Forum: Panorama
Erster Prozess wegen Genitalverstümmelung: Suhair starb mit 13 Jahren
AP

Eigentlich ist es seit 2008 in Ägypten verboten, Frauen zu beschneiden. Dennoch ist die Praxis noch immer weit verbreitet. Jetzt wird erstmals ein Arzt und der Vater eines Mädchens angeklagt, das bei dem Eingriff starb.

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dadanchali 07.06.2014, 11:30
50. Nee

... und in Deutschland dürfen im Zeichen des Aberglaubens Jungs verstümmelt werden. Man sind wir fortschrittlich. Wann wird man in D kapieren, dass Toleranz grenzen hat.
P.S.: Die Verstümmelung von Mädchen ist selbstverständlich viel widerwärtiger, aber die Tendenz ist die Gleiche.

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ruhepuls 07.06.2014, 11:30
51. Wer soll es verbieten?

Zitat von allereber
Alles was aus religiösen Gründen an Kindern veranstaltet wird, muß verboten werden. Leider sind Politiker in diesen Fällen alles Luschen und Feiglinge.
Wenn eine Gruppe von Menschen einer anderen Gruppe von Menschen etwas verbieten will, ist das immer so eine Sachen. Jeder würde gerne anderen etwas verbieten - nur nicht immer das Gleiche.

Schon jetzt fühlen sich die Menschen in anderen Ländern von den westlichen Einflüssen gegängelt, weil wir so tun, als wäre unsere Lebensweise die einzig richtige. Das ist schlicht arrogant, weil wir unter ganz anderen Bedingungen leben - und ob die auf Dauer so bleiben können, steht auf einem anderen Blatt.

Wir wehren uns auch dagegen, wenn man uns etwas vorschreiben will. Immerhin sind wir mit unserer Lebensweise aus der Sicht religiöser oder traditionell lebender Menschen allesamt egoistische zügellose Sünder, ständig auf der Jagd nach dem Kick...

Für die Menschen in diesen Ländern gehört Beschneidung zu den Traditionen (und weniger zum Islam...). Das mag man verurteilen, aber verbieten kann man es kaum, sonst wandert es nur in den Untergrund. In dem Grad, in dem es den Menschen dort besser geht, werden solche Traditionen nach und nach verschwinden, weil sie sich überlebt haben.

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KeineIdee100 07.06.2014, 11:33
52. Sind wir soviel besser...

Es ist leicht, den Grund für solche menschenverachtenden Praktiken in Religionen oder kultureller Rückständigkeit zu suchen. Und diese These hat ja auch was für sich. Bei den Slawen hat man einst die Köpfe zu ner Art Conehead geformt, bei den Chinesen die Füße der Frauen abgebunden, bei den Yanomami bekommt man die Lippen gedehnt, bei den Nordafrikanern verstümmelt man weibliche Geschlechtsteile... Die Praktiken, die abgeschafft wurden - gut so,- die die noch nicht weg sind - hoffentlich verschwinden sie bald. Aber sind wir in unserer aufgeklärten westlichen Gesellschaft besser? Meine Tochter macht sich mit 11 (!) schon Gedanken, dass sie zu dick sei und ihre Beine nie so lang werden, wie die von der Klum. (Ich hab sie bestimmt nicht oberflächlich erzogen.) Meine 17-jährige Nichte hat sich den Kiefer brechen lassen, weil sie ihr Kinn zu kurz fand und ein windiger Kieferorthopäde/Schönheitschirurg ihr dabei recht gab. Einen medizinischen Grund konnte er nicht nennen, nur ästhetische. Neuestes Feindbild ist ihr Busen, den findet sie zu groß, der soll dann nach dem Abi dran glauben. Meine Freundin lässt sich alle paar Monate Botox spritzen. Und ich quäle mich heute Nachmittag noch zwei Stunden im Fitnessstudio, statt mich auf ner Liege im Garten zu lümmeln. Wo bleibt der Aufschrei gegen solche Verstümmelungen und Einschränkungen der persönlichen Freiheit? Folge ich dem gesellschaftlichen Druck nicht und mache, was mir gefällt, diskriminiert man mich als zu dick, zu alt, zu hässlich.
Was Beschneidungen an Männern angeht: Es gibt zahlreiche medizinische Studien aus den USA und GB, die den Nutzen der Beschneidung beim Mann belegen. Die Vorteile sieht man in besserer Hygiene, Prävention von Geschlechtskrankheiten, Steigerung des sexuellen Genusses beim Mann selbst und - besonders wichtig - bei der beglückten Frau. Das geht so weit, dass man selbst bei Sex-Toys nur beschnittene "Exemplare" kaufen kann. Studien, die die wissenschaftlichen Studien mal unter die Lupe nehmen und z.B. mal untersuchen, welchen Einfluss wirtschaftliche Interessen von Kinderärzten und Urologen und diverser religiöser Gruppen auf diese Studien haben, fehlen bisher leider. In unserer wissenschaftsgläubigen Gesellschaft, muss ich deshalb als Amerikaner und Brite annehmen, dass Beschneidung gut für meinen neugeborenen Jungen ist.

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utzscre 07.06.2014, 11:33
53.

Ein ermutigendes Zeichen, dass erstmals ein Arzt sowie der Vater der Familie vor Gericht stehen. Auch wenn es sehr langsam vorwärts geht, es ist doch ein Schritt!

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forumgehts? 07.06.2014, 11:34
54. Eigerntlich

Zitat von sysop
Eigentlich ist es seit 2008 in Ägypten verboten, Frauen zu beschneiden. Dennoch ist die Praxis noch immer weit verbreitet. Jetzt wird erstmals ein Arzt und der Vater eines Mädchens angeklagt, das bei dem Eingriff starb.
ist es doch egal, wofür man sich verstümmelt oder umbringt. Man wird immer einen triftigen Grund dafür finden - die Menschheit ist eben so programmiert. Einer der noch hamloseren Gründe in wohlhabenden und gelangweilten Regionen sind die sogen. Schönheitsoperationen. Dafür legen sich volljährige Frauen sogar freiwillig unters Messer. Ich möchte nicht wissen, was das schon für Personen- und Sachschäden verursacht hat; auch seelische Kollateralschäden bei den Männern sollen schon verzeichnet worden sein. Bei den Männern: Ehre, Vaterland, freedom demo-crazy, Ideologien aller Art und andere Utopien.

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petrapanther 07.06.2014, 11:36
55.

Zitat von JaguarCat
... wenn ihnen die Vorhaut entfernt wird, ebenfalls ohne medizinischen Grund, ebenfalls unter oft erheblichen Schmerzen (oft genug wird weiterhin ohne Narkose, nicht einmal mit lokaler Betäubung "operiert"), ebenfalls unter lebenslanger Beeinträchtigung des Sexualempfindens. Aber, wenn man das dort ebenfalls als das bezeichnet, was es ist, nämlich als "Genitalverstümmelung", dann hat man sofort die Frauenverbände gegen sich.
Natürlich ist jegliche Verstümmelung von Kindern abzulehnen. Aber in diesem Artikel geht es nun einmal um das Leid von Mädchen. Die männliche Beschneidung wurde und wird in anderen Artikeln ausgiebig diskutiert.
Es fällt auf, dass - wann immer es irgendwo um ein frauenspezifisches Problem geht - sofort irgendein armer, unterdrückter Mann daherkommt, der laut und aggressiv versucht, das Thema zu wechseln. Ist es wirklich so schwer, für die betroffenen Mädchen Empathie zu empfinden?

Zitat von JaguarCat
Nein, unnötiges Leid, das wird auf dieser Erde nur den Frauen zugefügt. Und immer sind die Männer die Täter.
Hören Sie doch bitte auf, in Selbstmitleid zu zerfliessen!

Zitat von JaguarCat
Auch in dem Prozess hier ist bezeichnend, dass der Vater angeklagt ist, die Mutter nicht. Jag
Wer hat denn das Mädchen zum Arzt gebracht? Und wer, glauben Sie, trifft in einer ägyptischen Familie ganz offiziell die Entscheidungen?

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ruhepuls 07.06.2014, 11:39
56. Das ist nicht der Grund...

Zitat von miss maik franz
Schön, dass es jemandem aufgefallen ist, dass es nicht nur um die Muslime sind. Was in nicht in dem Artikel steht, es sind nicht nur die Männer, die dies wollen. Nicht wenige Frauen sind die Antreibenden und ihre Motivation ist nicht minder traurig und falsch. "Warum soll meine Tochter nicht erdulden, was ich erdulden musste, warum soll sie nicht auch leiden."
Es geht nicht darum, dass die Mütter ihre Töchter gerne leiden sehen. Das ist Unsinn.

Es geht einfach darum, dass die Mütter in der Regel daran interessiert sind, dass ihre Töchter einen Mann bekommen und in die jeweilige Kultur integriert werden.

In manchen Ländern wird vor der Ehe die "Jungfräulichkeit" überprüft (das macht z.B. die Dorfälteste oder Priesterin). Es geht da meist letztlich um die Erbfolge (sicherstellen, dass die Frau nicht vom "falschen Mann" schwanger wird). Ganz altes Prinzip - auch im Tierreich - das da vermutlich ursprünglich dahinter steckt. Die eigenen Gene sollen sich verbreiten, nicht die fremden. Bei uns Menschen kommt dann noch das Materielle (Erbe etc.) dazu.

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sir.viver 07.06.2014, 11:39
57. Aktiv gegen Genitalverstümmelung werden

Zitat von sysop
Eigentlich ist es seit 2008 in Ägypten verboten, Frauen zu beschneiden. Dennoch ist die Praxis noch immer weit verbreitet. Jetzt wird erstmals ein Arzt und der Vater eines Mädchens angeklagt, das bei dem Eingriff starb.
Ein schlimmes Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Jeder kann aber einen eigenen kleinen Beitrag im Kampf gegen die Genitalverstümmelung bringen. Z.B. hier:

http://www.target-human-rights.com

Es wurden schon etliche Erfolge erreicht, aber es gibt immer noch viel zu tun, wie auch der im SPON geschilderte Fall zeigt. TARGET engagiert sich schon seit vielen Jahren und hat z.B. einen eigenen Ärzte Unimog, der die Folgen der Genitalverstümmelung medizinisch lindert.
Herr Nehberg und seine Organisation haben schon viel erreicht, darum unterstütze ich auch TARGET wo immer ich kann.

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sir.viver 07.06.2014, 11:43
58. Also...

Zitat von JaguarCat
... wenn ihnen die Vorhaut entfernt wird, ebenfalls ohne medizinischen Grund, ebenfalls unter oft erheblichen Schmerzen (oft genug wird weiterhin ohne Narkose, nicht einmal mit lokaler Betäubung "operiert"), ebenfalls unter lebenslanger Beeinträchtigung des Sexualempfindens. Aber, wenn man das dort ebenfalls als das bezeichnet, was es ist, nämlich als "Genitalverstümmelung", dann hat man sofort die Frauenverbände gegen sich. Nein, unnötiges Leid, das wird auf dieser Erde nur den Frauen zugefügt. Und immer sind die Männer die Täter. Auch in dem Prozess hier ist bezeichnend, dass der Vater angeklagt ist, die Mutter nicht. Jag
Sie wollen doch nicht ersthaft die Genitalverstümmelung von Mädchen mit der Bechneidung der Vorhaut bei Jungen vergleichen? Die harmlos bezeichnete "Beschneidung" der Mädchen ist eine brutalste Verstümmelung, Info hier: http://www.target-human-rights.com

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helmut.alt 07.06.2014, 11:44
59.

Lassen wir doch die Religionen beiseite. Die Natur wird sich schon etwas gedacht haben den Menschen so zu erschaffen wie er ist. Jegliche Verstümmelung, insbesonere die von Kindern, die sich nicht wehren können, ist daher ein Verbrechen und muss von der Gesellschaft bestraft werden.

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