Forum: Panorama
Evangelischer Kirchentag in Dortmund: Wenn nicht mal Kevin Kühnert streiten will
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Der Evangelische Kirchentag könnte ein Diskussionsforum sein, bei dem über wichtige gesellschaftliche und theologische Fragen gestritten wird. Doch auf den Podien geht es vor allem um eines: Selbstvergewisserung.

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Tubus 22.06.2019, 22:07
20. Protestantismus kommt von Protest

Kirche soll mit der Zeit gehen. Dass die Anbiederung an den Zeitgeist aber soweit geht, dass man sich auf einem grünen Parteitag glaubt, geht dann doch wohl zu weit. Aber die grünen Schals sind dann wohl nichts anderes als die Hakenkreuze bei den Deutschen Christen. Schon vergessen? Protestantismus kommt von Protest ( gegen den Zeitgeist).

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mikefels 23.06.2019, 00:33
21. Die "moderne" evangelische Kirche

Wenn ich lese, dass den Verfechtern der Konversionstherapie Raum gegeben wird, fällt mir zu der evangelischen Kirche nichts mehr ein. Ist sie vielleicht doch viel rückwärtsgewandter, als wir alle glauben sollen?

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nixproblem 23.06.2019, 00:59
22. Kein Beitrag für die Zukunft

Ich beschäftige mich seit geraumer Zeit allen Ernstes mit der Frage, welche Impulse die Kirchen gegenwärtig der Politik geben können. Vom Kirchentag - es war nicht mein erster- erhoffte ich mir einige Hinweise und wurde enttäuscht. Der Trend war bereits seit einigen Jahren feststellbar, in Dortmund wurde er überdeutlich: Eigentlich nicht mehr Selbstvergewisserung, deutlich eher Selbstgefälligkeit mit einem Hang zu Selbstbefriedigung. Leider kein Beitrag für die Zukunft.

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klmo 23.06.2019, 08:57
23.

Zitat von Tubus
Kirche soll mit der Zeit gehen. Dass die Anbiederung an den Zeitgeist aber soweit geht, dass man sich auf einem grünen Parteitag glaubt, geht dann doch wohl zu weit. Aber die grünen Schals sind dann wohl nichts anderes als die Hakenkreuze bei den Deutschen Christen. Schon vergessen? Protestantismus kommt von Protest ( gegen den Zeitgeist).
Sie sollten sich mal mit der Reformation und Luther beschäftigen, dann erklärt sich auch für Sie der Begriff.
Und nur nebenbei - wenn sich Religion mehr mit dem Zeitgeist beschäftigt, als mit seiner ursprünglichen Lehre, ist deren Zeit vorbei.
(Siehe die Gottesdienste bzw. leeren Kirchen.)

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river runner 23.06.2019, 08:59
24. Und darauf sollen wir vertrauen? Die Monarchie ist abgeschafft!

Zitat von freddygrant
Und der Glaube ist ebenso eine Privatsache. Organisierte Religion ist nicht demokratiefördernd und es ist ein Unding, dass über dies Bundesländer die christlichen KIrchen mit -zig Millionen Euronen Steuergeldern ohne soziale und gesellschaftliche Bindungswirkung alimentiert werden - also auch mit Steuern von Bürgern, welche die religiös und kirchlich nicht gebunden sind bzw. sein wollen!
Demokratische Kontrolle ist besser:
Der Deutsche Evangelische Kirchentag 2019 steht unter dem Leitwort "Was für ein Vertrauen". Dieses Leitwort stammt aus dem Alten Testament (2. Könige 18,19). Zur Begründung der Losung sagte Kirchentagspräsident und Journalist Leyendecker angesichts einer schwierigen Weltlage gebe es eine große Verunsicherung, Nur wer anderen vertraue, könne jedoch auch Vertrauen gewinnen.

Schaut man sich den Text aus dem Alten Testament genauer an, muss man feststellen, dass der Satz aus dem Zusammenhang gerissen ist.: Das 2. Buch der Könige handelt vom Untergang des Reiches Juda, von Zerstörung und Gewalt. Im einzelnen kann man das in der Übersetzung der Lutherbibel wie folgt nachlesen:
2.Könige 18,19 ff
https://www.bibleserver.com/text/LUT/2.Könige18

Schon wenige Zeilen weiter heisst es im 2. Könige 18, 35 ff
Wo ist ein Gott unter den Göttern aller Länder, der sein Land aus meiner Hand errettet hätte, ..... Das Volk aber schwieg still und antwortete ihm nichts, denn der König hatte geboten: Antwortet ihm nichts. ….

Der Bibeltext ist eine Machtdemonstration, es geht um die Bekämpfung des Polytheismus, um die Durchsetzung des Monotheismus mit Gewalt. Es gibt in diesem Text keine politische Diskussion, und das Volk schweigt.

Und das sollen wir heute noch glauben? Darauf sollen wir vertrauen?
Die Monarchie ist abgeschafft! Bestrebungen zur Wiedereinführung der Monarchie sind verfassungswidrig.

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friespeace 23.06.2019, 09:18
25. Ein Kirchentag

Mit Themen wie "Vulven malen"? Sie schaffen es doch noch mich sprachlos zu machen.
Mal sehen, wann man im Sexshop dann Bibeln bekommt.

Aber schön, dass zumindest einige Evangelikale nicht einfach weggehen, sondern noch einen Kontrapunkt anbieten.

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river runner 23.06.2019, 10:23
26. Biblische Begründung der Fürstenherrschaft mit dem Buch der Könige?

Zitat von klmo
..... Reformation und Luther beschäftigen,...... - wenn sich Religion mehr mit dem Zeitgeist beschäftigt, als mit seiner ursprünglichen Lehre, ist deren Zeit vorbei. (Siehe die Gottesdienste bzw. leeren Kirchen.)
Luther hatte den Papst als Leitung der Kirche abgeschafft, und die Fürsten als Leitung der Kirche eingesetzt. Die Reformation Luthers konnte nur gerettet werden, indem die sich gründende evangelische Kirche einen Pakt mit den Landesherren einging. Soweit ist mir das politisch klar. Aber hat Luther damals versucht, seine Entscheidung für die Fürsten biblisch zu begründen? Mit Zitaten aus dem Buch der Könige vielleicht? Oder wie? Ich weiss es nicht, vielleicht wissen Sie es. Er hat ja versucht, alles mit Bibelworten zu begründen.

Zum Jahr 2019 zurück: Ich finde es unglaublich, dass sich ein evangelischer Kirchentag im Jahr 2019 einen Spruch aus dem Buch der Könige als Motto aussucht. Kennen die Teilnehmer ihre eigenen Texte aus der Bibel noch?

Die evangelische Kirche war historisch bis 1918 eine vordemokratischen Institution, was Fragen der politischen Ordnung angeht. Der deutsche Kaiser vereinigte alle Machtbefugnisse in seiner Person auch als oberster protestantischer Kirchenherr. Erst nach 1945 entwickelte sich die evangelische Kirche langsam in Etappen zu einer der maßgeblichen Trägergruppe der Bonner Republik.

Und heute? Alternativelose Unterstützung der heutigen politschen Eliten? Aber keine zukunftsweisenden Diskussionbeiträge der hohen Gäste aus der Politik?

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air plane 23.06.2019, 10:51
27.

Immer schön dem Zeitgeist hinterher, so vergrault die evangelische Kirche viele Mitglieder. Habe die Berichte über den Kirchentag im WDR gesehen, gruselig.
Wollte gleich spontan zum Amtsgericht und den Austritt klarmachen, war leider schon zu.
Nächstes Mal.

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kochra8 23.06.2019, 18:52
28. Mit den 68ern drehen sie die saubere Fläche nach oben

Der sexuelle Missbrauch ist so alt wie die Menschheit selbst. Man krallte sich das Ungeschützte. Die Kirche hingegen schuf (isolierten) Raum, worein das Ungeschützte sich sicher sein sollte: Gott macht so etwas nicht.
Nicht die 68er (die Kirche sieht aufgeklärte Säkulare immer als existenzbedrohendes Feindbild), sondern die Institution liess zu; weniger hier die Evangelikalen als die verschwörerischen Katakomben Roms.

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Save.Creation 24.06.2019, 15:46
29. @20 protestare (lat.)

Bekennende und praktizieren Christen folgen Jesus nach. Und das Evangelium ist die Frohe Botschaft, die es zu verkünden und zu leben gilt. Begriffe führen manchmal in die Irre.
Woher die Bezeichnung "Protestanten" kommt und was das mit dem lat. Verb pro-testare zu tun hat, schauen Sie einfach mal nach.

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