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Erziehungsquiz: Ein fremdes Kind nervt - schreiten Sie ein?
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Lärmende Kinder, ratlose Erwachsene und eine schallende Ohrfeige. Hier sind acht kritische Situationen zwischen Eltern und Kindern. Würden Sie als Unbeteiligter einschreiten? Und: Was raten Experten?

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Thomas Schnitzer 21.10.2015, 12:03
30.

Zitat von iro81
Das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung ist gesetzlih verankert. Kinder schlagen ist strafbar.
Das mag sein, aber noch längst nicht alle Gesetze sind sinnvoll. Und dieses Gesetz gehört zu denen, die fehlerhafterweise keine Unterscheidung zwischen Kindesmisshandlung und erzieherischer Strafe machen.

Ich würde es aber auch befürworten, um sie zu beunruhigen, dass Gewalttäter während ihrer Haftstrafe zwecks Erfahrung der Opfersituation dreimal das Leid durchleben müssen, dass sie ihren Opfern angetan haben.

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truereader 21.10.2015, 12:10
31. Nun

bei manchen Situationen sollte man schon dazwischengehen - Jean-Hecques Rousseau soll gesagt haben "Viele Kinder haben schwer erziehbare Eltern" - daran hat sich nichts geändert.

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andreasclevert 21.10.2015, 12:11
32. ich glaube...

das Quiz müsste getrennt aus gewertet werden nach Quizzern mit Kindern oder ohne Kinder. Wir hatten mal ganz stinkige Nachbarn, die sich sehr nervten, weil wir abends nach neun noch zur Waschmaschine marschierten (beide Eltern voll berufstätig, drei kleine Kinder, die Uhrzeit versteht sich damit von selbst). Bis wir uns dann an der Waschmaschine um diese Uhrzeit trafen, als sie .... selbst ein Baby hatten (Langform: http://wp.me/p4WCtx-77)

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qoderrat 21.10.2015, 12:24
33.

Zitat von mittekwilli
Als solcher habe ich in der heutigen Zeit mich weit entfernt zu halten. Sonst bekomme ich noch die Anzeige .
Als Mann die einzig richtige Antwort bei allen Fragen. Ist zynisch, aber wenn ich schon angesprochen werde wenn ich mit meiner gut gelaunten Enkeltochter im Park unterwegs bin, werde ich einen Teufel tun und mich bei einem fremden Kind einzumischen oder gar zu versuchen einen besitzerlosen Kinderwagen zu bewachen.

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canUCme 21.10.2015, 12:27
34. Der Afrikaner hat recht

Kindererziehung ist nur in erster Linie die Aufgabe der Eltern. Darüberhinaus haben auch die anderen Menschen im sozialen Umfeld eine gewisse Fürsorge- und Erziehungspflicht. Das war früher in Deutschland auch weit verbreitet: Verwandte, ältere Menschen, Respektpersonen durften einem als Kind sehr wohl etwas sagen und ggf. maßregeln. Ja, das war nicht immer angenehm, aber man lernte frühzeitig, dass es nicht immer nur nach dem eigenen Willen geht. Und ja, manchmal hat sich jemand eingemischt, der den eigenen Eltern zu streng oder inadequat reagierte: Das haben die dann unter sich ausgemacht. Kindern müssen Grenzen gesetzt werden, sonst verlieren sie jede Orientierung. Wie bei vielen Entwicklungen in dieser Gesellschaft ist auch hier das gesunde Mittelmaß und der gesunde Menschenverstand weitgehend abhanden gekommen.

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zickezackehoihoihoi 21.10.2015, 12:33
35. Situationsabhängig

Zitat von Ossifriese
Es gibt keine Patent-Verhaltensweisen gegenüber Kindern oder auch deren Eltern. Jede Situation ist anders. Wenn man selbst sich allerdings bemüht, möglichst tolerant zu sein (bei Kinder"lärm" etwa), gleichzeitig aber konsequent in erkannten (!) Gefahren- oder gar Misshandlungssituationen auftritt, macht man wohl nichts falsch. Wobei - wie gesagt - es situationsabhängig ist.
ist das Stichwort.

Ich verstehe z.B. eins nicht. Ich saß neulich (ohne Kinder) im Flieger und hab ein Buch gelesen. Irgendwann merkte ich, dass es um mich rum unruhig wurde. Ich hab aufgeschaut, die Leute ham mit den Augen gerollt, leise geschimpft etc. Ich hab dann meine Nachbarin gefragt, as los sei. "Ja hören Sie das nicht, dieses Kindergebrüll, unglaublich, schlechte Erziehung..." Und tatsächlich, da ham ein paar Kinder geschrien.

"Na und?" hab ich gefragt? "Wir landen halt und ich hab auch Druck auf den Ohren. Entspannen Sie sich doch". "Ja stört Sie das gar nicht?" "Eigentlich nicht, sind ja nicht meine, die sind daheim, und ich hab grad dieses Buch..." Dann ging's ab, was hab ich mir anhören müssen, ich sei also auch einer von denen. Hab dann nur noch geantwortet, wer für 10 EUR mit Ryanair nach London fliegt, muss das ab können.

Was ich damit sagen will: Das Problem sind selten die Kinder. Es sind die Erwachsenen, ob mit oder ohne Kinder. Kinder, zumal fremde, maßregeln, geht mal gar nicht. Natürlich sollten Eltern versuchen, auf das Kind einzuwirken, und das Prinzip der Rücksichtsnahme sollten auch Kinder ab einem gewissen Alter kennen. Das fordere ich aber auch von kinderlosen Erwachsenen ein. Und wenn die Ohren weh tun, werde ich mich nicht entschuldigen. Und ja, auch ich nehme mir das Recht raus, mit meinen Kindern in den Urlaub zu fliegen. Auch wenn's an der Ostsee auch schön ist. Und ja lieber Nachbar, Kinder sind oft früh wach und spielen. Und um 8 kann man auch sonntags wach sein.

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rosengregor 21.10.2015, 12:37
36. Schwierig!

Wie schwierig es ist, richtig zu reagieren, erkennt man an den Antworten der Experten. Und es wird nicht einfacher, schließlich leben wir in einer Gesellschaft der Vielfalt.

Eltern wissen, wie oft Außenstehende falsch, dumm oder gefährlich eingreifen, weil sie es gut meinen. Da wird ein 7-jähriges Kind auf den Fahrradweg verwiesen, den es nach StVO gar nicht benutzen darf. Da wird ein Kind von einem Fremden aufgefordert, seinen Namen zu nennen, obwohl es sich von Fremden gerade nicht ansprechen lassen soll. Da wird ein auf einen Baum kletterndes Kind zurecht gewiesen, obwohl es die Kletterei gut im Griff hat und auch den Baum nicht beschädigt. Da wird einem Kind (nett gemeint) von einem Fremden angeboten, ihm die neugeborenen Kätzchen zu zeigen, die er zu Hause nur eine Straße weiter im Schuppen hat. Das Kind hat längst gelernt, dass das alles falsch ist, wird aber mit diesen falschen Herangehensweisen gutmeinender Erwachsener immer wieder konfrontiert.

Der Grundsatz sollte lauten, dass sich Fremde bei der Erziehung der Kinder anderer Menschen zurück halten sollten. Nur wo eindeutig eine nicht unerheblicheh Gefahr für das Kind besteht, muss eingegriffen werden und nur wo der Dritte selbst erheblich und über das kindlich normale Niveau hinaus gestört wird, darf eingeschritten werden.

Wer eingreift, sollte wissen, dass er korrekt handelt und es nicht nur gut meinen.

Und zum Beispiel mit dem Schlag in der Einkaufszone: Ja, das ist ein strafrechtlich relevanter Fehler. Ja, Kinder dürfen nicht geschlagen werden. Ja, das muss die Mutter wissen. ABER: Wenn das öffentlich passiert ist, weiß die Mutter in diesem Moment schon, dass ihr hier etwas furchtbar schief gegangen ist. Und das Kind weiß auch, wie es zu dieser Grenzüberschreitung der Muter kam - nämlich durch die eigene Grenzüberschreitung. Das rechtfertigt nicht die Körperverletzung, aber es macht ein Eingreifen von Außen höchstwahrscheinlich völlig überflüssig. Der hochrote Kopf der Mutter verrät es: Sie war verzweifelt und hat dann einen Fehler gemacht, den sie sofort zutiefst bedauert. Sie wird sich vermutlich sehr bald im Auto oder zu Hause bei ihrem Kind entschuldigen und dann werden die beiden besprechen, wie sie so etwas in Zukunft verhindern können. Wie hilfreich ist es da, wenn ich als Außenstehender eingreife und so dieses wichtige und hilfreiche Gespräch verzögere und erschwere? Etwas anderes wäre es, wenn die Schläge noch fortgesetzt würden oder wenn das Kind in einer Weise verletzt wäre, die eine ärztliche Heilbehandlung erforderlich machte. Klar: wenn ich mir ernstlich Sorgen um das Kind mache, dann greife ich ein. Aber ob ich mir wegen eines einmaligen Ausrutschers in einer Ausnahmesituation, in der die Mutter eben auch höchst bemitleidenswert ist, diese Sorgen machen muss, lässt sich anhand der hier gelieferten Schilderung überhaupt nicht feststellen.

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zickezackehoihoihoi 21.10.2015, 12:40
37. :-)

Zitat von Untertan 2.0
Zur Hilfe, zur hilfe, mein Kind balancieret auf einer HÜFTHOHEN Mauer. Wieso dürfen solche Todesfallen überhaupt gebaut werden? Da gibt es nur eine Antwort: ich hole meinen Presslufthammer und reiße die verdammte Mauer ein, bevor sie noch mehr Menschenleben fordert!
Geil ist auch folgendes. Bin mit meiner Tochter unterwegs, sie konnte grade laufen. Genau vor einer Apotheke fällt sie hin und blutet an der Lippe. Ich in die Apotheke rein und gefragt, ob ich ein Taschentuch haben kann. Ich konnte den Hass in den Augen der anwesenden FRAUEN förmlich spüren. Aber nicht auf mich. Auf meine abwesende Frau. "Wie kann es dieses rabenmütternde Weib es wagen, ihr Kind mit diesem MANN ALLEINE auf die Straße gehen zu lassen. Da muss man doch das SLK, das Jugendamt und die Stormtroopers informieren...."

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vish 21.10.2015, 12:41
38. Ernsthaft?

Allein die Tatsache, dass ernsthaft auf die Frage eingegangen wird, ob die Polizei zuständig ist, wenn ein Kind Chips und Cola zu sich nimmt, zeigt, wie kaputt Deutschland im erzieherischen Sinne mittlerweile ist. Ein Wunder, dass Deutschland überhaupt noch Einwohner hat, angesichts der archaischen und grausamen Erziehungsmethoden, die bei unseren Vorfahren angewandt wurden. Die waren ja der modernen Pädagogik zu Folge alle vollkommen verkorkst. Darf man heutzutage als Elternteil überhaupt noch mit seinem Kind sprechen oder läuft das dann auch schon dem Kindeswohl zuwider?

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hansgustor 21.10.2015, 12:43
39. Viel Spaß

Zitat von go-west
eine schallende Ohrfeige soll also nicht richtig sein in dieser Situation? Wer sagt das? Der Gesetzgeber, der sich anmaßt dies besser zu wissen als der Erziehungsberechtigte und diesen ideologischen Quatsch damals mit einer rot-grünen Mehrheit durchs Parlament geboxt hat? Sorry, ist für mich vollkommen irrelevant. Die Leute, die funktionierende Erziehung nicht von Kindesmisshandlung unterscheiden können, sollen mich gerne anzeigen.
Ich kenne Eltern die ihren Kindern auch mal eine wischen, wenn sie unartig sind. Ergebnis: Die Kinder reagieren nicht mehr auf Worte, sondern versuchen genauso ihren Willen mit Gewalt durchzubringen. Die nettesten Kindern haben die Eltern die ganz klischeehaft die Kinder zur Rede stellen: "Finn-Luca wir müssen reden.".

Daher müsste es bei Ihnen heißen "Die Leute, die NICHT-funktionierende Erziehung nicht von Kindesmisshandlung unterscheiden können, sollen mich gerne anzeigen.".

Ich zeige Sie gerne an, wenn ich sehe wie Sie Kinder schlagen. Bis dann.

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