. http://www.austrianwings.info/2014/05/verriegelte-cockpittueren-notwendigkeit-oder-gar-sicherheitsrisiko/
Dieser Hergang (also das bewusste Herbeiführen des Absturzes durch den Co-Piloten) macht mich fassungslos, wenn er sich denn so abgespielt hat - worauf derzeit alles hindeutet. Die Ohnmacht der restlichen Crew und der Passagiere in den letzten Minuten mag man sich nicht vorstellen ...

Dennoch danke für den Hinweis auf den Austrianwings-Artikel - die nach 9/11 getroffenen Sicherheitsmaßnahmen haben offenbar ihre Kehrseite. Die ständige Anwesenheit einer zweiten Person im Cockpit wäre sicher eine Möglichkeit, um dem abzuhelfen. Allerdings wäre es aus meiner Sicht noch sinnvoller, die Schließelektronik der Tür so umzurüsten, dass die restlichen Crewmitglieder über einen nur für sie zugängliche Notschalter/-code im Falle eines Falles die Cockpit-Tür von außen öffnen können, die bestehende Verriegelung von innen also durch eine Aktivierung in der Kabine aufgehoben wird ("Override"). In diesem Fall wäre der Flugkapitän im aktuellen Fall auch nach dem Verlassen des Cockpits handlungsfähig gewesen.

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alex2007 26.03.2015, 18:05
133. @ronald

dementsprechend handeln und Alleingänge somit verringern ok.
Aber dafür jetzt den Vorstand zu entlassen ist ja wohl völlig übertrieben. Egal welche Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, solche Ausnahmefälle wird es immer wieder geben.
Zum co-Pilot kann ich nur sagen, seine Eltern tun mir jetzt schon leid

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schneider54 26.03.2015, 18:06
134. Risiko und Rätsel

Der Mensch ist ein Rätsel und auch das größte Risiko

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bepekiel 26.03.2015, 18:06
135. bitte erklären

Zitat von dieger
Der Pilot fällt auf den Stick, der Autopilot springt raus, es folgt der Sinkflug, voila! Die Maschine war alt, der relativ unerfahrene Copilot vielleicht aufgeregt vor seiner Landung. Hatte er ein mediziisches Problem, als er für einige Zeit nicht akitiv war?
Was wäre der Unterschied gewesen, wenn die A320 erst letzten Monat ausgeliefert worden wäre?
Wo ist hier der Fakt, dass das Alter der Maschine wichtig wird und den Vorfall verhindert hätte.
Wird zuviel ohne Kenntnisse geplappert.

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alt+naiv 26.03.2015, 18:06
136.

Zitat von StefanXX
Ohne Probleme umzusetzen? Das bedeutet dass von heute auf morgen mal eben fast 50% mehr Piloten benötigt werden, weil dann 3 statt 2 Piloten (oder zumindest geschulte Personen) ins Cockpit müssen. Oder wollen Sie den Piloten ab sofort verbieten Ihre Notdurft zu verrichten? Oder sollen die Piloten ab sofort in einem Topf im Cockpit Ihre großen und kleinen Geschäfte verrichten?
es reicht jemand aus der Crew!

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LSB an der T 26.03.2015, 18:07
137. Unwahrscheinlich

Zitat von otelago
menschliche intuition ist wichtig. der Copilot müsste sehr guter Schauspieler gewesen sein um das so zu machen. ich glaube das noch nicht. zu abseitig. passt nicht. ich glaube an Ohnmacht gepaart mit tuerlock versehen. die Analyse der privaten Daten auf Handy oder laptop, Internet Kontakte etc können sehr wichtig sein.
Da die Sinkrate des Flugzeugs kurz vor Absturz immer größer wurde, ist davon auszugehen, dass der Co-Pilot nach wie vor in vollem Bewusstsein den Autopilot bedient hat, um den Aufprall zu beschleunigen. Ich halte es daher nicht für wahrscheinlich, dass er ohnmächtig war.

Viel mehr denke ich, dass der Pilot kurz vor dem Eindringen ins Cockpit war und der Co-Pilot Angst hatte, dass seine Tat in letzter Sekunde vereitelt würde.

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alex2007 26.03.2015, 18:08
138. @stardepp

vielleicht weil öffentliches Interesse besteht?

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phon 26.03.2015, 18:09
139. Text aus 20-Minuten Schweiz

Co-Pilot Andreas Lubitz hat die Germanwings-Maschine mit Absicht in die französischen Alpen geflogen und somit das Leben von 149 anderen Menschen ausgelöscht. Während der letzten Minuten hämmerte Kapitän Patrick S. auf der anderen Seite des Cockpits verzweifelt gegen die Tür. Doch Lubitz liess ihn nicht hinein.

Wie hätte man diese Tragödie verhindern können? In den USA halten sich seit 9/11 viele Airlines an die sogenannte Zwei-Personen-Regel. Verlässt einer der beiden Piloten das Cockpit, nimmt ein Flugbegleiter vorübergehend dessen Platz ein.

«Die Stewardess hätte die Türe öffnen können»

«Er schiebt seinen Trolley als Barriere quer vor den Cockpit-Eingang, um zu verhindern, dass sich jemand unbefugt Zugang verschafft», sagt Laura Frommberg, Chefredaktorin des Aviatik-Portals Aerotelegraph, die auch im Wirtschafts-Ressort von 20 Minuten arbeitet. Es gehe dabei auch darum, dass eine zweite Person die Situation überblicken und im Fall eines Notfalls Alarm schlagen könne.

«Sogar wenn der Co-Pilot tot vom Stuhl fallen würde, könnte die Stewardess dem Kapitän die Türe öffnen», sagt Gregory Feith, ein ehemaliger Flugsicherheits-Ermittler des National Transportation Safety Board zum «Boston Herald».

«Autopilot aus, Flieger auf den Rücken und abwärts»

In Europa existiert eine solche Regel jedoch nicht, wie Aviatik-Experte Olav Brunner bestätigt. Ob diese etwas am Absturz geändert hätte, bezweifelt er. Wenn jemand sein Leben beenden wolle, sei er kaum aufzuhalten. «Im schlimmsten Fall schaltet er den Autopiloten aus, dreht den Flieger auf den Rücken und rast abwärts», so Brunner. Da könne auch eine Stewardess im Cockpit nicht eingreifen.


Brunner kann sich höchstens vorstellen, dass ein Drei-Mann-Cockpit – wie es früher auf Langstrecken üblich war – etwas am Ausgang dieses Dramas hätte ändern können. «In diesem Fall hätte man aber früh merken müssen, was der Co-Pilot vorhat, um ihn sofort ausser Gefecht setzen zu können.»

Psychologische Test nur während Ausbildung

Ein weiterer Sicherheitsaspekt, den man im Fall der Germanwings hinterfragen kann, ist die Häufigkeit psychologischer Tests. Piloten werden nur bei ihrer Ausbildung auf ihren mentalen Zustand untersucht (siehe Box). Danach stehen nur noch die physische Gesundheit und die fliegerischen Fähigkeiten des Piloten im Vordergrund.

«Zweimal im Jahr muss der Pilot zum Route-Check, dabei wird er von einem Experten begleitet», sagt Brunner. Klar werde dann auch geschaut, wie er sich benehme und mit seinen Kollegen umgehe. «Man kann aber niemandem in den Kopf schauen.» Brunner glaubt nicht, dass häufigere psychologische Tests terroristische Akte oder Selbsttötungen verhindern würden. «Diese Menschen können sich so gut verstellen, dass auch ein Psychiater nichts merkt.» Auch Hurter sagt, man könne nie ganz ausschliessen, dass eine Wesensveränderung stattfinde, die bei solchen Tests nicht erkannt würde. Trotzdem seien solche Routine-Checks sehr wichtig. «Die Piloten werden oft über eine längere Zeit von denselben Experten geprüft. So besteht zumindest die Chance, dass negative Entwicklungen frühzeitig erkannt werden und Unterstützung angeboten werden kann.»

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