Forum: Panorama
Erster Männerbeauftragter Deutschlands: "Auch Männer werden in Deutschland diskrimini
Stadt Nürnberg

Matthias Becker ist Deutschlands erster Männerbeauftragter. Der Sozialpädagoge erklärt, wo es Männer schwer haben in der Gesellschaft. Und warum sie als Opfer manchmal ignoriert werden.

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ThomasLE 05.08.2016, 19:36
10. Gute Sache!

Grundsätzlich ist diese Entwicklung zu befürworten, um langfristig zu einem gleichberechtigten, respektvollen und gesunden Geschlechter- und Rollenverständnis zu kommen, auch wenn es noch Jahrzehnte dauern wird. Der momentane Feminismus in seinem gesellschaftlichen Hype bringt neben absolut wünschenswerten Entwicklungen leider auch Aspekte wie Diskriminierung und vor allem psychische Gewalt zum Vorschein. Gerade in Führungspositionen wird dieses Vorgehen häufig massiv unterschätzt. Gerade dann wird es aber für die meisten Männer sehr schnell gefährlich, da dann schon fast als Automatismus dem diskriminierten Mann Sexismus, Antifeminismus, Misogynie oder ein grundsätzlich Problem in seinem Selbstbild oder mit einer weiblichen Führungskraft unterstellt wird.
Ein Männerbeauftragter ist ein guter Anfang, es wird jedoch noch viel Zeit vergehen, bis sich diese Position in ähnlich gewachsener Rolle wiederfindet wie die Gleichstellungs- bzw. Frauenbeauftragten. Ob sich bei den Männern im Zuge der Anpassung an ein gleichberechtigtes Rollenverständnis, bzw. Ablegen patriarchalischer Verhaltensmuster eine entsprechende Sensibilisierung im Umgang mit dem Thema zeigt, bleibt abzuwarten.

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Akademiker11 05.08.2016, 19:43
11. Gleichberechtigung?

Diese Position muss ja nicht nur fuer [haeusliche] Gewalt an Maennern gelten. Herr Becker wird sich hoffentlich auch mit Gleichberechtigungsfragen beschaeftigen - wie zum Beispiel Stellenausschreibungen, die klar nur Frauen auffordern zum bewerben. Das sah ich vor ueber 10 Jahren an einer grossen Forschungsinstitution in Deutschland, wo man klar ausschrieb, dass man zu dem Zeitpunkt nur Frauen fuer weiterfuehrende wissenschaftliche Positionen wollte. Als Mann brauchte man sich gar nicht erst bewerben, selbst mit bester Qualifikation dafuer. Einige aehnliche Faelle landeten in vergangenen Jahren in Deutschland vor Gericht.

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spontanistin 05.08.2016, 19:45
12. Rollenspielchen!

Für den Flyer wäre es sicher hilfreich, den Ursprung und Zweck der diversen Rollenbilder aufzuzeigen. Es lebe die Dressur zum nützlichen Mitglied der Ausbeutungsgesellschaft!

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vukoff 05.08.2016, 19:50
13.

Nanu. Man höre und staune! Gleichberechtigung geht sogar in beide Richtungen. Wer hätte das gedacht?
Wenn Männer jetzt auch noch ein eigenes Ministerium bekommen wie in vielen Bundesländern die Frauen ... aber davon kann man wohl nur träumen.

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held_der_arbeit! 05.08.2016, 20:14
14. Schöne Initiative

...aber mMn mit einem zu großen Fokus auf "Männer mit Frauenproblemen". Klar muss auch männlichen Opfern von häuslicher Gewalt geholfen werden, aber durch diesen Fokus werden Probleme übersehen die für Männer spezifisch sind. "Sowas gibt es?" werden jetzt einige fragen. "Laben sich nicht alle Männer qua Penis von der Wiege bis zur Bahre an den vollen Trögen des Patriarchats?" Tja...eben nicht. In der Begeisterung mit der seit 1-2 Generationen selektiv Frauen und Mädchen gefördert wurden, wurden die neuen Generationen von Jungen und Männern schlicht vergessen, möglicherweise genau wegen dieser Annahme

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bandelier 05.08.2016, 20:33
15. Wir brauchen keinen Männerbeauftragten,

und ich wünsche mir, dass wir auch keine Frauenbeauftragten mehr brauchen. Es ist traurig, aber auch realistätsfremd, dass im beruflichen Bereich Frauen und Männer immer noch unterschiedlich bewertet werden. Leider ist es Fakt, dass Frauen in exponierten Stellungen benachteiligt sind. Als richtiger Kerl würde ich natürlich da auch nichts preisgeben, auch dann nicht, wenn ich wüsste, dass meinem Arbeitgeber ein Nutzen durch diue Anstellung einer Frau zukommen würde. Nein, meine Position als Ich, Kerl, wäre mir da wichtiger. Das ist die Realität, aufgrund derer so komische Stellen wie Gleichstellungsbeauftragte erst eingerichtet werden mussten. Die Herren der Schöpfung, die ja manchmal ganz amüsant sind, sollten endlich realisieren, dass sie nicht die Krone der Schöpfung sind und den oiftmals sehr viel besser ausgebildeten Frauen das Feld zugestehen, auf dem sie richtig wirken können. Niemand wird die wirkungsarmen Kerle dort vermissen.

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fredadrett 05.08.2016, 21:00
16. Offensichtliche Diskriminierung der Männer

Das zeigt sich ja schon daran, dass die Stelle unter der Frauenbeauftragten angesiedelt ist. Wie soll da einem Mann Gerechtigkeit widerfahren?
Frauenkonferenzen werden vielfältig innerhalb von Arbeitszeiten gefördert und unterstützt. Männer müssen ihr Bier selber zahlen und nach der Arbeit trinken wenn sie sich treffen. Frauen werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt.

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twistie-at 05.08.2016, 21:08
17.

Zitat von held_der_arbeit88
...aber mMn mit einem zu großen Fokus auf "Männer mit Frauenproblemen". Klar muss auch männlichen Opfern von häuslicher Gewalt geholfen werden, aber durch diesen Fokus werden Probleme übersehen die für Männer spezifisch sind.
deshalb geht es ja nicht nur um häusliche Gewalt, sondern um Diskriminierung im allgeimeinen

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arzt2 05.08.2016, 21:11
18. Alles Unsinn

Die Biologie läßt sich nicht betrügen. Frauen und Männer sind nicht gleichgestellt sondern haben jeweils ihre spezifischen Fähigkeiten und Aufgaben. Frauen werden niemals in die gleichen Positionen vorstoßen wie Männer. Frauen werden niemals soviel Macht haben wie Männer. Einfach mal in der Welt umschauen. Die Globalisierung macht doch die Übersicht leicht möglich.

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münchen1975 05.08.2016, 21:20
19. Nur 15 Prozent oder doch eher 50 Prozent

Es würde mich interessieren, auf welche Quelle sich Herr Becker bei seiner Aussage bezieht, wonach 15% aller Opfer häuslicher Gewalt männlich seien. Handelt es sich um die von der Polizei erfaßten Fälle? Um die Fälle, die schließlich zu Gerichtsurteilen führten? Oder um sämtliche Fälle, inklusive der von der Polizei nicht erfaßten Dunkelziffer?

Vor zwei Jahren veröffentliche die UNO eine weltweite Studie zu den Opfern von Tötungsdelikten. Darin hieß es:

[quote]Fast die Hälfte der Fälle, die von ihrem Lebenspartner oder einem Familienmitglied umgebracht wurden, waren Frauen.[/qoute]
URL: http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/uno-untersuchung-zu-toetungsdelikten-2012-a-963708.html

Was umgekehrt eben bedeutet: Die andere Hälfte der Opfer tödlicher häuslicher Gewalt sind - Männer!

Das läßt folgendes vermuten: Männer, die von ihrer Partnerin verprügelt werden, schämen sich genauso wie weibliche Opfer und versuchen, das zu vertuschen - vielleicht sogar noch mehr als Frauen, da Männer, die von einer Frau geschlagen werden, als Witzfigur gelten (Matthias Becker: "Und nun stellen Sie sich einen Polizisten vor, der hört: "Meine Frau schlägt mich.").

Ein Mann, der aber getötet wird, kann nichts mehr vertuschen. Möglicherweise sind es also nicht bloß bei der tödlichen, sondern auch bei der allgemeinen häuslichen Gewalt bis zu 50% männliche Opfer. Darauf weisen zahlreiche weitere Studien hin.

Daß letzten Endes nur 15% bekannt werden, und selbst diese 15% praktisch nie öffentlich thematisiert werden ("Häusliche Gewalt ist männlich!"), läßt auf eine in Wahrheit stärkere Diskriminierung der Männer in der Gesellschaft schließen.

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