Forum: Panorama
Erschossener Junge mit Spielzeugpistole: "Sie haben ihren Job gemacht"
AP/ Northeast Ohio Media Group

In Cleveland haben Polizisten einen Zwölfjährigen erschossen, weil er mit einer Spielzeugpistole hantierte. Die Eltern des Jungen sind schockiert, der Polizeichef verteidigt das Vorgehen seiner Leute.

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ratstack 24.11.2014, 14:08
60. Immer wieder Schusswaffen

Also müssen die Spielzeugpistolen verboten werden, wenn mich die Kinder des Nachbarn nerven, schenke ich ihnen sonst eine. Zu welch grotesken Resultaten das amerikanische Waffen- und Castlerecht kommt, wird doch immer klarer. Aber wenn sich ein Land erst einmal an 30.000 Tote durch Schusswaffengebrauch pro Jahr gewöhnt hat, aber wegen 3000 Toten nach 09/11 zwei Kriege beginnt...

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1zmir 24.11.2014, 14:11
61.

Zitat von Atheist_Crusader
Tut mir ja Leid für den Jungen, aber die Polizisten HABEN absolut richtig gehandelt. Die leben nunmal in einem Land, in dem es regelmäßig geschieht, dass Minderjährige in den Besitz echter Feuerwaffen gelangen. Und ebenso regelmäßig werden dort Polizisten in Ausübung ihrer Pflicht erschossen......
Absolut richtig ? Haben sie das ? Zu 100%? Wohl eher nicht! Ich frage mich zumindest, warum es nötig ist, eine Dublette auf den Jungen abzufeuern. Und dann auch noch in den Bauch. Warum nicht ein gezielter Schuss ins Bein ? Weil er mit einer Beinverletzung immernoch eine (Spielzeug-)Waffe auf jemanden richten könnte/ würde ? Wohl eher nicht.

Aber schön, dass Sie darüber hier aus sicherer Entfernung, ohne Bekanntheit aller Details so absolut urteilen können. Werden Sie doch Richter !

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hmutt 24.11.2014, 14:11
62. Versagen

In amerikanischen Kommentaren wird groß darüber gestritten, ob hier schießwütige "Cops" oder gleichgültige Eltern schuld sind. Aber hier haben nicht einfach nur die Eltern oder die Polizisten versagt, das wäre viel zu einfach. Hier hat wieder einmal die ganze US-Gesellschaft mit ihrer "Gun-Culture" versagt. Müssten Polizisten nicht damit rechnen, an jeder Strassenecke niedergeschossen zu werden, auch von 10- oder 12-jährigen, würden sie auch nicht so schnell schiessen. 2011 oder 2012 wurden in ganz D 85 Schüsse im Einsatz verschossen, dabei bis auf 6 alle als Warnschüsse. Soviel verschiessen amerikanische Polizisten gelegentlich auf eine einzige Person, bewaffnet oder nicht. Es ist eine aggressive, gewaltbereite und hochgerüstete Gesellschaft. Die Folgen sind hier wieder einmal deutlich geworden.

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der.tommy 24.11.2014, 14:13
63. @nurmeinemeinung

Ich muss sie leider enttäuschen. Eine halbautomatische Waffe wiegt deutlich mehr als 700g. Als ich selbst noch ein Kind war, hat mich mein dad mal mit zu Schützenverein genommen und unter Aufsicht am Schießstand schießen lassen. Damals war ich etwa 12/13 Jahre alt. Aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen daher sagen, dass es für ein Kind in diesem Alter sehr wohl ausgesprochen schwer ist, einen gezielten Schuss abzugeben. Die Existenz von Kindersoldaten verneint hier gar keiner. Aber meinen sie die sind vom ersten Tag an Meisterschützen? Meinen sie, ein Kind trifft jemanden der sich auch nur halbwegs in Deckung befindet? Haben sie jemals geschossen? Meinen sie ein tödlicher Schuss auf den Torso war die einzige gangbare Möglichkeit diese ggf. Vorhandene Gefahrensituation zu bereinigen? Die EINZIGE? Es geht immer um die Verhältnismäßigkeit beim Gebrauch von Waffen. Und die war hier schlicht nicht gegeben. Die Verantwortung liegt maßgeblich bei der polizei. Schon damit angefangen, dass wesentliche Informationen den Polizisten nicht bereitgestellt wurden und weiter damit, dass augenscheinlich kein Versuch der deeskalation unternommen wurde. Aber sie haben schon recht, auf jedes Kind dass irgendwie bedrohlich wirkt, gibt man erstmal zumindest einen tödlichen Schuss ab. Das ist die beste Variante.

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noalk 24.11.2014, 14:14
64. In einem Land, ...

... in dem schon Kleinkinder mit Schusswaffen töten können, wie in der jüngeren Vergangenheit mehrfach geschehen, kann dieser Vorfall doch nichts Ungewöhnliches mehr sein. Ich kann die Trauer und Wut der Angehörigen verstehen, wenn ich europäische Maßstäbe anlege. US-Gepflogenheiten zugrunde gelegt, gilt mein Mitgefühl jedoch dem Polizisten.

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FFMer 24.11.2014, 14:16
65. Das ist nun mal so Punkt

Zitat von Immanuel_Goldstein
Das ist Blödsinn. Was soll ein Zwölfjähriger nicht alles wissen. Die Polizisten haben sich offenbar nicht einmal ausgewiesen, geschweige denn ihn belehrt. Der Einsatz der Mittel war auch nicht verhältnismäßig, das der Junge auch nicht auf .....
Blödsinn ist es die Realität in Frage zu stellen. Jeder Amerikaner muss mit den Folgen des Waffenrechts (in Ohio vor 2 Jahren wieder gelockert) umgehen können oder ist so schnell tot, wie Kugeln nun mal fliegen.

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Frank Zi. 24.11.2014, 14:16
66.

Zitat von ka184
Und wenn da zwei ausgebildete Polizisten mit gezogener Waffe und anvisierten "Ziel" den Jungen auffordern die Hände hoch zu nehmen, ist es doch kein Kunststück - während der Junge die Waffe zieht - so zu schießen, dass der Schuss nicht tödlich ist. Beine z.B..
Es bringt nichts, auf die Extremitäten einzuwirken.
Das wird in jeder Polizeieinheit bzw. beim Militär überall auf der Welt so vermittelt.
Es wird immer auf das Center-of-Mass eingewirkt, also den Oberkörper, um die Gefahr zu beseitigen.

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h.hass 24.11.2014, 14:22
67.

>> Das ist Blödsinn. Was soll ein Zwölfjähriger nicht alles wissen. Die Polizisten haben sich offenbar nicht einmal ausgewiesen, geschweige denn ihn belehrt. Der Einsatz der Mittel war auch nicht verhältnismäßig, das der Junge auch nicht auf sie gezielt hat.

Selbst ein 12jähriger kann wissen, dass man vor bewaffneten Polizisten lieber keine Waffe ziehen sollte. Insofern ist Ihr Einwurf Blödsinn - immer vorausgesetzt, die Situation war so wie beschrieben.

>> Sein einziges Problem war, dass seine Hautfarbe schwarz war.

Bislang deutet nix auf einen rassistischen Hintergrund hin. Bloß Sie wissen genau Bescheid. Woher eigentlich?

Das entscheidende Problem ist doch, dass in den USA 100e von Millionen Waffen im Umlauf sind und Polizisten deshalb davon ausgehen müssen, dass selbst Kinder auf Spielplätzen welche mitführen. Diese perverse Situation zu ändern, wäre Aufgabe der Politik, die aber von den Lobbyisten der Waffenindustrie und der NRA gesteuert wird. Deshalb werden wir auch in Zukunft immer und immer wieder solche und ähnliche Geschichten lesen müssen.

Das nächste Schulmassaker, der nächste Amoklauf wird bereits in absehbarer Zeit stattfinden, so viel steht fest. Die kranke Logik, dass immer mehr Waffen zu immer mehr Sicherheit führt, entlarvt sich selbst. In diesem Gesamtzusammenhang kann man den beiden Polizisten - nach jetziger Lage der Dinge - kaum Vorwürfe machen.

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Georg_Alexander 24.11.2014, 14:24
68. Allein daran erkennt man schon

wie halbherzig solche Sicherheitsmaßnahmen durchdacht sind:

"Aber gut zu wissen, dass ich in den USA auf eine Automatsiche Mac10 nur einen orangen Aufkleber gut sichtbar kleben muss"... damit der Polizist dann fatalerweise eine Art 'Schießhemmung' entwickelt?

Da Spielzeugwaffen die Kinder werbewirksam zu begeisterten Waffenkäufern erziehen sollen, müssen auch die Attrappen möglichst echt aussehen und es muss so ein entfernbarer Aufkleber für Pseudosicherheit ausreichen. Lächerlich. Diese Maßnahme wurde sicherlich nach langen Diskussionen von der Rifle Association zugestanden - damit sie garantiert wirkungslos ist...

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neanderspezi 24.11.2014, 14:24
69. Denn sie wissen, was sie zu tun haben, denn dazu sind sie ausgebildet worden

Das alte Waffendesaster mit täuschend echter Schusswaffennachbildung, am Lauf markiert oder auch nicht, wenn die Markierung entfernt wurde, als Zutat zwei Polizisten, die auf Nummer sicher gehen wollen und erstmal schießen und zwar in den Bauch, wenn ein Zwölfjähriger mit seinem greifbaren Schusswaffenimitat auf Kommando nicht die Arme hebt. Die hierzu für eine derartig gefährliche Entwicklung verantwortlich Zeichnenden, bilden vermutlich eine lange Stafette von komplett unschuldigen Waffenfetischisten und anderen Vertrauensseligen im Umgang mit Waffen. Zunächst mal die Industrie und ihre Lobby für derartiges Spielzeug und korrespondierend dazu, die Produzenten von Waffen für den ernsthaften Gebrauch, natürlich zur Selbstverteidigung und nicht zum Ausrasten bei schlechter Laune, dann die Politiker, die ein Schusswaffenerwerbs- und Gebrauchsrecht für alle friedfertigen Bürger als permanent gutzuheißendes hochnotwendiges und der Freiheit dienendes Grundrecht verstehen, die vielen Liebhaber, die sich ein ganzes Waffenarsenal zuzulegen veranlasst sehen, die Medien, die schlechterdings das Thema Schusswaffen in historischem und kriminellem Zusammenhang fortgesetzt und gewissermaßen enthemmend zur Aufführung bringen, Erziehungsberechtigte, die schon früh sich bemühen, ihre Sprösslinge mit Schusswaffen vertraut zu machen, zunächst mit Nachbildungen, später mit Zugang zum versehentlich offen gelassenen Schrank mit dem zur finalen Tötung geeignetem Rüstzeug einschließlich Munition. Ein Trauerspiel eben in unendlicher Fortsetzung.

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