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Erziehungsfreie Zonen: Die Monster anderer Eltern

Darf man fremde Kinder tadeln, wenn sie sich daneben benehmen? Nein, lautet häufig die Antwort. Denn Erziehung gilt zunehmend als intime Angelegenheit - mit abstrusen Folgen. Kinder brauchen Grenzen, meint dagegen*Frank Patalong. Und die sollten nicht nur die eigenen Eltern setzen.

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kabelfritze 26.04.2011, 21:37
470. Oooommmm....

Zitat von Willie
Um das zu dirigieren, dafuer sind die Eltern da.
Gute Güte, was ist denn so schön am Dirigieren? Was überzeugt euch so sehr von der Richtigkeit eures Weltbildes?

Als mein Sohn, gerade der Windel entwachsen krähte: "Ihr seid einfach dumm, ich bin viel schlauer als ihr!" Habe ich ihm geantwortet: "Na klar bist du schlauer als wir. Wenn die Kinder nicht schlauer wären als ihre Eltern, könnte sich die Menschheit ja nicht weiter entwickeln."

Der hat das damals verstanden.

Die verstehen viel mehr als ihr euch vorstellen könnt...

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blitzunddonner 26.04.2011, 21:38
471. oder als ...

Zitat von daujoons
in der deutschen Sprache hat übrigens ebenso ihren Sinn, wie konsequente Erziehung. Dies zu ignorieren, könnte leicht als Rücksichtslosigkeit gegenüber anderen verstanden werden...
... persönliche note und stilistische freiheit. überlesen sie es doch, wenn sie es stört. von kleinen buchstaben geht keinerlei physische oder psychische gewalt aus. aber sie scheinen ja wegen jeder laus, die auf der anderen straßenseite krabbelt, angepisst zu sein.

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Jamesteakirk 26.04.2011, 21:39
472. Schwachsinn hoch 80

Der Beitrag ist extrem dumm, da er den größeren Kontext nicht berücksichtigt, in dem Kinder sich so verhalten. Die Atmosphäre, in der ein Kind aufwächst. Die allgemeine Ignoranz, Lieblosigkeit und der Machtmißbrauch der Eltern.

Die Kinder verhalten sich so, weil sie Monster sind, nicht weil sie von ihren Eltern nicht ausreichend geliebt werden.

Für seriöse Informationen: http://www.alice-miller.com

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senneka 26.04.2011, 21:48
473. ...

Zitat von AmaziR
Was Sie da mit vielen Wörtern beschrieben haben ist Erziehung.
dann ist es wohl eine Frage des Begriffs. Für mich bedeutet Erziehung, wenn Erwachsene Kinder in ihrem Sinn zurechtbiegen.

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kabelfritze 26.04.2011, 21:51
474. Vorzügliche Beschreibung

Zitat von mrsfish
Also wenn ich mein Kind bestrafe, so lernt er bestrafen und wenn ichihn vor anderen lächerlich mache so lernt er andere lächerlich zu machen, wenn ich ihn bei Sprechen unterbreche so lernt er zu unterbrechen, wenn ich ihm einen Klaps auf den Hintern gebe, so lernt er daß die angemessene Verhaltensweise gegen ungewolltes Verhalten klapse oder tritte oder sonst etwas sind.... usw.
Sehr, sehr schön gesagt. Das ist das Funktionsprinzip hinter dem "Erziehungsprinzip". Aber verdammt viele Leute kommen gedanklich nicht so weit.

Chapeau!

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senneka 26.04.2011, 21:52
475. ...

Zitat von sgritheall
Kinderlärm ist zwar eine Umwelteinwirkung, "im Regelfall" aber "keine schädliche". Gut, dass das mal einer gesagt hat. Blödsinn. Lärm ist Lärm, und Lärm ist schädlich. Oder soll ich mich am Lärm freuen, nur weil er aus Kinderkehlen stammt statt aus Autohupen? Das ist auch so eine Zeiterscheinung: die Verklärung des Kindes. Kindergebrüll kann kein Lärm sein, weil die Quelle ein Kind ist. Wer neben einem Spielplatz lebt - leben muss - und in Ruhe ein Buch lesen möchte, weiss, was ich meine.
Genau. Kinder sollen die Klappe halten. Und die Vögel morgens! Alle abschießen.

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Sasapi 26.04.2011, 21:58
476. ....

Diskutiert habe ich mit meiner Ältesten, gern und oft. Als sie im "passenden Alter" war, sprich, ab 14, so etwa.

Mit Kleinkindern zu diskutieren ist sinnlos, denn es gibt einfach Dinge, die nicht zu diskutieren sind: Man rennt nicht blindlings auf die Straße, man verziert die Glasvitrinen beim Bäcker oder Metzger nicht mit Fingerabdrücken, Kußmündern oder Ähnlichem. Im Haus lief es ähnlich: Ab ca. 1 - 2 Jahre hab ich mit dem jeweiligen Kind zusammen aufgeräumt, später saß ich dabei und dann machten sie es alleine. Es gab und gibt einfach Regeln, und die muß man nicht diskutieren....

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Willie 26.04.2011, 21:58
477. -

Zitat von kfp
Wenn Sie es einrichten konnten, dass er in der Öffentlichkeit keine Anfälle bekam, warum konnten Sie es dann beim Würfelspiel nicht einrichten?!?!
Weil mitunter das Ergebnis beim Wuerfeln der Ausloeser war. Zuhause war das kein Problem, da konnte er lernen mit seinen Wutanfaellen umzugehen. Und wir konnten ihm dabei helfen. Da hat es keine Dritte gestoert.
Zitat von kfp
Ja, wat denn nu?!?! Tante Klara oder von klein auf im Supermarkt?! Sehr konsequent... Leider hat nicht jeder eine Tante Klara, die bei jedem Supermarktbesuch die Öffentlichkeit von den noch nicht fertig erzogenen Bälgern bewahrt... Und wer weiß, wie viele kleine Vorfälle beim Einkaufen Ihre Frau gar nicht erst erwähnt hat...
Bitte sich nicht dummstellen.
Wenn Kinder noch Babies sind treten sie anderen nicht gegen das Schienbein und schreien auch nicht nach Suessigkeiten.

Das Argument "wer sich nicht benehmen kann, kommt zu Tante Klara" war eines, um den Kindern zu signalisieren, dass mit einkaufen gehen duerfen, mit friedlichem Verhalten verknuepft ist. Das kapieren bereits Zweijaehrige ganz genau.

Tip: Wenn Kinder sich selber zuegeln, weil sie etwas wollen, dann brauchen sie diese nicht mit etwas zu zuegeln, was nicht zieht, oder was die nicht verstehen.
Ist das so schwer zu kapieren?

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senneka 26.04.2011, 21:59
478. ...

Zitat von PG259
Ehm-grober Unfug. Kinder brauchen keinen Umgang auf Augenhöhe sondern Erziehung-das eine schließt das andere aus. Kinder brauchen klare Grenzen-die auch in Streßsituationen klar bleiben. Ein NEIN ist ein Nein, auch wenn der kleine Sonnenschein darauf mit Schreien reagiert. Und wenn anderer Leute kleiner Sonnenschein nach mir tritt aus Frust gibt es eine klare Ansage-peinlich genug, wenn die Eltern das nicht selbst könnne.
Das mit den Grenzen hab ich genauso gemeint. Allerdings auch umgekehrt. Das bedeutet, dass ein NEIN auch ein NEIN bleibt, auch wenn es von einem Kind kommt. Wenn wir Kindern dabei helfen, die Grenzen anderer Menschen zu akzeptieren, müssen wir auch vorleben, dass wiir untereinander die Grenzen achten, auch die der Kinder. Das ist mit "Augenhöhe" gemeint.

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Cheese 26.04.2011, 21:59
479. --

Ich muss ehrlich sagen: Mir sind Eltern ohne Selbstzweifel unheimlich. Und Frank Patalong daher auch gerade.

Ich mache jeden Tag "Fehler" bei der Erziehung, jeden Tag. Und trotzdem kriege ich von meiner Umgebung die Rückmeldung, wie wohlerzogen und freundlich meine Kinder sind. Eigentlich ein kleines Wunder. Erst heute wurde der Jüngste vom Kindergeburtstag zurückgebracht und mir gesagt, was für ein tolles Kind er sei, er sage immer so schön danke, sei so fröhlich und freundlich. Ich weiß nicht genau, wie wir das hinkriegen, denn wir sind auch inkonsequent, lassen die Kids Fernseh gucken und Computer spielen und sind auch sonst ziemlich "unstreng". Laut aktuellen Erziehungstheorien müssten unsere Kinder "Monster" sein, sie sind jedoch - fast - immer unglaublich nette, zufriedene Menschen. Aggressiv erlebe ich sie sehr selten. Ich erkläre mir das damit, dass wir sehr liebevoll mit ihnen umgehen, selber höflich danke sagen etc. Wir bemühen uns, fair zu sein. Wir gehen - meistens - respektvoll mit ihnen um. (Auch da passieren Fehler, wenn ich z.B. laut werde.) Sie gucken mich empört an, wenn mir bei einem Missgeschick ein gewisses Fäkalwort herausrutscht. Umgekehrt mach ich das nämlich genauso. Ich glaube, sie sind einfach so, wie sie es sich bei uns abgucken. Anfangs habe ich noch mit mir gehadert, dass ich dieses "Immer-Hunderprozentig-Konsequent-Sein" nicht hinkriege. Heute bin ich froh, dass Gefühl und Intuition über die rein verstandsmäßige Erziehung gesiegt haben. Schließlich will ich keine Roboter großziehen, sondern Menschen.
Den Königsweg kenne ich nicht, viele Wege führen nach Rom. Aber solche Besserwisserartikel mag ich gar nicht. Sie verunsichern Eltern und bringen sie dazu, immer weniger auf ihre Intuition zu vertrauen und stattdessen den aktuellen Erziehungs-Modetrends hinterherzulaufen.

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