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Ex-Bischof von Limburg: Keine Schadenersatzforderung an Tebartz-van Elst
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Der emeritierte Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, muss für die Mehrkosten beim Bau des ehemaligen Bischofssitzes in Limburg keinen Schadenersatz zahlen. Der Vatikan hält ein Verfahren für "nicht angebracht".

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nichtsalsverdrus 09.09.2015, 11:39
20. Von wegen...

Zitat von Mieze Schindler
das Geld der Mitglieder verschleudern und dazu noch straffrei bleiben, dann kann es einen schon grausen. Da hilft nur eines: austreten!
Von wegen "Geld der Mitglieder". Die Bischöfe (und andere) werden vom Staat bezahlt. Also von jedem steuerpflichtigen Bürger, auch von Atheisten. Das ist an Perversion kaum zu überbieten. Und auch in die Bauten fließen jede Menge Steuergelder. Von ihren Mitgliedern könnte die katholische Kirche mit ihrem ganzen Pomp und Protz garnicht überleben.

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jamon 09.09.2015, 11:45
21.

Zitat von kuschl
Warum auch? Das Bistum hat einen tollen, vorzeigbaren Bischofssitz, der zwar teuer, aber zumindest, im Gegensatz zu anderen Projekten im Land, fertig geworden ist. Nahezu alle Kirchen sind Prunkbauten! Wo ist das Problem? Dieses Problem war wohl eher ein Bistuminternes zwischen Bischof und Verwaltung! Papa hat mit Recht Frieden verordnet!
ja.....lieber schein als sein. lasst uns lieber mit prunkbauten beeindrucken denn mit barmherzigkeit.
als atheist habe ich die botschaft jesu ganz offensichtlich besser verstanden, als viele gläubige christen.

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Dustinthewind 09.09.2015, 11:50
22. Gute Entscheidung ...

Wer hat denn im Bistum als Kontrollorgan versagt?
Tatsächlich waren wohl mehr oder wenig VIELE an der Kostensteigerung beteiligt, die indessen das Vorhaben des Bischofs brav abgenickt und/oder lange Zeit nicht kritisch hinterfragt haben. Katholiken im Auftrag der Kirche haben GENERELL ein Problem damit, dem "Willen der Obrigkeit" zu widersprechen. Traditionell war und ist es dort der Karriere wohl förderlich, den Willen "der Obrigkeit" zu antizipieren und sich als Erfüllungsgehilfe anzubiedern.

Dieses System hat wohl auch in Limburg WUNDERBAR funktioniert, bis die böse Presse und irgendwelche Nichtbeteiligte die Sache mitbekamen und - zweifelsohne - furchtbar aufbauschten. Da zeigte sich dann das zweite, große Charakterproblem der Schäflein und Abnicker in Amt und Würden: der Mangel an Rückgrat und die Sehnsucht nach einem Sündenbock, der vom eigenen Versagen ablenken kann. In der Summe ist es daher zu begrüßen, dass der Papst das Ansinnen der Diözese bzw. gewisser, neuer Entscheidungsträger dort abgewiesen hat.

Ende der Geschichte.

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walter kuckertz 09.09.2015, 11:51
23. Mitarbeiter, Mitwisser, Mitverdiener

Schade eigentlich, weil ich geglaubt habe, in einem solchen Verfahren wäre mehr ans Tageslicht gekommen: Wer hat mitverdient? Architekt und Bauunternehmen? Wer hat mitgearbeitet und mitverdient? Oder hat der Bischof allein im stillen Kämmerlein Ausschreibungen gemacht, Aufträge vergeben, Rechnungen angewiesen? Wer hat alles mitgewusst und geschwiegen und warum? Wer hat schließlich die Angelegenheit so skandaliert und warum? Glaubte da vielleicht einer, bei der Sache zu kurz gekommen zu sein? Fragen über Fragen, die nicht nur der Bischof beantworten müsste!

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clararu 09.09.2015, 11:53
24. Sok1950 bringt die Rechtslage

auf den Punkt; dieses Stiftungskonstrukt mag für Aussenstehende nicht nachvollziehbar sein - aber wann wäre das Finanzgebaren der Kirche jemals transparent gewesen?
Hätte die römisch-katholische Kirche in den vergangenen Jahren einzig diese Bausünde zu vermelden gehabt, beim Himmel - sie könnte sich glücklich schätzen!
Der verdruckste und heimlichtuerische Umgang mit den zahllosen Missbrauchsfällen wiegt in meinen Augen sehr viel schwerer.
In der Opferhilfe wären die Millionen auf jeden Falll sinnvoll angelegt gewesen, aber dem steht dann wieder das Stiftungsrecht entgegen......
Ja, es ist atemberaubend, wie die Kirche ihren Ruf immer weiter ruiniert!

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dererzer 09.09.2015, 11:59
25. Tradition - mal wieder...

Wenn die Kirche Verschwendungssucht, Protzerei und unverhältnismäßigen Umgang mit den ach so dringend benötigten Mitteln ahnden würde, wo käme man denn dann hin? Das wäre ja entgegen allem, wofür diese Religion steht!

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Eduschu 09.09.2015, 12:12
26.

Zitat von api62
...man liest hier im Forum die Gläubigen zahlen den Lohn der Priester. Das ist falsch, die Kirche erhält zwar die Kirchensteuer, aber davon bezahlt sie nicht die Gehälter unserer Priester, Bischöfe, Nonnen, etc... Nein die werden von unserem Staat bezahlt - insofern zahlt man sogar doppelt, sofern man Kirchensteuer bezahlt. So oder so, bezahlen wir die Prunksucht von Tebarz. Ich zahl jetzt wenigstens nur noch einfach;-)
Was viele Foristen immer wieder in die Welt posaunen, nämlich, dass die Priester und Pfarrer vom Staat bezahlt würden, ist schlicht und ergreifend falsch. Lediglich die Bischöfe werden vom Staat bezahlt. Wählt Parteien, die versprechen, das zu ändern aber verschont uns vor diesem immer wieder verbreiteten Unsinn.
http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2013/10/11/warum-zahlt-der-staat-eigentlich-die-bischofsgehalter/

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stranzjoseffrauss 09.09.2015, 12:17
27. Als guter Christ

wird FPTvE doch bei seinem Ableben alles irdische Vermögen (welches er dank der Eintreibung durch den deutschen Staat auf seinem Konto thesauriert hat) seiner Kirche vermachen. Ob der Vatikan auch die HON-Flugmeilen erbt ist jedoch unklar.

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ein-berliner 09.09.2015, 12:26
28. Sie kennen doch Bildermann?

Zitat von Frank Zi.
Naja, wenigstens kommt das Geld durch meinen Kirchenaustritt nicht mehr von mir. Die Gläubigen werden das schon verkraften und Gott sowieso, der vergibt jedem.
Sie bilden sich wirklich ein die Kirche nicht weiter zu finanzieren, nur weil Sie keine direkte Kirchensteuer mehr zahlen? Nur wenn Sie überhaupt keine Steuern zahlen haben Sie Recht, Pech auch, Sie zahlen also weiter für die Kirche Dank Ihrer Lohn- oder Einkommensteuer.

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otto_iii 09.09.2015, 12:33
29. 536

Zitat von Sokrates1939
Ob der Kirche überhaupt ein Schaden entstanden ist, gegebenenfalls in welcher Höhe, ist durchaus offen, da der verbaute Mehrbetrag sich ganz oder wenigstens teilweise in dem Grundstücks- und Gebäudewert niedergeschlagen haben kann.
Erstens das, zweitens setzt ein Schadensersatzanspruch ein Verschulden voraus. Woher hätte der Bischof wissen sollen, dass der Baugrund so schwierig ist, dass teure Nachtragsleistungen erforderlich sind?

Die Grundentscheidung des Neubaus war zunächst korrekt und wurde von TvE nicht alleine getroffen, auch wenn die Öffentlichkeit in ihm den Allein"schuldigen" sieht. Ales weitere ist rechtlich viel komplizierter als die Öffentlichkeit meint. Die Kirche sieht von Schadensersatzforderungen nicht aus Barmherzigkeit oder Korpsgeist ab, sondern weil sie befürchten muss juristisch Schiffbruch zu erleiden.

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