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Erneut schwangere US-Schauspielerin: Anne Hathaway und die Unfruchtbarkeitshölle
@annehathaway/ Instagram

"Es ist nicht für einen Film...": Anne Hathaway und ihr Ehemann erwarten ihr zweites Kind. Der Weg dort hin war schwer - und auch nach der Geburt dürfte es für die US-Schauspielerin anders sein als in anderen Ländern.

a.vollmer 25.07.2019, 12:44
1. Ist das eine Nachricht wert?

Wir wissen doch alle, dass in libertären Gesellschaften wie den USA der Mensch nur "Human Resource" ist, ein Stück Funktionalität. Etwas, das in Europa bereits seit Anfang des 19. Jahrhunderts überwunden ist, als in Bayern die Sozialversicherung als Solidarmodell aus der Taufe gehoben wurde.

Nur in den USA sind die Fortschritte nie angekommen, verharrt die Wirtschaft nicht erst seit Trump im Frühkapitalismus. Flächentarifverträge, Mitbestimmung, medizinisch fundierter Arbeitsschutz und Arbeitsstättenrichtlinien gibt es dort nur in Ansätzen auf Basis kommunaler Regelungen. Dort gilt als progressiv, was in Europa ein "alter Hut" ist.

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seeyouin1982 25.07.2019, 13:43
2. frau

Hathaway sollte sich mal mit einer alleinerziehenden Mutter in Elternzeit in Deutschland unterhalten. Ich wage mal zu behaupten, dass es einer amerikanischen Oscar-Schauspielerin gelingt, einige Monate ohne Millionengage zu überleben. Warum bringt Spon keinen Artikel über eine Mutter in Elternzeit aus der amerikanischen Mittelschicht?

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James Blönd 25.07.2019, 14:04
3.

Zitat von seeyouin1982
Hathaway sollte sich mal mit einer alleinerziehenden Mutter in Elternzeit in Deutschland unterhalten. Ich wage mal zu behaupten, dass es einer amerikanischen Oscar-Schauspielerin gelingt, einige Monate ohne Millionengage zu überleben.
Es ging ja nicht nur um die Kohle. Sondern darum, dass es offenbar nicht ganz einfach für sie war, schwanger zu werden. Meine (neue) Lebensgefährtin ist ebenfalls ein Celebrity aus Los Angeles. Da wir planen, eine Familie zu gründen, fand ich es schon erwähnswert, dass offenbar auch Stars 'alltägliche' Probleme haben.

Was alleinerziehende Mütter, ob USA oder Deutschland, alles durchmachen dürfen, ist, glaube ich, allgemein bekannt. Meine Mutter war auch alleinerziehend mit fünf Kindern. Interessanter fände ich von daher, was US-Frauen aus der Mittel- oder Unterschicht erleiden müssen, wenn sie nicht schwanger werden. Sowohl vom gesellschaftlichen Standpunkt aus, aber natürlich auch ökonomisch. Ich kann mir vorstellen, dass man dort schnell ein kleines bis mittleres Vermögen los wird, bevor das Kind dann überhaupt erstmal geboren wurde.

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mia_karlsson 25.07.2019, 15:24
4.

Zitat von seeyouin1982
Hathaway sollte sich mal mit einer alleinerziehenden Mutter in Elternzeit in Deutschland unterhalten. Ich wage mal zu behaupten, dass es einer amerikanischen Oscar-Schauspielerin gelingt, einige Monate ohne Millionengage zu überleben. Warum bringt Spon keinen Artikel über eine Mutter in Elternzeit aus der amerikanischen Mittelschicht?
Und warum darf sich eine Anne Hathaway nicht für bezahlte Elternzeit für alle einsetzen?

Es gibt da so ein Wort, das heute leider immer mehr aus dem Sprachgebrauch verschwindet. Nennt sich Solidarität und ist ganz toll, wenn sich auch Leute, denen es nicht unbedingt schlecht geht, für die Verbesserung sozialer Zustände einsetzen.

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bakiri 25.07.2019, 21:15
5.

Sie kann zwar für bezahlte Elternzeit sein, darf aber nicht ihre Lebenssituation mit der normaler Familien vergleichen. Auch ohne Kinder geht sie nicht täglich arbeiten und hat ein geregeltes Einkommen. Ihr Lebenszyklus ist ganz anders, da könnte die "Elternzeit" ebenso gut eine normale einkommenslose Phase zwischen zwei Filmprojekten sein.
Die Finanzierung von Fruchtbarkeitsbehandlungen durch die Kassen sehe ich als schwierig an. Es müsste genau geregelt werden, wann die Kasse die Kosten trägt. Vor allem der Grund für die Probleme muss ausschlaggebend sein. Bei Gesundheitsproblemen, Erbkrankheiten etc. ist eine Rechtfertigung schwierig. Auch wenn das unpopulär sein mag, oft gibt es medizinische bzw. biologische Gründe warum es nicht klappt. Da hat die Natur sich was bei gedacht, auch wenn das hart klingt und ist.

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ilikebooks 26.07.2019, 07:10
6. Genau!

Bezahlte Elternzeit für alle, ebenso wie Unterstützung bei der Fruchtbarkeitsbehandlung unabhängig vom Familienstand. So müsste es sein.

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James Blönd 26.07.2019, 07:43
7. Das verstehe ich nicht

Zitat von bakiri
Sie kann zwar für bezahlte Elternzeit sein, darf aber nicht ihre Lebenssituation mit der normaler Familien vergleichen.
Tut sie das denn? Spätestens wenn man Kinder hat, kommt frau/man nicht an einem strukturierten Alltag vorbei.

Woher wissen Sie, wie Anne Hathaway ihre Tage verbringt? Die reine Drehzeit ist ja nur das Sahnehäubchen (wenn man Glück hat) oben drauf. Die eigentliche Arbeit ist ja die Vorbereitung auf den Film bzw. das Sichten von neuen Drehbüchern, Besprechungen mit Produzenten/Regisseuren/Schauspielkollegen, den eigenen Agenten etc. pp. Ein Film hat meines Wissens mindestens eine Vorlaufzeit von zwei Jahren, also für die reine Vorbereitung.

Dass sich Vermögende offenbar in den Augen der Nichtvermögenden nicht auch für die Rechte der Schwächeren bzw. all denen, die nicht so viel Glück hatten, einsetzen dürfen, dass habe ich noch nie verstanden. Wie beispielsweise Jakob Augstein hier auf Spiegel online in seiner Kolumne immer und immer wieder teils massiv und beleidigend dafür angegangen wurde, dass er ja Multimillionär wäre und von daher mal bitte nichts zu sagen hätte zu sozialen Brennpunkthemen - was soll das? Ich meine, der Mann wird auch Freunde haben, bestimmt auch einige, die nicht vermögend oder sogar arm sind.

Meine Lebensgefährtin hat vor kurzem einer Freundin in einen unterentwickeltem Land geholfen, damit sie sich medizinische Hilfe leisten konnte, und es ging um für unsere Verhältnisse sehr kleines Geld. Für ihre Freundin war es aber eine lebensrettende Unterstützung.

Woher kommt dieser offenbar mehr als sichtbare Neid besonders in Deutschland auf Wohlhabende und Vermögende? Das würde mich wirklich mal brennend interessieren.

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mia_karlsson 26.07.2019, 10:18
8.

Zitat von bakiri
Sie kann zwar für bezahlte Elternzeit sein, darf aber nicht ihre Lebenssituation mit der normaler Familien vergleichen. Auch ohne Kinder geht sie nicht täglich arbeiten und hat ein geregeltes Einkommen. Ihr Lebenszyklus ist ganz anders, da könnte die "Elternzeit" ebenso gut eine normale einkommenslose Phase zwischen zwei Filmprojekten sein. Die Finanzierung von Fruchtbarkeitsbehandlungen durch die Kassen sehe ich als schwierig an. Es müsste genau geregelt werden, wann die Kasse die Kosten trägt. Vor allem der Grund für die Probleme muss ausschlaggebend sein. Bei Gesundheitsproblemen, Erbkrankheiten etc. ist eine Rechtfertigung schwierig. Auch wenn das unpopulär sein mag, oft gibt es medizinische bzw. biologische Gründe warum es nicht klappt. Da hat die Natur sich was bei gedacht, auch wenn das hart klingt und ist.
Und was soll diese ominöse "normale Familie" sein? Ab wann zählt man dazu, ab wann darf man sich nicht mehr zu solchen Themen äußern. Gehören Familien, bei denen beide Eltern Beamte sind, dazu oder nicht, da sie ja mehr oder weniger eine Jobgarantie haben? Gehören Wissenschaftler _innen an einer Universität dazu, deren Lebens- und Arbeitszyklus sich auch oftmals von einer klassischen 40-Stunden-Woche unterscheidet? Gehören Menschen, die freiwillig weniger als 40 Stunden arbeitne gehen, dazu? Gehören Selbstständige mit einem eigenen Unternehmen dazu?

Im Übrigen: "Auch ohne Kinder geht sie nicht täglich arbeiten und hat ein geregeltes Einkommen." Der zweite Teil ist natürlich Unsinn. Wenn sie keine Filme dreht oder an Werbeaktionen teilnimmt (arbeitet), hat sie auch kein Einkommen. Unabhängig davon, wie gut ihr Verdienst vorher war. Und warum nur Menschen, die täglich arbeiten gehen, zur "normalen Famiilie" gehören sollen, ist ja ohnehin fraglich.

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