Forum: Panorama
Erschossener Austauschschüler: Geschworene sprechen Todesschützen von Diren schuldig
REUTERS

Im Prozess um die Todesschüsse auf den deutschen Austauschschüler Diren im US-Staat Montana ist der Schütze schuldig gesprochen worden. Das Geschworenengericht verurteilte den 30-Jährigen am Mittwoch in Missoula wegen vorsätzlicher Tötung.

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cyoulater 17.12.2014, 21:31
1. Endlich

mal ein Urteil in der richtigen Richtung! Ich hoffe, es bleibt dabei und hat Bestand. Vielleicht ein kleiner Trost für die Eltern. Viel wurde in den Foren hier darüber geschrieben, dass man es ja weiß, was man riskiert, wenn man in den USA fremden Grund aus finsteren (?) Gründen betritt, dass Diren also quasi selber Schuld hat. (Mich friert bei solcher Argumentation, die bar jeder Verhältnismäßigkeit ist. Die Eselei eines 17Jährigen = sein Todesurteil...?) Wie befreiend, dass diese Geschworenen einen klaren Kopf hatten und den Einzelfall beurteilten. Ein gutes Urteil.

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SamMalone 17.12.2014, 21:35
2. Gerechtigkeit

Kaarma hat ihn mit dem vierten Schuss hingerichtet als Diren verundet um sein Leben flehte.
Diese Tat war mit nichst zu rechtfertigen.
Kaarma wusste das KINDER in seiner Nachbarschaft seit Jahren diese Art von streichen spielen.
Es bestand nie Lebensbedrohung für ihn.
Er kündigte die Tat an.
Er wird im Knast nun büßen für diese schreckliche Tat.

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movfaltin 17.12.2014, 21:48
3. Keine Rechtssicherheit

Es ist im Lichte der ganzen anderslautenden Entscheidungen ein nicht sonderlich gutes Urteil, denn es sorgt für mangelnde Rechtssicherheit - selbst im wenig bevölkerten Montana.
Es ist irrelevant, ob es ein deutscher Einbrecher war oder ein junger Einbrecher - für Hausbesitzer in den US-Staaten müssen bestenfalls einheitliche Regeln gelten, wie mit "Trespassing" oder "Burglary" zu verfahren ist. Das ist noch wichtiger als die oft vorgebrachte "Verhältnismäßigkeit" - denn die lässt sich wohl wirklich meist durch Involvierte nicht gut abschätzen.

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David Caietan 17.12.2014, 21:53
4. Gerechtigkeit!

Unter Berücksichtigung aller Umstände KONNTE nur dieses Jury-Urteil herauskommen!

Ich freue mich, dass all die trigger happy Mitforisten, die zum Großteil sehr zynisch und menschenverachtend kommentiert haben, Unrecht gehabt haben.

Dieses Urteil ist bereits das zweite in den USA in diesem Jahr, das gegen einen 'übereifrigen' Schützen enscheidet. Ich hoffe, dass es auch andere lehrt, dass man nicht jede tödliche Ballerei mit der Castle Doctrine rechtfertigen kann!

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burns104 17.12.2014, 22:01
5.

Zitat von cyoulater
mal ein Urteil in der richtigen Richtung! Ich hoffe, es bleibt dabei und hat Bestand. Vielleicht ein kleiner Trost für die Eltern. Viel wurde in den Foren hier darüber geschrieben, dass man es ja weiß, was man riskiert, wenn man in den USA fremden Grund aus finsteren (?) Gründen betritt, dass Diren also quasi selber Schuld hat. (Mich friert bei solcher Argumentation, die bar jeder Verhältnismäßigkeit ist. Die Eselei eines 17Jährigen = sein Todesurteil...?) Wie befreiend, dass diese Geschworenen einen klaren Kopf hatten und den Einzelfall beurteilten. Ein gutes Urteil.
Das Urteil wird auch in der Form bestand haben! Die Entscheidung der Jury als solche kann nicht angefochten werden, außer es tauchen neue Beweise auf!

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Wutbürgerx 17.12.2014, 22:10
6. Zu begrüßen

Das Urteil ist zu begrüßen, ähnlich wäre es sicher auch in .de ausgefallen nur die länge der Haftstrafe wäre dann hier menschenwürdig.
Ein richtiges Urteil, dennoch fällt mir hier wieder an der Berichterstattung einiges auf.
Fast immer wenn junge Menschen Opfer irgendwelcher Taten werden, wird von Kindern gesprochen, ganz gleich ob sie 12 Jahre alt sind, oder 17.
Sobald es aber umgekehrt ist, sodass ein 17 jähriger Täter ist, wird von einem Jugendlichen gesprochen.
Dies hat zur Folge das viele Artikel von den Lesern voreingenommen bewerten werden, somit auch nicht objektiv berichtet wird.
Ein wenig Objektivität wäre sinnvoll. Mit 17 Jahren ist man jugendlich, als Täter wie auch als Opfer.
Danke!

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philoktes 17.12.2014, 22:29
7. Schlußendlich Selbstjustiz

Ich kann das Urteil der Geschworenen nur ausdrücklich begrüßen. Es zeigt vor allem das auch in den USA ein klares Rechtsverständnis die Selbstjustiz von der Notwehr deutlich abgrenzen kann. Selbst die Castle Doctrine ist mit ihren Erweiterungen zur bewaffneten Notwehr nach wie vor eine Notwehrregelung. Sie darf nicht zu vorsätzlichen Tötungen mißbraucht werden.

Rückblickend auf viele Diskussionen hier im Forum, bin ich sehr froh darüber das US amerikanische Geschworene in diesem Fall auch ein klares Statement gesetzt haben. Eines das im krassen Gegensatz zu diversen zynischen wie auch sadistischen Äußerungen einiger Foristen steht.

Selbstjustiz darf nunmal von keinem Staat geduldet werden.

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nica27 17.12.2014, 22:32
8. ...

Selbstverständlich hatte der Hausbesitzer das Recht sein Hab und Gut sowie die Familie zu beschützen und im Zuge dessen auch Gewalt anzuwenden aber Diren war bereits verwundet und es war klar, dass er unbewaffnet war und nach dem 3. Schuss auch ungefährlich. Spätestens jetzt wäre die Polizei zu informieren gewesen stattdessen hat sich Mr Kaarma entschieden Ankläger, Richter und Henker zu sein und Diren unnötigerweise erschossen. Das Jury-Urteil zeigt die Grenzen der Castle-Doktrin auf. Hausbesitzer die Einbrecher erschiessen werden selten verurteilt es sei den sie übertreiben.

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supergrobi123 17.12.2014, 22:34
9.

Zitat von movfaltin
Es ist im Lichte der ganzen anderslautenden Entscheidungen ein nicht sonderlich gutes Urteil, denn es sorgt für mangelnde Rechtssicherheit - selbst im wenig bevölkerten Montana. Es ist irrelevant, ob es ein deutscher Einbrecher war oder ein junger Einbrecher - für Hausbesitzer in den US-Staaten müssen bestenfalls einheitliche Regeln gelten, wie mit "Trespassing" oder "Burglary" zu verfahren ist. Das ist noch wichtiger als die oft vorgebrachte "Verhältnismäßigkeit" - denn die lässt sich wohl wirklich meist durch Involvierte nicht gut abschätzen.
Da liegen Sie leider falsch. Warum auch immer, es ist eine weit verbreitete Mär, dass man in den USA quasi als vogelfrei gilt, wenn man sich auf einem fremden Grundstück aufhält. Menschen zu erschießen ist auch da verboten! Echt jetzt!
Da war ein unbewaffneter, unmaskierter Teenager in einer Garage, die offen stand.
Wie man daraus eine Notwehrsituation schnitzen kann, die es rechtfertigt, ohne jede Warnung diesem Teenager sofort und gezielt den Kopf wegzuballern, das ist und bleibt mir ein Rätsel.
Ihre merkwürdige Einlassung zur Rechtssicherheit ist nicht nur moralisch bedenklich, sie ist auch noch falsch!
Den Menschen in den USA und dem schlechten Image seiner Waffengesetze tut es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sehr gut, wenn beim Erschießen von Menschen statt "Rechtssicherheit" große Zweifel an der Richtigkeit des Tuns herrschen!

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