Forum: Panorama
Erste Ergebnisse : Keime auf Bremer Frühchenstation offenbar identifiziert
dapd

Erneut sind Frühchen im Klinikum Bremen-Mitte von Keimen befallen. Ersten Untersuchungen zufolge haben die Erreger den identischen Stamm wie jene, an denen 2011 mehrere Babys starben - trotz umfangreicher Desinfektions- und Umbaumaßnahmen auf der Station.

rudipapa29 28.02.2012, 09:35
1. ESBL-Keime auch in Elbe Klinikum Stade

Warum wird eigentlich immer nur vom Bremer Klinikum bezüglich ESBL-Keime berichtet. Auch in der Frühchenstation des Elbe Klinikums Stade wurden acht Säuglinge von den gefährlichen ESBL-Keimen befallen!

http://www.elbekliniken.de/upl_image...0125_Keime.pdf

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Lisa_can_do 28.02.2012, 11:39
2. Unprofessionalität auf allen Seiten

ESBL ist eine der bekanntester Krankenhaus-Keime und leider Alltag in deutschen Kliniken (im Ausland ist es allerdings noch schlimmer, Ausnahme Holland, wo man standard-mäßig auf die wesentlichen Krankenhaus-Keime bei Aufnahme testet). Es scheint, dass das Management in diesem Bremer Krankenhaus überfordert ist und deutlich unprofessionell agiert: wenn solche Vorfälle auf einer neonatologischen Station passieren (kann im Übrigen überall passieren) muss ein Management das Problem aktiv angehen, intern und extern. Diese Vertuschungsversuche sind typisch für ein extrem konservatives Krankenhaus-Management. Dann viel zu spät an die Öffentlichkeit zu gehen, auf Druck von außen, und zu argumentieren, dass man ein Spezial-Labor beauftragen musste, was längere Zeit gedauert hätte, dann ist das eine Irreführung der Medien und der Bevölkerung. Weil ESBL einer der bekanntesten Krankenhaus-Keime ist, ist der Test auch standardisiert. Wenn es dann mal eine sehr spezielle Ausprägung davon gibt, kann das zwar länger dauern, aber es ist damit schon klar, dass ESBL vorliegt. Entsprechend der Krankenhaus-Hygiene / Mikrobiologie müssen standardisierte Prozesse vorliegen, wie man sich dann zu verhalten hat. Unfassbar, so wenig Professionalität und Dreistigkeit, die Bevölkerung und die Medien irre zu führen. Und die Medien und die Bevölkerung bleiben entweder oberflächlich oder hysterisch oder es wird wieder das gesamte deutsche Gesundheitssystem und alle Krankenhäuser undifferenziert kritisiert. Nun denn, man kann ja nach Italien gehen, wo man als Patient das Klopapier selbst mitbringen muss, oder nach Griechenland, wo schon länger gerade in Krankenhäusern alles im Chaos versinkt. Oder nach Grossbritannien, ins 12-Bett-Zimmer.

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