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Erziehung: "Mütter müssen Väter machen lassen"
Corbis

Was macht eine gute Vater-Kind-Beziehung aus? Wie genau unterscheidet sich das Rollenverhalten von Vätern und Müttern? Entwicklungspsychologin Lieselotte Ahnert hat nachgeforscht.

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01099 20.12.2015, 17:07
1.

Ich denke auch, dass die Rolle der Väter völlig unterschätzt wird, was sicher historische Gründe hat. Väter erziehen eher zur Autonomie, während Mütter der Entwicklung eines gesunden Selbstbewusstseins oft im Wege stehen. Zumindest ist das meine Beobachtung, wenn Frauen und Männer zu lange an ihren Müttern kleben, was ja bei Frauen mystifiziert, hingegen bei Männern fast pathologisiert wird, obwohl die Auswirkungen letztlich die gleichen sind. Beide Geschlechter kommen emotional nicht auf eigene Beine, werden von den Müttern als Tröster gebraucht und nabeln sich nicht genug von der Familie ab. Im Ergebnis bedeutet das oft ein labiles Selbstwertgefühl, dass dann in den eigenen Beziehungen zerstörerisch wirkt. Daran sollten wir dringend arbeiten, damit wir nicht ein Trennungskind nach dem anderen in die Welt setzen.

Die Ergebnisse, die Frau Ahnert hier präsentiert, sind letztlich keine Neuigkeiten, werden nur zum Aha-Erlebnis, weil wir im Denken noch in alten Zeiten festhängen und Männern keine fürsorglichen Gefühle und Kompetenzen zutrauen. Man ist als Mann ja immer noch ein Weichei, wenn man in Elternzeit geht oder genau so liebevoll mit dem Nachwuchs umgeht wie es die Mütter tun. Deshalb sieht man auf der Straße eigentlich auch nur Frauen mit Kindern. Und das die Qualität der Vaterschaft mit der Beziehung zur Mutter und dem Rest des Lebens zu tun hat, ist eine Binsenweisheit. Wenn ich unzufrieden bin, legt sich das auf mein Verhalten in sozialen Beziehungen. Das kann jeder an sich verifizieren.

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wahrsager26 20.12.2015, 17:20
2. Männer

Wie die Zelten sich ändern...ich erinnere mich an eine tagelange Diskussion wo es um Homosexuelle und das begehrte Adoptionsrecht ging...ach ja,was wurde da gestritten...!Jetzt lese ich aber,wie wertvoll die Erziehung durch den Mann sein kann...es werden einfach Unterschiede aufgezeigt-das gilt ja auch für den Schulunterricht .Nicht immer nur Lehrerinnen!Damit aber kein falscher Eindruck entsteht-ich bin keinesfalls gegen die Frauen-beide Geschlechter haben ihre Berechtigung und sind zu Entwicklung des Kindes nötig.Und das war auch der Grund,warum ich strickt gegen das bewusste Adoptionsrecht war.Danke

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andreasclevert 20.12.2015, 17:31
3. Man(n)...

beobachte einmal, wie viele Mütter die kids auf den Schultern tragen und wie viele Väter. Das ist keine Fedge der Physis sondern der Über-Sorge. Merke ich als Papablogger (www.vaterdasein.wordpress.com) im Austausch mit anderen Papabloggern und der Übermacht der Mamabloggerinnen.

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wahrsager26 20.12.2015, 17:35
4. Männer

Was natürlich immer anklingen muss: Elternzeit!Nicht alle Väter müssen bis in die Nacht arbeiten...sind auch Abend für ihren Nachwuchs da und am Wochenende.Entstammt man so wie ich aus einer Familie ,wo auch mein Vater sogenannte'Herrenausflüge 'und Unternehmungen mit mir unternahm-schöne Erinnerungen an meine Eltern...Ja und die Selbstständigkeit wurde von meinem Vater finanziert,in dem ich mein erstes Sommerlager mit 15 drei Wochen lang verbringen durfte!Trotz allem konnte mein Vater Karriere machen-nicht nur Fußballtrainer sind mehrsprachig,nein,meine Mutter war das auch...soviel auch zu Selbstverwirklichung des anderen Geschlechtes!Hejtzutage kann immer nur irgendetwas scheinbar erreicht werden,wenn es vorgekaut wird!Anmerkung: In besagter Jugendfreizeit lernte ich einen Jungen kennen,der heute an herausragender Stell unser Land als Botschafter vertritt!Danke

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BettyB. 20.12.2015, 17:43
5. Waaahnsinn

Da fragt man sich wirklich, wie lange geforscht wurde, um so grundlegende neue Erkenntnisse zu gewinnen. Besonders erstaunt hat mich, dass, wenn der Vater abhaut, die Mutter das Kind alleine aufzieht. Dass es dann auch keine Großeltern gibt, ist wirklich faszinierend.

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MatthiasMuttersbach 20.12.2015, 18:33
6. Sorry, aber was ist DAS für eine Frage?:

"SPIEGEL ONLINE : Gestehen die Mütter den neuen Vätern ihre Rolle uneingeschränkt zu?"
Neue Väter? Macht mich sehr nachdenklich. Wir brauchen keine "neuen Väter". Wir brauchen nur: Väter und Mütter und das, was sie jeweils am besten können: Vater und Mutter sein. Und das geht am besten, wenn der Mann seine Frau "liebt" - hach Gott, wie abgedroschen... - aber es ist so. Was dann kommt, ist doch jedem Paar selbst überlassen.

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m.m.s. 20.12.2015, 18:33
7. Gendern ist out

Hier wieder nachgewiesen. Dass nur eine funktionierende Familie den Kinder gibt was sie brauchen. Feminismus hingegen hat das Gegenteil zur Folge.

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Lollipop78 20.12.2015, 18:42
8. Männer in Kitas

Zu diesem Beitrag ist mir eine Problematik eingefallen, die sich gerade in unseren Kitas abspielt. Endlich gibt es junge Männer, die sich bewusst für den Erzieherberuf entscheiden. Doch denen wird das Leben schwer gemacht von Eltern, die alle männlichen Erzieher unter Generalverdacht stellen. Unsere Erzieher sind ständig in einer Verteidigungshaltung. Da wurde vor Jahren nach Kerlen im Erziehungsbereich gebrüllt (siehe oben genannte Gründe)und dann sind sie da und können ihre Arbeit nicht adäquat machen. Wann wird diese Problematik thematisiert ???

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Sal.Paradies 20.12.2015, 19:07
9. Nicht überall dieselbe Situation

Zitat von 01099
Ich denke auch, dass die Rolle der Väter völlig unterschätzt wird, was sicher historische Gründe hat. Väter erziehen eher zur Autonomie, während Mütter der Entwicklung eines gesunden Selbstbewusstseins oft im Wege stehen. Zumindest ist das meine Beobachtung, wenn Frauen und Männer zu lange an ihren Müttern kleben, was ja bei Frauen mystifiziert, hingegen bei Männern fast pathologisiert wird, obwohl die Auswirkungen letztlich die gleichen sind. Beide Geschlechter kommen emotional nicht auf eigene Beine, werden von den Müttern als Tröster gebraucht und nabeln sich nicht genug von der Familie ab. Im Ergebnis bedeutet das oft ein labiles Selbstwertgefühl, dass dann in den eigenen Beziehungen zerstörerisch wirkt. Daran sollten wir dringend arbeiten, damit wir nicht ein Trennungskind nach dem anderen in die Welt setzen. Die Ergebnisse, die Frau Ahnert hier präsentiert, sind letztlich keine Neuigkeiten, werden nur zum Aha-Erlebnis, weil wir im Denken noch in alten Zeiten festhängen und Männern keine fürsorglichen Gefühle und Kompetenzen zutrauen. Man ist als Mann ja immer noch ein Weichei, wenn man in Elternzeit geht oder genau so liebevoll mit dem Nachwuchs umgeht wie es die Mütter tun. Deshalb sieht man auf der Straße eigentlich auch nur Frauen mit Kindern. Und das die Qualität der Vaterschaft mit der Beziehung zur Mutter und dem Rest des Lebens zu tun hat, ist eine Binsenweisheit. Wenn ich unzufrieden bin, legt sich das auf mein Verhalten in sozialen Beziehungen. Das kann jeder an sich verifizieren.
Ihre Aussage, man sieht auf den Straßen fast nur Mütter, kann ich definitiv nicht unterschreiben, da hier auch der Wohnort einen hohen Einfluß hat. In unserem Kiez in Berlin halten sich Mütter&Väter so ziemlich die Waage, allerdings glaube auch ich, dass dies an anderen Standorten (z.B. auf dem Land), anders sein könnte. Was Fr.Ahnert über "positive Herausforderung" sagte, kann ich auch unterschreiben. Wenn alle drei auf dem Spielplatz sind, bekommt meine Frau regelmässig eine Krise, weil ich meine Tochter sportiv so ziemlich alles lassen mache. Bei mir durfte sie schon (mit mir zusammen) in jungen Jahren auf das höchste Klettergerüst, was meine Frau niemals zugelassen hätte. Heute kann meine Tochter klettern wie ein Weltmeister. Wenn andere Töchter auch mal rauf wollen, ist unten bei den Müttern Hektik+Stress und (fast) keine lässt zu, dass sich ihre Tochter in "Gefahr" begibt. Irgend wann kann man dann beobachten, dass deren Kinder von Anfang an "ängstlich" mit Herausforderungen umgehen. Mütter können auch kaum still halten, wenn Kinder untereinander Konflikte austragen. Viele könne nicht verstehen, dass ein Kind auch "alleine" lernen muss einen Konflikt auszustehen und zu verarbeiten. Was Selbstbewusstsein und mutiges handeln angehen, haben Männer da einen hohen Anteil daran. Mütter können eben viele andere Dinge intuitiv besser. Allerdings ist es immer mehr so, dass auch Väter in klassischen Mütterdomänen aufholen. Naja, letztendlich macht es halt eine gute Mischung, aber hier es eben wichtig, dass Mütter genau das machen, was Fr.Ahnert vorschlägt = die Männer einfach mal machen lassen... ;-)

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