Forum: Panorama
Erschossener Junge mit Spielzeugpistole: "Sie haben ihren Job gemacht"
AP/ Northeast Ohio Media Group

In Cleveland haben Polizisten einen Zwölfjährigen erschossen, weil er mit einer Spielzeugpistole hantierte. Die Eltern des Jungen sind schockiert, der Polizeichef verteidigt das Vorgehen seiner Leute.

Seite 3 von 15
skygirl 24.11.2014, 13:14
20. Kontext

bei aller (auch durchaus berechtigter) Kritik an der Polizei sollte man aber nicht ausblenden, das am Tag zuvor eine Mordserie Cleveland heimgesucht hat und das die Polizei aus diesem Grund evtl. "on edge" war:
http://www.cleveland.com/metro/index.ssf/2014/11/identities_released_in_quadrup.html
Die Berichterstattung darüber ist auf der Homepage des im Artikel verlinkten "Plain Dealer" nur einen click entfernt - sollte aber auch Montagsmorgens für einen Journalisten zu finden sein...

Beitrag melden
Immanuel_Goldstein 24.11.2014, 13:14
21. Ich bitte Sie, ein Kind ist tot!

Zitat von bclaus
aber wenn es wirklich so war dass er auf die Aufforderung der Polizisten nicht reagiert hat und es den Polizisten nicht bekannt war dass es sich um eine Spielzeugwaffe handelte, muß man bei aller Tragik sagen, dass die Polizisten richtig gehandelt haben
Aber hat dann auch der Herr oder die Dame in der Notrufzentrale richtig gehandelt, der vom Notrufgeber wohl eindeutig gesagt wurde, es handle sich um ein Kind und mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine Spielzeugwaffe? Und warum gab es eine Frage der Notrufzentrale, ob das Kind weiß oder schwarz sei, wie es amerikanische Medien berichten? Was soll diese Frage und warum werden den Polizisten zentrale Fakten verschwiegen?

Beitrag melden
muldvarp90 24.11.2014, 13:16
22. Nur bedauerlich?

An die ersten Kommentare hier im Forum: Geht's eigentlich noch? Soll jetzt etwa jedes Kind, welches auf einem Spielplatz nicht sofort den Anweisungen eines Erwachsenen folgt, sofort erschossen werden?

Klar, das waren nicht irgendwelche Erwachsenen sondern Polizisten, aber wenn er da auf einem Spielplatz war und 12 Jahre alt ist, dann ist der Unterschied in dem Moment für ihn vielleicht ein bisschen zu fein. Meinetwegen kann man auch fragen, ob es denn sein muss, mit einer Spielzeugpistole auf einem öffentlichen Spielplatz rumzulaufen. Muss es nicht, ganz klar. Aber trotzdem: Das ist kein tragischer Unfall, wenn zwei Polizisten auf einem Spielplatz einen 12jährigen erschiessen, weil er nicht die Hände hochnimmt. Egal, was er da macht. Das ist mindestens grob fahrlässig von den Polizisten, auch wenn man natürlich nicht die genauen Details des Ablaufs kennt. Trotzdem, nochmal: Wenn sich zwei bewaffnete Polizisten auf einem Spielplatz von einem 12jährigen so bedroht fühlen (auch weil die Waffe ja vielleicht echt sein könnte), dass sie glauben, sie müssten ihn erschiessen, dann ist das keine Tragik, sondern Fahrlässigkeit. Entweder seitens der Polizisten, die offensichtlich nicht wissen, was die richtigen Mittel sind, oder seitens eines Systems, in dem Deeskalation wohl unbekannt ist.

Beitrag melden
vandenplas 24.11.2014, 13:19
23. Wie kann man

einem zwölfjährigen Jungen eine BB-Gun schenken und ihn unbeaufsichtigt damit spielen lassen? Dass die US-Cops schiesswütig sind weiss ja mittlerweile jeder (US-Polizeistatistik: alle 28 Stunden 1 erschossener Schwarzer).
Diese BB Pistolen und Gewehre sind für Laien auch auf den zweiten Blick kaum von den tödlichen Originalen zu unterscheiden. Was soll ein Polizist, der in Sekunden entscheiden muss, in einer solchen Situation tun?
Alle Beteiligten tun mir leid. Der Junge starb qualvoll (Bauchschuss), die Eltern haben ihr Kind verloren und ein Polizist muss damit leben einen Zwölfjährigen tödlich verletzt zu haben. Solange wir in einer Gesellschaft leben in der es "cool" ist eine Waffe auf einen anderen zu richten, muss es zwangsläufig weiters zu solch dummen Unfällen kommen. Man sollte sich fragen, warum es "cool" ist mit einer Waffe auf andere zu zielen? Warum ist eine Waffe für ein Kind überhaupt "cool"? Was läuft da schief?

Beitrag melden
druck_im_topf 24.11.2014, 13:20
24. Kinder spielen halt ...

... vor allen Dingen auf Kinderspielplätzen. Wenn das Erwachsene nicht begreifen und meinen, das sei nur ein kleiner Erwachsener, der "Hände hoch" sofort begreift, dann kann ich bloß sagen: schafft euch keine Kinder an. Im Gegensatz zur Polizei hierzulande scheint die amerikanische Polizei eher auf "Action" getrimmt zu sein. Man hätte ja mal die Bedrohungslage checken können. Aber nein, einfach hineingehen und die Pistole immer locker, wenn ungünstige Spontansituationen entstehen.

Beitrag melden
ka184 24.11.2014, 13:20
25. Kein Verständnis

Wie meine Überschrift es schon aussagt, habe ich kein Verständnis für diesen sinnlosen Tod des Jungen.
Im Bericht steht, dass der Junge von 2 Polizisten gestellt wurde.
Ich erwarte von einem ausgebildeten Polizisten, dass er einen 12-Jährigen, als "Kind" erkennt. Und wenn da zwei ausgebildete Polizisten mit gezogener Waffe und anvisierten "Ziel" den Jungen auffordern die Hände hoch zu nehmen, ist es doch kein Kunststück - während der Junge die Waffe zieht - so zu schießen, dass der Schuss nicht tödlich ist. Beine z.B..

Zumal die Polizisten in der Lage gewesen wären sich aus verschiedenen Richtungen dem Verdächtigen zu nähren. Somit hätte mindestens ein Polizist vollkommen ungefährdet schießen können - auf die Beine, Arme ...

Solange die US Polizei noch dümmer ist, als ein 12 Jähriges Kind, gehort denen nur ein Schlagstock, als Dienstwaffe, ausgehändigt.

Beitrag melden
der.tommy 24.11.2014, 13:20
26.

Wie wahrscheinlich finden es die Befürworter der Taten der Polizei hier, dass ein Zwölfjähriger einen gezielten und dann auch tödlichen Schuss auf den Polizisten hätte abgeben KÖNNEN selbst wenn er es gewollt hätte? Eine echte Handfeuerwaffe wiegt schon einiges und ein so junges Kind ist kaum in der Lage, damit vernünftig zu zielen. Hier einen gezielten torsoschuss abzugeben, obwohl das Kind nicht mal gezielt hat (es hätte laut Schilderung die Waffe ja nicht mal richtig in der Hand) war schlicht falsch. Man könnte das Problem natürlich einfach lösen, indem beispielsweise das Aussehen der spielzeugwaffen so geändert wird, dass sie echten Waffen für das geübte Auge nicht ähneln (ist in Deutschland so). Aber dazu fehlt in den USA ja bekanntlich der Wille. Hinzu kommt eine all zu gewaltbereite Polizei, die in alles und jedem eine permanente Bedrohung sieht. Man hätte dem Jungen auch gezielt ins Knie schießen können wenn es denn unbedingt sein muss, oder einen Warnschuss abgeben können. Aber nein, all das wurde nicht getan, es wurde direkt geschossen. Das war falsch, egal wie man es dreht und wendet!

Beitrag melden
hm.... 24.11.2014, 13:20
27. spielzeugwaffen verbieten

und an jugendliche scharfe waffen abgeben. somit wären die Schüsse gerechtfertigt gewesen oder der junge hätte sich wenigstens angemessen verteidigen können. das war amerikanisch...

Beitrag melden
pom_muc 24.11.2014, 13:20
28.

Zitat von wolly21
Der Tod des Jungen hätte durch schärfere Waffengesetze in USA verhindert werden können. Denn wenn die Polizei nicht überall scharfe Waffen vermuten müßte, müßte sie auch nicht gleich tödlich schiessen. Ein Zweites wäre auch ein Herstellungsverbot von täuschend echt aussehenden Spielzeugpistolen. Macht die Dinger - wenn schon solches Spielzeug nötig ist - aus signalrotem Plastik.
Kinder wollen Spielzeugpistolen die wie die Vorbilder im Fernsehen aussehen. Da muss sich die Trommel drehen und das Magazin wechseln lassen.
Wenn man sie in Orange fabriziert werden sie eben dunkel übermalt oder die Farbe abgekratzt.

Übrigens schießt man im deutschsprachigen Raum genauso schnell.
Vor 5 Jahren schossen 2 Beamte in Wien nachts um 3 Uhr auf zwei Einbrecher (14&16 Jahre) weil sie sich von diesen mit Schraubendreher und Harke bedroht sahen.

Man schießt bei subjektiver Bedrohungslage.

Beitrag melden
Bembel137 24.11.2014, 13:21
29. Tragisch, aber ...

... wenn es so war wie beschrieben, haben hier wohl eher die Eltern versagt.
Und was das Thema schärfere Schusswaffen-Gesetze angeht: Der Zug ist in den USA abgefahren; es sind so viele Waffen im Umlauf, dass selbst ein schärferes Gesetz, welches nicht zu sehen ist, nichts an dieser Situation ändern würde.
Da kann man - so zynisch sich dies anhören mag - nur sagen: Dies ist das was die Amerikaner in ihrer Mehrheit wollen und sie sind in ihrer Mehrheit offensichtlich auch bereit mit diesen und ähnlichen Konsequenzen (siehe die regelmäßigen Schießereien an Schulen, Kindergärten, in Kinos oder Shopping-Malls)zu leben.

Beitrag melden
Seite 3 von 15
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!